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Es gibt auch gute Dinge in Chaguaramas. Walter sagt, ich darf nicht nur über Dinge schreiben, die mir stinken (Dieseldampf, Plastikmüll etc.).
Die Seglergemeinschaft hier trifft sich regelmäßig Donnerstagabends am Gemeinschaftsgrill in der CrewsInn Marina. Der Hafenmeister heizt den Grill an, stellt Tische (mit Tischdecken) und Stühle auf und die Segler treffen mit Kühltaschen, Salat- und Auflaufformen, Grillgut und Getränken ein. Salate und Aufläufe werden auf den Allgemeingut-Tisch gestellt, jeder bringt was mit. Für Grillgut und Getränke sorgt jeder selbst. An diesem Donnerstag sind Kanadier, Amerikaner, zwei Australier, zwei Österreicher und zwei Deutsche mit von der Partie. Es gibt ein herrliches Sprachkauderwelsch! Sehr lustig.

Grillabend k

Am Samstagabend gibt es Bake and Shark im Wheelhouse Pub und, wen wunderts es? Alle Griller vom Donnerstagabend sind wieder vereint. Bake and Shark ist ein Fishburger mit Haifischsteak. Walter bestellt sich Einen und er schmeckt lecker. Ich bleibe lieber bei Shrimps und Salat. Ich will keinen Haifisch essen, er gehört geschützt und nicht geschlachtet. Bei Wheelhouse führen wir Jochens Tradition fort und bestellen das äußerst komplizierte Getränk Radler (auch als Alsterwasser oder Panache bekannt). Da dies hier unbekannt ist, werden die Einzelbestandteile separat geordert: 1 großes Glas mit Eis, 1 Flasche Zitronenlimo und 1 Flasche Bier. Zusammengemixt wird selbst. Wichtig ist, dass nicht vergessen wird, ein Glas zu bestellen, weil sonst die Zitronenlimo in der Flasche mit einem Trinkhalm und das Bier in der Flasche serviert wird. Schwierig ist es, wenn Walter und ich nacheinander den gleichen Text, also Glas, Limo und Bier aufsagen, dann bekomme ich in der Regel eine Limo und ein Glas und Walter das Bier. Konfusion beim Servicepersonal. Auf den Bestellzetteln wird notiert, wer was bestellt bzw. wie er gekleidet ist z.B. Lady yellow shirt: 1 Limo. Einfallsreich.
Mit Angela und Franz von der Maeva Piti tauschen wir uns häufig über die To-Do´s auf unseren Listen aus. Wenn es in Strömen regnet, wie aktuell, dann erledigen sich Punkte wie „Segel vom Salzwasser befreien“ ganz von alleine. Auf der Sunrise gaben wir heute wieder die Zirkusnummer „Schlafzimmer abbauen und sich ins Heck reinfalten“.
Zirkus 2
Sinn dieser stundenlangen Übung war, die auf dem Simmerring der Ruderlagerdichtung eingestanzte Nummer zu entziffern, damit uns die Werft Hooksiel diesen nachbestellen kann. Wie oft wir diese Nummer noch aufführen müssen ist immer noch nicht ganz klar. Nur Eines, wenn das Ruderlager gewartet wird, muss alles wieder raus!

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Auflösung Bilderrätsel: Hafenwasser in Chaguaramas

Auflösung Bilderrätsel: Hafenwasser in Chaguaramas

Ja, das sind wunderschöne Regenbogenfarben! Auf dem Hafenwasser in der Marina in Chaguaramas/Trinidad. Leider ist dies ein Zeichen der katastrophalen Wasserverschmutzung. Es stinkt auch zuweilen dermaßen nach Diesel und Rohöl, dass wir Kopfschmerzen bekommen. Es scheint jedoch niemanden sonst zu stören. Wir werden nicht weiter Klugscheißern und wir können auch die Umwelt nicht retten – leider.

Hafenwasser am Steg D der CrewsInn Marina

Hafenwasser am Steg D der CrewsInn Marina

Die Fische schwimmen kieloben, aber im Hafen lebt trotzdem eine Wasserschildkröte. Wie sie überlebt ist uns ein Rätsel.

