USA Rundreise 2019_16

Und wir düsen, düsen, düsen im Sauseschritt…. durch Ohio, Pennsylvania in den Bundesstaat New York. Nach Cleveland/Ohio machen wir für drei Tage in Buffalo/NY Station.

Canalside in Buffalo

Warum Buffalo? Weil wir a) ein Super-Schnäppchenpreis für eine Loft (60 qm, voll ausgestattete Küche mit Spülmaschine, Wohnzimmer mit offenem Kamin u.v.m.) direkt am Eriekanal in einem umgebauten Industriegebäude „geschossen“ haben und b) die Niagarafälle auf dem Plan stehen. Durch die Vielzahl unserer Buchungen über ein bestimmtes Buchungsportal sind wir jetzt in den Genius Rabattbereich aufgestiegen und bekommen auch auf die Schnäppchen nochmal 15 % Rabatt. Nicht schlecht, oder? Und da wir zudem dazu übergegangen sind, am Abend selbst zu kochen wird unser Budget gar nicht so übermäßig belastet. Die gut bestückten Supermärkte haben 24/7 geöffnet und bieten sogar BioWare. So ist unser Tagesablauf gut durch geplant. Frühstück (Kaffee/Tee, Müsli und frisches Obst) und Abendessen (Gemüse, Pasta oder Reis, Fisch oder Fleisch oder nur Vegi). Den Tag über Fahrt zum nächsten Domizil oder Sightseeingtour.

USA Rundreise 2010_15

Cleveland Ohio bzw. Bay Village am Erie See
Super angenehmes Klima am Erie See. Schlafen ist ohne Klimaanlage möglich. Nach dem Ankommen gestern wurden sofort die Kindertretroller aus dem Kofferraum geholt. Wir rollern los. Uns zieht es immer ans Wasser. Lake Erie ist mehr ein Binnenmeer als ein See. Auf jeden Fall sieht man das kanadische Ufer nicht und dicke Frachter sind unterwegs. Wir verbringen einen entspannten Abend am See.
Heute besuchten wir die Rock n Roll Hall of Fame in Cleveland. Siehe www. Wir verbringen einige Stunden dort, bis wir durch die Klimaanlage so tiefgefroren sind, dass wir ins Freie zum Aufwärmen müssen.
Cleveland hat viele Stadtviertel, ein richtiges Zentrum vermissen wir. Ohio City besteht nur aus der 25. Straße und Little Italy ist echt sehr klein. Im Business Viertel waren wir erst gar nicht. Der Abend klingt in einer der wenigen Kneipen, die heute Livemusik bieten, aus. Reißt uns jetzt nicht vom Hocker. Vor allem wird das Essen auf Papptellern und das Getränk in Plastikbechern serviert – in der Kneipe für mich ein No-Go. Gegessen wird überwiegend mit den Fingern – Fingerfood live.
Wir kaufen ein und kochen selbst.

