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Kein Spaß in Ocho Rios
Nach einem kurzen Schlag unter Segel von Oracabessa nach Ocho Rios werfen wir im ausgewiesenen Bereich im Hafen von Ocho Rios unseren Anker. Um uns herum sind zwei Kreuzfahrtschiffe, die Celebrity Summit und die Carnival Dream.

Ocho Rios, Sunrise vor Anker

Ocho Rios, Sunrise vor Anker

Die Massen kehren zu den Kreuzfahrtschiffen zurück und die Spaßkatamarane, die die Gäste zum Bespaßen in die nächste Badebucht fahren sind leer. Die Besatzung scheint auch im Kopf leer gesaugt zu sein, auf jeden Fall fährt die Reggae Baby II ein hirnloses Manöver und rammt uns vor Anker liegend gegen 16:30 Uhr am Heck.

Upps, Vollpfosten - da lag ja die Sunrise vor Anker!

Upps, Vollpfosten – da lag ja die Sunrise vor Anker!

Walter und Gerhard sitzen im Cockpit und versuchen noch durch Rufen die Crew auf das Desaster aufmerksam zu machen – zu spät. Es rummst und die feste Seereling über der Solarpaneel hat einen Knick und drei Relingsstützen sind verbogen.

Verbogene Seereling auf der Sunrise - verursacht durch Vollpfosten-Spaß-Katamaran Reggae Baby II 2007

Verbogene Seereling auf der Sunrise – verursacht durch Vollpfosten-Spaß-Katamaran Reggae Baby II 2007

Großes Palaver auf dem Spaßkatamaran. Walter lässt sich auf keinerlei Diskussion ein und ruft den Port Kapitän auf Funk an. Der erscheint sehr schnell und nimmt Walter mit zur Marine Police. Dort werden die Daten aufgenommen und der Eigner der Spaßkatamarane wird verständigt. Walter verweigert eine Reparatur vor Ort in Jamaika und wird sich morgen zusammen mit dem Portkapitän mit dem Eigner in dessen Büro zur Schadensregulierung treffen. Wenn eine Reparatur, dann nur in Curacao bei den Fachleuten. Hier in der Region gibt es nichts Vertrauenswürdiges. Abwarten was morgen rauskommt. Auf jeden Fall haben wir gerade echt wenig Lust auf Jamaika und seine bekifften Reggae-Jünger.

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Port Antonio – nach Oracabessa
Es wird Zeit Port Antonio adieu zu sagen. Ja, wir lagen sehr sicher (und teuer) in der Marina, hatten heiße Duschen und funktionierende Waschmaschinen, aber nun reicht es uns. Unerträglich ist die Beschallung an den Wochenenden aus allen Richtungen. Kein Reggae, nein nur gemixter Krach. Hin und wieder konnte ein Klassiker wie z.B. Whitney Houston, herausgehört werden, aber die Musik wurde vom DJ schlicht und ergreifend überschrien. Wie gesagt, am Wochenende ist Port Antonio unerträglich laut, bis in die Morgenstunden – sofern nicht sintflutartige Regenfälle einsetzen. Ab zwei Uhr morgens haben wir um Regen gebetet.
Nun ankern wir vor dem James-Bond-Beach in Oracabessa. Die Nacht war herrlich ruhig, wenig Wind und nur wenig Schwell. Wobei bei Wind aus N und NE hier nicht sicher geankert werden kann. Wir haben momentan sehr wenig Wind aus SE und liegen sicher. Das Resort hinter dem James-Bond-Beach wirkt wie ausgestorben. Am Strand konnten wir gestern Nachmittag fünf Personen ausmachen, nach Sonnenuntergang waren die Lichter aus – Totentanz. Nur von der nahen Straße kommt der Verkehrslärm, aber ab Mitternacht ist auch die Straße ruhig.
Wir blieben vor fliegenden, schwimmenden und paddelnden Händlern verschont. Einerseits gut aber andererseits hatten wir gehofft, dass ein Fischer längsseits kommt und uns fangfrischen Fisch anbietet. Leider kam keiner, hier ist absolut nichts los und mit dem Dinghy an den Strand rüber wollen wir nicht. Uns hat Oracabessa landseitig genügt – da gibt`s nichts außer den üblichen Hütten mit Jerk-Chicken und dem unvermeidlichen Wholesale, wo es vom Dosenfutter bis zur Zahnpasta alles gibt und einige Marktstände mit Obst und Gemüse.

