Segelsommer 2026 mit der SY Pille_34

So, das hätten wir abgehakt:

471 Km Motorbootfahren im Schnitt mit 5 Knoten (knapp 10 Stundenkilometer). Langsamer als ein Mofa. Irgendwann ist dann auch mal gut. Wir segeln wirklich lieber.
Gestern und Heute früh noch die letzten zwei Schleusen im Nord-Ostsee-Kanal abgehakt. Kinderspiel. Die 38 Aufwärtsschleusen im Götakanal waren nicht ohne. Es war ein schönes Erlebnis, aber nochmal muss ich es nicht haben.
Unter Segel bislang knapp 1.200 Seemeilen (rund 2.200 Kilometer) ebenfalls in Mofageschwindigkeit. Gefühlt natürlich viel schneller. Rauschefahrt durchs Wasser.

Vorletzter Hafen in diesem Jahr ist Cuxhaven.
The same procedure as every year….

Warten auf das richtige Zeitfenster. Tide und Wind müssen passen. Ablaufend in Cuxhaven, auflaufend nach Hooksiel, idealerweise bei Tageslicht und wenn möglich ohne Dusche von Oben. Noch Wünsche? Ja, die allerletzte Schleuse in diesem Jahr in Hooksiel muss noch öffnen und gemeistert werden!

Segelsommer 2026 mit der SY Pille_33

Kopenhagen-Klintholm-Kühlungsborn-Fehmarn-Heiligenhafen
Seid ihr auf der Flucht? Die Familie zu Hause wundert sich. Nein, es hat eben gut gepasst mit dem Wind und der Windrichtung. Klintholm auf Møn ist immer ein sicherer Hafen auf dem „Heimweg”. Dieses Mal nur kurz für eine Nacht. Kein Landgang. Immer wieder beeindrucken uns die steilen Kreidefelsen von See aus. Flott ging es am nächsten Morgen weiter im rechten Winkel über die Kadettrinne nach Kühlungsborn. Die Kadettrinne ist so wie die A 8 zwischen Stuttgart und München. Sehr stark befahren. Wir finden eine Lücke zwischen den Containerfrachtern. Der „Gegner“ dessen Kurs wir mit geringen Abstand unter Segel kreuzen ist außerordentlich freundlich am Funk und ändert seinen Kurs im Verkehrstrennungsgebiet minimal damit wir genügend Raum haben. Sehr nett. Dankeschön.
Kühlungsborn ist Rentnerparadies. Hackenporsche, Elektrorollis und Rollatoren dominieren auf der Strandpromenade. Der Renner in diesem Sommer ist das Kiosk mit dem abartigen Menü-Angebot: Currywurst mit scharfer Sauce, Trüffel-Pommes und ein Glas Champagner. 13,50 €. Kannst nicht meckern. Es ist brechend voll. Wir nehmen Currywurst klassisch und je ein Störtebeker Pils. Ich mag den modrigen Geschmack des Trüffelöls halt einfach nicht. Und Champagner mag ich zwar schon, aber nicht zur Currywurst.

Yachthafen Kühlungsborn

Abendstimmung in Burgtiefe

Nächster Stop ist auf Fehmarn. Burgtiefe. Hier liegen wir für vier Nächte. Ein blödes Tief mit sehr viel Wind und Regen zieht durch. Am ersten Tag können wir mit den Rädern noch auf den Spuren des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner radeln. Er hatte die Sommer von 1908 bis 1914 hier auf Fehmarn verbracht und berühmte Werke auf die Leinwand gebracht. Einige davon, die den Naziwahn der Entarteten Kunst überlebt haben, hängen in renommierten Museen auf der ganzen Welt. Die nächsten zwei Tage nehmen wir den kostenlosen Bus und fahren in Fehmarns Zentrum nach Burg. Zu Kaffee und Pflaumenkuchen mit Streuseln. Passt. Den Regenschauern können wir so ausweichen.

Leuchtturm Staberhuk

Weiter geht’s nach Heiligenhafen. Wir kriegen außerhalb vom großen Trubel im Yachthafen einen Platz bei der Seglervereinigung Heiligenhafen. Sehr sauber und nett hier. Trotzdem alles fußläufig erreichbar. In der Fischhalle gibt’s frische Scholle zum Mittagessen. Gestärkt geht’s weiter in die Altstadt, auf die Seebrücke und ins Naturschutzgebiet Graswarder. Nett hier.

