Flensburg – Sonderborg

Planmäßig sind wir am Montag aus Flensburg raus und Richtung Sonderborg/DK gesegelt. Der Wind war sehr fair und moderat aus West, so konnten wir die komplette Strecke entspannt nur mit der Genua segeln. In Sonderborg sind wir im Stadthafen ins Päckchen mit einer Millionen-Motorpratze gegangen. Ein kleines Malheur mit unsere Pumptoilette gab es noch – warum sollte auch alles wie am Schnürchen laufen? Also, nachdem die Toiletten im Stadthafen nur mit Wäscheklammer in der Nase und mit Gummistiefel zu betreten sind, weiss ich vom Vorjahr noch und ich denke nicht, dass sich daran viel geändert hat, musste ich halt den Kaffee hier an Bord wegbringen. Das Abpumpen ging kurz und dann aber hat alles blockiert. Erster Gedanke: Qualle angesaugt. Es wimmelt in diesem Jahr wieder von Quallen in der Ostsee. Walter hat notgedrungen die WC-Pumpe zerlegt, derweil ich mich vorsichtshalber schon mal vom Acker gemacht habe um in der Fußgängerzone ein paar Dänenkronen zu ziehen und als Friedensangebot 2 Kaneel-Snekler (schwäbisch: Schneckennudla) für Walter zu kaufen. Sind gut angekommen und im WC war nur Seegras angesaugt.

Flensburg/Dampfer rund um

Haben gestern Abend in Flensburg die laue Nacht und die Phil Collins Coverband genossen. Die waren richtig gut, sogar Walter ist mitgehopst. Die Jungs kommen ja auch aus dem Ländle (Mannheim). Es gibt einige gute Youtube Videos von der Band und die website der Band findet man/frau unter: www.phil-online.de

Nicht-mehr-abhängig-arbeiten-müssen III

Zugegeben, ein klassisches Rentenleben war es zwischen Mittwoch und heute nicht. Es war nämlich etwas hektisch und dadurch auch chaotisch. Für Donnerstag, 11.07.2013 hatte ich den Mietwagen bestellt, musste ja schließlich Nägel mit Köpfen machen und so sind wir gezwungenermaßen Richtung Flensburg losgedüst. Haben einiges vergessen, z.B. hat Walter keine Socken mit – sind nur noch 3 Paar auf dem Schiff – ich habe meine Pinzette vergessen und das ist nämlich echt verdammt wichtig! Die Insiderinnen wissen, dass Frau ab einem gewissen Alter die Pinzette nicht nur zum Korrigieren der Augenbrauen benötigt – auch andere Gesichtspartien im unteren Drittel zeigen schon mal störrische schwarze Härchen. OK, anderes Thema.

Wir sind in Flensburg und auf unserem Schiffle. Die Sunrise, Schiffe sind immer weiblich, hat unsere Abwesenheit gut verkraftet, ist nur saudreckig an Deck. Die Flensburger „Großstadtluft“ ist wohl eine klebrige Mischung aus Abgas und Sand. Vielleicht liegt es auch daran, dass in unmittelbarer Nachbarschaft zu Niro Petersen (da liegen wir grad) ein Kraftwerk ist. Kann durchaus sein, dass da einiges an Abgas aus dem Schornstein rausfliegt. Egal, am Freitag haben wir uns erstmal in die Flensburg-City aufgemacht, restliche Sachen einkaufen, Mietwagen abgeben und anschließend noch mit den Flensburgern und den Touristen die „Dampfer-Rundum“ zu feiern. Geht bis morgen und wir sind zeitweise mit dabei, besonders wenn wir Hunger oder Durst haben. Das Geld für Hunger und Durst haben wir gestern beim Taxi eingespart, der Autoverleih hat seine Filiale am Stadtrand und normalerweise nehmen wir dann ein Taxi zurück zum Schiff. Aber gestern nicht, weil a) tolles Wetter war und b) wir unsere Bord-Cityroller (Kinder-Tretroller – klappbar) mitgenommen haben. So sind wir alten Säcke mit den Kinder-Rollern vom Hof des Autovermieters gerollt. So jeder, der mit diesen Teufelsteilen – Walter und auch Gerhard – schon gerollert ist, hat schon spezielle Erfahrungen damit gemacht – blieb nur noch ich. Also habe ich mich bei meiner Cityroller-Premiere, nach knapp 300 Metern, solidarisch auf den Asphalt geschmissen. Knie futsch, Hose aufgeschrabbelt und der linke Turnschuh hat vorne oben im Bereich der Großzehe ein centgroßes Loch. Danach hatte ich tierisch Respekt vor dem Teufelsteil, Kopfsteinpflaster geht gar nicht, nur drübertragen, normaler Gehweg, nur wenn der Pflasterer einen guten Tag hatte. Bordsteinkante – lebensgefährlich!!!, sehr gut rollert asphaltierte Straße, aber siehe oben, auch lebensgefährlich. Heute früh zum Brötchenholen zu Fuß gegangen.
Im Moment liegt Walter unter dem Kartentisch um die Funke wieder zu installieren. Er und es/sie (die Funke) geben komische Geräusche von sich. Erst Walter mit diversen Flüchen über den Funkenverkäufer, die Enge da unten und überhaupt – dann die Funke. Was an sich ja gut ist, weil dann tut sie ja. Jetzt komm ich dran. Muss das Notebook mit dem Modem über Bluetooth verbinden und versuchen Wetterdaten zu holen und E-Mails über Modem+ Funk zu versenden.

