Saison 2020_18 Abbruch

Shit happens!
Die Entscheidung ist gefallen. Wir unterbrechen unsere Reise bis auf weiteres. Definitiv nicht freiwillig.
Geplant war die US Ostküste von Charleston bis Cape Canaveral (Haken dran) runter zu segeln, danach rüber in die Bahamas. Gechillte Tage mit unserem Sohn und dessen Lebensgefährtin auf den Exumas. Daraus wird nichts. Unser Besuch wird nicht aus Deutschland ausreisen können. Der Flug Frankfurt-Toronto (Kanada)-Nassau (Bahamas) wird nicht stattfinden. Corona-Virus-Pandemie. Das ist das eine Problem.
Unser eigenes Problem ist jedoch größer. Unsere Cruising License läuft am 01.04.2020 ab. Das heißt, wir müssten mit der Sunrise für mindestens 15 Tage aus den USA raus, also auf die Bahamas, um danach wieder eine Cruising License für ein weiteres Jahr für die USA zu bekommen. So war der gut durchdachte Plan. Jedoch es gibt Gerüchte, dass die USA die Grenzen sehr bald dicht macht, also auch die Häfen. Somit ist ein Weg für uns zurück an die US Ostküste von den Bahamas kommend ausgeschlossen. Wir wären auf den Bahamas gefangen, weil der Weg nach Süden aus der Hurrikanzone raus (Grenada, Aruba, Bonaire und Curacao sind schon zu) und auch der Weg auf die Azoren (momentan auch geschlossen) keine Alternative ist. Atok direkt zurück nach Europa, also ohne Pause auf den Azoren, ist nicht unser Plan.
So werden wir hier an der US Ostküste bleiben, die Sunrise vor dem 01.04.2020 an Land stellen und versuchen die Sache mit der Cruising License irgendwie zu klären. Wir waren heute bei der örtlichen Customs and Border Controll Behörde. Die hat nur mit den Schultern gezuckt und gesagt, wir sollen 15 Tage ausreisen, dann wiederkommen und wenn dann die Grenzen dicht sind – unser Problem. Dann schicken sie uns wieder weg. Kein guter Plan. Mehr oder weniger unter der Hand wurde uns gesagt wir sollen online ein sogenanntes DECAL über die Website der Customs und Border Control erwerben. Gilt für Ein- und Ausreisen in die und aus der USA für ein Kalenderjahr, kostet knapp 30 Dollar und wird per Post an die Heimatadresse verschickt. Das habe ich jetzt mal beantragt und bezahlt. Irgendwann werden wir es schon schaffen, nach Hause zu kommen um diesen „Bäbber“ aus dem Briefkasten zu holen. Vielleicht rettet uns das vor der Strafe im nächsten Jahr. Genaues weiß keiner, die Beamten hier vor Ort sind nicht wirklich daran interessiert einem weiter zu helfen.