Naturschutzgebiet Heiligenhafen Graswarder

Heiligenhafen Graswarder Naturschutzgebiet mit denkmalgeschützten Strandvillen

Heiligenhafen Graswarder

Denkmalgeschützte Strandvilla

Heiligenhafen Graswarder

Heiligenhafen Graswarder

Segelsommer 2026 mit der SY Pille_32

Helsingborg-Kopenhagen
Rechtzeitig angekommen im Sondre Frihavn Copenhagen. Einen der 6-8 Gastliegeplätze an den Kopfstegen der Schwimmstege erwischt. Schwein gehabt.
Am Samstag gleich noch den üblichen Stadtrundgang absolviert. Drei Kreuzfahrtschiffe liegen im Nordhafen. Menschenauflauf und Gedränge im Zentrum. Slalomlauf durch staunende und „oh my god“ Touristen. Das ist unglaublich. Nachts noch Feuerwerk. Wir hören es, aber sehen tun wir nichts. Rund um unseren Liegeplatz stehen mehrstöckige Neubauten. Das ist schon gut so, der ganze Großstadtlärm bleibt ausgesperrt.
Am Sonntag dann Ironman Copenhagen 2026. Wahnsinn. 3,8 km Schwimmen im Kanal, 180 km Radeln durch Seeland und final 42,195 km Marathon im Zickzack durch Copenhagen. Fast kein Durchkommen. Und ich habe Walter dazu überredet heute die Quälnixe (Bordräder) mal wieder an die frische Luft zu hieven. Sorry. Tausende säumen den Zieleinlauf der Radstrecke und die Wechselzone zum Laufen. Trommeln, Tröten, Kuhglocken, Livemusik, Musik aus dem Gettoblaster. Da ist was los. Gestern war Spaziergang. Wir schieben die Räder mittendurch. Wir sind Gottseidank nicht die einzigen Radler, so verteilen sich die Flüche der Zuschauer gerecht. Irgendwie schaffen wir es auf die Inderhavnsbrön und die andere Kanalseite.

Unser Ziel heute das Copenhagen Contemporary Art Museum und der Street Food Market im Stadtviertel Refshaleöen.

Copenhagen Contemporary Art

Copenhagen Contemporary Art

Copenhagen Contemporary Art

Street Food Market

Street Food Market

Auf dem Rückweg wollen wir noch das weltberühmte 3-Sterne-Restaurant NOMA von außen angucken. Nur der Saucen- und Gewürzshop und eine Bar im Außenbereich hat offen und ist, wer hätte es gedacht, gnadenlos überfüllt. Das NOMA Restaurant ist/war geschlossen, es hatte Gewaltvorwürfe gegen Küchenchef Rédzepi gegeben. Im August sollte es nun wieder öffnen – mit einem neuen Küchenchef, dem Mexikaner Pablo Soto. Der bisherige Küchenchef René Redzepi bleibt Eigentümer und Kreativdirektor des Restaurants, soll aber nicht mehr in den täglichen Betrieb eingebunden sein. Es muss also nicht mehr mit tieffliegenden Pfannen und Kochutensilien sowie mit Ohrfeigen gerechnet werden. Das Menü soll 600 € kosten – tja das liegt im Rentnerbudget nun echt nicht drin.

Segelsommer 2026 mit der SY Pille_31

Ab in den Süden!
Am Dienstag von Göteborg Långedrag nach Varberg 40 Seemeilen und am Mittwoch Varberg nach Helsingborg 68 Seemeilen. Lange Strecken. Sehr früh aus der Koje. Eigentlich schon vor dem Aufwachen ablegen. Kaffee und Müsli gibt’s unterwegs. Leider sehr wenig Wind. Wir segeln mit Vollzeug, lassen die komplette Strecke den Motor mitschieben und brauchen für die Strecke nach Helsingborg trotzdem 12,5 Stunden. Auch deshalb, weil wir zunächst auf Gilleleje (Seeland Dänemark) abgesetzt haben, aber auf halber Strecke immer mehr abfallen mussten, da wir sonst die Segel komplett hätten wegnehmen müssen. Der Kurs Gilleleje wäre nur unter Motor zu halten gewesen. Dann eben Kurs Helsingborg, immerhin mit Motorsegeln zu erreichen. Im Nordhafen gibt’s wider Erwarten jede Menge Platz. Saison geht hier schon dem Ende zu.

