Hooksiel

Zurück im Heimathafen Hooksiel
Pünktlich zur 14 Uhr Schleusung, also um 13:55 Uhr biegen wir in den Hooksieler Vorhafen ein. Eine Punktlandung, um 15:35 Uhr ist Hochwasser, das heißt bereits um 14 Uhr ist genügend Wasser für uns unterm Kiel. Wir sind froh gut durch die Nacht gekommen zu sein. Auf dem 150 Meilen Schlag von Den Helder nach Hooksiel hat sie uns etwas geärgert. Zum Sonnenuntergang müssen die Positionslichter eingeschaltet werden, damit die anderen Schiffe, hier besonders die vielen Krabbenfischer in der Küstenverkehrszone, die „Gegner“ verorten und die Fahrtrichtung einschätzen können – aber unsere Sunrise hat nur das Hecklicht bedient. Die wichtigsten Lichter rot auf Backbord und grün auf Steuerbord fand sie nicht von Nöten. So sind wir mit dem Ankerlicht im Top und dem Dampferlicht unter Segel durch die Nacht. Alle kundigen Seefahrer greifen sich hier zu Recht an die Stirn, aber immerhin wurden wir gesehen. Der angekündigte starke Nordwind (der natürlich ausblieb) hatte uns schon den Helgoland Plan verhagelt – läuft irgendwie nicht rund. Jetzt jedoch liegen wir glücklich in Hooksiel am Steg der Werft. Der Werftmeister hat sich richtig gefreut uns nach sieben Jahren gesund und munter wieder zu sehen.

Hooksiel

Gerade lief der Wetterbericht auf Radio Bremen. Natürlich Regen und eine tropische Wärme in der Nacht. 15 – 20 Grad, was uns Beide zu einem brüllenden Lacher gebracht hat. Nordlichter und Friesen – wir lieben sie einfach!

Tropische Nacht mit Regen

Enkhuizen

Enkhuizen – Holland at its best.

Zuidersee Museum

Sehr schön und liebevoll gestaltet ist das Zuiderzee-Museum. Ein Freilichtmuseum mit Häuschen und Handwerksbetrieben die damals rund um die ehemalige Zuiserzee standen. Ein komplettes Dorf wurde zusammen getragen und auf einem riesigen Areal wieder aufgebaut. Alte Handwerksberufe wie Fischer, Fischräucherei, Seilflechter, Schmied, Bäcker, Küfer, Färber, Netzweber, Kalkbrennerei, Maler, Dampfwäscherei, Krämer u.v.m. präsentieren ihr Gewerk. Eine Windmühle, eine Apotheke und eine Kirche dürfen nicht fehlen. Ein kleines Areal mit 6 Häuschen auf einem Hügel ist bewohnt und die Bewohner spielen das Leben der Einwohner von Urk nach. Eine unterhaltsame Abwechslung auch für Erwachsene.

Besonders gefreut hat uns, dass wir den Tag im Freilichtmuseum mit Antje und Ingo verbringen konnten. Die beiden hatten wir 2015 in Jolly Harbour/Antiqua kennengelernt. Auch in St. Maarten trafen wir uns wieder und hatten schöne Tage zusammen. Jetzt also Enkhuizen. Wir kommen zurück und Antje und Ingo gehen mit ihrer Amazone zum zweiten Mal auf große Fahrt. Wir werden mit euch virtuell via eurer Webseite (Welt-ahoi.de) mitreisen und drücken euch die Daumen, dass ihr eure Pläne in der jetzigen unsicheren Zeit umsetzen könnt.