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Gastbeitrag von Gerhard
Stuttgart-Frankfurt-Montego Bay – diesmal alles nach Plan und ohne „Special Events“. So wird eigentlich ätzendes Flug-Reisen erträglich.
Elke & Walter holen mich am Flughafen in MoBay ab und nach ein paar Stunden auf kurvenreicher Küstenstraße erreichen wir Port Antonio. Es ist Wochenende und damit DAS wöchentliche Highlight für die Jamaikaner: Rund um den Hafen machen sich die Clubs in Sachen lautstark verrapter, scheußlicher Musik Konkurrenz. Der einsetzende Platzregen weit nach Mitternacht unterbreitet dem Getöse ein Ende und so ist doch noch an ein paar Stunden Schlaf zu denken.

Gerhard sucht Stauraum

Gerhard sucht Stauraum

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zu den Reach Falls. Bei leichtem Regen klettern und schwimmen Elke und ich durch die natürliche Pool-Landschaft. Ein schönes und abwechslungsreiches Erlebnis. Auf dem Rückweg machen wir hungrig in Boston Bay halt und ergattern bei einem Imbiss zwei Portionen „Jerk Chicken“ – feurig mariniertes Hähnchen. Sogar der Hund neben unserem Mietwagen scheint die feurige Würze gewöhnt zu sein und macht sich über die Reste her.

Jamaika Ost

Jamaika Ost

Liebe Grüße an Fleur - leider darf Puppy nicht mit nach Hause

Liebe Grüße an Fleur – leider darf Puppy nicht mit nach Hause

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Kingston zieht uns magisch an. Nicht weil die Stadt besonders sehenswert ist, nein sie ist zwar interessant, aber definitiv kein Highlight. Dafür ist sie zu chaotisch, zu stinkig und zu laut.

Heimatliche Gefühle in Kingston

Heimatliche Gefühle in Kingston

Der Grund unseres heutigen Ausflugs war, dass wir einen Termin beim kubanischen Konsulat hatten um unser Touristenvisa abzuholen. Hat alles wunderbar funktioniert, nach 20 Minuten hatten wir das Papier in den Händen. Zum Supersonderpreis von 2100 JMD, ca. 17 US $ pro Visa. Den Tipp das VISA hier zu holen hatten wir von Birgit und Bernd. Gerüchteweise verlangen die Kubaner vor Ort momentan 75 US$ pro Nase. Da rechnet sich schon fast ein Mietwagen! Den hatten wir eh, weil wir nach Montego Bay mussten um unseren Besuch aus Deutschland am Flughafen abzuholen. So haben wir nur einen Umweg quer über die Insel und anschließend längs durch die Insel gemacht. Walter ist mittlerweile ein unerschrockener Linksfahrer, selbst die Helldriver-Taxis müssen sich ranhalten um uns zu überholen!

Montego Bay Sunset

Montego Bay Sunset

Von Montego Bay haben wir noch nicht viel gesehen. Die komplette Küste ist mit exklusiven Hotelanlagen zugepflastert, echt schwierig an den Beach zu gelangen. Mangels Alternativen sitzen wir aktuell (21 Uhr) am Hotelpool und essen Salzbrezeln aus der Tüte und trinken ein Bier, das wir gegenüber im Supermarkt geholt haben. Unser Hotel hat leider keinen eigenen Strandzugang und die Poolbar hat zu. Wird Zeit dass wir die Küste von See kommend erkunden!