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Nein, uns ist nicht langweilig! Damit es euch nicht langweilig wird, haben wir uns ein neues Bilderrätsel ausgedacht:

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Was ist das?

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Die Österreicher kommen und gehen. Enrico mit Bordhund Aarina ist mit der Telefine am Dienstagmorgen in Richtung Tobago aufgebrochen. Heute Vormittag sind Angela und Franz mit der Maeva Piti hier in der CrewsInn Marina angekommen. Sie liegen jetzt am gleichen Steg wie wir. Wir freuen uns auf nette Zusammenkünfte.

Maeva Piti und Sunrise in der CrewsInn Marina

Maeva Piti und Sunrise in der CrewsInn Marina

Die Auftragsvergabe für die Wartungsarbeiten läuft. Das Bimini ist in Arbeit, die Klimaanlage für die Zeit an Land ist bestellt, die Motorinspektion und der Tausch des Wellenlagers in Auftrag gegeben, wie auch die Metallarbeiten. Die Dichtringe für das Ruderlager müssen wir von zu Hause mitbringen, hier warten wir noch auf eine Antwort von der Schöchl Yachtwerft (Österreich). Ebenfalls von zu Hause mitbringen müssen wir den neuen Elektromotor für die Lofrans Ankerwinsch. Das Leben auf einem Schiff bringt neben dem Urlaubsfeeling auch Arbeit mit sich. Die Beanspruchung durch Wind und Wetter ist sehr stark. Die Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten müssen regelmäßiger und intensiver durchgeführt werden, als Arbeiten am Haus.

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Die Kehrseite der Medaille
In der Karibik beginnt am 01.06. offiziell die Hurrikansaison und hier in Trinidad und Tobago beginnt die Regenzeit. Wenn es regnet kühlt es nicht ab, nur der Aggregatzustand der Luft ändert sich von gasförmig in flüssig. Es sieht dann so aus:

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Ansonsten gibt es nichts Neues hier an Bord der Sunrise. Wir schicken E-Mails an die Servicebetriebe, die teils gelesen und sogar auch beantwortet werden. Zum Beispiel der Mechaniker, der die Motorinspektion durchführen soll schreibt: Hello Mr. Lacasse, I cannot completely remember our conversation can you refresh my memory. Thanks. Wir frischen sein Gedächtnis auf und schreiben ihm, dass er die zu erledigenden Aufgaben in sein Buch geschrieben hat und er uns ein Angebot schicken wollte. Stunden später kommt dann: Found it. Diejenigen, die nicht per E-Mail oder Phone erreichbar sind besuchen wir persönlich und wenn wir viel Glück haben treffen wir sie auch an. So laufen wir täglich um die Bucht. Tut uns auch gut, da wir eh zu wenig Bewegung haben. Gestern haben wir einen kleinen Sonntagsspaziergang in Richtung Port of Spain gemacht. Da hier touristisches Niemandsland ist und auch überhaupt nichts für den Tourismus getan wird (außer in der Marina und Jesse James mit seinen Ausflügen) sieht es überall so aus:

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Nicht wirklich verlockend.
Den Einheimischen scheint die Umweltverschmutzung völlig egal zu sein. Sie machen ihren Sonntagsausflug mit Kind und Kegel, Grill und Salatschüsseln, Auto und Radio in voller Lautstärke zu den verschmutzen Stränden und baden im Golf von Paria. Luftballon-, Eis- und Softdrinkverkäufer tätigen gute Geschäfte.

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Polizei und Krankenwagen sind ebenfalls vor Ort. Bei dieser Anhäufung von Leuten lässt der Einsatz nicht lange auf sich warten. Wir gehen bei Tageslicht lieber wieder zurück in unser 24-Stunden-Sicherheitsdienst-Ghetto (CrewsInn Marina) und baden im Pool.

