Segelsommer 2026 mit der SY Pille_2

Helgoland-Cuxhaven
Wir verlassen Helgoland früh am Morgen bevor die Schnellfähren aus Cuxhaven die Massen an Tagestouristen ausspucken. Eigentlich schade, denn dann wäre endlich Leben auf der Insel, die Fischbuden und die Tax free-Läden hätten geöffnet. Hätte, hätte ….Konjunktiv ist aufm Schiff verboten. Es gibt für uns keinen Fisch, keine Krabben, keinen Knieper und schon gar keinen Hummer, kein Rum, kein Whisky, kein Bier und auch keinen zollfreien Schiffsdiesel – für die Helgoländer somit Null Cent Einnahmen. Was ist schlimmer? Die 22 € Hafengebühr gehen ja an den Bund, der Betreiber der Ostkaje des Südhafens ist.
Weshalb verlassen wir Helgoland früh am Morgen? Die Tide ist schuld. Um 12:27 Uhr ist Hochwasser in Cuxhaven, das heißt wir segeln mit dem auflaufenden Wasser mit. Müssen wir. Gegen die Tide zu fahren ist sinnlos und gänzlich spaßbefreit, also doof.

In Cuxhaven ist der Bär los. Die hiesige Seglervereinigung feiert ihr Hundertjähriges. Mit Flaggenparade, Festzelt, Livemusik und allem drum und dran. Wird ne unruhige Nacht – was soll’s.

Segelsommer 2026 mit der SY Pille_1

Unser Segelsommer 2026 startet mit Verspätung.
Die Pille war im Winterlager in der Werft Hooksiel; schön eng und kuschelig eingeparkt in der hintersten linken Hallenecke. Mitte April ließen wir sie ins Freie stellen und fuhren die 700 km nach Hooksiel um auf der grünen Wiese unser Unterwasserschiff anzuschleifen und neu mit Antifouling zu streichen. Das war’s dann fürs Erste. Die Reparatur der Hooksieler Schleuse verzögerte sich um einen Monat. Keine Chance wegzukommen. Gefangen. Keine Schleuse – kein Schifflefahren. Die Pille kam wieder in die Halle. Wir zurück nach Hause. Warten. Die Gerüchteküche brodelte, Schleusenöffnung in der Woche vor Pfingsten? In der Tat, Freitag vor Pfingsten wurden hunderte von Schiffen aus der Gefangenschaft im Hookser Meer in die Freiheit entlassen/ausgeschleust.
Wir also zurück nach Hooksiel, noch ein bisschen Wellen gemacht damit der Segelmacher die neue Sprayhood fertigstellt und der Schiffselektroniker unseres Vertrauens uns die wegnehmbaren Solarpaneelen final anschließt. Fertigstellung Donnerstag, 28.05.2026. Unsere Entlassung aus der Gefangenschaft mit der heutigen 12 Uhr Schleusung.

IMG_3363

(Bitte auf das blaue IMG3363 klicken, da öffnet sich das 1 Sekundenvideo. Hätte ein Foto werden sollen – naja die mobilen Endgeräte machen doch echt was sie wollen. Nicht wirklich, User error)

Erster Segeltag: Kurs Helgoland

Ankunft in Helgoland um 17:30 Uhr. Wir freuen uns auf ein Brötchen mit frischen Krabben oder mit Knieper (Krebsfleisch), vielleicht darf es auch eines mit Hummerfleisch und Cocktailsoße sein. Die Vorfreude wandelt sich schnell in Enttäuschung. Um 18 Uhr ist gähnende Leere auf Helgolands Touristienmeile. Alle Snackbuden dicht. Vor der bunten Kuh irren noch einzelne Segler rum, die kannst an einer Hand abzählen. Essengehen – Fehlanzeige. Ohne Reservierung geht nichts. Na dann halt nicht. Hunger haben wir trotzdem. Die schiffseigene Kombüse der Pille serviert deshalb einen großen bunten Salat, Bio-Saitenwürstle und Roggenbrot.

Helgolands Touristenmeile ist verwaist. Alle Buden zugeklappt.

Meine Hafengebühr krieg ich auch nicht los. Der Hafenmeister ist nur von 8 bis 12 Uhr da. Da sind wir schon wieder weg. Im Hafenhandbuch steht was von Barzahlung. Vor dem Hafenbüro ist kein Briefkasten mit Anmeldezettel und Kuverts für die Hafengebühr, von einem Bezahlautomat ganz zu schweigen. Immerhin steht auf der Webseite eine E-Mailadresse, da schreib ich jetzt hin und frag nach ob ich’s überweisen kann. Ich wette, ich kriege keine Antwort. Aber ich habe guten Willen gezeigt.