Unterwegs nach Helsingborg

Unterwegs nach Helsingborg

Wir buchen gleich für drei Nächte. Der Wind kommt b.a.w. aus Süd. Passt nicht. Also Ausschlafen. Stadtrundgang. Museumsbesuch. Exakt in dieser Reihenfolge.

Kärnan Turm Helsingborg

Kärnan Turm

Blick vom Kärnan Turm über Helsingborg

Rathaus Helsingborg

Hattu Möhrchen?

Kunsthalle Helsingborg

Godzilla is watching you

Segelsommer 2026 mit der SY Pille_30

Göteborg

Großstadt. Funktionierender Öffentlicher Nahverkehr! Für uns geplagte Stuttgarter wirklich erwähnenswert. Selbst am Sonntag fährt die Tram (Spårvagn) im Viertelstunden Takt. Wir kaufen in der Västtrafik App ein 24 Stundenticket und fahren ins Zentrum. Museumstag. Kunsthalle Röda Sten und Röhsska Museum schaffen wir. Bilder gibt’s keine – es hat uns nicht so sehr beeindruckt. Der geplante Besuch des Göteborg Kunstmuseum fallt einer ausladenden Zimtschnecke zum Opfer. Prioritäten setzen!

Mega Zimtschnecke

Café Husaren

Wir besuchen im Stadtviertel Haga das Café Husaren mit Schwedens größten Zimtschnecken. Verboten lecker. Da verweilen wir und genießen bis wir feststellen dass das Museum sonntags um 17 Uhr schließt. Pech. Montags ist auch geschlossen, dann bleibt diese Kunst eben ungesehen.
Wir lassen uns durch die Stadt treiben und fahren am frühen Abend mit der Tram zurück nach Långedrag.
Am Montag morgen gilt das 24 Stundenticket noch; unser Ziel ist die Markthalle (Sonntags geschlossen) zum Brunch. Räksmörgås mit einem Berg von Krabben. Cappuccino und Kanelbulle. Wie lecker ist das denn. Anschließend Stadtrundgang und frühe Rückfahrt zum Schiff.
Am späten Nachmittag Überraschungsbesuch auf der Pille. Thomas und Wolfgang sind mit den Bordrädern von der City aus zu uns geradelt. Hier noch Thomas‘ Foto vom Anleger unterhalb der Bohus Festung im Trollhätte Kanal. Elchkuh, Sauna, Schiff.

Thomas‘ Traumanleger

(Thomas gibt zu, KI war am Werk: die Elchkuh steht im Tierpark, die Sauna in der City Marina und das Schiff liegt tatsächlich unterhalb der Festung).

Segelsommer 2026 mit der SY Pille_29

Trollhättan-Lilla Edet-Göteborg
Nach drei Nächten in Trollhättan geht’s in die Schleusentreppe mit den Schleusen 3, 4 und 5 mit einem gewaltigen Hub von über acht Metern. Sieht bedrohlicher aus als es war. Das Abwärtsschleusen ist in diesen großen Schleusenkammern nicht so stressig. Der Wasserstand sinkt kontinuierlich ohne dass Verwirbelungen oder starke Strömungen entstehen. Wir konnten die Pille von Hand mit den Bootshaken an den in die Schleusenkammer eingelassenen Leitern halten.

Trollhätte Kanal Schleuse #4 Noch zwei Schleusen und sie kommen aus dem Gefängnis frei!