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Wir bekommen morgens die Daily News aufs Deck geworfen. Das ist ein Service der CrewsInn Marina. Interessant wie und was hier berichtet wird; Europa findet normalerweise keine Erwähnung, aber der Fifa-Skandal schlägt Wellen in Trinidad und Tobago. Jack Austin Warner, Politiker in Trinidad und Tobago und ehemaliger Vizepräsident der Fifa, hatte sich hier in Port of Spain der Polizei gestellt. Er wird beschuldigt während seiner Zeit als Fifa-Vize unter anderem in den Korruptionsskandal bei der WM-Vergabe nach Katar involviert gewesen zu sein. Er wurde nach Zahlung einer Kaution von 2,5 Millionen Dollar auf freien Fuß gesetzt. Die Presse ist voll mit Berichten, Interviews und Meinungen. Es überwiegt die Meinung: Solange die Schuld nicht bewiesen ist, gilt er als unschuldig. Letzten Donnerstag fuhren wir mit Jesse James am Warner Firmensitz vorbei, er gibt hier die Sonntagszeitung heraus. Eine überdimensionale Nationalflagge wehte an einem riesigen Flaggenmast. Jesse sagte, dass Jack Warner die größte Nationalflagge hat, die es auf Trinidad und Tobago gibt. Auch eine Art Höhenflug.
Ansonsten trauten wir uns bislang noch nicht, hier einen Mietwagen zu nehmen. Es herrscht nur Chaos und Stau auf den Straßen. Außerdem fahren hier auch wieder alle auf der falschen Straßenseite, wobei das in diesem Verkehrschaos gar nicht so richtig auszumachen ist.

Am Sonntag sind am Argyle Wasserfall zwei kanadische Touristen überfallen und ausgeraubt worden. Sie sind Gott-sei-Dank nicht verletzt, nur das Geld und die Ringe sind weg. Die Kriminalitätsrate in TT ist recht hoch, die Daily News berichtet täglich von Morden unter den Einheimischen (ca. 500 Morde/p.a. bei 1,2 Millionen Einwohnern, d.h. 1-2 pro Tag). Auch aus diesem Grund hängen wir fast ausschließlich in Chaguaramas rum. Wir arbeiten unsere 16 Punkte To-Do Liste nach und nach ab. Das heißt, wir arbeiten nicht wirklich. Wir rennen den Servicebetrieben hinterher, um sie zu uns auf das Schiff zu locken. Ist gar nicht so einfach. Alle sind sehr beschäftigt, da am 01.06. offiziell die Hurrikan-Saison begonnen hat und viele kanadische und europäische Schiffe aus Versicherungsgründen sich außerhalb der üblichen Hurrikan-Zugrichtungen, also hier in TT, aufzuhalten haben. Wenn wir nicht am Rumrennen sind, dann sind wir am Swimmingpool zu finden. Hier ist die Hitze sehr gut auszuhalten.

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CrewsInn Marina

CrewsInn Marina

Die Telefine hatte am Freitag um 10 Uhr Krantermin. Da Enrico aktuell ohne seine Familiencrew (Ehefrau Birgit und Tochter Sanna) ist, boten wir uns als „Linehander“ an. Zuvor lud uns Enrico noch zu einem opulenten Frühstück auf der Telefine ein. Seit sieben Uhr morgens stand er in der Küche um einen unschlagbar leckeren Kaiserschmarrn zu zubereiten. Ja, das ist schon eine andere Sphäre, eine österreichische. Da können wir mit unserem Päckchen-und-200-ml-Milch-hinzufügen-Kaiserschmarrn einpacken. Das Kranen ging gut und recht flott. An der Kranbox standen bereits vier Mitarbeiter bereit, die die Leinen angenommen haben und die Telefine mittig in der Box hielten. Zum Kranen mussten alle Personen das Schiff verlassen, von Hund hatte keiner was gesagt. So kam es, dass Bordhund Arina zu ihrer ersten Erfahrung auf einem fliegenden Schiff kam. Es hat ihr nichts ausgemacht, sie saß interessiert auf dem Laufdeck und hat zu uns runterschaut.