Amsterdam – Hoorn – Enkhuizen

Besuch auf der Sunrise. Anni und Peer machen einen Kurzurlaub bei uns an Bord. Zwar ist das Wetter sehr durchwachsen, aber wir genießen es trotzdem durch Amsterdam zu schlendern. Zwischen den Regenpausen gibt es Appeltart und Kaffee, ein absolutes Muss am Nachmittag. Peer und Anni gönnen sich an einem Tag eine Grachtenrundfahrt und wir verbringen den Tag auf holländischen und deutschen Autobahnen. Die Logistik zwei unterschiedliche Fortbewegungsmittel zu Wasser und zu Land zum Zielhafen zu bringen erfordert Planung. Ich fahre unseren Smart nach Hooksiel, Walter holt mich dort mit Peers Auto ab und gemeinsam fahren wir zurück nach Amsterdam. Am nächsten Tag segeln wir nach Hoorn. Einige Schikanen liegen auf der Strecke. Die unvermeidliche Oranjeschleuse mit zugehöriger Brücke und ein total mit Seegras zugewachsenes Markermeer. Kurz vor der Ansteuerung von Hoorn bergen wir die Segel und werfen den Motor an. Kommen aber nicht wirklich voran. Wir bleiben fast im Seegras stecken. Das Seegras wickelt sich um die Schraube und ums Ruderblatt. Im Schneckentempo erreichen wir den Grashaven Hoorn. Obwohl wir die ausgezeichneten Sperrgebiete sehr weiträumig und umsichtig umfahren haben sind wir ins ausufernde Seegrasfeld geraten. Wir sind nicht die Einzigen. Am nächsten Tag schneidet ein Taucher am Passantensteg die umwickelten Schrauben und Antriebswellen diverser Besucherschiffe frei. Mit 50 Euro sind wir auch dabei.
Hoorn selbst ist wirklich einen Besuch wert, es bietet eine ausgezeichnete Gastronomie und typisches Hollandflair. Enge Gässchen, kleine schiefe Backsteinhäuschen, aber auch große Kaufmannshäuser, Kirchen und einen großen Marktplatz. Am Marktplatz könnten wir, wäre das Wetter entsprechend, in einem der vielen Restaurants und Cafés in der Sonne sitzen und den Herrgott einen lieben Mann sein lassen. Geht aber nicht. Wir mieten stattdessen Fahrräder. Aufgrund des prognostizierten Winds mit 25 bis 30 Knoten überredet uns Anni E-Bikes zu nehmen. So kommen Walter und ich zu unserer E-Bike Premiere. Unser Ziel ist Edam/Volendam. 25 Knoten Wind von vorne. Ohne E-bike hätten wir Hoorn vermutlich gar nicht erst verlassen. Nun kommen wir gut voran und in Volendam zu unserem Nachmittagskaffee bzw. Appeltart, Pannekoek und Waffeln mit Erdbeeren, Sahne und Schokoladensauce.

Unterwegs zwischen Hoorn und Edam

Edam

Edam

Auf dem Rückweg sausen wir, mit Rückenwind und E-Unterstützung durch die Landschaft. Wir sind in Eile. Bereits um 17 Uhr müssen wir die Räder abgeben, das ist verdammt knapp. Auf den letzten 10 Kilometern holt uns noch die Regenfront ein. Total durchnässt geben wir die Räder ein paar Minuten vor 17 Uhr ab.

Weiter geht die Reise nach Enkhuizen.

Enkhuizen

Enkhuizen

Enkhuizen

Wieder liegt eine Schleuse auf der Strecke. Eine ganz besondere sogar. Das erste Naviduct für Schiffe in ganz Europa, das Krabbersgat Naviduct. Eine Kreuzung zwischen Straßen- und Schiffsverkehr. Unter uns ist die N 302, die über den Houtribdeich rüber nach Lelystad führt. Der Deich trennt das IJsselmeer vom Markermeer.
Hier in Enkhuizen setzen sich Anni und Peer in den Zug zurück nach Amsterdam, holen das Auto und fahren schon wieder nach Hause. Schön war’s!

