Gran Canaria_9

Abschied von Las Palmas
Las Palmas
Morgen geht es weiter nach Teneriffa. Wir machen eine Abschiedsrunde durch Las Palmas, besuchen den alten Markt, trauen uns aber nicht, von den appetitlichen Tapas zu probieren.

Tapas_k
Beim Öko-Laden kaufen wir noch Kotelette (ja, wir essen zwischendurch auch Fleisch) für das Abendessen. Die Entrecote Stücke, die wir in der letzten Woche dort gekauft hatten, waren allererste Sahne. Das Fleisch zieht beim Anbraten kein Wasser und behält seine Form. Auf beiden Seiten scharf angebraten und dann noch 15 Minuten in den Backofen – saulecker!
Die Bootsausrüster in der Marina ziehen uns magisch an. Ich kaufe ein Hafenhandbuch und eine Papierseekarte und Walter findet, dass wir noch einen neuen Feuerlöscher brauchen (die Vier, die wir bereits an Bord haben, haben keinen TÜV mehr) und eine starke Cockpitleuchte, die wir permanent an den 12 Voltanschluss anschließen können, fehlt uns auch noch. Bislang haben wir uns mit einer starken aufladbaren Taschenlampe beholfen. Die Ausrüster haben wirklich alles, was an Sicherheitsausrüstung für die ARC (Atlantic Rally for Cruisers) gefordert wird und noch vieles mehr. Für mein Konto ist es gut, wenn wir jetzt nach Teneriffa rüber gehen.

Gran Canaria_7

Tagesausflug in den Süden von Gran Canaria. Über Telde (eher die hässliche Seite von Gran Canaria) und Ingenio fahren wir nach Agüimes. Hier in Agüimes lohnt es sich anzuhalten. Agüimes besitzt einen historischen alten Ortskern, mitten drin die Kirche San Sebastian, die als historisches Baudenkmal unter Denkmalschutz steht. In den engen Gassen stehen gepflegte sehr alte Häuschen, Kunsthandwerk wird angeboten und am großen Platz vor der Kirche befinden sich einige Café-Bars. Alles sehr ruhig und beschaulich. Wir fahren weiter nach Playa del Inglés und stellen das Auto ab. Wenn wir schon hier sind, müssen wir doch auch die Touristenhochburgen anschauen! Wir machen eine lange Strandwanderung bis zum Leuchtturm von Maspalomas. 1,5 Stunden hin und 1,5 Stunden zurück.
P1030670 (2)k
Die Dünenlandschaft von Maspalomas ist sehr beeindruckend! Gut, dass dieses Gebiet ein Naturreservat ist und nur begrenzt betreten werden darf.
P1030677 (2)k
Am Strand von Maspalomas: Einen derart ästhetischen Körper wie auf dem heutigen Beitragsbild sieht man nur am Gay-Strand zu Maspalomas. Neunundneunzig Prozent der Menschen am FKK-Strand erwecken eher den Eindruck, sie müssten deshalb völlig unbekleidet über den Strand rennen, damit alle erkennen können, an was für unappetitlichen Stellen man sich piercen lassen kann. Menschen, die sich eher beschämt verhüllen sollten, lassen die Selben fallen und posen sich provokant, so dass ein Wegschauen gar nicht möglich ist. Nun ja, jeder nach seiner Fasson. Die ästhetischsten Menschen waren eindeutig am Gay-Strand, der FKK- Bereich für jedermann hatte da gar nichts zu bieten. Auf unserem Weg zum Leuchtturm von Maspalomas sind wir ja zwangsweise durch diese Standbereiche gekommen, aber ums Gucken ging es uns ja gar nicht! —- Oder doch???

