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Auflösung des Bilderrätsel: The Art of Trinidad.
Seit die Sunrise auf dem Trockenen ist arbeiten wir ununterbrochen am Schiff. Wir wollen alle „Winterarbeiten“ noch vor unserer Heimreise erledigen. Nirosta-Teile vom Flugrost befreien, Propeller und Bugstrahlruder säubern, den Rumpf säubern und polieren, den Kiel schleifen und für das Antifouling vorbereiten und viele andere Kleinigkeiten, die es an einem Segelschiff zu tun gibt. Aber was hat das mit Art of Trinidad zu tun? Nun es ist einfach ein Nebenprodukt dieser Arbeiten.
Wir mussten wie jedes Jahr den Kiel schleifen um die alten Farbreste, die keinen Verbund zum Metall hatten, zu entfernen. Über die Jahre wurde immer wieder neuer Primer oder Spachtelmasse aufgetragen, immer wieder verwendeten wir hierfür andere Materialien, die unterschiedlich eingefärbt waren. Weil Flächen, die einen guten Verbund mit dem Untergrund haben, belassen werden, ergibt sich beim Schleifen eine Farbmelange aus Alt und Neu. Es ist schon verrückt, wenn man so vor sich hin schleift und auf einmal liegt einem so zu sagen die ganze Karibik unter der Schleifscheibe. Das war ein riesiger Spaß!

Kiel-Melange

Kiel-Melange

Kurzer Hand wurde ein Foto gemacht.

Art of Trini

Das Ganze noch mit einem Bildbearbeitungsprogramm verändert.

The Art of Trinidad

Fertig war The Art of Trinidad.
Ach ja der „Künstler“ war natürlich nicht ganz zufrieden, weil einige Stellen nicht so glatt wurden wie er sich das vorgestellt hatte.

Trini Künstler

Trini Künstler

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The Art of Trinidad, oder ein ganz anderes Bilderrätsel
Leider konnten wir hier in Trinidad keine Galerie oder ein Museum besuchen. Das ewige Warten auf die Handwerker fesselt uns an das Schiff und an Chaguaramas.
Aber wir haben dieses abstrakte Bild hier entdeckt. Es handelt sich um eine Mehrschichttechnik, die dann fototechnisch bearbeitet wurde. Wie diese Abstraktion der Farben und Formen entstand ist nicht wichtig, interessant ist, was wir darin erkennen. Dies hatte der „Künstler“ natürlich nicht beabsichtigt. Für uns zeigt das Bild einen Kartenausschnitt, und zwar im Zentrum die Karibische See. Die roten Flächen sind Nord und Südamerika unterteilt durch den Panamakanal. Der goldene Bogen ist der Antillenbogen. Wir erkennen auch die ABC-Insel und sogar die Bucht vor Chaguaramas ist als kleiner weißer Punkt zu sehen. All dies macht dieses Bild für uns so wertvoll, dass wir es veröffentlichen. Der Künstler möchte ungenannt bleiben, für ihn war die Auseinandersetzung mit diesem Werk sehr mühevoll und wie immer sind diese Menschen am Ende mit dem Ergebnis nicht sehr zu frieden.
Also was meint ihr zu dieser Art of Trinidad?

The Art of Trinidad

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Sunrise versteckt

Sunrise versteckt

Der Arbeitstag (nicht unserer!!!) bei Peake beginnt um sechs Uhr in der Früh. Und heute hat es sich genau so angehört, wie bei uns zu Hause im Schwabenland samstags um acht Uhr morgens. Die Kärcher- und Stihl-Fraktion trat in Aktion. Motorsensen für den spärlichen Grasbewuchs, Laubbläser um den Grasschnitt flächendeckend über den Platz zu verteilen und die Dampfstrahler für sonstige Säuberungsaktionen. Schöne, lautstarke Spielzeuge, auch für die karibischen großen Jungs gut geeignet (I kill you). Auf den Wecker können wir künftig verzichten.
Kurz darauf stand auch schon der Metallbauer am Schiff um ein weiteres Drittel seines Auftrages zu erledigen. Der Tritt auf dem Bugspriet hatte sich verabschiedet und musste neu hin geschweißt werden – aber ohne die Genehmigung des Sicherheitsbeauftragten für hot works geht hier gar nichts. Walter wurde schon vor dem Frühstück gemaßregelt, weil er die Lagerbedingungen nicht genau gelesen hatte. Damit der von Peake lizenzierte Metallbauer „heiße Arbeiten“ am Schiff ausführen darf, ist ein Permit erforderlich. Das gibt es sogar kostenfrei und ist 24 Stunden gültig. Das wissen wir jetzt auch – nur wissen wir nicht, wann der Metallbauer gedenkt, den Rest zu erledigen. Sicher nicht innerhalb dieser 24 Stunden. Schaun mer mal ist unser aktueller Leitspruch.