MoBay Strand vom Hardrock Café

MoBay Strand vom Hardrock Café

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Zweiter Tag in Kingston
Pünktlich um 10 Uhr morgens holen wir unseren Guide Matthias in den Bergen über Kingston ab. Wir haben noch nicht gefrühstückt und unser Magen hängt auf halb Acht. Wir bekommen nur einen Kaffee in einem Einkaufszentrum. Mehr gibt es zunächst nicht, weil wir sonst mit unserem Kingston-Programm nicht durchkommen. Matthias hat seine Rastafari-Oasen, die er uns zeigen möchte. Das Hauptaugenmerk unser Tour mit ihm liegt auf der Rastafari-Kultur und auf der Geschichte der Reggae Musik. Die erste Oase die wir ansteuern ist ein Bio-Markt, der von Rastafaris betrieben wird und vegane und vegetarische Pasteten und Nahrungsmittel anbietet. Wir essen alles! Es ist mittlerweile fast 12 Uhr und wir haben tierischen Hunger. Die Vollkornteigpasteten mit Ackee-Bohnen und Gemüsestreifen gefüllt schmecken wirklich richtig gut. Ackeebohnen und Saltfisch sind das klassische jamaikanische Frühstück, aber wir sind uns einig, die Vegetarier so wie so, dass wir auf den Saltfisch verzichten. Weiter geht es zu den Legenden der Reggae Musik, zu Earl Chinna Smith in Inna de Yard,

Earl Chinna Smith (Gitarrist der Bob Marley Band) und sein Nebelsaxophon

Earl Chinna Smith (Gitarrist der Bob Marley Band) und sein Nebelsaxophon

zu den alten Rastafaris Bongo Trevor und Brother Slim im Stadtviertel Trenchtown.

Bongo Trevor und Brother Slim (the three lions)

Bongo Trevor und Brother Slim (the three lions)

Ohne die Begleitung von Matthias wäre es uns in hundert kalten Wintern nicht in den Sinn gekommen auch nur einen Fuß in dieses Stadtviertel zu setzen. Matthias kennt seine Leute und die passen für eine Flasche Bier oder für 100 JAM Dollar verlässlich auf unseren Mietwagen auf. Mitten in Downtown hat eine Künstlerinitiative beschlossen die Häuser zu bemalen und ein ganzer Straßenzug ist nun eine OpenAir Kunstgalerie.

Fleetstreet Graffity

Fleetstreet Graffity

Kunst am Bau

Kunst am Bau

Die LiveYard Family hat ein Gebäude übernommen und bietet den Schulkindern des Quartiers Frühstück und Mittagessen mit Betreuung an. Im Hinterhof des Gebäudes, eher der Wellblechhütte, haben sie einen Lehrgarten und bauen Gemüse an und ernten Brotfrucht, Mangos und Kokosnüsse. So sehen die Kinder, dass es möglich ist, sich selbst zu verpflegen.

Unterricht in Downton Kingston

Unterricht in Downton Kingston

In diesem Klima wächst Alles und mit ein bisschen Eigeninitiative kann man die Familie fast selbst ernähren. Bisweilen entsteht der Eindruck, dass die Einheimischen nur die Früchte nutzen, die ohne ihr Zutun selbst vom Baum fallen. Die Initiative fördert ein Umdecken bei den Kindern und das ist begrüßenswert.

Weiter ging es zum Ward Theater in Kingston. Ein altes Theater mit 800 Plätzen im viktorianischen Stil, leerstehend und seit Jahren nicht mehr bespielt. Die Türen sind offen und am Infodesk spielen zwei alte Männer seit Jahren Karten. Wir können uns frei bewegen, sogar das Licht funktioniert noch. Jammerschade dass für die Instandsetzung kein Geld da ist.

Ward Theater in Kingston

Ward Theater in Kingston

In der Nähe des Theaters ist der älteste Plattenladen und das älteste Aufnahmestudio Jamaikas. Matthias führt uns rein und wir sehen hunderte von Singles und LPs ( für die jüngere Generation: das sind so runde Vinylscheiben, auf denen die Musik drauf war) eine Hammond B 3 Orgel, eine 8-Spur-Bandmaschine, Grundig-Mikrofone u.v.m. In den 70iger Jahren verlassen und seitdem unverändert.