Gran Canaria_6

Zweiter Tag mit Rénes Auto. Wir fahren in das Gipfelgebiet (Cumbres) von Gran Canaria. Erster Halt ist in der Stadt Teror mit seiner historischen Altstadt. Auf dem Platz „Nuestra Senora del Pino“(Heilige Jungfrau der Pinie) vor der Basilika findet ein Krämermarkt statt. Eine bunte Mischung aus Kunsthandwerk, Früchten, Honig, Wein, Klamotten (die man/frau nur im Urlaub anziehen kann), Hüte und vieles mehr haben die Händler im Angebot. Die Basilika ist offen und kann besichtigt werden. Eine Besucherin scheut sich nicht, ihren Hund unter den Arm zu klemmen und mit in die Basilika zu nehmen. Wir fahren weiter und unser nächster Halt ist in Artenara. Artenara liegt 1270 m über dem Meeresspiegel und vom Aussichtspunkt Mirador de Unamuno hat man eine überwältigende Rundumsicht. Zu sehen sind zwei beeindruckende Berggipfel, der eine ist der Pico de las Nieves (1.949 m) und der andere ist der Roque Nublo (1.813 m, mit einem über 70 Meter hohen Basaltmonolith). Im Gemeindegebiet von Artenata, in Tamadaba und Tirma liegen große Wälder aus kanarischer Pinie. (Bild zum Vergrößern anklicken)
Panorama
Nächster Stopp ist in Acusa mit seinen Höhlenhäusern. Wir parken das Auto an der Landesstraße und steigen zu Fuß geschätzte 300 Höhenmeter hinab um an die Höhlenhäuser Acusa Seco zu kommen. Wir machen Fotos aus sicherer Entfernung, da wohl einige der Höhlenhäuser bewohnt und von Hunden bewacht sind.
Acusa seca
Das schönste Bergdorf auf unserer Tour ist Tejeda auf 1050 Meter Höhe (siehe Beitragsbild). Gepflegte weiße Häuser mit grünen Fensterläden, der Kirche Nuestra Señora del Socorro und Restaurants mit Aussichtsterrassen. Einige Kilometer weiter auf der Passhöhe ist das große Steinkreuz (Cruz de Tejeda) zu finden. Hier kreuzten sich die alten Caminos Reales (Königswege), heute treffen sich hier alle Straßen, die durch das Inselinnere führen.
Gran Canaria_Tour_k
Wir nehmen die GC 15 über Vega de San Mateo, Santa Brigita in Richtung Las Palmas und reihen uns in den Wochenend-Rückreiseverkehr nach Las Palmas ein. Ganz praktisch, so kommen wir gemütlich und ohne Kartenstudium zurück nach Las Palmas.