Nach einer Nacht in Lilla Edet, dem miserabelsten Halt ohne WC mitten in einer Großbaustelle, ging es in die sechste und letzte Schleuse auf dem Trollhättekanal. Noch vier Brücken waren zu Schaffen und dann endlich freigelassen aus der Enge und dem fremdbestimmten Motorbootfahren. Zum Ende hin im Trollhätte Kanal hat’s dann schon ein bisschen genervt, zumal uns die Jordfallbron in Bohus geschlagene 90 Minuten auf die Öffnung warten ließ und unser Plan die Öffnung der Hisingbrücke in Göteborg um 14:35 Uhr zu schaffen buchstäblich den Göta Älv hinabfloss. Die nächste Öffnung nach 14:35 Uhr wäre um 18:35 Uhr gewesen und wir wollten ja weiter nach Långedrag. Dank eines wackeren schwedischen Seglerkollegen, der den gleichen Plan hatte, haben wir die Öffnung der Brücke auf die Minute geschafft. Er hatte nämlich die Kanalzentrale angefunkt, Klartext geredet und erreicht, dass wir noch eine ganz schnelle und kurze Brückenöffnung der Marieholmsbrücken bekommen damit wir die Hubbrücke Hisingbron um 14:35 schaffen. Marieholmsbrücken weggedreht, Schwede und Pille durch und Brücke wieder zu. Punkt 14:35, unter Missachtung der Höchstgeschwindigkeit von 5 Knoten (ehrlicherweise bereits seit der vorletzten Brücke) angekommen sind wir um 14:38 unter der Brücke durchgefahren. Ende der Enge. Frei zum Segeln wann immer und wohin auch immer, je nach Wind und Laune.

Göta Älv, wie kommt die Kuh auf die Insel im Fluss?

Hisingbron Göteborg

Göteborg Lilla Bommen mit Traditionssegler Viking

Göteborg

Jetzt liegen wir für vier Nächte im königlichen Yachtclub in Långedrag. Am Samstag war Jazz Night im Clubhaus. Sehr schön! Leider nur 10 – 15 Zuhörer. In Göteborg City war ein großes Open Air Konzert, das hat wohl Zuhörer abgezogen.

Königlicher Yachtclub Göteborg Långedrag

Segelsommer 2026 mit der SY Pille_28

Landausflug zum Dalslandkanal
Thomas vom Nachbarschiff Schnussi überrascht uns mit der Frage ob wir Lust hätten mit ihm und seiner Crew Wolfgang und Nils einen Ausflug zum Dalsland Kanal zu machen.
Und ob! Was für eine wunderbare Idee. Thomas holt morgens den Mietwagen und chauffiert uns nach Håverud zum Dalsland Kanal.
Dieser Kanalabschnitt bei Håverud ist das absolute Highlight, hier überbrückt das berühmte 33,5 Meter lange Aquädukt die Håverud Stromschnellen und verbindet zwei der Seen des 254 km langen Kanalsystems. Eine Schleusentreppe mit vier Schleusen bringt die Schiffe hoch zum Aquädukt. Wir sehen tatsächlich ein Ausflugsschiff beim Durchfahren des Aquädukts und beim Abwärtsschleusen.

Dalsland Kanal Schautafel

Dalsland Kanal Aquädukt

Dalsland Kanal Aquädukt

Ausflugsschiff auf dem Aquädukt

Der Landausflug wird abgerundet durch den Besuch des Baldersnäs Herrgårds. Natur pur und Fotosession 2.0.

Ausflug nach Baldersnäs

Segelsommer 2026 mit der SY Pille_27

Trollhätte Kanal
Von Vänersborg nach Trollhättan.
Heute fünf Klapp- oder Hubbrücken öffnen lassen und die erste von sechs Schleusen gemeistert.
Früh am Nachmittag sind wir in Trollhättan und legen uns in die Spikön Marina. Landausflug ist auf dem Programm. Zu den alten Schleusenanlagen von 1800 und 1844.

Trollhättan Schleuse von 1800

Trollhättan Schleuse von 1844

Im Jahr 1916 wurde die aktuelle Schleusentreppe mit drei hintereinander liegenden Schleusen eingeweiht und tut immer noch Dienst.

Die Firma Vattenfall hat bereits 1910 am Göta Älv Wasserfall das erste Stromkraftwerk in Betrieb genommen. Das neue Kraftwerk „raubt“ dem Wasserfall nun komplett das Wasser und es ist nur noch ein Rinnsal im zerklüfteten Alten Tal zu sehen.