Mattias und Bernd vor der Hammond

Mattias und Bernd vor der Hammond

ältester Plattenladen der Karibik

ältester Plattenladen der Karibik

Die größten Aufnahmestudios befanden sich damals in der Orangestreet – heute auch alle verlassen und verfallen. Zur Stärkung führt uns Matthias in einen Hinterhof zwischen einem Beerdigungsinstitut und einem verlassenen Plattenladen. Hier bekommen wir einen bunten Vegi-Teller mit Bohnen, Kichererbsen, Linsen, Süßkartoffeln, Brotfrucht und sonstigen undefinierbaren Zutaten nach der Ernährungsweise der Rastafaris. Zuvor jedoch müssen wir einen Aperitif in Form einer Kräuteressenz (ohne Alkohol) zu uns nehmen. Pflichtprogramm, weil sonst der Körper nicht genügend Verdauungssäfte zur Verfügung stellt. Uns rollt es eher die Fußnägel auf, als dass die Körpermitte reagiert. Sei es drum, der Bauch ist voll und die Grundlage für die erhofften Abend Red Stripes ist gelegt. Wir müssen das Konterprogramm jetzt endlich anfahren und begeben uns zum Bob Marley Museum, wo die große Geburtstagsparty (posthum) stattfindet. Der Mietwagen wird am Guesthouse geparkt und der Vermieter kurzerhand davon überzeugt, dass es eine gute Tat ist, uns mit seinem Auto zum Museum rüber zufahren. Dort angekommen ist die Party schon voll im Gange und wir stellen uns zuerst in die Schlange vor dem Red Stripes Stand! Konterprogramm in Form von Bier. Auf der Bühne treten im Halbstundentakt verschiedene lokale Künstler auf und machen eindrucksvollen Krach. Wir verziehen uns auf dem weitläufigen Gelände in eine ruhigere Ecke, trinken unser Bier und schmieden Pläne.

Konzert im Bob Marley Museum am 06.02.2017

Konzert im Bob Marley Museum am 06.02.2017

Als Highlight sind die Marley-Kinder angekündigt. Also nicht alle 46, sondern nur 4 davon, nämlich Steven, Damian, Julian und Ky-Mani. Einige sind leibliche Kinder, andere hatte er anerkannt und weitere nicht. Er ist zu früh verstorben und genaues weiß man nicht. Wir warten bis nach Mitternacht und die Kinder, mittlerweile ja auch um die 50 Jahre alt, erscheinen auf der Bühne und machen …. nur Krach. Enttäuschung bei uns. Der Reggae Rhythmus kommt zwar durch, aber es hört sich nach Rap vermixt mit Reggae an. Für unsere Ohren untragbar und wir verlassen das Heiligtum. Ein Taxi fährt uns zurück zum Guesthouse. Das Guesthouse war grenzwertig, wenigstens die Bettwäsche roch frisch gewaschen und wir haben die Hoffnung, dass wir keine Krabbeltierchen mitgebracht haben.

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Ausflug nach Kingston
Birgit und Bernd liegen mit ihrer Bavaria 38 Ocean „Rebell“ neben uns in der Eroll Flynn Marina. Ungefähr gleiches Alter, gleiches Ziel (Kuba bald, Kingston am WE wegen der Geburtstagsfestiviäten zur Ehren Bob Marley) und sehr hilfreich, sie sprechen die gleiche Sprache. Deutsch hier in der Marina ist die Hauptverständigungssprache. Vorgestern waren fünf deutsche, ein österreichisches und ein holländisches Schiff hier. Westeuropa on Tour. Mit Birgit und Bernd fahren wir nach Kingston. Heute wieder über die A 3 – ist besser, verursacht weniger Schnappatmung. In Kingston angekommen, können wir noch nicht im Guesthouse einchecken, wir parken das Auto und gehen zu Fuß zum Bob Marley Museum.

