USA Rundreise 2019_6

New Orleans
Der heutige Tag stand wieder im Zeichen der Kultur. Unser Tagesprogramm umfasste das NOMA (New Orleans Museum of Art), den Skulpturen Park im City Park und das Ogden Museum of Art. Im NOMA hängt alles was Rang und Namen hat, überwiegend Europäisches. Degas, Picasso, die Künstler vom Blauen Reiter, aber auch Andy Warhol.

Andy Warhol
Bild vom jungen Mick Jagger

Im Skulpturen Park, der der Öffentlichkeit frei zugänglich ist, stehen unter anderem Skulpturen von Roy Lichtenstein und Henry Moore.



Skulpturen Park beim NOMA


Das Odgen stellt überwiegend lokale Künstler aus. Bilder des Künstlers Walter Anderson (siehe Walter Anderson Museum Ocean Springs) und eine komplette Etage ist der Künstlerin Dusty Bonge aus Biloxi (Gehry Museum Biloxi) gewidmet. Ihre Werke haben uns besonders beeindruckt. Unbedingt im www nachlesen.
Hier einige Bilder, die uns besonders gut gefallen haben.

Frühe Phase von Dusty Bonge




Nach so viel Kultur brauchen wir eine Pause. Wir fahren mit der Straßenbahn „heim“ ins Garten Viertel, nehmen auf dem Heimweg beim Frischemarkt die Zutaten für unser Abendessen mit. Es gibt Salat und Pasta mit Shrimps.
Fürs Abendprogramm bringt uns die Straßenbahn zurück ins French Quarter. Dieses Mal meiden wir die Bourbon Street (zu viel Rummel) und gehen direkt in die Frenchman Street. Gleich an der ersten Straßenecke spielt eine komplette Brass-Band. Im Freien, for free. Entlang der Straße ist eine Musikkneipe nach der anderen. Freie Auswahl. Vom Jazz, Cajun-Zydeco, Blues, Rock oder undefiniert schräg ist alles vorhanden. Die jeweiligen Bands spielen eine Stunde, dann kommt die nächste Band. Sehr abwechslungsreich.

USA Rundreise 2019_5

New Orleans
steht für Jazz, wie Memphis für Elvis steht. Natürlich mögen wir den klassischen Jazz und selbstredend ist es ein Muss ins French Quarter zu gehen um den klassischen unverfälschten Jazz zu hören. Aber zu allererst setzten wir uns in die uralte Straßenbahn (Streetcar) und fahren ins French Quarter zur Hop on – hop off Station. Wir brauchen einen Überblick und den bekommen wir am besten mit der Sightseeingtour. Zwei Stunden fährt der Bus kreuz und quer durch New Orleans. Unser Tour-Guide spricht ein schnoddriges American English, sodass wir nur ein Drittel verstehen. Das reicht uns. Mehr können wir uns eh nicht mehr merken. Wir steigen am vorletzten Halt aus und gehen zu Fuß weiter. Zunächst durch den Art District, wo wir jedoch keine der Galerien besichtigen. Witzig ist das Louisiana Children‘s Museum mit einem radelndem Skelett. Der Fahrradkorb enthält frische Früchten. Was will uns das nun sagen? Zu viel Sport und zu viele Vitamine sind tödlich?
Wir ziehen weiter ins French Quarter.

New Orleans
French Quarter


Bourbon Street pur

Lassen uns durch die weltberühmte Bourbon Street treiben, besuchen den French Market, essen im Napoleon House ein Muffuletta (XXL Brötchen gefüllt mit Schinken, italienischer Salami, Käse, Kapern, Oliven und Essiggurken). Das Napoleon Haus hat eine besondere Geschichte. Während Napoleon auf der Insel St. Helena einsaß, bauten französische Geschäftsleute (New Orleans war zu der Zeit französisch) für Napoleon ein Haus in New Orleans. Der Plan war, ihn von St. Helena zu befreien und nach New Orleans zu bringen. Das Schicksal meinte es leider nicht gut mit ihm und verwehrte ihm den Lebensabend in New Orleans. Er verstarb auf St. Helena drei Tage vor der geplanten Befreiungsaktion. Das Napoleon Haus wurde von italienisch stämmigen Einwanderern erworben und seitdem gibt es dort diese besonderen Sandwiches.