Gasthund Arina

Gasthund Arina

Enrico fand das spaßig, aber Birgit und Sanna hätten es wohl weniger spaßig gefunden. Bevor jedoch das Schiff mit dem Dampfstrahler abgestrahlt wurde, hat Enrico sie noch „abgeborgen“. Er hat sie auf die Badeplattform gelockt, sie ist den Heckspiegel runtergerutscht, direkt in Enricos Arme. Arina geht auch mit Sanna auf den Kinderspielplatz, klettert ihr nach und rutscht durch die Tunnelrutsche. Habe ich mit eigenen Augen gesehen, ehrlich.
Nachdem die Telefine sicher an Land stand, ging unser Segelmacher-Bank-Segelmacher-Bank-Segelmacher Marathon los. Wir haben einen festen Sonnenschutz (Bimini) in Auftrag gegeben, damit wir im kompletten Cockpit einen ausreichenden Sonnenschutz haben. Der Segelmacher will, wie alle Servicebetriebe hier, bei Auftragsvergabe eine Anzahlung von 50 % der Angebotssumme. Ein Kreditkartenlesegerät besitzt er nicht, also muss Bargeld her. Es gibt hier auf Trinidad Blue Machines und ATM Geräte. Wir haben auf Trinidad bereits drei verschieden Blue Machines aufgesucht, keine hat Geld rausgerückt, obwohl das MasterCard Logo auf dem Display war. Einzig die ATMs rücken Geld raus. Gut, dass es hier in Chaguaramas einen ATM gibt. Wir hin, den Maximalbetrag von 3000 TT $ gezogen, andere MasterCard rein und wieder den Maximalbetrag eingegeben – Fehlanzeige. Machine out of order – maintainance, das ausgerechnet freitags in der Mittagspause. Die dazugehörende Bank machte um 15 Uhr wieder auf und so kam es, dass wir zweimal zur Bank und dreimal zum Segelmacher rannten. Auch eine Art Fitness workout. Zwischendurch fuhren wir mit Enrico mit seinem Dinghy zur Sunrise rüber und haben das Vorsegel und das Großsegel abgeschlagen und ebenfalls zum Segelmacher gefahren. Danke, Enrico. Ein langer, anstrengender Tag. Er endete relaxed im Swimmingpool.

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Tagesausflug mit Jesse James

Kolibri

Kolibri

Jesse James ist der Freund der Yachties und er verdient gut damit. Wie sein richtiger Name ist, weiß nur seine Familie. Wir buchten eine Tagestour mit ihm. Es waren nur noch zwei weitere Mitfahrer, sodass der Preis pro Person recht heftig war. Wenn ich das System richtig verstanden habe, kostet die Tour pauschal einen Betrag X und je mehr Personen dabei sind, desto billiger wird es pro Nase. Egal. Unser erster Stopp war im Asa Wright Nature Center. Einer ehemaligen Kaffee-, Kakao und Zitrusfrucht-Plantage. Nach dem Tod des Eigentümers brachte die Witwe die Plantage in die Stiftung Asa Wright Nature Center ein. Vogel- und Wildschützer machen Führungen durch den Regenwald.

Asa Wright Nature Center - gelebter Naturkundeunterricht

Asa Wright Nature Center – gelebter Naturkundeunterricht

Sehr seltene Vögel, auch endemische Arten wie der Bellbird leben hier.Es gibt auch giftige Schlagen und deshalb ist es gut, einen einheimischen Führer dabei zu haben und auf den gekennzeichneten Wegen zu bleiben.

Landkrabbe

Landkrabbe

Wir sahen hunderte Kolibris, Honeycreepers und Woodpeckers. Auch den witzigen kleinen Michael-Jackson-Vogel, den Red Cap Mannakin, der auf einem Ast den Moonwalk vollführte. Vielleicht hat ja Michael-Jackson den Moonwalk von diesen Vögelchen abgekupfert.
Siehe youtube Video https://www.youtube.com/watch?v=eI_quJRRGxk
Auf dem Gelände laufen Agutis, große langbeinige Meerschweinchen, frei herum. Die Mitarbeiter locken die Tiere mit ausgelegten frischen Früchten und Zuckerwasser in künstlichen Blüten (für die Vögel) an.