Markthalle


Markthalle in der 25. Straße


Übliche Portionsgröße
Reicht bei uns für eine komplette Familie

USA Rundreise 2019_14

Cincinnati/Ohio







Die Smokys und die Vergnügungsparks lassen wir hinter uns. Wobei wir das Vergnügungs-Ballyhoo nur aus der Ferne betrachtet hatten. Unser nächster Stopp ist in Cincinnati im Bundesstaat Ohio. Sonntags sind die Straßen proppenvoll, mehrfach stehen wir im Stau. Unser Google-Navi leitet uns von der Interstate 75 runter und auf den Highway 25. Nicht nur uns, gefühlt tausende Andere auch. Was zur Folge hat, dass sich auch hier kein Rad mehr dreht und wir immer mehr in die Tiefen von Tennessee geleitet werden. Wir kommen an Orten vorbei, die kein Mensch sehen will. Verlassene und verfallene Farmhäuser, Messi-Häuser wo der Müll in Tüten über die Terrasse hinaus in den Garten quillt, kaputte Autos, die einfach am Ort des Kollapses stehen gelassen wurden u.v.m. Bereiche, wirklich wahr, ohne Mobilfunkabdeckung. Hier ist „make America great again“ in den letzten vier Jahren definitiv nicht vorbeigekommen, geschweige von „keep America great“.
So vergehen Stunden bis wir in Cincinnati, Ohio ankommen. Geplant war um 15 Uhr im Hotel einzuchecken und dann gleich loszulegen um die Stadt zu erkunden. Wir kommen erst nach 18 Uhr an. Unser Nachtdomizil ist direkt am Ohio River, im Bezirk The Banks. Dieses Viertel ist komplett neu gestaltet. Ein großer Riverside Park, mit Wasserspielen, Riesenrad, Klangkörper und Glockenspielen. Außerordentlich hübsch und sauber. Die historische John A. Roebling Brücke ist gleich um die Ecke. Sie war ursprünglich die längste Hängebrücke in Amerika und würde vom gleichen Ingenieur konstruiert wie die Brooklyn Bridge in New York. Fotoshootings sind angesagt. Sehr viel mehr sehen wir vom Innenstadtbereich leider nicht. Das Viertel „over the Rhine“ ein ehemals deutsches Auswandererviertel, erinnert an das alte Berliner Stadtviertel Kreuzberg (als wir dieses in den 70iger Jahren erstmals sahen). Viel Kulturelles steht im Eventkalender, wir müssen passen. Am Montag geht es weiter an den Erie-See, eine weitere Nacht in Cincinnati hätte sich gelohnt.

USA Rundreise 2019_13

Great Smoky Mountains
Pigeon Forge/Gatlinburg
Nach Nashville zieht es uns ins Grüne. Die Great Smoky Mountains liegen 300 Kilometer östlich von Nashville und sind ein beliebtes Ausflugsziel für die Städter. Da wollen wir hin. Auf Empfehlung der Rezeption unseres Hotels in Nashville haben wir uns in Pigeon Forge eingebucht, im Wilden Bären war noch ein Zimmer zu haben. Gatlinburg ist an diesem Wochenende nahezu ausgebucht. Wir wünschten uns eine Unterkunft am Rand der Mountains mit Blick ins Grüne. Zum Wandern und Kopf auslüften. Nur ein Wunsch ist in Erfüllung gegangen; am Rande der Mountains. Als wir in Gatlinburg/Pigeon Forge ankommen, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. Wo sind wir hier nur gelandet? Gatlinburg/Pigeon Forge ist ein einziger Freizeitpark entlang der Bundesstraße. Kilometerweit Fahrgeschäfte, Riesenrad, Ballyhoo, Disneyland 4.0, gekrönt durch den Dollywood Park der Country Sängerin Dolly Parton. Die sind doch alle größenwahnsinnig.
Der Wilde Bär liegt direkt an der sechsspurigen Bundesstraße. Schlafen geht mit Ohrstöpsel, immerhin ist es sehr sauber. Der Witz am Wilden Bären ist, dass es ein Motel mit deutschen Restaurant ist. Und es steppt der Bär. Es gibt Bratwurst, Kartoffelsalat (den wir lieber nicht probieren), Schnitzel in allen Variationen, frische Salate, deutsches Bier etc. Samstag ist der beliebteste Tag. Der Laden brummt. Es gibt Sauerbraten und Rindsrouladen nach Omas Art.
Wir sind jedoch nicht zum Essen hierher gekommen. Einen ausgedehnten Spaziergang (Wandern wäre übertrieben) im Great Smoky Mountains Nationalpark machen wir. Ein kurzes Stück geht es mit dem Auto in die Berge. Berge ist relativ, die Schwäbische Alb oder das Allgäu sind vergleichbar. Da wir früh dran sind, bekommen wir sogar direkt am Einstieg einen Parkplatz. Unser Ziel sind die Rainbow Falls. 5,5 Kilometer sanft ansteigend. Sehr angenehm zum Laufen, weil der Weg top instand gehalten ist. An steilen Stellen Steinstufen, ansonsten Steinplatten und Holzbalken zur Ableitung des Regenwassers.