Napoleon House


Muffuletta

Nach dem Essen wir gehen zum Konzert in die Preservation Hall. Hier wird die ursprüngliche New Orleans Jazzmusik dargeboten. Die Stücke sind teilweise einhundert Jahre alt – die Musiker knapp darunter. Die Gigs dauern jeweils eine Stunde und nach dieser Stunde wird das Publikum rigoros rauskomplimentierend, weil draußen warten schon die Nächsten. Die Preservation Hall gleicht eher einer kleinen Scheune. Man sitzt auf einfachen Holzbänken oder auf dem Boden und genießt die Musik. Es gibt keine Bewirtung. Nur pure Musik und das ist gut so.

Bourbon Street

USA Rundreise 2019_4

New Orleans

Beautiful Garden District in New Orleans

Am Nachmittag konnten wir unser Ferienhäuschen im Gartenviertel von New Orleans übernehmen. Wie alles in den USA ist auch das Häuschen etwas größer ausgefallen. Es ist eher ein Reihenhaus mit 92 qm. Mit voll ausgestatteter Küche, Badezimmer, Waschmaschine und Trockner, Esszimmer, Wohnzimmer, Schlafzimmer und einer Terrasse. Zudem günstiger als ein Zimmer in einem durchschnittlichen Hotel. Das Auto parkt sicher neben dem Haus auf dem Grundstück. Das Parken in New Orleans ist ein großes Problem, aber wir können den Wagen hier stehen lassen und mit der Straßenbahn zum French Quarter fahren. Die Straßenbahn heißt hier Streetcar und sieht sehr historisch aus.

New Orleans
Streetcars im Gartenviertel

Morgen geht das New Orleans Programm los. Heute haben wir nur noch kurz im Frischemarkt Lebensmittel eingekauft und wieder selbst gekocht. Die Kassiererin im Frischemarkt kommt aus Stuttgart und hat sich über heimatliche Klänge gefreut.

USA Rundreise 2019_3

Biloxi
Wir verbringen noch richtig interessante Stunden in Biloxi. Zuerst, bevor wir uns der „richtigen“ Kultur widmen, müssen wir uns das riesige Hard Rock Hotel, -Café und -Casino von innen ansehen. Es ist unser erstes Hard Rock Café, das wir in den USA betreten. Alles ist mehrere Nummern größer.

Biloxi/Mississippi




Casino im Hard Rock Hotel


Anscheinend musste jeder Künstler, der hier in den letzten 50 Jahren auftrat, irgendein persönliches Teil von sich da lassen. Es sind Lederhosen, Mieder, Shirts, Jacken sowie diverse Musikinstrumente, silberne Schallplatten u.v.m. gerahmt oder hinter Glas zu besichtigen.


Hard Rock Hotel, Biloxi

Das abgedrehteste ist die Robobar. Zwei Roboterarme mixen die gewünschten Drinks. Hunderte Flaschen hängen kopfüber an der Decke und der Roboterarm zapft gezielt die entsprechenden Mengen der unterschiedlichen Cocktails. Schüttelt, ich glaube rühren kann er nicht, und füllt das Gebräu in die Gläser. Um einen gerührten Martini zu bekommen, darf der Gast sich an die normale Bar begeben und die Bestellung von Mensch zu Mensch machen.

Echte Kultur gibt es im Ohr-O‘Keefe Museum of Art, designed von Frank O. Gerry (derjenige, der auch das Guggenheim Museum in Bilbao gebaut hat).

Ohr-O‘Keefe Museum of Art
Biloxi/Mississippi


Ohr-O‘Keefe Museum of Art, Biloxi/Mississippi

Es sind außer den getöpferten Kunstwerken von George Ohr noch Malereien von Steve Shepard ausgestellt.

Steve Shepard
Ohr-O‘Keefe Museum of Art


Steve Shepard


In einem separaten Gebäude Bilder der Künstlerin Dusty Bonde zu sehen (hier war Fotografieren verboten). Beides Künstler aus Biloxi.

Die Zeit reicht noch für einen kurzen Stopp in Ocean Springs. Hier ist das Walter Anderson Museum of Arts. Auch ein lokaler Künstler, der überwiegend Motive aus der Natur, besonders von der unbewohnten Insel Horn Island aufgegriffen hat. Die Insel Horn Island steht unter Naturschutz, liegt 12 Meilen vor Biloxi und der Künstler ruderte mit einem kleinen Ruderboot hin und campierte dort jeweils einige Wochen um zu malen. Bei seinem letzten Besuch auf der Insel wurde er von einer Schlange gebissen, konnte noch ins Krankenhaus gebracht werden, ist aber letztendlich am Schlangenbiss gestorben.

