Kopenhagen-Klintholm-Kühlungsborn-Fehmarn-Heiligenhafen
Seid ihr auf der Flucht? Die Familie zu Hause wundert sich. Nein, es hat eben gut gepasst mit dem Wind und der Windrichtung. Klintholm auf Møn ist immer ein sicherer Hafen auf dem „Heimweg”. Dieses Mal nur kurz für eine Nacht. Kein Landgang. Immer wieder beeindrucken uns die steilen Kreidefelsen von See aus. Flott ging es am nächsten Morgen weiter im rechten Winkel über die Kadettrinne nach Kühlungsborn. Die Kadettrinne ist so wie die A 8 zwischen Stuttgart und München. Sehr stark befahren. Wir finden eine Lücke zwischen den Containerfrachtern. Der „Gegner“ dessen Kurs wir mit geringen Abstand unter Segel kreuzen ist außerordentlich freundlich am Funk und ändert seinen Kurs im Verkehrstrennungsgebiet minimal damit wir genügend Raum haben. Sehr nett. Dankeschön.
Kühlungsborn ist Rentnerparadies. Hackenporsche, Elektrorollis und Rollatoren dominieren auf der Strandpromenade. Der Renner in diesem Sommer ist das Kiosk mit dem abartigen Menü-Angebot: Currywurst mit scharfer Sauce, Trüffel-Pommes und ein Glas Champagner. 13,50 €. Kannst nicht meckern. Es ist brechend voll. Wir nehmen Currywurst klassisch und je ein Störtebeker Pils. Ich mag den modrigen Geschmack des Trüffelöls halt einfach nicht. Und Champagner mag ich zwar schon, aber nicht zur Currywurst.
Nächster Stop ist auf Fehmarn. Burgtiefe. Hier liegen wir für vier Nächte. Ein blödes Tief mit sehr viel Wind und Regen zieht durch. Am ersten Tag können wir mit den Rädern noch auf den Spuren des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner radeln. Er hatte die Sommer von 1908 bis 1914 hier auf Fehmarn verbracht und berühmte Werke auf die Leinwand gebracht. Einige davon, die den Naziwahn der Entarteten Kunst überlebt haben, hängen in renommierten Museen auf der ganzen Welt. Die nächsten zwei Tage nehmen wir den kostenlosen Bus und fahren in Fehmarns Zentrum nach Burg. Zu Kaffee und Pflaumenkuchen mit Streuseln. Passt. Den Regenschauern können wir so ausweichen.
Weiter geht’s nach Heiligenhafen. Wir kriegen außerhalb vom großen Trubel im Yachthafen einen Platz bei der Seglervereinigung Heiligenhafen. Sehr sauber und nett hier. Trotzdem alles fußläufig erreichbar. In der Fischhalle gibt’s frische Scholle zum Mittagessen. Gestärkt geht’s weiter in die Altstadt, auf die Seebrücke und ins Naturschutzgebiet Graswarder. Nett hier.