Bob Marley Museum Kingston/Jamaika

Bob Marley Museum Kingston/Jamaika

Für den Vermieter unverständlich, viel zu weit. Dabei sind es gerade mal drei Kilometer. Bernd hat sein Hosentaschen-Navi dabei und leitet uns direkt zum Museum. Sonntags geschlossen und außerdem laufen die Aufbauarbeiten für die Geburtstagsfeier. Na dann kommen wir eben morgen wieder, als Trostpflaster gibt’s ein leckeres Eis im Devon House, das sich gleich um die Ecke befindet. Der gemeine Jamaikaner hätte ein Taxi genommen, wir nicht. Auf dem Rückweg zum Guesthouse geht Bernds Navi in den Slow Motion Modus und wir laufen im engen Zickzack zurück.

Outlook in Kingston

Outlook in Kingston

Wir verabreden ein Treffen mit Matthias (weißer Rastafari und Insidertipp von hier lebenden Deutschen) der sich in Kingston als Musiker und selbsternannter Reiseführer durchschlägt. Er führt uns zunächst zur Usain Bold Sportsbar, die wir nach einem kurzen Snack fluchtartig wieder verlassen. Es ist ohrenbetäubend, denn es läuft die Übertragung des Super Bowl Spiels. Nächster Stopp ist das Halfway tree Busterminal, wo am Abend ein kostenloses Geburtstagskonzert zu Ehren Bob Marley stattfindet, er wäre 72 Jahre alt geworden.

Redemption Konzert 05.02.2017 in Kingston zu Ehren Bob Marley

Redemption Konzert 05.02.2017 in Kingston zu Ehren Bob Marley

Der Sound unter dem Blechdach ist leider knochenerweichend und herzrhythmusstörend, sodass wir das Spektakel bereits nach einer Stunde wieder verlassen und stattdessen in einen kleinen Reggae Club, den DUB Club* in den Bergen fahren. Dort auf der Terrasse hat man einen traumhaften Ausblick über Kingston, die Musik ist gut und in altersgerechter Lautstärke sodass auch ein Gespräch möglich ist. Ein gelungener Tagesausklang.

*Zitat aus der Website jamaikatours: Gabre Selassie betreibt hier auf einem privaten Grundstück die legendäre Rockers Sound Station und regelmäßig geben sich dort die lokalen Reggae Helden das Mikrofon in die Hand. Dub – das ist die Kunst, Songs in einzelne Spuren zu zerlegen und am Mischpult neu zusammenzusetzen.Sie können im derzeit angesagtesten Hot Spot in Jamaica, eine interessante Zeit verbringen. Hier spielt es keine Rolle, was jemand ist oder wo jemand herkommt. Tolle Gäste, hervorragende Dub Vibes und eine atemberaubende Aussicht.Sie können sich entspannen, den Dub Vibes lauschen, beobachten und den Ausblick genießen – für Stunden.

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Blue Mountains, Jamaika

Blue Mountains, Jamaika

Walter hat heute seine eigene Rallye gefahren und gewonnen. Von Port Antonio nach Buff Bay und von da aus über die B 1 (keine Straße, eher eine Offroad-Piste) in die Blue Mountains rein, runter nach Kingston und über die A 3 zurück über Annotto Bay, Buff Bay nach Port Antonio. Fahrzeit insgesamt 7 Stunden. Unser eigentliches Ziel war das Old Tavern Coffee Estate der Familie Twyman in den Blue Mountains. Harte Arbeit für Fahrer und Auto dort hin zu gelangen. Oftmals ist die B 1 aufgrund von Erdrutschen oder sintflutartigen Regenfällen gesperrt, heute hatten wir Glück. Unterwegs wurden wir fast erschlagen von der Schönheit der Natur. Grüne Wildnis, Bachläufe, Wasserfälle, tiefe Schluchten u.v.m.