Gran Canaria_5

Réne, Kontaktmann der TransOcean-Vereinigung hier auf Gran Canaria, hat mehr als ein Auto. Wir haben keines. Völlig unkompliziert leiht uns Réne (aus Berlin und seit 6,5 Jahren hier im Hafen) seinen Seat Cordoba für drei Tage. Heute steht eine Inselrundfahrt auf dem Programm. Zuerst fahren wir nach Nordwest nach Gáldar. Nettes Städtchen mit Fußgängerzone, Markthalle, Cafés und Shops. Weiter geht es zu den Höhlen von Cenobio de Calerón. Die Höhlen haben in grauer Vorzeit als Getreide- und Vorratsspeicher gedient. Weit weg von der Siedlung in den Bergen, um sicher zu stellen, dass die Vorräte vor Räubern und Piraten sicher waren.
Gran Canaria Höhlen
Unser nächster Halt ist Santa Maria de la Guia. Hier findet gerade ein Folklorefestival statt, wir verweilen kurz, aber es ist zu heiß über die Mittagszeit. Uns zieht es (mit dem Auto) in das Tal Barranco de Agaete bis nach Los Berrazales (Sackgasse). Das einst fruchtbare Tal war bekannt für sein Mineralwasser (mittlerweile versiegt). Das Kurhaus sowie auch das Hotel Princessa Guayarmina ist verlassen und verfällt, die Mineralwasserabfüllanlage ebenfalls. Sieht echt traurig aus. Wir fahren das Tal wieder vor bis nach Agaete und von hier aus nach Puerto de las Nieves mit seiner (ehemals) beeindruckenden Felsformation „ Dedo de Dios“ Finger Gottes. Der Dedo de Dios wurde am 29. November 2005 vom Tropensturm „Delta“ abgerissen – er ist nicht mehr vorhanden.
220px-Dedo_de_Dios_am_30.09.2005[1] (Bildquelle Wikipedia).
Wir fahren weiter auf der GC 200 Straße Richtung La Aldea de San Nicolas. Hier beginnt der wildeste Küstenabschnitt Gran Canarias. An einer Stelle fällt die Steilküste über 1000 Meter fast senkrecht ins Meer hinab. Es ist die siebthöchste Steilküste weltweit, was aber die Straßenbauer nicht daran gehindert hat, hier eine Küstenstraße in den Fels zu hauen. Fast eine Stunde lang fahren wir zwischen Himmel und Erde, ab und zu sieht man bis Teneriffa rüber. Als Beifahrerin muss ich schon hin und wieder die Luft anhalten, so wenn zum Beispiel der Linienbus um die Kurve und eine blaugrüne Wand vor dem Auto zum Stehen kommt. Aber wie immer passt es irgendwie dann doch.
Gran Canaria Inselrundfahrt k
Im Tal von San Nicolas stechen die gewaltigen Plastikplanen ins Auge, die ganze Hügel bedecken. Darunter verstecken sich Tomaten- und Bananenplantagen. Richtung Mogan geht es wieder auf eine „Passhöhe“ von 700 Metern hoch. Nach der Passhöhe taucht eine interessante Felsformation aus verschiedenfarbigem Tuffstein auf, genannt Azulejos.
Q1k
Durch das Barranco de Mogan erreichen wir schließlich Puerto de Mogan im letzten Abendlicht. Nach einem Abendessen, witziger Weise gibt es auch hier überwiegend italienische Restaurants, düsen wir über die Autobahn zurück nach Las Palmas.

Gran Canaria_4

Trinkwasser ist immer ein heikles Thema an Bord. Die Wasserqualität wird zunehmend schlechter und wir haben beschlossen, ab sofort Aquaclean in die Tanks zu geben. Bislang konnten wir ohne Zusatzmittel auskommen, aber das ist nun endgültig vorbei. Zusätzlich haben wir einen Aktivkohlefilter gekauft. Walter hat eine Konstruktion gemacht (siehe Foto) damit wir das Wasser gleich beim Einfüllen in die Tanks filtern können. Das Schlauchstück, in das er den Wasserfilter eingesetzt hat, wird nun mittels Kupplung auf unseren Wasserschlauch gesteckt. Zuerst war angedacht, den Aktivkohlefilter in der Bilge zu verbauen, aber ein Wassertank ist vorne und einer ist hinten, außerdem haben wir noch einen Warmwasserboiler. War uns dann doch zu kompliziert, wir hätten drei Filter benötigt und zudem war zu wenig Platz da. Die Filter müssen spätestens nach einem Jahr getauscht werden und hierfür dann jeweils das halbe Schiff auseinander zu nehmen – nein Danke.
Wasserfilter k
Am Nachmittag sind wir an den Stadtstrand Playa de Canteras zum Baden gegangen. Hier auf der Westseite von Las Palmas liegt ein kilometerlanger Sandstrand und das Atlantikwasser sieht sauber aus. Das Baden ist hier ungefährlich, weil vor dem Strand ein Riff liegt, auf dem sich die Brandung bricht, auch der Tidenstrom ist kaum zu spüren. Am Strand sind Süßwasserduschen – sehr angenehm. Die Außentemperatur lag heute bei untypischen 32 Grad. Das Wasser hatte bestimmt 24 Grad. An der Strandpromenade sind die Restaurants/Cafés wie am Perlenkettchen aufgereiht, komischerweise überwiegend italienische Küche und Eiscafés mit Eis nach italienischer Art.
Strand Las Palmas P