Peake´s Schiffsparkplatz

Peake´s Schiffsparkplatz

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Peake (27k)

Sehr professionell wurde die Sunrise bei Peake´s aus dem Wasser gekrant. Zwei Helfer für die Leinen, ein Kranführer und zwei Taucher standen pünktlich um acht Uhr bereit. Die Sunrise wurde von den Leinenhelfern mittig im Kranbecken gehalten und zwei Taucher sprangen ins dreckige Wasser um die Krangurte korrekt unterm Schiff zu platzieren. Der Kranführer wartete auf die Zeichen der Taucher und schon setzte sich der Lift in Bewegung. Wir waren schockiert, wie die Schiffsschraube, die Welle, das Bugstrahlruder und der Kiel nach nur 7 Monaten aussahen. Voller Seepocken und Muscheln.

Peake (33k)

Das war der langen Liegezeit in der Marina in Grenada und hier geschuldet. Das Antifouling am Unterwasserschiff hatte sich jedoch sehr gut gehalten. Nur am Wasserpass war es schlonzig, also puddingartig. Der im Hafen schwimmende Diesel und die Dieseldämpfe hatten es angelöst. Übel. Der Mann am Dampfstrahler hatte eine harte Nuss zu knacken.

Peake (54k)

Unsere Empfehlung für Chaguaramas lautet: Nur ganz kurz hier im Wasser bleiben und dann sofort auskranen. Die Lagermöglichkeiten hier sind ja schon gut, da kann man nicht meckern. Wir stehen versteckt zwischen zwei großen Yachten ganz hinten im Eck. Gut ist, dass wir mit dem Bug zum vorherrschenden Wind stehen, da bläst es uns wenigstens nicht das Cockpit voll.
Gestern Abend waren wir bei Angela und Franz zum Resteessen eingeladen. Franz hatte eine Kartoffellasagne zubereitet. Eine Lage dünne rohe Kartoffeln, eine Lage Zwiebelringchen, eine Lage Corned Beaf, eine Lage Kartoffeln und zum Schluss eine ganz dicke Lage Parmesankäse. Im Backofen wird der Auflauf dann 40 Minuten gebacken. Das ganze Gelände hat nach Klein-Italien gerochen. Lecker. Dazu gab es rohen Krautsalat nach kroatischem Rezept. Angela hat die Mahlzeit noch getoppt. Sie hat zum Nachtisch noch Palatschinken (Pfannkuchen) mit Aprikosenmarmelade serviert. Wir waren paff satt. Von wegen Resteessen!

Peake (53k)

Auf dem Nachbarschiff, das wohl schon einige Jahre hier vor sich hingammelt, wohnen diese hübschen Vögelchen. Auch ein kleines Mangobäumchen wächst bereits im Cockpit des verrotteten Schiffes.

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Die Berichte werden spärlicher. Unser Tagesablauf besteht nach wie vor aus Warten, Schwimmen gehen und Essen. Immerhin surrt die Klimaanlage über unserer Luke im Salon und bringt kühle Luft ins Schiffsinnere. Das Nirogestänge des Biminis ist immer noch nicht endgültig fertig. Es ist zwar montiert, wackelt aber wie ein Kuhschwanz. Der Segelmacher fertigt nun das eigentliche Bimini an, dann werden wir sehen, ob es dann stabil wird. Der Metallbauer hat auch nur ein Bruchteil seines Auftrages erledigt. Er hat im Heck den Relingsdraht über den Solarzelle entfernt und hat eine feste Nirostange eingeschweißt. Als Schutz vor dem Funkenflug dient ein alter Karton.