Amsterdam_2

Museumstag in Amsterdam
Unseren Plan Fahrräder zu leihen und nach Zaanse Schans, Volendam und Marken zu radeln müssen wir verwerfen. Bei 15 Grad und Nieselregen kein guter Plan. Stattdessen Museumsbesuch. Das Moco Museum wurde erst 2016 eröffnet, deshalb waren wir noch nicht dort und außerdem lockt uns das Ausstellungsangebot. Werke, die durch die Pop- und Street-Art beeinflusst sind. Moderne und zeitgemäße Kunst mit einer Einzelausstellung von Banksy – Werken. Bekannt als Künstler des auf einer Auktion spektakulär geschredderten Bildes „Love is in the Bin“. Das geschredderte Werk des Street-Art-Künstlers, das für so viel Aufsehen gesorgt hatte, war bis vor Kurzem in Stuttgart in der Staatsgalerie zu bewundern. Auch einzelne Werke von Ikonen wie Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Keith Haring, Jeff Koons und Yayoi Kusama sind zu sehen. Im Untergeschoss dann Digitale Kunst, Irma reflecting forward. Ein Spiegelkabinett, eher Irrgarten, mit digitalen Lichtinstallationen. Völlig crazy. Eine Orientierung ist nur durch die auf den Spiegelboden geklebten Pfeile zur Laufrichting möglich. Ohne diese würde der Besucher unweigerlich an die nächste Spiegelwand klatschen.
So bedröhnt benötigen wir dringend eine Appeltaart und einen starken Kaffee oder Tee.

Moco Museum Amsterdam

Banksy – Laugh now

Banksy

Banksy

Irma – reflecting forward

Amsterdam

Abschied von Haarlem

Aufbruch in Haarlem vor 9 Uhr zur ersten Brückenöffnung. In Richtung Amsterdam öffnen sich unzählige Brücken, unter anderem wird für uns der Verkehr der Autobahn A9 gestoppt, die Brücke geöffnet und die Segler dürfen in Richtung Nordseekanal passieren. Drei Mal täglich wird geöffnet. Unvorstellbar in Deutschland, in Holland kein Problem. Da fahren schon mal die Schiffe auf der Staande Mastroute vom Haarlemermeer kommend im Aquädukt über die Autobahn oder Flugzeuge in Schipol rollen über eine Autobahnbrücke zur Startbahn. Alles ist möglich.

Alles, was irgendwie beweglich und kranbar ist wird auf dem Wasser transportiert

Schon gegen Mittag sind wir in der Amsterdam Marina. Es gibt etwas Diskussion mit dem Office, weil sie unsere Reservierung nicht haben. Wir liegen bis auf weiteres innen am Wellenbrecher, vielleicht kriegen wir am Montag einen Platz in einer Box mit Wasser und Landstrom. Es geht auch so gut, unruhig ist es am Wellenbrecher nicht wirklich, wir hatten schon unruhigere Liegeplätze.

Amsterdam Marina

Das Wetter ist sehr durchwachsen und deswegen beschließen wir am Samstag mit dem Zug nach Rotterdam zurück zu fahren. Zum Sushi-Essen in der tollen Markthalle. Nicht wirklich, wir holen unseren Smart im Hafengebiet. Sushi gibt es tatsächlich auch und auf dem Rückweg nach Amsterdam machen wir in Delft einen Stop.

Skulpturenpark Rotterdam

Delft ist mindestens genau so schön wie Haarlem. Viele Grachten durchziehen die Altstadt und einige alte Gemäuer aus dem 15. und 16. Jahrhundert stehen noch. Das alte Rathaus, die alte Kirche mit dem schiefen Turm, einige Kaufmannshäuser u.v.m.

Rathaus Delft

Alte Delfter Kirche mit schiefem Turm

Delfter Grachten – einfach schön

Pünktlich zum Anpfiff der EM Spiels Italien vs. Österreich sind wir zurück in der Marina. Heute funktioniert das WLAN Netz und wir können holländisches TV schauen. Der witzigste Kommentatoren-Ausspruch heute: „de lange Spitz“ Sascha Kalajdzic (Spieler vom VfB Stuttgart!) hat ein Tor geschlossen – aber zu spät. Die Österreicher fahren heim.

Staande Mastroute durch Holland_2

Leg 2 Brasemeer – Haarlem
Mit uns im Jachthafen Brasem liegt ein weiteres deutsches Segelboot. Sie sind auf dem Weg ins Marker/IJsselmeer und die Staande Mastroute schon mehrmals gefahren. Ihre Empfehlung ist nicht direkt in Richtung Amsterdam zu gehen, sondern den Weg weiter westlich über Haarlem zu nehmen. Diesen Tipp nehmen wir gerne an, auch weil die Durchfahrt durch Amsterdam tagsüber nicht möglich ist. Es sammelt sich jeweils ein Pulk von Seglern im Nieuwe Meer und wird nach Mitternacht, gegen Bezahlung einer Durchfahrts- und Brückengebühr, im Konvoi durch Amsterdam gelotst. Das Problem ist die zentrale Eisenbahnbrücke in Amsterdam, die erst nach der Durchfahrt des letzten Nachtzuges öffnet. Fast wären wir dem Charme dieser Nachtfahrt durch Amsterdam erlegen, aber als uns dann vom urigen Haarlem berichtet wird, werfen wir unseren Plan um.