Blue Mountains

Blue Mountains

Blue Mountains

Wir benötigen zwar 2 1/2 Stunden bis nach Section und mussten nur ein einziges Mal nach dem Weg fragen um die Kaffeeplantage zu finden. Dort wurden wir sehr freundlich empfangen und mit handgepflücktem, handverlesenem und vor Ort geröstetem Kaffee bewirtet. Köstlich mundend und darüber hinaus kostenlos. Die Kaffeerösterei sieht eher nach einem Gartenhäuschen aus, als nach einem Betrieb der seinen Kaffee weltweit verschickt. 227 Gramm für 27 US-Dollar. Wer mehr über die Old Tavern Coffee Estate wissen möchte, das www weiß mehr. Im Anschluss an die Kaffeeverkostung durften wir uns frei im Gelände der Plantage bewegen. Es ist beileibe nicht so, dass die Kaffeesträucher in Reih und Glied stehen, nein sie sind wild im bergigen und von Schluchten durchzogenen Gelände verteilt. Ein Wahnsinnsaufwand die reifen Bohnen einzeln abzupflücken und zum Gartenhäuschen zu schaffen. Dort werden sie von Hand verlesen, sortiert und geröstet.

Kaffeebohnen

Kaffeebohnen

Old Tavern Coffee Estate

Old Tavern Coffee Estate

Wir nahmen noch ein Päckchen vom medium gerösteten Kaffe mit, ließen uns den Weg in Richtung Kingston erklären und fuhren weiter. Nach wenigen Kilometern hatten wir die „Passhöhe“ überwunden und von da an ging es auf der Südseite der Blue Mountains bergab. Einen weiteren Stopp mussten wir noch im GAP-Café, hoch in den Bergen über Kingston, mit herrlichem Ausblick über die Stadt einlegen. Eine weitere Portion Blue Mountain Kaffee war fällig. Leider war es sehr neblig und kalt und wir konnten Kingston mehr erahnen als sehen und haben zum ersten Mal in der Karibik richtig heftig gefroren. Unten in Kingston angekommen hatten wir alle Mühe uns im Verkehrschaos zurecht zu finden. Die vierspurige Einfallstraße war komplett dicht. Zwischen der Autolawine irrten fliegende Händler, Autoscheibenputzer, Fußgänger, Fahrradfahrer entgegen der Verkehrsrichtung fahrend und völlig losgelöste Motorradpiloten umher. Und wir mittendrin ohne Navi und detaillierte Straßenkarte. Zweimal fragen und dabei in einer Tankstelle einen kleinen ratlosen Menschenauflauf (nie was von Port Antonio oder der Straße A3 zur Nordküste gehört) hinterlassend, sind wir der Blechlawine entkommen. Der Retter erschien in Form eines Linienbusses auf dem Port Antonio – Kingston stand. Wir waren auf dem richtigen Weg gewesen, aber der Bus machte uns die Straßen frei und Walter hatte alle Mühe dem Bus hinterher zu kommen. Wir hätten ohne den Bus als Wegbereiter sicherlich für die Fahrt quer durch Jamaika die doppelte Zeit benötigt.

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James Bond Beach in Oracabessa

James Bond Beach in Oracabessa

Die heutige Tour führte uns an der Nordküste entlang bis nach St. Ann´s Bay und zurück. Über die besuchten Orte Oracabessa, Ocho Rios, St. Ann´s Bay kann ich nicht viel schreiben. Oracabessa hat den privaten James Bond Beach, Ocho Rios ein Kreuzfahrt-Terminal und entsprechend viele Verkaufsstände und St. Ann´s Bay besteht hauptsächlich aus Marktständen. Unsere Begeisterung für Jamaika hält sich noch in Grenzen. Ja, es gibt schon schöne Orte, wie zum Beispiel bei Oracabessa den James Bond Beach (privat und kostet Eintritt), aber alles was nicht „Privat Property“, speziell für Touristen organisiert oder Ressortanlage ist, ist nicht ganz so prall.