Metallbauer

Den Schwenkarm für den Dinghimotor-Lift hat er noch nicht gefertigt. Lauter halbe Sachen, das macht uns ganz kirre. Wenn wir ab Dienstag an Land stehen, soll der Motor eine große Inspektion erhalten und das Wellenlager getauscht werden. Schaun mer mal.

Schaun mer mal

Schaun mer mal

Walter hat mich heute mal wieder mit dem Bootsmannstuhl in die Mastspitze hochgezogen. Ich habe die Mastnut von oben bis unten mit Klebeband abgeklebt, damit sich hier keine Wildbienen und sonstiges „Flugzeugs“ einnisten. Am Großbaum haben wir die Öffnungen ebenfalls zugeklebt. Die Schwalben waren schon angeflogen und wollten im Großbaum nisten.

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Es gibt auch gute Dinge in Chaguaramas. Walter sagt, ich darf nicht nur über Dinge schreiben, die mir stinken (Dieseldampf, Plastikmüll etc.).
Die Seglergemeinschaft hier trifft sich regelmäßig Donnerstagabends am Gemeinschaftsgrill in der CrewsInn Marina. Der Hafenmeister heizt den Grill an, stellt Tische (mit Tischdecken) und Stühle auf und die Segler treffen mit Kühltaschen, Salat- und Auflaufformen, Grillgut und Getränken ein. Salate und Aufläufe werden auf den Allgemeingut-Tisch gestellt, jeder bringt was mit. Für Grillgut und Getränke sorgt jeder selbst. An diesem Donnerstag sind Kanadier, Amerikaner, zwei Australier, zwei Österreicher und zwei Deutsche mit von der Partie. Es gibt ein herrliches Sprachkauderwelsch! Sehr lustig.

Grillabend k

Am Samstagabend gibt es Bake and Shark im Wheelhouse Pub und, wen wunderts es? Alle Griller vom Donnerstagabend sind wieder vereint. Bake and Shark ist ein Fishburger mit Haifischsteak. Walter bestellt sich Einen und er schmeckt lecker. Ich bleibe lieber bei Shrimps und Salat. Ich will keinen Haifisch essen, er gehört geschützt und nicht geschlachtet. Bei Wheelhouse führen wir Jochens Tradition fort und bestellen das äußerst komplizierte Getränk Radler (auch als Alsterwasser oder Panache bekannt). Da dies hier unbekannt ist, werden die Einzelbestandteile separat geordert: 1 großes Glas mit Eis, 1 Flasche Zitronenlimo und 1 Flasche Bier. Zusammengemixt wird selbst. Wichtig ist, dass nicht vergessen wird, ein Glas zu bestellen, weil sonst die Zitronenlimo in der Flasche mit einem Trinkhalm und das Bier in der Flasche serviert wird. Schwierig ist es, wenn Walter und ich nacheinander den gleichen Text, also Glas, Limo und Bier aufsagen, dann bekomme ich in der Regel eine Limo und ein Glas und Walter das Bier. Konfusion beim Servicepersonal. Auf den Bestellzetteln wird notiert, wer was bestellt bzw. wie er gekleidet ist z.B. Lady yellow shirt: 1 Limo. Einfallsreich.
Mit Angela und Franz von der Maeva Piti tauschen wir uns häufig über die To-Do´s auf unseren Listen aus. Wenn es in Strömen regnet, wie aktuell, dann erledigen sich Punkte wie „Segel vom Salzwasser befreien“ ganz von alleine. Auf der Sunrise gaben wir heute wieder die Zirkusnummer „Schlafzimmer abbauen und sich ins Heck reinfalten“.
Zirkus 2
Sinn dieser stundenlangen Übung war, die auf dem Simmerring der Ruderlagerdichtung eingestanzte Nummer zu entziffern, damit uns die Werft Hooksiel diesen nachbestellen kann. Wie oft wir diese Nummer noch aufführen müssen ist immer noch nicht ganz klar. Nur Eines, wenn das Ruderlager gewartet wird, muss alles wieder raus!

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Auflösung Bilderrätsel: Hafenwasser in Chaguaramas

Auflösung Bilderrätsel: Hafenwasser in Chaguaramas

Ja, das sind wunderschöne Regenbogenfarben! Auf dem Hafenwasser in der Marina in Chaguaramas/Trinidad. Leider ist dies ein Zeichen der katastrophalen Wasserverschmutzung. Es stinkt auch zuweilen dermaßen nach Diesel und Rohöl, dass wir Kopfschmerzen bekommen. Es scheint jedoch niemanden sonst zu stören. Wir werden nicht weiter Klugscheißern und wir können auch die Umwelt nicht retten – leider.