Sunrise in Haarlem

Es hat sich gelohnt in Haarlem fest zu machen. Wir liegen im Spaarnekanal mitten in der Stadt. Dass es nur ein Duschhäuschen in 500 Meter Entfernung gibt stört uns nicht groß. Wir bleiben nur zwei Nächte.

Molen de Adriaan von 1779 in Haarlem

Zum Schwimmunterricht ab in die Kanäle

Alles ist fußläufig zu erreichen. Die engen Hofjes und Gassen sind voller Leben. Alles findet im Freien statt. Fußgänger, Radfahrer, Lastenräder, Mofas und Mopeds, meist elektrisch, und elektrische Seniorenmobile teilen sich die engen Gassen und Wege mit der Außengastronomie.

Haarlem Citylife

Der Autoverkehr ist zumindest in der Altstadt größtenteils außen vor. Aber ungefährlich ist es nicht, aus allen Richtungen, kreuz und quer düsen uns die Zweiräder um die Ohren. Hören tun wir sie höchstens am Geklapper oder wenn die Verrückten unter ihnen beim Radeln noch lautstark telefonieren. Extreme Umsicht und manch finaler Rettungssprung ist nötig.

Begeistert sind wir von der Qualität der angebotenen Speisen in Holland. Noch immer waren wir mehr als zufrieden. Gestern Sushi in Top-Qualität, heute Thunfisch auf warmem Fladenbrot und Wildsalat. Die vielen Mitbürger aus Übersee und Asien haben die holländische Küche mannigfaltig positiv beeinflusst.

Am Tag zwei unseres Aufenthalts beschließen wir, vom defensiven Fußgängermodus in den aktiven Radlermodus zu switchen. Mit Leihrädern trauen wir uns durch die Stadt zu radeln, raus aus der Stadt und an die Nordseeküste. Nach Bloemendaal aan Zee und Zandvoort, durch den Nationalpark Zuid-Kennemerland und auf bezeichneten Radwegen durch die Dünen. Der Nordseestrand ist verlockend, meilenweit, goldgelb und breit. Aber heute ist Radeln dran, außerdem ist der Nordwind affenkalt und ohne einen schützenden Strandkorb geht gar nichts. Strandkörbe gibt es hier nicht, nur hässliche Standhütten, die aussehen wie lackierte Überseecontainer, Schrebergarten maritim – das zumindest geht schöner.

Nordseestrand zwischen Bloemendaal und Ijmuiden

Wildpferde in den Dünen

Radeln in den Dünen vom Nationalpark Zuid-Kennemerland

Am Abend kommen die Poser. Nicht wie in Stuttgart auf der „Theo“ mit aufgemotzten Sportwagen, mit Möchtegern-Sportwagen oder mit Papas edlem Gefährt aus einer der Stuttgarter Automanufakturen. Nein, hier kommt das Umland mit dem Boot und bevölkert bis zum Sonnenuntergang die Kanäle. Vom SUP, Gummiboot bis zum ehemaligen Rettungsboot ist alles vertreten. Die einzige Begrenzung ist die Durchfahrtshöhe der ab 16:15 Uhr geschlossen Brücken. Gefeiert wird auf allen Booten, teils mit Champagner im Champagnerkübel und entsprechenden Gläsern, überwiegend aber mit Bier. Angenehm ist, dass keine dröhnende Musik dabei ist. Die Bootsfahrer genießen den Abend und das Gesehenwerden.

Posing mit Joint

Staande Mastroute durch Holland

Staande Mastroute durch Holland


Leg 1 Rotterdam – Brasemeer

Eine völlig neue Erfahrung: Mit der Sunrise im Fluss (Maas) und in den Kanälen (Holländische IJssel) zu fahren. Zwei Schleusen und 22 Brücken haben wir heute hinter uns gelassen. Nur zwei Brücken mussten wir anrufen damit sie für uns öffneten.


