Als/Dyvig

Im Nieselregen los in Richtung unserer Lieblingsanlegestelle Dyvig auf der Insel Als. Je südlicher wir kommen – je besser die Stimmung und auch das Wetter. Heute keine besonderen Vorkommnisse, außer dass wir um 17 Uhr in Dyvig fest waren und ich, Elke, meine Ostseeschwimm-Premiere gegeben habe. Weil nämlich die Dyvig-Bucht durch den Ostwind heute fast quallenfrei war und das gilt es auszunutzen. Anfangs war es schon frisch, aber dann sehr erfrischend.
Die Quallenplage ist schon echt heftig – einmal hat sich so ein glibbriges Teil an einem unserer Festmacher (sind die Leinen, mit denen das Schiff am Steg oder so festgemacht ist) verfangen, Walter hat mit der Hand wohl in die abgerissenen Tentakel gelangt und gleich brennende Stellen bekommen.
Morgen machen wir einen zweiten Versuch, Fahrräder in Dyvig zu bekommen. Vielleicht können wir ja bis Augustenborg radeln – schaun mer mal.

Federicia

Zu nachtschlafender Zeit, ohne Frühstück, nur mit Milchkaffee im Magen Richtung Fredericia abgelegt. Anfangs kein Wind und im Schwanenhals zwischen Middelfahrt und Fredericia die volle Düse und voll auf die Nase. Zuerst sind wir noch gesegelt, aber als dann ein Frachter aus Kolding rausgeschossen kam und die ganzen Segler weggetutet hat, haben wir die Segel gestrichen und sind unter Motor vollends nach Fredericia in den Hafen. Die Anlege-Liveschau haben wir heute gegeben und somit geht heute mit großem Vorsprung der Schlechteste-Anleger-Award to Walter and Elke. Ist doch nicht gut, so früh auf den Beinen zu sein und auch nichts im Magen zu haben. Im Winterlager muss ein neuer Niro-Schutz an den Bug. Der Yachthafen in Federicia wurde zwar mit neuen Stegen versehen, ist aber …. Gleich am Gelände entlang rauscht die Schnellstraße und seeseitig Richtung Stadt ist das Industriegebiet.Wir sind ca. 4 km an der Schnellstraße entlanggelatscht, in sengender Hitze, um in die Altstadt zu kommen. Niete, noch nicht mal ein Cafe oder Eiskaffee, das einladend ausgesehen hat. Walter hat vor lauter Hunger und Ärger zwei Rosinensxhnexken gekauft und davon, weil doch zu klebrig, eine weggeworfen. Zurück sind wir mit dem Bus gefahren und haben „zu Hause“ gekocht.
In der Nacht Regen – passt doch alles zusammen!

Aarösund

Wir wollten heute nach Haderslev, ist aber fast eine Stunde zum reinmotoren in den engen Fjörd, ist uns zu äztend, sodass wir in Aarösund in den Hafen gehen und dort als 3. Schiff im Päckchen liegen. Aarö ist ein nettes kleines Städtchen, es gibt aber außer dem Campingplatz nichts und weshalb dort ein Campingplatz ist, versteht kein Mensch. Kein Badestrand, nichts absolut nichts – außer einer Familie, die am Sund gemütlich an einem hübsch gedeckten Tischen einen Nachmittagstee/kaffee zu sich nimmt.
Unser Liegeplatz-Nachbar, ein sympatischer alter Schwede, will am Mittwoch um 8 Uhr los, sodass wir uns früh ablegen.

Aerosköping-Faaborg

Wir wollen nach Faaborg. Aber das ist gleich um die Ecke, 16 nm. Leider kein Wind, wir fahren unter Motor rüber. Sind um 15 Uhr schon da. Im alten Fischereihafen ist kein Platz für uns, egal, dann gehen wir in die Marina. Der Hafen wurde im Winter erweitert und im neuen Teil sind wir fast alleine. Bis auf 2 Motorprazzenfuzzis die eine Anlege-Liveschau abliefern. Details spare ich mir, hoffe nur, dass wir nie so einen schwarzen Tag erwischen. Die Sonne knallt immer noch vom Himmel, sodass wir beschließen, unterm Sonnendach einen Mittagschlaf zu halten – auch amama mondag nix aufregendes. (Hochdeutsch: Auch an einem Montag nichts aufregendes)