Trail zu den Rainbow Falls



Rainbow Falls

Die Wolkendecke schließt sich dummerweise, so dass uns das Schauspiel des Regenbogens am Wasserfall verwehrt bleibt. Bei voller Sonne bildet sich um den Wasserfall herum durch die Lichtbrechung im Wassernebel ein Regenbogen. Heute nicht. Beim Abstieg werden wir auf den letzten 500 Meter so dermaßen von Oben begossen, dass wir uns klatschnass ins Auto setzen. Wandern ist für heute abgeschlossen. Mit dem Auto geht es weiter. Zuerst nach Ober Gatlinburg, wo sich im Winter sogar eine Skipiste befindet. Das aktuelle Highlight dort ist eine 210 Meter lange Skybridge die sich über eine Schlucht spannt.

Great Smoky Mountains
Sky Bridge in Gatlinburg

Trotz unsicherem Wetter stehen Massen am Kassenhäuschen. Wir nicht. Wir nehmen Kurs auf Ashville in North Carolina. Die Landesgrenze zwischen Tennessee und North Carolina verläuft längs durch die Mountains.

Great Smoky Mountains Nationalpark


In North Carolina gehen die Smokys in die Blue Ridge Mountains über. Unsere Straße, die wir durch die Berge wählen, ist nur auf der Tennessee Seite asphaltiert, in North Carolina ist die Bundesstraße 32 nur noch eine Schotterpiste. Der Verkehr soll über den Highway 40 fließen und nicht quer durch den Nationalpark. Können wir akzeptieren und drehen ab. Wir kommen am River raus und können unzählige Schlauchboote beim Rafting beobachten.



Um da mitzumachen ist es leider zu spät am Tag, aber wahrscheinlich wäre der Event wieder an der Schmerzgrenze (Preis nicht akzeptabel) gescheitert. You can’t always get what you want….

USA Rundreise 2019_12

Tag 3
Heute Vormittag ist wieder gehobene Kultur angesagt. Das Nashville Museum of Art zeigt derzeit aus der Sammlung Gelmann einige wenige Bilder von der deutschstämmigen mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo. Frida Kahlos Vater Wilhelm kam aus Pforzheim (Baden-Württemberg) und ist mit 18 Jahren nach Mexiko ausgewandert.



Frida Kahlos geliebte traditionelle Kleidung

Ausstellungen von Frida Kahlos Werk sind sehr selten. Das Gesamtwerk von Frida Kahlo, die nur 47 Jahre alt wurde, umfasst lediglich 144 Ölgemälde. Nach ihrem Tod verfügte ihr Ehemann Diego Rivera, dass die Bilder, die sich im Museum Casa Azul in Coyacán befinden, Mexiko niemals verlassen dürfen. Näheres ist im www zu finden.

Am späten Nachmittag sind wir zusammen mit 250.000 Menschen in Downtown Nashville unterwegs um dem Independence Day zu feiern. Wir feiern nicht, wir staunen nur. Der Broadway, wo die große Bühne steht, ist bereits am Nachmittag brechend voll. Wir gehen zwar noch durch die Sicherheitsschleusen, mit Körperscanner und Taschenkontrolle, aber verlassen den Bereich schnell wieder.

Neues Ziel ist das Ascent Amphitheater, wo am Abend das mehrfach prämierte Nashville Symphonie-Orchester live zum Feuerwerk spielt. Bis dahin werden die einzelnen Acts der Hauptbühne auf große Leinwände überall in der Stadt und ins Theater übertragenen. Wie sitzen bequem auf Stühlen und können ohne den riesigen Trubel die Show miterleben. Das Motto in Nashville ist „let freedom sing“. Also keinerlei politisches Statement und kein militärisches Brimborium, so wie es in diesem Jahr erstmals in Washington aufgezogen wurde.

Im ganzen Stadtgebiet sind Leinwände aufgebaut, die die Show der Hauptbühne übertragen

Kurz vor 21:30 Uhr erscheint das Symphonie-Orchester und mit dem ersten Takt rauschen auch schon die Feuerwerkskörper in die Höhe. Insgesamt dauert das Konzert zum Feuerwerk 30 Minuten. Es ist definitiv das gigantischste Feuerwerk das ich je gesehen habe. Alles eine Nummer größer und wahnsinniger. Walters Kommentar: gut, dass die heute so viel amerikanische Steuergelder verprasst haben, dann können sie damit schon keinen anderen Blödsinn anstellen.