Purple yellow leg mannaki

Purple yellow leg mannaki

Im Anschluss an die Führung durch den Regenwald gab es ein Mittagessen im alten Plantagenhaus und unsere beiden Mitreisenden verließen uns. Sie hatten eine Übernachtung mit Nachtwanderung zu den Höhlen mit den seltenen Eulen und Fledermäusen gebucht. Wenn wir das vorher gewusst hätten… Wir haben nach wie vor einige Probleme die Einheimischen zu verstehen. In Trinidad ist zwar Englisch die Landessprache, aber dieses Englisch hat mit unserem Schulenglisch nichts gemein. Wenn die Leute sich bemühen, sind sie zu verstehen, aber wenn sie normal reden haben wir keine Chance.
Jesse James holte uns nach dem Mittagessen wieder ab und die Tour sollte eigentlich weiter zu den Caroni Swamps gehen. Die hatten wir ja schon gesehen und deshalb bat ich ihn, alternativ mit uns zu dem Pitch Lakes, den natürlichen Asphaltseen, zu fahren. Das war ihm zu weit im Süden und er bot uns an, mit uns zum Fort George und zu den „Magnificent Seven“ den Villen und Palästen ehemaliger Plantagenbesitzer in Port of Spain zu fahren. Gesagt, getan. Fort George liegt hoch über Port of Spain und man hat einen gigantischen Ausblick über den Golf von Paria bis rüber nach Venezuela. Genau südlich von Trinidad, an der Nordküste von Venezuela mündet der Orinoko in den Golf von Paria und bringt jede Menge Schlick und Erdreich ein. Auch deshalb (und durch die Umweltverschmutzung) ist das Wasser hier so trüb. Fort Georges wurde 1805 zur Verteidigung der Stadt gebaut, aber irgendwie haben sich die Jungs verrechnet. Selbst die größten Kanonen schafften es nicht, die Kanonenkugeln weit genug hinauszuschießen. Die Kugeln flogen hinaus und dann irgendwann senkrecht vom Himmel runter, ins eigentlich zu schützende Stadtgebiet hinein. Dumm gelaufen. Später wurde Fort Georges ein Leuchthaus und war bis 1964 in Betrieb. In Port of Spain fuhren wir mit Jesse an den Magnificent Seven Gebäuden vorbei. Besichtigen kann man sie nur von der Straße aus. Leider. Das Stollmeyer Castle sieht in der Tat wie ein schottisches Schloss aus. Ebenso das Knowsley Building, mit eher viktorianischem Touch. Port of Spain hat Bezirke, die Touristen tunlichst meiden sollten. Die Empfehlung lautet, nur bis zur Henry Street, eventuell tagsüber, ohne Wertsachen und viel Bargeld noch bis zur Charlotte Street. Charlotte Street ist Chinatown mit vielen Frucht-, Gemüse und Fischständen, Imbissbuden und Billigwaren. Bislang waren wir nur geschützt im Taxi durch Port of Spain gefahren. Auf die spaßigen Minibusfahrten haben wir bislang verzichtet. Die vielen Bars an der Einfallstraße nach Port of Spain sind vergittert. Direkt an der Ausschanktheke geht das massive Metallgitter bis hoch zur Decke, der Barkeeper samt seinen Flaschen steht dahinter und reicht die Getränke durch die Gitterstäbe heraus. Echt krass.

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Unsere Segelfreunde Marcel und Joanna von der SY Chuligi verstehen sich als Gastronauten. Alles was auf lokalen Märkten, in Läden und Restaurants angeboten wird und ihnen fremd ist, wird ausprobiert. Oft haben wir sie für diesen „Mut“ bewundert. Seither waren wir immer sehr vorsichtig, wenn es darum ging in einheimischen kleinen Lokalen etwas zu essen.
Gestern nun kamen wir eher unfreiwillig zu einem gastronomischen Erlebnis der besonderen Art. Im Anschluss an unseren Ausflug in die Caroni Swamps hatten wir alle großen Hunger und wir wollten nur kurz mal ein „Roti“ irgendwo an der Straße zu uns nehmen. Der Taxifahrer, der uns zurück in die Marina bringen sollte, war bereit einen kleinen Umweg zu fahren und so kam es, dass wir auf einem Imbissmarkt mitten in Port of Spain landeten. Ein Platz in der Größe zweier Fußballfelder. Die eine Hälfte dient als Parkplatz, auf der anderen Hälfte stehen viele kleine Imbissstände, oft mit ein oder mehreren Grills davor. Die Auswahl ist riesig; von der Suppe über allerlei Gegrilltem bis hin zu Früchten. Unser Taxifahrer empfiehlt uns die Doubles & Pies, eine Spezialität von hier. Zwei Minipfannkuchen werden auf ein Pergamentpapier gelegt und darauf kommt eine Füllung von Kichererbsen in Knoblauch-Koriander-Sauce. Wir nehmen die Variante „spicy“ und uns haut´s das Feuer aus den Augen und den Knoblauch aus den Poren. Lecker war´s trotzdem, nur etwas kompliziert zum Essen.