St. Ann´s Bay

Markttreiben in St. Ann´s Bay

Markttreiben in St. Ann´s Bay

Die Strände sind voller Plastik- und sonstigem Müll und die Ortschaften sind chaotisch. Die Straßen in Richtung Westen sind recht gut, sehr viel besser als die in Richtung Osten. Gestern mussten wir im Slalom um die riesigen Schlaglöcher kurven und trotzdem hatten wir heute auf der Rückfahrt eine Reifenpanne hinten rechts. Der Mietwagen hatte einen neuen vollwertigen Ersatzreifen, aber das Radkreuz passte nicht auf die Radmuttern – keine Chance die aufzubekommen und unterwegs den Reifen zu wechseln. Die überall lauernden Helferlein waren auch sofort und ungebeten zu Stelle; konnten uns mit dem falschen Werkzeug auch nicht helfen, forderten aber umgehend ein Trinkgeld. Für was eigentlich, den guten Willen? Walter hat ihm JMD 500,– (EUR 3,50) gegeben – das Helferlein war aber nicht zufrieden damit. Besser wir hätten ihn am Straßenrand stehen lassen, so hätte er wenigstens einen Grund zum Nörgeln gehabt. Wir überdenken unser freundliches Auftreten gegenüber den Wegelagerern die uns ungebetene Dienste zukommen lassen wollen.
Die sechs Kilometer bis nach Ocho Rios sind wir mit dem platten Reifen gefahren und haben an einer Tankstelle Hilfe bekommen. Hier wiederum waren die Mitarbeiter ausgesprochen hilfsbereit und haben mit dem Pressluftschrauber die Radmuttern aufbekommen und flink das Ersatzrad drauf gezogen. Auf die Frage, was wir schuldig seien kam ein zaghaftes JMD 500,00.

Mietwagen Reifenpanne

Unterwegs an der Nordküste Jamaikas

Unterwegs an der Nordküste Jamaikas

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Am Montag und Dienstag hatte es immer wieder in Strömen geregnet, sodass wir überwiegend auf dem Schiff geblieben sind. Am Dienstag hatten wir den ganzen Tag irgendwas rumgewerkelt und nicht die geringste Lust ins Städtchen zu gehen. Uns geht der CD-Verkäufer mit seinen Kumpels auf den Zeiger – nicht nur, dass er uns CDs mit Radiomitschnitten untergejubelt hat, dabei hatte er gesagt, dass auf den CDs seine Musik drauf sei, nein, er hat auch noch seine Kumpels auf uns angesetzt. Die lauern am Marinaausgang. Der eine wollte am Montag Geld um sich Reis zu kaufen, der nächste hat wohl ein Auto und wollte sich als Taxifahrer und Guide verdingen. Dem Hungrigen habe ich ein Kilo Reis gekauft – er war nicht so richtig zufrieden. Der Guide ging leer aus, weil wir uns heute einen Mietwagen genommen haben und die Fahrten zu den Hotspots des Marco Polo Reiseführers selbst machen. Immerhin verdient der Mietwagenverleiher in Port Antonio was.
Heute war der Nordosten von Jamaika auf dem Tagesplan und wir haben einige „Insider“-Tipps und Hotspots aufgesucht. Das Mocking Bird Hotel in den Hügeln hinter Port Antonio hat derzeit keine Gäste und deshalb ist auch das empfohlene Mille Fleur Restaurant geschlossen. Falls wir uns dort ein Sternemenü servieren lassen wollen, müssen wir zwei Tage vorher anfragen, ob sie das Restaurant gegebenenfalls öffnen. Der supertolle Strand Frenchman´s Cove kostet U$ 10,00 Eintritt pro Person und das war uns für eine Fotosession zu teuer. Die aus vielen Filmen bekannte Blue Lagoon ist für die Öffentlichkeit eigentlich nicht mehr zugänglich. Guides bieten zwar an mit dem Bambusfloß in die Lagoon zu stochern, was aber verboten ist, weil die Korallen dadurch beschädigt werden. Alte Fischerkähne liegen ebenfalls zur Fahrt in die Blue Lagoon bereit, ohne uns. Nächster Stopp war Winnifred´s Beach, frei zugänglich und in einer schönen Bucht gelegen.