Göta Älv Alter Flusslauf

Göta Älv Alter Flusslauf

Göta Älv gezähmt nach dem Kraftwerk

Göta Älv im 18. Jahrhundert

Trollhättans Kyrka

Segelsommer 2026 mit der SY Pille_26

Der Vänern
Zwanzigmal so groß wie der Bodensee. Seit wir hier sind bläst es entweder aus allen Rohren, dazu noch aus der für uns falschen Richtung und es baut sich eine ekelhafte Hackwelle auf, oder es ist totale Flaute. Der Vänern teilt sich in einen westlichen Teil den Dalbosjön und einen östlichen Teil den Värmlandssjön mit vielen größeren Inseln, mehreren Schären und dadurch insgesamt etwa 22.000 Inseln. Von Mariestad nach Vänersborg führt die Route mitten durch ebendieses Flach. Aufgrund dessen und der aufziehenden schlechten Wetterlage lassen wir Läckö Schloss und Spiken notgedrungen aus und segeln die 44 Meilen bis Dalbergsö durch. Zeitweise ist richtig Kirmes angesagt. Kaum zu glauben, dass sich so eine Hackwelle aufbauen kann. Am nächsten Morgen ist es bereits richtig drückend und totale Flaute.

Vänern bei totaler Flaute

Vänern bei totaler Flaute

Irgendwie gibt der See und wir kein Match. Wir mögen ihn nicht besonders.

Segelsommer 2026 mit der SY Pille_25

Tåtorp-Töreboda-Hajstorp-Lyrestad-Sjötorp-Vänernsee

Töreboda, unberührte Natur am Kanal

Wir sind durch. 58 Schleusen im Göta Kanal, 38 bergauf- und 20 bergab. Teilweise mit bis zu vier Stunden Wartezeit vor den Schleusentreppen. Vor der Schleusentreppe Riksberg hingen wir mit 11 Booten am Wartesteg, der eigentlich nur Platz für zwei Boote längsseits bietet. Wir lagen direkt am Steg, weil rechtzeitig vor Ort. An uns dran hingen noch fünf weitere Segler. Am anderen Boot hingen noch vier Schiffe, also ein 6er und ein 5er Päckchen in Wartestellung. Die Segler selber sortieren die Schiffe nach Länge und Breite in die Schleusenkammern. Zwei 4er Schleusungen (mit den etwas kürzeren Booten) und eine 3er Schleusung. Derjenige der das längste Boot hat wartet am längsten, so hatten wir uns geeinigt. Wir durften mit dem zweiten 4er Päcken mit. Nichts mit first come, first serve. Wir hatten Glück, dass die Motorbootfraktion schon durch war und wir das unter uns Seglern regeln konnten. Die Motorbootfraktion ist auch in Schweden nicht sehr beliebt. Die heißt Ellenbogen-Fraktion.

Päckchen packen vor der Schleusentreppe Riksberg

Päckchen packen vor der Schleusentreppe Riksberg

In den letzten drei Schleusen in Sjötorp waren wir heute alleine drin. Wie entspannend! Die meisten Segler gingen gestern gleich auf den Vänern See raus, wir blieben für die Nacht in Sjötorp und waren deshalb die Ersten an der Schleuse.

Presspassung

Göta Kanal Schiff Juno (hat immer Vorrang)

Nun schwimmen wir im Vänern, dem größten See Schwedens, der gleichzeitig auch der größte See in der EU ist. Er ist zehnmal so groß wie der Bodensee. Der Vänern liegt 44 Meter über Normalnull; deshalb nur 20 bergab Schleusen im Göta Kanal. Die restlichen Höhenmeter runter machen wir über den Trollhätte Kanal von Vänersborg (Vänern See) bzw. über die Göta Älv bis nach Göteborg (Kattegat).

Walter und ich sind uns einig, dass der Göta Kanal ein echtes Erlebnis ist. Aber es ist mit einer Zweier-Crew auch sehr anstrengend. Der Nord-Ostsee-Kanal ist ein Sonntagsspaziergang dagegen. Wir beide würden den Göta Kanal kein weiteres Mal machen. Lieber warten wir, wenn wir wieder in dieser Region unter Segel unterwegs sind, an Schwedens Ost- bzw. Südküste auf den passenden Wind um wieder Richtung Westen zu kommen.

Es zeichnet sich ab, dass wir aufgrund der Windrichtung und Stärke ein paar Tage in Mariestad bleiben. Nett hier. Es gibt hier alles. Schiffsausrüster (um die Schäden vom Kanal zu beheben), Systembolaget (für den nötigen Hochprozentigen zum Runterkommen), ICA Supermarkt, Restaurants, Bars, Boutiquen, Apotheken, Vårdcentral (Medizinisches Versorgungszentrum), Krankenhaus u.v.m.