Gran Canaria_3

Hafentag in Las Palmas
Die Servicetechniker von Yanmar Motorservice waren ab 8:30 Uhr avisiert. Gekommen sind sie um14:00 Uhr. Genügend Zeit um Waschmaschinen zu beladen, Matratzen zum Lüften rauswuchten und andere Kleinigkeiten zu erledigen. Unser Aluminium-Pickhaken löst sich langsam auf, weißes Pulver rieselt. Dagegen sind wir machtlos, wir haben Ersatz. Das Liftsystem vom Spi-Baum haben wir optimiert. Der Spi-Baum läuft in der Mastschiene und wenn zu wenig Druck im Segel ist, fährt er selbstständig in der Schiene runter. Das geht so nicht! Gut dass am Anfang und am Ende der Mastschiene bereits Rollen fixiert sind, um eine umlaufende Leine einzuziehen, deren Anfang und Ende an der Spibaum-Glocke fest ist. So kann Walter, wenn er den Spibaum auf der richtigen Höhe hat, die Leine in die Curryklemme drücken und der Baum müsste dann an dieser Position in der Mastschiene bleiben. Müsste! Der Trockentest hat funktioniert, den Praxistest muss das System erst noch bestehen. Ach ja, um die Leine in die Rolle am Mast einzuziehen durfte ich mal wieder im Bootsmannstuhl „Aufzug“ fahren. Dieses Mal nur bis zum ersten Stock (erste Saling). Die Techniker vom Yanmar-Service haben gut gearbeitet und vor Allem, sie haben wenig Sauerei mit dem Öl- und Filterwechsel gemacht. Walter will den nächsten Ölwechsel selbst machen – abwarten.
Dadurch, dass wir den ganzen Tag am und ums Boot waren, konnten wir auch das Hafenkinoprogramm verfolgen. Manche Menschen werden mich jetzt für die folgenden Sätze hassen, aber so viele abgestürzte, verwahrloste, verzweifelte und durchgeknallte Menschen wie hier habe ich noch nie auf einem Fleck gesehen. Ja, die Segler sind an sich schon etwas crazy, lange Zeit auf so beengtem Raum zu Leben, ist nicht jedermanns Sache. Aber hier haben sich die Extreme versammelt. Unserem schwedischen Nachbarn rostet sein ehemals stolzes Stahlschiff buchstäblich unterm A…. weg und er kriegt den Selben nicht mehr hoch um etwas dagegen zu tun. Wir sind jetzt drei Tage hier und haben ihn nur kurz gesehen, als wir angekommen sind. Da hat ihn nämlich der Marinero rausgeklopft, damit er sein Beiboot wegzieht, sonst hätten wir nicht anlegen können. Seither sitzt er in seiner Dose unten drinnen – deprimierend. Vor den Stegen laufen immer wieder Leute, die sich als Crew verdingen wollen und die schwarzen Bretter sind voll mit den entsprechenden Hand-gegen-Koje-Angeboten. Walter ist heute kurz alleine zum Bootsausrüster rüber und auf dem Rückweg wurde er gleich von zwei Mädels, um die 25 Jahre alt, angemacht – nicht angesprochen. Zuerst gab es Komplimente, dass er gut aussieht, dann ob er zu einem Drink mit will und schließlich ob er noch Crew braucht. Er braucht von alldem nichts! Er war schockiert über die Art und Weise, wie er angesprochen wurde. Respektlos. Schräg gegenüber liegt ein Schiff mit deutscher Nationalflagge, es wird aber spanisch geredet. Die Tochter beschallt den ganzen Tag den kompletten Hafen mit Technomusik –akustische Umweltverschmutzung-, springt hin und wieder in voller Montur ins Hafenbecken, schwimmt ums Boot, klettert auf den Steg und spritzt sich mit dem Süßwasserschlauch ab. Wenn die Klamotten trocken sind, geht die ganze Prozedur von vorne los. Wenn der Vater abends an Bord ist, dann ist die Musik leiser, aber die optische Umweltverschmutzung setzt ein. Er hat vom Bug und vom Heck aus jeweils eine LED-Lichterkette in den Mast gezogen und die blinkt in allen Neonfarben. Ein älterer Mann, weißer Bart, Schlapphut, grüner Bundeswehrrucksack, olivgrüne Hose, immer Barfuß, geht von Steg zu Steg. Bei uns war er noch nicht vorstellig geworden, wahrscheinlich deshalb, weil der Magnetverschluss am Eingang zum Steg noch funktioniert. Am Nachbarsteg braucht man keine Chipkarte mehr, da genügt ein kräftiger Ruck, der Magnetverschluss gibt nach und das Tor ist offen. Das ist hier eben so, wir können damit umgehen.
Las Palmas-Jagi
Krasser Gegensatz: Ein alter gepflegter Jaguar vor dem Fünf-Sterne-Hotel.