Winnifred´s Beachbar und Grill

Winnifred´s Beachbar und Grill


Winnifred´s Beach Bar

Winnifred´s Beach Bar

Der Strand ist mit Hütten zugepflastert und die Bar und Grillbetreiber schlagen sich fast um die wenigen Gäste. In den 1980igern Jahren waren es Zelte von deutschen Aussteigern, die sich dort niedergelassen hatten. Jetzt fehlen die Individualreisenden überall, was wir besonders beim nächsten Stopp, den Reach-Falls, feststellen konnten.

Reach Falls Jamaika

Reach Falls Jamaika

Außer uns waren noch fünf weitere Gäste da, die sich von den Lifeguides den Wasserfall hinauf führen ließen. Ich habe eine Einzelführung bekommen, weil Walter mit seinem Rückenimplantat diese glitschige und nasse Aktion nicht mitmachen konnte. Am Einstieg steht gleich eine Mutprobe an, nämlich unter dem Wasserfall hindurch laufen in eine dahinterliegende kleine Höhle rein, durch diese durch und ans Tageslicht zurück und rechts am Wasserfall entlang hochklettern und ins erste ausgewaschene Felsbecken rein. Nach dem ersten Temperaturschock war es ein wunderbares Gefühl im tiefblauen reinen Gebirgswasser zu schwimmen. Der Lifeguide ist immer in der Nähe und achtet auf die Sicherheit. Am Rad des Wasserfalls läuft ein Trampelpfad, sodass Walter meine Plantschaktionen bewundern und fotografieren konnte. Natur pur, was will man mehr.

Naturschwimmbad Reach Falls

Naturschwimmbad Reach Falls

Reachfalls (15)

Reach Falls

Reach Falls

Naturschwimmbad Reach Falls

Naturschwimmbad Reach Falls

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Heute haben wir uns zwei Mal charmant über den Block ziehen lassen. Zuerst hatten wir wieder Besuch vom Bananaman mit seinem Bambusfloß.

Bananaman

Nachdem wir ihn am Freitag mit der Begründung noch kein Geld zu haben weggeschickt hatten, war er heute zuverlässig wieder zur Stelle. Für seine sweet bananas (noch giftgrün)

Banana

wollte er 5 US $ – das war uns zu viel und außerdem erklärten wir ihm, dass wir keine US $ haben, sondern jetzt Jamaika Dollars. Er hat uns dann 350 JMD aus der Rippe geleiert und zwei Dosen gekühltes Bier. (Er wolle ein Bier, aber das Bier aus Curacao war ein Fehlkauf und deshalb bekam er zwei Dosen). Er erzählte uns, dass er eine deutsche Freundin in Bremen habe und auch schon in Bremen war.

Port Antiono Town

Am Nachmittag machten wir einen weiteren Spaziergang durch Port Antonio und wurden auf dem Rückweg von einem älteren Rasta angesprochen, der uns erzählte, er hätte uns beobachtet und positive vibes empfangen und uns auf den Kopf zugesagt, dass wir aus Deutschland kommen. Die Trefferquote war hoch, es liegen aktuell zwei deutsche und eine österreichische Jacht in der Marina. Er erzählte ebenfalls von einer deutschen Freundin in Stuttgart-Feuerbach und dass er vor langer Zeit in Stuttgart war und mit der S-Bahn zur Stadtmitte gefahren sei und dort old-school-reggae-music gemacht hat. Praktischerweise hätte er auch CDs mit seiner Musik da und würde uns gerne eine CD verkaufen. JMD 2000,00, rund 13 Euro. Zu viel. Da wir „deutsche Freunde“ waren bekamen wir dann 2 CDs, eine old-school und eine mit lovers-reggae.
Am Abend waren wir im Marinarestaurant zum Abendessen und ein weiterer CD Verkäufer erschien und wollte uns CDs mit original-old-school-reggae andrehen. Da wir nicht im Stundentakt CDs bzw. Raubkopien erwerben wollten, mussten wir ihn leider wegschicken. Ob er auch eine deutsche Freundin hat haben wir ihn vorsorglich nicht gefragt.
Mädels aus den 70igern, ihr wart ja ganz schön krass drauf – auf jeden Fall habt ihr zur Völkerverständigung einiges beigetragen.

Port Antonio Beach