Heute Abend ist auf der Museumsbühne eine Phil Collins Coverband angesagt. Kann eine lange Nacht werden. Wir haben eh vor, erst am Montag Richtung Sonderborg/Dänemark zu gehen.

Jetzt, mit Sicherheit geht es los, das Entspannen und so…

Nicht-mehr-abhängig-arbeiten-müssen II

Am Montag, nachdem die Küchenschlacht und die Topfgeldjäger durch sind, gehen Walter und ich nach 16:00 Uhr – typisch Rentner, wenn alle Feierabend haben –  einkaufen. Zuerst holen wir in Waiblingen unseren neuen Philipp* ab und anschließend zur Hauptverkehrszeit zum Supermarkt.

* Die Geschichte vom kleinen Philipp
Wie er zu uns kam und wieder ging.
Vorneweg er ist tot – kann nichts mehr, tut nichts mehr, verweigert seinen originären Dienst. Keine Panik, der kleine Philipp ist, vielmehr war unser kleiner 2,3 PS Honda-Außenborder. Der Name, ganz klar kommt davon, weil er aus Asien kommt und auch klein ist. Er kam zu uns vor zwei Jahren über Ebay aus Magdeburg (im Nachhinein gesehen, fatale Fehlerhäufung und Geld rausgeschmissen). Nachdem wir ihn nun zwei Jahre trocken an Deck über die Nord- und Ostsee geschippert hatten, wollte Walter ihn nach dem Winterlager in Hooksiel an das Dinghy (Gummiboot) hängen und durch den Hafen düsen. Ich wollte abends ganz frech zum Openair-Fest in den alten Hafen nach Hooksiel hochbutschern und mittendrin anlegen und mitfeiern – aber es blieb beim Wollte, denn der kleine Philipp wollte schon bei Walter nicht mitspielen. Nach gefühlten fünf Stunden hatte Walter ein Einsehen besser, die Schnauze voll, und hat den kleinen Philipp ins Auto gepackt – Ziel Waiblingen Honda-Vertretung. Und genau dort waren wir gestern Nachmittag, weil nämlich der kleine Philipp nicht zu retten war. Er war wohl vor Jahren mal abgesoffen (in der Elbe?) und deshalb innerlich korrodiert, alles rott. Also goodbye kleiner Philipp, jetzt holen wir einen 4 PS Yamaha – auch ein Asiate, hat aber noch keinen Namen. Den kriegt er auch erst, wenn er sich beim Dinghyfahren bewährt.

Das war gestern, der heutige Tag, Dienstag, 09.07.2013, hat früh angefangen, weil sich der Küchenbauer für 7 Uhr und der Sanitärmensch für 10 angekündigt hatte. Brezeln gab es zwischendurch. Danach, wie langweilig, habe ich die Einkommensteuer-Erklärung der Tochter fertig gestellt und mit Elster an die Steuereintreiber übertragen.

Ätsch und jetzt sitze ich wieder vor der Küchenschlacht, so schließt sich der Kreis. Danach geht’s langweilig weiter, nämlich mit dem 13. Lauf (Jahresabschlussarbeiten 2012) für Walters Labor.

Nicht-mehr-abhängig-arbeiten-müssen

Klappe die Erste
Muss: Ohne Wecker aufstehen.
Kann/someone should – not me:  =  Walter zum Bäcker schicken um frische Brezeln zu holen. Noch 3 Tage schwäbische Brezeln genießen!
Was-ist-noch-zu-tun-Liste anfangen abzuarbeiten; das heißt wo verdammt ist jetzt die Telefonnummer von….Na ja, das mit der Büroorganisation in unserem „Altenteil“ im Dachgeschoss muss ich wohl noch etwas üben – aber nur wenn ich noch Zeit und Muse dafür habe -. Also die Telefonnummer der Deutschen Post AG, Postfach-Vergabestelle liegt weder auf der Kommode, noch auf dem Esstisch und natürlich auch nicht auf dem Küchenblock (alle drei Zwischenlager zusammengenommen ergeben mein neues Privatbüro). Walters Begeisterung zur Postagentur – ist praktischerweise genau neben dem Bäcker- zu latschen hält sich in überschaubaren Grenzen. Ein Postfach zu kündigen ist echt nicht einfach – das geht nicht bei der Stelle, die morgendlich das Postfach mit den Briefen füttert, nein das geht nur schriftlich bei der Deutschen Post AG in Bonn und unter Einhaltung von 3 Wochen Kündigungsfrist. Schön, dann eben einen Brief an die Post schreiben, nur gut, dass ich ganz genau weiß, wo ich letzte Woche die Briefmarken zwischengelagert habe, ich denke, Walter hätte jetzt angefangen zu meutern.
Ansonsten gibt es noch einiges an Altlasten aus dem Labor, so z.B. die Bilanz 2012 und die ESt.-2012, laufende Buchhaltung und viele E-Mail zu bearbeiten, aber das ist viel zu langweilig.
Der Sohnemann hatte heute gute Laune, die sich sehr schnell verflüchtigte, als ich ihn zum Frisör schicken wollte. Ich habe es dann gerade noch umgebogen und gesagt, gut, dann schneide ich dir die Haare. Er hat nicht schnell genug reagiert – und ich bin stolz auf mich, das Ergebnis ist nicht übel, habe mir nur nicht getraut, den Rasierer zu nehmen und eine Fissur in seinen Unkrautbart zu fräsen.
Gerade läuft die Küchenschlacht, das heißt ich kann grad nicht mehr weiterschreiben. Morgen geht’s weiter.