Symphonie Orchester im Amphitheater



USA Rundreise 2019_11


Tag 2
Immer mehr Straßen werden abgesperrt, Bühnen aufgebaut und Toilettenhäuschen angekarrt. Den Hop on – Hop off Bus zu nehmen macht keinen Sinn. Wir holen uns den Flyer und fahren mit dem Auto die Sehenswürdigkeiten am Stadtrand ab. Das Belford Manison wird heftig beworben. Es ist ein historisches Herrenhaus, das heute ein Museum ist. Interessanter ist aber der Campus der Belford Universität. Alles nur vom Feinsten. Die einzelnen Fakultäten sind ebenfalls in verschiedenen Herrenhäusern untergebracht, die auf dem sehr gepflegten Belford Gelände stehen.

Belford Universitätscampus in Nashville



Der nächste Stopp ist der Parthenon im Centennial Park. Er ist ein detailgetreuer Nachbau des antiken griechischen Parthenon-Tempels in Athen, also ein Plagiat.
Weiter geht es zum Farmer‘s Market. Das passt uns heute ganz gut. Hier gibt es eine große Auswahl an Essen.
Nach einer kurzen Ruhepause im Hotel geht es zurück in die City. Bereits heute um 16 Uhr fangen die Feierlichkeiten zum Independence Day an. Im Ascent Amphitheater gibt es Livemusik bis 20 Uhr.

Danach ziehen wir weiter Richtung Broadway und finden eine gediegene Jazz-Location in der Printers Alley.

Hier bleiben wir bis die Band aufhört.

USA Rundreise 2019_10

Das wichtigste zuerst: die Unterkunft und die Verpflegung. Wieder haben wir zu einem akzeptablen Preis eine Suite mit Küchenzeile gefunden. Bewertung 9,2 von 10 Punkten. Wir checken ein und dürfen feststellen, dass alles vorhanden ist. Mannshohe Kühl- und Gefrierkombi, Spülmaschine, Spüle, eine große Mikrowelle, komplettes Geschirr und Gläser für 6 Personen – nur keine Kochplatten. Mist! Ich habe noch nie Reis oder Pasta in der Mikrowelle zubereitet. Kein Plan wie das funktioniert. Für die nächsten drei Tage bleibt wohl die Küche kalt. Salat, Käse, Baguette etc. geht immer.
Am späten Nachmittag fahren wir ins Stadtzentrum. Wie immer, erst mal die Lage checken.

Nashville


Nashville
Fußgängerbrücke zum Fußballstadion

Schöne Bleiglasfenster am Union Station

Die Meile mit den Musikläden und -hallen heißt hier Broadway. Livemusik ohne Ende, mehr noch als in Memphis. Momentan steht die ganze Stadt Kopf. Gefühlt eintausend mobile Toilettenhäuschen werden rund um den Broadway platziert. Ganze Straßenzüge sind gesperrt, Bühnen werden aufgebaut und überall wuselt es. Der 4. Juli, der Independence Day, steht an. Hier in Nashville gibt es eine Veranstaltung, bei der 250.000 Besucher erwartet werden. Das Symphonie-Orchester spielt am 04.07. live zum Feuerwerk. Das ganze Spektakel beginnt schon morgen, am 03.07. am Nachmittag. Wir werden dabei sein.
Heute jedoch lassen wir es langsam angehen und besuchen nur zwei Musikkneipen. In der ersten spielt ein Gitarrenduo. Das zweite ist eine riesige Musikhalle mit großer Bühne und einer Vier-Mann-Band. Ehrlich, das Gitarrenduo hat uns besser gefallen.