Danach hat sich ein Pulk mit zwei Containerschiffen und sechs Segelbooten gebildet und die Brücken öffneten sich bei Annäherung wie von Geisterhand. Das Schleusen hat auch einigermaßen geklappt, wobei ich da noch Luft nach oben habe. Bin wohl etwas aus der Übung.

Die erste Nacht verbringen wir im Jachthaven De Brasem am Passantensteg. Das Restaurant hier ist sehr zu empfehlen. Lecker Fisch und mehr.

Rotterdam_2

Zu Fuß durch Rotterdam hat seinen Charme. Zum Einen haben wir kein Hustle mit dem Corona-Gedöns in öffentlichen Verkehrsmitteln zum Anderen sind wir direkt am Puls der Zeit, bzw. spüren wie Rotterdam tickt. Und es tickt schnell, sehr schnell. Fahrräder, elektrische und muskelbetriebene düsen parallel zu den Fußwegen in affenartiger Geschwindigkeit von A nach B. Motorroller, meist elektrisch betrieben und deshalb nicht hörbar teilen sich die Piste mit den Rädern. Das Überqueren einer Straße ist gewöhnungsbedürftig. Die Autos sind nicht das Problem, die halten sich an die Ampelregelungen; nicht so die oben genannten Zweiräder. Ist die Fußgängerampel grün, haben auch meistens die Zweiräder grün und fahren wie wild gewordene Hummeln kreuz und quer über die Kreuzungen. Uns wundert, dass wir noch keinen Auffahrunfall gesehen haben oder vom Zweirad übermangelt wurden. Deren Piloten müssen übernatürliche Reaktionsgeschwindigkeiten haben, sonst wird es gefährlich für Fußgänger im Rentenalter mit reduzierten Wegspringreflexen.

Summer in the City

Lecker Appeltaart und Kaffee in gepflegter Atmosphäre

Nach zwei Tagen horizontaler Fortbewegung sind wir heute in die Vertikale gegangen. Der Euromast war auf dem Plan. Hinein bzw. Hinauf durften wir erst nachdem ich die Onlinereservierungshürde überwunden hatte. Ohne Onlineticket geht heutzutage überhaupt nichts mehr. Fast gescheitert, weil ich meine Kreditkarte nicht dabeihatte sondern nur die EC Karte, hat sich das Kassenpersonal doch noch erbarmt und ich durfte direkt am Kassenterminal mit meiner EC Karte bezahlen. Online nur mit Kreditkarte.
Bargeld ist im Reiseverkehr out. Gestern EUR 4,50 Museumseintritt nur mit Karte.
Heute also Liftfahren auf 112 Meter zur Aussichtsplattform und danach in der sich drehenden gläsernen Plattform bis zur Turmspitze auf 185 Meter. Eine tolles Angebot. Obwohl es ziemlich bewölkt war hatten wir eine schöne Aussicht, bis zur Skyline von Den Haag.

Blick vom Euromast in Richtung Erasmus Brücke

Die Brücke ist einfach fotogen

Ein beliebtes Event, bei der Jugend, ist das autorisierte Abseilen von der Aussichtsplattform. Ich war nahe dran, mich anzumelden. Scheiterte jedoch an der Online-Anmeldung. Nicht wirklich, ich habe Walter nur damit aufgezogen. Nie, niemals im Leben hätte ich mich in den Klettergurt rein gezwängt und mich an zwei Seilen hängend abgeseilt.

Abseilen 1.0

Abseilen

Zum Tagesausklang genießen wir noch den Charme des historischen Delfthavens. Leider sind alle Restaurants mit Tischen im Außenbereich ausgebucht, dann eben lecker Abendessen im Sunrise.