Walter Anderson Museum of Art
Veranstaltungsraum mit original bemalten Wänden von Walter Anderson


Walter Anderson


Walter Anderson


Walter Anderson

USA Rundreise 2019_2

Von Tallahassee nach Biloxi

Auf dem Weg nach New Orleans landen wir in Biloxi/Mississippi am Golf vom Mexiko. Eher ungewollt. Mit unserem Vermieter in New Orleans hatten wir vereinbart, dass ich mich zwei Stunden vor unserer voraussichtlichen Ankunft bei ihm melde. Er vermietet uns sein kleines Ferienhäuschen und muss zur Schlüsselübergabe erst anreisen. Ich schau mir seine Bestätigung nochmals an und glaube nicht was ich da sehe. Wir haben erst ab Mittwoch gebucht und heute ist Dienstag! So ein Fauxpas. Walter sagt nichts, verdreht nur die Augen! Wir sind 100 Meilen vor New Orleans. Nächste Ausfahrt ist Biloxi, die nehmen wir. Das Online-Buchungsportal hat Hunderte Hotelzimmer-Offerten für Biloxi, also ein Kuhkaff scheint das nicht zu sein.
Als wir dort sind sehen wir, das ist eher Klein Las Vegas. Alle großen Hotelketten sind vertreten. Casinos

Spielcasino im Beau Rivage Hotel
Gefühlt so groß wie ein Fußballfeld


Spielhallen und täglich Live-Entertainment im MCM Beau Rivage Hotel. Zur Zeit gastiert die Lunaro Artistengruppe, ähnlich dem Cirque de Soleil. Es gibt eine Abendkasse und zum Preis einer Kinokarte sind wir dabei. Die Vorstellung dauert 90 Minuten und es hat sich wirklich gelohnt. Die Besonderheit dieser Truppe ist, dass sie einen weiblichen Clown dabei haben. Die Dame (wie nennt sich ein weiblicher Clown?) ist echt klasse und holt sich als Partner jeweils einen Mann aus dem Publikum, den sie mit einbindet, ohne ihn lächerlich zu machen. Chapeau!

Live-Entertainment im Beau Rivage
Leider war das Fotografieren während der Vorstellung bei Strafe verboten

Als Kontrast hierzu liegen direkt hinter dem Casino die traditionellen Shrimp-Boote im Fischereihafen.

Shrimp-Kutter im Hafen von Biloxi


Shrimp-Kutter im Hafen von Biloxi

USA Rundreise 2019_1

Savannah nach Tallahassee

Auf der Interstate 10 West Richtung Tallahassee
Betonwand setzt zum Überholen an


Keine 10 Sekunden später ist die Betonwand vorbei

Quer durch Georgia reisen wir in die kleine Hauptstadt von Florida, Tallahassee. Wir machen einen kurzen Halt in Jacksonville. Bereits nach 1,5 Stunden fahren wir weiter. Es lohnt sich nicht. Den ersehnten Kaffee oder ein Eis am Riverwalk haben wir nicht bekommen. Nur Hochhäuser von Banken, Versicherungen, Hotels und Parkhäuser befinden sich am linken und rechten Ufer des St. John’s Rivers. Jacksonville ist überwiegend industriell geprägt.

Nun also Tallahassee. Die Apalachee Indianer, die bis zum 18. Jahrhundert hier leben durften, gaben der Gegend den Namen Tallahassee, was in ihrer Sprache so viel wie „alte Stadt“ bedeutet. Nicht nur die Stadt hat noch ihren ursprünglichen Namen, auch die Straßen haben unaussprechliche Namen. Unser Navigationsgerät spricht deutsch, es ist zum Wegschmeißen komisch, was manchmal dabei rauskommt. Ich ruf dann geschwind hier rechts oder links dazwischen, was bei Walter zu abrupten Spurwechseln führen kann. Aber die Amerikaner sind, außer auf der Autobahn, sehr defensive Fahrer, deshalb ist das kein Problem.
Ganz in der Nähe von Tallahassee befinden sich die Wakulla Springs, Drehort des ersten Tarzan-Films. Leider wurde uns die Zeit zu knapp noch um noch dorthin zu fahren. Hätten wir Jacksonville ausgelassen…

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Wieder in Georgia, dieses Mal in Savannah mit dem Auto.