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Auch im Angebot Erbsensuppe mit Süßkartoffeln, Gegrilltes aller Art, marinierte Mango und Ananas u.v.m. Wir futtern uns durch das Angebot. Die Esskultur bleibt allerdings auf der Strecke, alles wird im Stehen aus Styropor oder Plastiktellern verkonsumiert. Wichtiger für die Menschen hier ist das Miteinander. Hier trifft man sich, es wird geredet, gefeiert und Fußball gespielt, hier treffen und trennen sich Menschen, hier findet das soziale Leben statt.

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Imbiss karibische Art (3)

Am nächsten Morgen liegen wir in einer Knoblauchblase und müssen erst mal richtig durchlüften, duschen und ein paar Längen im Schwimmingpool schwimmen. Am Nachmittag haben wir eine Einladung zu Cappuchino und Tiramisu auf der Telefine. Allererste Sahne. Zudem zeigt uns Birgit ihre Videopräsentation von der bisherigen Reise der Telefine – Hut ab! (www.sailness.at). So vergeht der Pfingstsonntag ganz gemütlich.

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Die Manati liegt bereits hoch und trocken und Wilma und Jochen haben Lust auf außer „Haus“ essen. Ja, da lassen wir uns nicht zweimal fragen. Klar, dass wir auch Lust haben. Im CrewsInn Restaurant, im ersten Stock ist es herrlich luftig und so kommen wir zu einem leckeren Abendessen, ohne dass uns der Schweiß zweispurig den Rücken runterläuft. Nachts ist es, sofern ein Lüftchen weht, recht angenehm. Kühl ist anders, es ist warm, aber nicht brütend heiß. Für den nächsten Tag verabreden wir uns mit der Telefine-Crew für einen Ausflug in die Caroni Swamps. Die Caroni Swamps sind Naturschutzgebiet und klingende Einnahmequelle der Tour Organisatoren. Pro Nase US $ 45,00 Eintritt für 2 ½ Stunden geführte Bootstour (mit 30 anderen Touristen). Gut, der Preis ist inklusive Taxifahrt von Chaguaramas bis zu den Sümpfen und wieder zurück. Unser Guide steuert seine Touristen umsichtig durch die Sümpfe. Immer wieder stoppt er und zeigt mit seinem Laserpointer in die Mangroven. Wir sehen grüne Echsen, einen kleinen Leguan, Krebse, Vieraugenfische und eine Baumboa.

Caroli Swamp Echse

Caroli Swamp Leguan

Caroli Swamp Vieraugenfische

Caroli Swamp Tree Boa

Kurz vor Sonnenuntergang steuert er sein Boot auf einen See im Sumpfgebiet. Hier findet täglich ein feuerrotes Spektakel statt. Kurz vor Sonnenuntergang fliegen tausende von Scharlachibissen in das Sumpfgebiet um zu fressen und ihre Schlafplätze in den Mangroven aufzusuchen. Die Scharlachibisse sind als Jungvögel erst graubraun und nach 6 – 12 Monaten ändert sich die Farbe des Gefieders in pink, nach 3 Jahren in feuerrot. Der Grund hierfür liegt in der Ernährung der Vögel, sie fressen überwiegend Krebse, Krabben und Schrimps. Diese Tiere enthalten viel Karotin und dies wiederum ist verantwortlich für die herrliche Farbe der Scharlachibisse.

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