Nachtrag: Samstagmorgen um 7 Uhr, der Hafenmeister ist da. Ich krieg meine 22 Euro los und kann ruhigen Gewissens wieder nach Helgoland kommen.

Goodbye Helgoland

Segelsommer 2025 mit der SY Pille_30

Kühlungsborn-Burgtiefe/Fehmarn-Grauhöft/Schlei-Eckernförde
Die Zeit fliegt nur so.
Und es war Sommer… zum ersten Mal … auf diesem Törn. Seit Kühlungsborn, wie in einer anderen Klimazone. Sonne! Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad. Wie im Urlaub.
Ausflug mit dem kostenlosen Bus in Fehmarn. Komischerweise kostet der Inselbus seit dem 01.08. nichts mehr – sinnfrei wenn die Hochsaison eigentlich schon rum ist. So profitieren halt die Bayern und die Baden-Württembergischer am Meisten. Jo mei – des hemmer verdient.
In der Schlei kriegen wir bei Scalar Yachting in Grauhöft einen Liegeplatz und Leihräder. Fast schon traditionell radeln wir nach Lindauhof zum Landarztkaffee. Es gibt wieder die „Mach-mich-platt-Torte“. Das ist die Schwarzwälder Kirschtorte mit Eierlikörspiegel. Zum Reinliegen lecker. Gut, dass wir alte Tourenrad-Krücken bekommen haben; so können wir einen Teil der überflüssigen Kalorien gleich wieder rausstrampeln.
Nach Eckernförde lockt uns das Restaurant Fischdeel. Hier sind wir auf unserem ersten Sunrise Törn mit Renate und Dieter im Jahr 2011 klassisch versackt. Renate hatte zum ersten Mal im Leben, auf Empfehlung des zuckersüßen Servierers, Labskaus probiert und war begeistert. Dieter, Walter und ich hatten lecker Fisch. Als Absacker bekamen wir auf sehr charmante Weise noch jede Menge Friesengeist serviert. Die Aussagen über die Mengen variieren.
Leider sind die süßen Jungs nicht mehr am Start. Schade. Das hatte echt verdammt viel Charme. Das Essen gestern war trotzdem lecker und auf den Friesengeist haben wir aufgrund der hohen Umdrehungszahl dieses Mal verzichtet.
Gestern war Mondfinsternis. Wir haben mit Fernglas und Handy experimentiert. Das heißt wir haben mit dem Handy durch das Fernglas fotografiert – da musst erstmal drauf kommen.

Segelsommer 2025 mit der SY Pille_29

Klintholm-Kühlungsborn
Wir verlassen Dänemark (vorläufig) und segeln runter nach Süden an die deutsche Ostseeküste. Es ist fast wie in eine andere Klimazone zu gehen. Sonne satt und leider auch ziemlich wenig Wind. Alles kann man eben nicht haben – wir ziehen grad die Wärme vor. In Kühlungsborn ist mordsmäßig was los. Wir liegen in der Marina mittendrin. Links von uns das Strandkorbkino, vor uns das Hafenfest mit Livemusik bis zum Abwinken (Punkt Mitternacht ist Schluss – Dankeschön)

und rechts von uns der einsame Gitarrero auf der Sonnenterrasse des Restaurants. Entlang der über drei kilometerlangen Strandpromenade sind Cafés, Bars, Restaurants, Kioske, Fischbrötchen, Eislädchen, Straßenmusiker satt. Feiner Ostseesand mit vielen Strandkörben. Eine wunderschöne Sommerurlaubsatmosphäre. Trotz der vielen Gäste angenehm. Gefällt.

Am Freitagabend packen wir Fleecedecken und Getränke in den Rucksack und begeben uns ins Standkorbkino. Einmalig. Es läuft der neue Film von Bully Herbig „Das Kanu des Manitu“. Witzig – reicht aber nicht an den Schuh des Manitu ran.

Am Samstag wandern wir ins legendäre Heiligendamm. Uns bekannt geworden durch den G8 Gipfel im Jahr 2007 und gepriesen als die weiße Stadt am Meer. Die Strandvillen heißen die weißen Perlen. Wir kommen aus dem Küstenwald und stehen als Erstes vor einer heruntergekommenen, einsturzgefährdeten Villa. Zwischendrin kernsanierte Villen, dazwischen immer wieder heruntergekommene Speklulationsobjekte. Links von uns, hermetisch durch einen Zaun abgeriegelt, der Park des Grand Hotels, das Hotel und die weißen Perlen genannten Strandvillen.