Hafenwasser am Steg D der CrewsInn Marina

Hafenwasser am Steg D der CrewsInn Marina

Die Fische schwimmen kieloben, aber im Hafen lebt trotzdem eine Wasserschildkröte. Wie sie überlebt ist uns ein Rätsel.

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Nein, uns ist nicht langweilig! Damit es euch nicht langweilig wird, haben wir uns ein neues Bilderrätsel ausgedacht:

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Was ist das?

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Die Österreicher kommen und gehen. Enrico mit Bordhund Aarina ist mit der Telefine am Dienstagmorgen in Richtung Tobago aufgebrochen. Heute Vormittag sind Angela und Franz mit der Maeva Piti hier in der CrewsInn Marina angekommen. Sie liegen jetzt am gleichen Steg wie wir. Wir freuen uns auf nette Zusammenkünfte.

Maeva Piti und Sunrise in der CrewsInn Marina

Maeva Piti und Sunrise in der CrewsInn Marina

Die Auftragsvergabe für die Wartungsarbeiten läuft. Das Bimini ist in Arbeit, die Klimaanlage für die Zeit an Land ist bestellt, die Motorinspektion und der Tausch des Wellenlagers in Auftrag gegeben, wie auch die Metallarbeiten. Die Dichtringe für das Ruderlager müssen wir von zu Hause mitbringen, hier warten wir noch auf eine Antwort von der Schöchl Yachtwerft (Österreich). Ebenfalls von zu Hause mitbringen müssen wir den neuen Elektromotor für die Lofrans Ankerwinsch. Das Leben auf einem Schiff bringt neben dem Urlaubsfeeling auch Arbeit mit sich. Die Beanspruchung durch Wind und Wetter ist sehr stark. Die Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten müssen regelmäßiger und intensiver durchgeführt werden, als Arbeiten am Haus.

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Die Kehrseite der Medaille
In der Karibik beginnt am 01.06. offiziell die Hurrikansaison und hier in Trinidad und Tobago beginnt die Regenzeit. Wenn es regnet kühlt es nicht ab, nur der Aggregatzustand der Luft ändert sich von gasförmig in flüssig. Es sieht dann so aus:

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Ansonsten gibt es nichts Neues hier an Bord der Sunrise. Wir schicken E-Mails an die Servicebetriebe, die teils gelesen und sogar auch beantwortet werden. Zum Beispiel der Mechaniker, der die Motorinspektion durchführen soll schreibt: Hello Mr. Lacasse, I cannot completely remember our conversation can you refresh my memory. Thanks. Wir frischen sein Gedächtnis auf und schreiben ihm, dass er die zu erledigenden Aufgaben in sein Buch geschrieben hat und er uns ein Angebot schicken wollte. Stunden später kommt dann: Found it. Diejenigen, die nicht per E-Mail oder Phone erreichbar sind besuchen wir persönlich und wenn wir viel Glück haben treffen wir sie auch an. So laufen wir täglich um die Bucht. Tut uns auch gut, da wir eh zu wenig Bewegung haben. Gestern haben wir einen kleinen Sonntagsspaziergang in Richtung Port of Spain gemacht. Da hier touristisches Niemandsland ist und auch überhaupt nichts für den Tourismus getan wird (außer in der Marina und Jesse James mit seinen Ausflügen) sieht es überall so aus:

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Nicht wirklich verlockend.
Den Einheimischen scheint die Umweltverschmutzung völlig egal zu sein. Sie machen ihren Sonntagsausflug mit Kind und Kegel, Grill und Salatschüsseln, Auto und Radio in voller Lautstärke zu den verschmutzen Stränden und baden im Golf von Paria. Luftballon-, Eis- und Softdrinkverkäufer tätigen gute Geschäfte.

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Polizei und Krankenwagen sind ebenfalls vor Ort. Bei dieser Anhäufung von Leuten lässt der Einsatz nicht lange auf sich warten. Wir gehen bei Tageslicht lieber wieder zurück in unser 24-Stunden-Sicherheitsdienst-Ghetto (CrewsInn Marina) und baden im Pool.