Unterwegs zwischen Charleston und Savannah
Die Straße führt durch ein Sumpfgebiet

Wir haben in Brunswick/Georgia nur freundliche und höfliche Menschen getroffen und auch Savannah wollten wir ursprünglich mit der Sunrise besuchen. Aber des gibt hier direkt in der Stadt keinerlei Liegeplätze mehr und die nahegelegenen Marinas hatten keinen Platz für uns. Deshalb sind wir heute Vormittag die kurze Strecke von Charleston nach Savannah mit dem Auto gefahren. Es hat sich gelohnt. Savannah pulsiert, bis weit in die Nacht hinein sind die Straßen voll mit überwiegend jungen Leuten. Wir besuchen die Jazz‘d Kneipe und werden am Eingang von zwei älteren Herren angesprochen. Unser deutscher Dialekt muss schon sehr auffallen. Es stellt sich heraus, dass die beiden die Musiker sind, die am Abend hier ihren Auftritt haben. Shrimp City Slim aus Charleston. Der Pianist hat einen guten Freund, der als Professor Bottleneck durch Deutschland tourt.
Wir werden sehr oft angesprochen und alle die uns ansprechen haben irgendeinen Bezug zu Deutschland. Sei es Vorfahren, ehemalige US-Army Angehörige u.s.w.
Stolz sind die Menschen hier auf ihren eigenen State-Song. Ray Charles hat den Klassiker „Georgia on my mind“ eingespielt. Ein Ohrwurm der auch in Deutschland jedermann bekannt ist. Schon am 24. April 1979 wurde Georgia on My Mind zum State-Song des Bundesstaates Georgia erklärt.

Savannah


Combstones Straßenpflaster
Die Steine kamen als Schiffsballast von Europa nach Savannah und wurden damals gleich sinnvoll als Baumaterial für Häuser und Straßen verwendet


Scary
Braut und Leichenwagen

US East Coast 2019_31

Sunrise eingelagert und das Al Di Meola Banner vom JAK wieder als Schutzplane über dem Cockpit


In 80 Tagen um die Welt – nicht ganz. Wir planen eine Rundreise durch einige US-Staaten zu machen. Zuerst soll es wieder in den Süden gehen, dann Richtung New Orleans, den Mississippi rauf, ganz weit in den Norden, die Niagarafälle, danach Richtung Nordosten, New York usw. wir werden sehen. Zunächst gab es tierisch Ärger bei der Mietwagen-Übernahme. Gebucht hatten wir über einen deutschen Vermieter, wie immer das Rundum-Sorglos-Paket, mit Netz und doppeltem Boden. Höchstmietdauer gemäß unserem Vertrag 92 Tage. Wir haben 80 Tage, also im grünen Bereich. Dachten wir. Gemäß Vertrag soll uns Alamo am Flughafen Charleston den Wagen übergeben. Das wollten die ja auch, aber nur für 30 Tage! Da half kein 80-Tage-Voucher, kein Nachweis über die bereits komplett vorausbezahlte Miete. Gegen sämtliche Argumente und auch gegen diverse Flüche waren die Damen am Counter immun. Natürlich war am Flughafen das WLAN so schwach, sodass ein Anruf über Skype in Deutschland bei der Hotline nicht möglich war. Auch ein Hotspot vom Handy half nicht weiter, niemand war in Deutschland für uns zu sprechen. Zuerst bestand das Personal von Alamo darauf, dass wir den Wagen nach 30 Tagen wieder hier in Charleston zurück zu geben haben. Wir könnten dann ja einen weiteren Vertag schließen und nach 30 Tagen nochmals einen für die Restlaufzeit. Walter meinte nur, dass die wohl ein Rad ab haben. Die Entfernungen hier sind abartig, und während der Reise zweimal wegen dem Mietwagentausch nach Charleston zurück zu fahren, kommt ja gar nicht in die Tüte. Wir haben jetzt einen Mietwagen Charleston – Orlando gemäß Alamo für 30 Tage, aber nach unserem deutschen Vertrag haben wir das Auto für 80 Tage genau für Charleston – Orlando. Die zwischenzeitlich eingeschaltete deutsche Hotline soll sich drum kümmern. Wir fliegen am 07.09. von Orlando aus nach Hause, und ein paar Stunden davor geben wir in Orlando am Flughafen den Mietwagen ab. So der Vertrag, so der Plan. Warten wir ab.
Wo bitte fängt das Land der unbegrenzten Möglichkeiten an? Mit Sicherheit nicht bei den Mietwagen-Verleihern von Alamo.