Der gemeine Tourist läuft in großem Bogen um das Gelände in Richtung Seebrücke zum Gaffen und um Fotos zu schießen. Das käst uns an… wir wollen zurück. Wir begehen Hausfriedensbruch am Grand Hotel indem wir den direkten Weg durchs Hotelgelände nehmen. Ein Hotelgast mit einer Codekarte hatte gerade die Gartenpforte geöffnet und wir huschen mit durch und verlassen das Gelände über die PKW Zufahrt. Zwei Kilometer Fußweg gespart.

Zurück nach Kühlungsborn fahren wir mit der Dampflock Molly. Auch eine Touristenattraktion. Ist bequemer als laufen und muss ja nicht verpönt werden.

Am Samstagabend quält unsere Ohren eine Santiano-Coverband direkt vor unserem Bug im Hafen. Geht auch vorbei….

Segelsommer 2025 mit der SY Pille_28

Kopenhagen
Ich kann mich gar nicht entscheiden! Alles so interessant. An jeder Ecke Fotomotive.

Schauspielhaus

Nyhavn

Christianshavn

Eingangsbereich Opernhaus

Café am Opernhaus

Café am Opernhaus

Es ist bei Strafe verboten von der Fußgängerbrücke in den Kanal zu springen

Segelsommer 2025 mit der SY Pille_27

„Freistaat Christiania“ innerhalb Kopenhagen
Seit 30 Jahren hat sich nichts verändert – doch es ist, obwohl mittlerweile eine unglaubliche Touristenabzocke, noch abgewrackter. Sogar einen brandneuen Hamburger Laden hat die Kommune jetzt. Money, money, money… der Massentourismus steht halt nicht so auf Vegetarisches und schon gar nicht auf Vegan.
Marktstände mit Billigklamotten, aus denen die Produktzettelchen herausgetrennt wurden – wahrscheinlich Billigstware aus China. Secondhand in allen Ecken. Unglaublich. Wie auf dem Rummel geht es zu.

Aufgang zu. „Art-Café mit Galerie“

„Kultstätte“

„Freistaat“ Christiania

Segelsommer 2025 mit der SY Pille_26

Kopenhagen-Humlebæk mit der Bahn zum
Louisiana Museum of Modern Art

Es gibt sogar Bahntickets am Automaten – und der funktioniert. Ein Ticket aus dem Automaten war mir jetzt lieber als noch eine weitere App runter zu laden. Da blicke ich bald nimmer durch. Für jeden … eine App.
Die Eintrittskarten für das Museum habe ich schon über deren Website gebucht. Parallel zur Ausstellung sind dort aktuell Literaturtage mit vielen Lesungen und außerdem ist Samstag. Sicher ist sicher.
Menschenmassen steigen an der Bahnstation Humlebæk aus der Bahn. Wir reihen uns ein und folgen dem Menschenstrom. Wider Erwarten verteilen sich die Besucher gut auf dem Außengelände und in den einzelnen Ausstellungsräumen. Einzig für die Lichtinstallation der Japanerin Yayoi Kusama müssen wir anstehen. Es dürfen immer nur 4 Personen in den geschlossenen dunklen Raum. Eine kleine Plattform steht im Wasser, darunter Spiegel. An den Wänden und an der Decke ebenfalls Spiegel. Das Ergebnis sind vielfältige Reflexionen der bunten, die Farbe wechselnden Glühbirnen.


Lichtinstallationen von Yayoi Kusama


Andy Warhol darf nicht fehlen


Auch Hans ARP ist auf dem Außengelände mir vielen Skulpturen vertreten

Segelsommer 2025 mit der SY Pille_25

Kopenhagen Stadtrundgang
18.491 Schritte
Fahrrad leihen lohnt sich nicht wirklich. Alle Sehenswürdigkeiten liegen fußläufig erreichbar (kann Mann so sehen, Frau ist nicht ganz fein damit).
Start am Freihafen. Durch den Park am Kastell. Fotostop im Quartier Nyboders Mindestuer; gelbe Häuser aus dem 16. + 17. Jahrhundert. Ursprünglich als Unterkunft für Marineangehörige gebaut.

Next stop: Design Museum Danmark. Hauptakteur heute. Wir lieben das skandinavische Design. In einem Video sitzt John F. Kennedy auf unserem Esszimmerstuhl! Hey, das hat was.

John F. Kennedy sitzt auf meinem Esszimmerstuhl! Design Museum Danmark

Wir sehen farbenfrohe Textilien, Stühle, Lampen u.v.m.

Popart Design im Design Museum Danmark

Weiter geht’s zum Schloss Rosenborg. Nur Fotostopp – keine Führung.