Gran Canaria_2

Heute wollen wir die alte Markthalle im Stadtteil Vegueta besuchen – zu spät. Wir haben uns in der Fußgängerzone verdaddelt und als wir dort ankommen, laden die ersten Händler ihre Waren bereits wieder in die Lieferwagen. Ich musste doch endlich mal den neuen Modesnack Frozen Yoghurt probieren. Mit tropischen Früchten, Crunchies und Honig sicher eine Kalorienbombe, aber jetzt weiß ich wie es schmeckt und kann wieder mitreden. Wir besuchen das Centro Atlantico de Arte Moderno, wir sind die einzigen Besucher. Das Museo stellt auf vier Ebenen Skulpturen, Fotomontagen, Bilder und Videoinstallationen aus. Wahnsinnig modern! Aber wir lassen uns Zeit, das Museo ist gut klimatisiert und die Museumsangestellten müssen ja auch einen Sinn in ihrem Arbeitstag finden. Eine nette junge Dame folgt uns auf Schritt und Tritt, wir bekommen nur ein Mal einen Verweis, als wir zu dicht an ein Gemälde treten. Wir wollen sehen, ob der Künstler alles mit Bleistift vorgezeichnet hat – ja, hat er. Ich kann Walter gerade noch davon abhalten auf das WC zu gehen, er will mit mir wetten, dass die Dame folgt. Im Anschluss daran laufen wir durch das Trianaviertel und durch das Gartenviertel, es gibt nette Ecken, man muss nur genau hinschauen. Wir laufen ohne Stadtplan und verdaddeln uns ein bisschen, als wir aber die ersten Rotlichtbars sehen, biegen wir umgehend rechts ab und laufen die bekannte Route Richtung Hotel Santa Catalina, durch den Park und zurück zu Marina. Abendessen gibt es heute zu Hause, morgen früh kommt der Yanmar-Techniker um einen Motoröl und -filterwechsel zu machen. Jetzt gehen wir noch in die Pier 19 Bar um dort den Wifi Code zu holen – gibt ätzendere Aktionen.
Hier Panoramabilder, zum Anschauen bitte anklicken.