Historischer Delfthaven

Rotterdam

Rotterdam Haringvliet mit Blick auf die Kubus Häuser

Rotterdam Maritim District

Kubus Häuser des Architekten Piet Blom

Einbauküche im Kubus, überraschenderweise waagerecht und im Lot

Markthalle mit Apartmentkomplex
Innen Markthalle, außen rum Apartments

Was gibt es in der Markhalle zu Hauf?
Außerdem indische, asiatische, orientalische, mediterrane und regionale Küche

Markthalle Deckengestaltung

Het Nieuwe Instituut
Sieht aus wie eine große verglaste Teetasse

Nicht NY City – sondern Spiegelung im Het Nieuwe Instituut

It‘s coming home

Sunrise is coming home…. frei nach den Song football‘s coming home

She’s coming home
She’s coming home
She’s coming
Sunrise‘s coming home…

Everyone seems to know the score
They’ve seen it all before
They just know
They’re so sure

So many jokes, so many sneers
But all those oh-so-nears
Wear you down
Through the years….

Auch der Smart hat es gut gemacht. Nur ein klein wenig Hustle auf der A 44 mit ralligen LKW Fahrern. Auf zweispurigen Autobahnen ist es schon etwas schwierig mit dem City-Hopser wahr genommen zu werden. Aber in Holland ist das kein Problem, da gibt es überall Geschwindigkeitsbegrenzungen und der Smart kann locker mithalten.

Der Frachter Onego Mississippi mit unserer Sunrise war überpünktlich in Rotterdam. Einen Tag früher als erwartet. Entladungstermin 15.06. um 7 Uhr. Das hätte jetzt nicht unbedingt so früh sein müssen, aber tapfer stehen wir, natürlich ohne Frühstück, um 6:30 Uhr an der Pier, bzw. vor dem Gittertor. Das Office ist noch nicht besetzt. Gegen 7 Uhr plus holländischer Zeit-Toleranz läuft das Personal der abwickelnden Schiffsagentur ein. Wir kriegen keine Akkreditierung. Es fehlt eine E-Mail von Peters & May dass wir autorisiert sind, das Hafengebiet zu betreten und unsere Sunrise zum Kranen vorzubereiten. Der Lademeister, extra aus Southampton rübergekommen, ist schon leicht nervös. Sein Terminplan wird schon bei der ersten Yacht über den Haufen geworfen. Das Office meint außerdem, dass wir für 35 Euro/Person einen Schutzhelm und eine Sicherheitsweste kaufen sollen. Nö, 70 Euro für nix. Machen wir nicht. Weil nämlich der Lademeister der Onego für uns Selbiges bereit hält. Nur kommen wir eben an das Zeug nicht ran. Kommst net rein…. es ist 7:45. Leihweise bekomme ich schließlich eine Sicherheitsweste, einen harten Hut und darf unauthorisiert zur Onego Mississippi laufen um den Leihhelm und die Signalweste zu holen. Mann oh Mann, was für ein Scheiß. Mittlerweile ist auch Peters & May erwacht, die entsprechende E-Mail auf des Mitarbeiters Desktop aufgepoppt. Wir dürfen rein und auf die Onego. Das Achterstag ist bereits gelöst, jetzt nur noch die Fender ausbringen, es pressiert. Es ist bereits nach 8 Uhr als die Sunrise in den Seilen hängt. Wir dürfen von der Onego auf die an der Bordwand der Onego hängende Sunrise übersteigen und, oh Wunder, die letzten 1,5 Meter mit nach unten fahren. Alles ist gut.
Die Rotterdam City Marina ist unser erstes Ziel in Holland. Die Erasmus-Brücke öffnet für uns um 10 Uhr. Es werden Fußgänger, Zweiräder, Autos und sogar die Tram für uns gestoppt. Die Brücke öffnet sich wie von Geisterhand und lässt die Zeit in der Rushhour für den nichtmaritimen Verkehr stillstehen. Wir motoren unter der geöffneten Brücke durch, der Brückenwärter ermahnt uns per Zuruf den Stillstand des Hamsterrades doch so klein wie möglich zu halten und auch die Binnenhafen Brücke wird uns ohne Aufforderung zeitgleich geöffnet.

Erasmus Brücke Rotterdam

Jetzt sind wir angekommen in Europa und das Erste was uns überrascht sind die Liegegebühren hier in Holland. Zahlen wir doch für sechs Tage den gleichen Betrag wie in Fort Lauderdale für eine Nacht!

Rotterdam City Marina