Rosenborg Schloss in Kopenhagen

Der kleine Hunger treibt uns in die Torvehallerne, zwei Markthallen mit frischen Erzeugnissen und vor allem Smörrebröd in allen erdenklichen Varianten. 1 cm Brot und 10 cm Belag oben drauf. Verboten lecker.

Auf dem Plan steht noch ”Kopenhagen von Oben”. Da wir unser heutiges Budget schon vervespert haben (nicht wirklich) kommt der Schwabe durch. Wir verzichten auf den kostenpflichtigen Aufstieg zu Fuß auf den Runden Turm. Eigentlich auch ein must see…..wir nehmen stattdessen den kostenlosen! Aufzug im Turm des Schoss‘ Christiansborg. Die Wartezeit heute beträgt 45 Minuten. Onlinebucher haben Vorrang. Dies löst leichtes bis mittelschweres Gemurre in der Warteschlange aus.

Kopenhagen

Kopenhagen. Im Hintergrund Malmö mit dem Turning Torso

Zum Tagesausklang, mit platt gelatschten Füßen, geben wir uns noch die einen Kilometer lange Strøget, bekannte Fußgängerzone mit Geschäften aller Nobelmarken, Cafés, Restaurants, Museen u.v.m.
Auf dem „Heimweg“ noch ein Sauerteig-Baguette und eine Flasche Weißwein mitgenommen. Vielleicht kommt ja der kleine Hunger nochmals vorbei.

Segelsommer 2025 mit der SY Pille_24

Malmö-Kopenhagen
Tag 3 in Malmö. Der Hafenmeister ist jetzt mein Freund. Er hat mir am Morgen zwei Schlüssel für die kostenlosen Leihräder gegeben. Sehr nett, erleichtert uns das Sightseeing ungemein. Wir klappern die Museen nacheinander ab. Nichts reißt uns wirklich vom Hocker. Wir haben noch nicht einmal Fotografiert. Das Highlight an diesem Tag besteht darin, einen riesengroßen Müllsack mit schwedischen Pfandflaschen und Dosen zum Supermarkt zu transportieren und das Pfand zu kassieren. Wir verlassen nämlich Schweden und segeln die 16 Meilen über den Öresund rüber nach Kopenhagen.
Eine Liegeplatzreservierung ist nicht möglich. Wir erreichen Kopenhagen gegen 12 Uhr und hängen uns an die Warteboje im Langelinie Yachthafen. Alles voll. Sieht verdammt nach Dauerlieger aus. Kaum Gastlandflaggen in der Saling. Nach einer Stunde haben wir die Nase voll und verholen uns in den Frihavn. Da gibt’s noch Platz an einem Kopfsteg – der letzte freie Platz. Außerdem ist der viel ruhiger und auch sehr zentrumsnah.
Hier die ersten Impressionen von Kopenhagen:

Klassentreffen der 12mR Rennyachten in Kopenhagen
Hier die 12mR Flica II von 1939

Opernhaus in Kopenhagen

Nyhavn Kopenhagen

Segelsommer 2023 mit der SY Pille_23

Turning Torso im Viertel Västra Hamnen/Malmö

Radtour durch die fahrradfreundliche Stadt Malmö
Das Wetter passt ausgezeichnet für Outdoor Aktivitäten. Wir holen uns am Vormittag die reservierten Leihräder am Hauptbahnhof. Die Marina hat zwar kostenlose Räder für Gastlieger, aber der Hafenmeister konnte uns gestern Nachmittag keine Zusage machen. Da wir heute unbedingt mit den Rädern kreuz und quer durch Malmö düsen wollten, haben wir uns Räder geliehen. Vielleicht klappt es ja morgen mit den Rädern der Marina.
Immerhin haben wir heute bereits alle 10 Top-Sehenswürdigkeiten abgehakt. West Hafen mit Turning Torso, Lilla Torg (mit FIKA), Schloss Malmöhus (von außen), Schlosspark, Kirche St. Petri, Moderna Museet (von außen), Meerwasser-Badehaus und Riberborgstrand, Möllevångstorget und Folkets Park, Margareten Pavillon und Pildammsparken, Kunst und Graffiti im öffentlichen Raum u.v.m. Morgen geht’s in die Museen.

Västra Hamnen Malmö

Inre hamnen in Malmö

Ribersborgs Kaltbadeanstalt am Öresund

Margaretapaviljonen/Malmö

Graffiti im Hangar/Malmö

Graffiti im Hangar/Malmö

Mir gefällt die Stadt. Richtig gut ausgeschilderte, meistens separate Fahrradwege und obwohl im Affenzahn fahrend sind die Radler und E-Rollerfahrer sehr rücksichtsvoll. Auch die Autos fahren sehr defensiv.