Las Palmas Theatro

Las Palmas Theatro


Las Palmas_Kathedrale

Gran Canaria

Marina Las Palmas
Wir sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag von Gran Tarajal auf Fuerteventura nach Gran Canaria gesegelt. Die Neumondnacht war stockdunkel und die Sterne haben sich auf der Wasseroberfläche gespiegelt. Im Süden von Fuerteventura, vor dem Leuchtturm Jandia liegt ein Riff, auf dem sich zahlreiche Fischerboote versammelt hatten. Nachdem wir ja bereits üblen Kontakt mit Fischernetzen hatten, waren wir etwas in Sorge. Viele Fischerboote sind nicht beleuchtet, bzw. sind nur auszumachen, wenn sie den Fang einholen und hierzu ihre starken Lampen anmachen. Durch die stockdunkle Neumondnacht und die Sternenspiegelung auf dem Wasser waren wir ziemlich angespannt. Letztendlich haben wir keinen Fischer aufgegabelt, aber der nächste Stress wartete vor dem Verkehrstrennungsgebiet zwischen Fuerteventura und Gran Canaria. Ein Frachter mit Ziel Las Palmas kam uns immer näher, obwohl wir außerhalb des Verkehrstrennungsgebietes waren. Das AIS meldete Entfernungen zwischen 0,2 und 0,5 Seemeilen, mitunter auch weniger. Wir behielten unseren Kurs bei, aber nahmen die Fahrt weitgehend aus dem Schiff. Die Passierentfernung erhöhte sich auf 0,5 Seemeilen. Wir waren der Meinung, das Problem sei nun gelöst, als der Frachter seinen Kurs änderte und wir statt des grünen Positionslichtes nun sein rotes sahen! Der Dödel hat doch tatsächlich seinen Kurs geändert und kam exakt auf uns zu. Walter hat gut reagiert und hat volle Pulle beschleunigt und wir haben uns vom Acker gemacht (nachts um 3 Uhr, das braucht kein Mensch). Da Frachter zwingend das AIS System haben müssen, können wir nur annehmen, dass der Navigator entweder ein Sadist oder Penner war. Ansonsten gab es vor der Hafeneinfahrt von Las Palmas viel Verkehr. Kreuzfahrtschiffe, Frachter und außer uns noch zwei Segler. Den Vogel hat der asiatische Frachter Hayfang abgeschossen, dessen AIS hat nämlich in die falsche Richtung gezeigt, auf unserem Display ist er von uns weg gefahren, aber in Wirklichkeit kam er mit langsamer Fahrt auf uns zu. Das konnten wir aber auch erst erkennen, als es langsam hell wurde. Seine Positionslichter waren so schwach, dass wir sie aus einer Entfernung von weniger als einer Meile gar nicht sehen konnten. Die Nacht war nicht so entspannt wie die Nächte der vorhergehenden Nachtfahrten, aber wir sind trotzdem gut und sicher in Las Palmas angekommen und haben auch unseren reservierten Liegeplatz erhalten. Alles ist in Ordnung, die Duschen sind warm, die Toiletten akzeptabel nur das freie WLAN Netz ist nicht vorhanden. Wir vermuten, dass während der Zeit, in der sich die 250 Boote der ARC hier sammeln, das freie WLAN Netz abgeschaltet wird. Es gibt Marina Las Palmas Wifi, 7 Tage zu 10 €.
Heute haben wir, um einen Überblick über die ungewohnte Großstadt zu bekommen, eine Stadtrundfahrt mit dem roten Hop on hop off Bus gemacht. Zwischendurch haben wir Kaffee, Tee und die Künste der einheimischen Konditoren genossen – und freies Wifi! Freies Wifi gibt es auch im Restaurant Velero direkt vor den Transitstegen P – T, der Ober rückt den Zugangscode unwillig raus, wenn man nur oben auf der Terasse vor einem Glas Bier sitzt. Wir wissen uns zu helfen, manchmal nützt es, wenn Frau den Charme des Alters einsetzt. Auf den ersten Blick gefällt uns die Großstadt Las Palmas doch recht gut. Es gibt schöne Ecken in den Altstadtbezirken Triana und Vegueta. Auch das Viertel Cuidad Jardim hat schöne Plätze und vor allem das Hotel Catalania, auf dessen Terrasse auch Gäste, die nicht im Hotel wohnen, sehr höflich und zuvorkommend bedient werden. Morgen, am Dienstag haben die Museen wieder geöffnet, unser Plan für morgen steht.

Fuerteventura_7

Tagesausflug nach El Cotillo und Faro de Tostòn.
Wir fahren längs durch die Insel in den Nordwesten. Hier ist die Küste wesentlicher rauher als im Lee der Insel (auf unserer Seite). Die Brandung rollt ungebremst von Westen an und donnert gegen die Felsküste/Lavaküste. Zwischendurch immer wieder kleine Buchten mit Sandstränden – zum Baden aber ungeeignet. Im Faro de Tostòn befindet sich ein Museum über die Ursprünge des Fischfangs auf Fuerteventura und der mittlere Leuchtturm kann bestiegen werden. El Cotillo hat einige Hotels und Restaurants, sieht aber insgesamt sehr verlassen aus. Überhaupt sehen wir viele verlassene und verfallene Gebäude. Schade.