Aerosköping

Ausschlafen. Wir sind platt – aber nicht vom Sabbelbier. Es ist einfach außergewöhnlich heiß hier und null Wind. Das glaubt uns wahrscheinlich kein Mensch, aber der Asphalt löst sich auf und bleibt an den Schuhsohlen kleben. Heute bleiben wir einfach an Bord und lesen und faulenzen. Zwischendurch wandert noch einen Ladung Wäsche in die Waschmaschine im Sanitärgebäude (DK 30,00) und anschließend in den Trockner (DK 20,00), sind ja auch Mielemaschinen, das hat seinen Preis.
Abends wandert eine Lachshälfte in den Backofen und es gibt frische dänische Gurken und grünen Salat dazu. Zum Sonnenuntergang laufen wir zum Badestrand und bleiben auf dem Rückweg an einer Kneipe hängen, in der eine Liveband spielt. Da wir nicht so einfach wie die Maulaffen rumstehen wollen, bestellt Walter 2 Bier (DK 90,00). Na ja, die nehmen ja auch keinen Eintritt.

Aerosköping

Der Wecker klingelt um 7:30 da 2 von 3 Schiffen, die wir eingeparkt/gepackt haben, um 8 Uhr los wollen. Also ohne Kaffee das Schiff verlegen. Wir gehen auf die andere Hafenseite ins 2er Päckchen und schauen uns noch vor dem Frühstück das Hafenkino an. Es sind Ferien in Dänemark und alle Häfen sind rappelvoll. Nachdem sich alles einigermaßen sortiert hat, verlegen wir ein 2. Mal in einen Top-Logenplatz in einer Box. Völlig unabhängig, wir können kommen und gehen wann wir wollen. Das wird gleich ausgenutzt! Fahrräder leihen und Landausflug heißt die Parole. Ein kleines Problem, die Fahrräder sind Traktoren und es ist brennend heiß. Die Insel Als ist verdammt „hyggelig“*, völlig platt kommen wir in Marstal an. In den Gassen gibt es bereits am Nachmittag Livemusik. Die Band besteht aus 4 Musikern, die es locker zusammen auf 250 Jahre bringen. Walter hat ein Beweisvideo auf der Kamera. (Siehe Videos „Nachwuchsband“) Wären gerne länger in Marstal geblieben, aber wir müssen die Fahrräder um 19:30 wieder abgeben und so hyggelig wie es hier ist, brauch ich für die 13 km locker 2 Stunden.
Am Abend hat der Verein mit den „lokalen Kreftern“ auf dem Marktplatz ein großes Grillfest mit Livemusik organisiert. Heute bleibt die Bordküche kalt, wir reihen uns in die Grillschlange ein, Supersonderangebot „Kalvesteek, Salat und Flute“ zu DK 70,00/Person (echt billig für dänische Verhältnisse) und ein Karlsberg Sabbelbier im Plastikbecher, 0.2 l für normale DK 35,00. Ach ja, wir sind ja extra wegen dem Jazzfestival nach Aerosköping – aber das fängt erst am 28.07.2013 an. Vielleicht hätten die netten Inder vom „Indernet“ das ja gewusst – aber ich hab´ halt net nachgeschaut.
Aero lohnt sich auf jeden Fall immer!!!
*hyggelig heißt eigentlich gemütlich, aber ich habe das kurzerhand in hügelig umgedeutet.

Dyvig-Aerosköping

Wir waren im Hafen eingekeilt und sind erst gegen 11 Uhr losgekommen. Bisschen spät für 38 nm. Die ersten Meilen sind wir unter Motor gefahren und ab den Inselende von Als haben wir die Segel gesetzt. Wir waren gegen 19 Uhr im Handelshafen von Aerosköping und sind als 4. Schiff ins Päckchen. Außer ein paar neuen blauen Flecken (auch bei Walter und bei ihm auf dem Kopf) hat sich heute nichts Spannendes getan.

Dyvig/Nordborg

Heute Rentnerleben pur – nur 2 geschäftliche E-Mails abgevespert, die zudem noch völlig überflüssig waren -. Der Spruch Hirn einschalten und dann erst melden gilt immer noch.