US East Coast 2019_30

Safe Harbor City Boatyard Charleston
Erste Eindrücke
Der Krantermin war für Montag, 17.06.2019 für 11 Uhr vereinbart. Knapp eine Stunde nach Hochwasser. Geplant war gegen 10:30 Uhr, bei Slack, bei noch sehr geringem Tidenstrom an den Steg vor die Kranbox zu verlegen. Hat nur leider nicht geklappt, weil ein Teil der Krancrew heute früh mit einem mordsmäßigen Kater zur Arbeit erschien. Viel Kaffee musste her – wahrscheinlich wäre ein Konterbier effektiver gewesen. So kam es halt zu einer erheblich verzögerten Abfertigung der vor uns eingeplanten Schiffe. Gegen 12 Uhr hatte Walter die Faxen dicke, er wurde massiv und im Office vorstellig. Uns lief das Wasser unter dem Hintern weg und der ablaufende Tidenstrom in Addition mit der Fließrichtung des Wando Rivers war kurz davor reißend zu werden. (Für die Insider: wir haben Vollmond, das heißt Springtide. Hohe Hochwasser und niedrige Niedrigwasser und demzufolge auch viel Wasserbewegung = viel Strömung) Ganz schlechte Bedingungen für ein Schiff in langsamer Fahrt um die Ecke zu fahren. In etwa so, wie auf einer schiefen Ebene voller Schmierseife ein Auto rückwärts einzuparken.
Das vor uns terminierte Schiff hing noch nicht richtig im Kran, legten wir auch schon von unserem Liegeplatz ab und fuhren zur Kranbox. Mit sechs Fendern an der gefährdeten Seite. Nun stand jedoch die Mittagspause auf der Werft an. Die Jungs hatten aber Einsicht, weil wir a) die Kranbox für die nachfolgend eingeplanten Spaßboote mit wenig Tiefgang blockierten (bei Niedrigwasser sitzen wir im Schlick, dann geht für die folgenden vier Stunden erstmal gar nichts mehr) und wir b) mehrfach auf unsere zwei Meter Tiefgang und dem alsbald fehlenden Wasser hingewiesen hatten. Gegen 13 Uhr hing die Sunrise schlussendlich im Kran und der Kranpilot und seine Assistenten haben es trotz der vorgenannten Widrigkeiten recht gut gemacht. Nur zum Reinigen des Unterwasserschiffs mittels Hochdruckreiniger hatte es nicht mehr gereicht. Das hätte den Tagesplan noch vollends durcheinander gewürfelt. Der Kärcher soll morgen früh zum Einsatz kommen. Von wegen clean Boatyard! Die Abscheideanlage für das mit Antifouling kontaminierte Abspritzwasser ist direkt an der Kranbox und ganz sicher nicht an unserem Stellplatz. Ich gehe nicht davon aus, dass wir mit dem Kran wieder zurück zur Box gekarrt werden, damit die Umwelt mit dem giftigen Wasser nicht belastet wird.
Ansonsten funktioniert das auf der Website angepriesene flächendeckende WLAN nicht, auch nicht direkt vor dem Office, nur im Office drin von 8 bis 17 Uhr, der Courtesy Car ist nicht mehr vorhanden und das Leitungswasser hat keine Trinkwasserqualität. Es stinkt nach Faulei und kann nur zum Abspritzen des Schiffs benutzt werden. Die Werft hat uns explizit darauf hingewiesen. Die zwei Duschen und die Toiletten sind soweit in Ordnung – nur halt mit stinkendem Wasser zu Duschen und Haarewaschen ist echt Asche. Unsere bordeigenen Wasservorräte sind jetzt zu Ende, weil wir in der Charleston Harbor Marina nicht mehr aufgefüllt hatten, somit fällt Duschen bei Nacht auf der Badeplattform flach.
Ich suche jetzt ein Motel in der Nähe. Wir werden hier noch ein bis zwei Tage benötigen bis wir alles geklärt haben.

Nachtrag: War ja schon von vornherein klar! Hochdruckreiniger am Liegeplatz im Einsatz.

Pressure wash am Liegeplatz