Sind gegen 12 losgezogen und wollten Fahrräder mieten, aber der nette Herr Hafenmeister vom Nachbarhafen wollte uns keine geben, auch nicht gegen Kaution! Also, dann laufen wir halt nach Nordborg, ca. 3 Km. Grundsätzlich kein Problem, aber der Planet sticht so abartig vom Himmel. Ich war echt froh, in Nordborg, nachdem wir nach dem begrabenen Hund gesucht haben (tote Hose in der ganzen schönen dänischen Kleinstadt) einen Kaffee und einen warmen Apfelkuchen mit Sahne zur Stärkung zu bekommen. Nordborg hat ein schönes Schloss mit einem hübsch angelegten Garten, aber alles zu – nichts los, obwohl die Dänen hier 3 Wochen Betriebsferien haben und alle, samt Kind und Kegel und Hund unterwegs sind.
Zum Grillen gab es heute Rindersteaks, wir passen uns allmählich den Sitten hier an. Morgen wollen wir los und nach Aero segeln. In Aerosköping beginnt morgen das Jazzfestival. Mal sehen.

Dyvig/Aries Montage

Tag der Aries-Windfahnensteuerungsmontage. Die Sonne knallt vom Himmel und beschert demjenigen, der sich nicht mit 30er Sonnenschutz einschmiert, einen leuchtenden Sonnenbrand. Zwischendurch versuchen wir noch die Flensburger Smog-dreckschmiere vom Deck zu waschen, eine Seite ist fertig, die andere war in der prallen Sonne und da ist es ziemlich sinnfrei mit Schwamm und anschließend mit Politur zu arbeiten, weil alles sofort trocknet bzw. hinklebt. Abends legen wir noch zwei Lachsfilets auf den Gemeinschaftsgrill. Tolle Einrichtung, der Hafenmeister feuert gegen 18 Uhr mit zig Säcken Holzkohle einen Grill im Ausmaß einer Tischtennisplatte an und von allen Schiffen strömen die Grillmeister mit Tonnen von Würsten, Fleisch, Maiskolben etc. – nur Fisch scheint verpönt zu sein. Unsere Lachsfilets waren getarnt in Alufolie. Überall sitzen die Familien an den vielen Holztischen, schön gedeckt mit mitgebrachten Tischtüchern und lassen es sich schmecken, tolle Stimmung und Schlag 23 Uhr ist absolute Ruhe im Hafen. Da geht es am Mittelmehr erst richtig los. Ich finde die Sitte hier um Längen besser.

Fast jedes dänische Schiff hat einen Hund an Bord. Hundeerziehung haben die netten Dänen echt drauf, kein Gekläffe oder Geschrei vom Herrchen, das funktioniert mit Augenkontakt, Telepathie oder so ähnlich. Heute kam immer mal wieder kleiner Promenadenmischling bei uns auf dem Steg vorbei und hat nachgeschaut, ob Peter die Aries auch richtig montiert. Gestern ist mir ein Dackelhund bis zur Toilette gefolgt – er musste aber draußen bleiben. Trotzdem, ein Seehund kommt mir nicht an Bord.

Sonderborg

Motorpratzen-Familie will um 9 Uhr weg, also chaotisches Ablegen, weil der Hirsch schon alle unsere Leinen losgeschmissen hat. Ergebnis: eine kleine Blutblase am rechten Zeigefinger, da Abhalten, Leineneinholen und Rettungskragen vorm Verlieren sichern mit 2 Händen äußerst schlecht geht. Wir kreiseln vor der Sonderborg-Brücke, die um 9:30 öffnet und sortieren erst mal alle unsere Festmacher und Fender. Das war´s aber auch mit dem Chaos für heute, mehr brauchen und wollen wir nicht. Nach der Brückenpassage setzen wir Großsegel mit Reff1 und Genua voll, da der Alssund sehr eng ist und kreuzen bis Dyvig hoch. Die Entscheidung für Reff 1 im Groß war gut, weil wir Bodensee-Windverhältnisse haben, drehend und zwischen 10 und 17 Knoten, so bleibt alles gut händelbar. Bereits kurz nach 12 Uhr sind wir in Dyvig Badelaug in der Marina fest. Es ist in der Tat so, dass ab 12 Uhr während der Saison der Run auf die Liegeplätze losgeht und das ist äußerst ätzend. Da wir von Peter Matthiesen unsere Aries-Windfahne hier montieren lassen, müssen wir einen Liegeplatz in der Marina haben.