Ein großes Ärgernis, in Memphis und auch hier, sind die mietbaren Elektroroller. Die können über ein Onlineportal gebucht werden und die vor und/oder nach Gebrauch an jeder Straßenecke rumliegen, im Idealfall rumstehen. Das sind Hindernisse und Stolperfallen auf den Geh- und Radwegen der besonderen Art. Auch die Touristen, die mit diesen Geschossen auf den Gehwegen unterwegs sind, sind Allgemeingefährlich. Wir sind ja auch, wenn möglich mit unseren Tretrollern unterwegs, aber wir sind viel langsamer und kontrollierter, weil manuell fußbetrieben, unterwegs. Nicht alles was der Umwelt dient ist auch sinnvoll. Die Dinger werden doch nur zum Spaß ausgeliehen, hier ist alles auch fußläufig erreichbar.

Elektroroller

Verkehrshindernisse der besonderen Art

USA Rundreise 2019_9

Fahre Memphis
Taxi Sharia – Das Grauen hat vier Räder – war eine Radiocomdey des SWR 3. Es geht um den Taxifahrer Ützwurst, der am Ende des Sketches mit seinem Taxi Sharia immer zu Elvis nach Memphis fahren will. Über YouTube sind hiervon noch einige zu hören. Eine Zeitlang war „fahre Memphis“ und „wo du wolle“ der Running-Gag wenn ein Taxi vorbeikam.

Wir fahren am Vormittag nach Graceland. Elvis‘ Wohnhaus und seine letzte Ruhestätte befinden sich hier. Graceland entpuppt sich als riesige Gelddruckmaschine der Presley Hinterbliebenen. Parken kostet 10 Dollar. Wir gehen zum Welcome Graceland Empfangsgebäude und staunen nicht schlecht über die Eintrittspreise. Ein kurzer Blickwechsel genügt. Die haben ein Rad ab.

Da kommt gut was zusammen bei 600.000 Besucher im Jahr. Wir gehen in den Souvenirladen. Das kostet nichts. Schauen uns die Werbevideos für die Führungen an, fotografieren viel und warten nur darauf dass wir rausfliegen. Es stört sich niemand an uns. Selbst die zwei ausgestellten Flugzeuge können wir durch den Zaun fotografieren.





Nach 1,5 Stunden fahren wir weiter nach Memphis Downtown. Auf Museum haben wir heute keine Lust, stattdessen machen wir mit dem Mississippi-Schaufelraddampfer eine Rundfahrt.


Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel, mit selbstgekochtem Abendessen, fahren wir wieder nach Downtown Memphis.


Die Beale Street ist Pflichtprogramm und wir werden nicht enttäuscht. Obwohl Montag ist haben wir eine vielfältige Auswahl. Wir entscheiden uns für den B B King Club.

Eine gute Wahl. Viel Blues und Soul, auch funky music und ein bisschen Rock. Aber kein Elvis – und das ist gut so. Das sollen die anderen Musikhallen machen.

Zum Thema Hotel/Motel muss ich noch ein paar Zeilen schreiben. Wir buchen immer über ein bekanntes Hotelbuchungsportal. Mittlerweile sind wir dazu übergegangen zuerst nach den Bewertungen sortierten zu lassen. Alles was weniger als 7,5 von 10 Punkten hat fliegt raus. In Biloxi und Natchez hatten wir Motels mit der Bewertung 7, das waren die üble Absteigen. Am besten ist es, wenn wir ein Zimmer/Appartement mit Küchenzeile finden, weil die Verpflegung ist grenzwertig. Frühstück besteht aus Kaffee, Waffeln, Flakes und es gibt ausschließlich Papp- oder Styropor-Tassen und -Teller sowie Plastikbesteck. Das Abendessen ist, wenn es bezahlbar ist, knapp an der Grenze des genießbaren. Immer TK-Pommes, Chicken, Pork, Beef oder Fish, alles convenience und meistens frittiert. Salat ganz schwierig. Die gehobene Küche hier entspricht unserem Maßstab der handgemachten bürgerlichen Küche. Das kostet schon mal 150 Dollar für zwei Personen. Die Preise auf der Speisekarte sind ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen und der Service will mindestens 15% Trinkgeld, üblich sind 18%. Deshalb kaufen wir unser Obst zum Frühstück und den Salat/Gemüse und Shrimps/Fisch im Supermarkt und kochen wenn möglich selbst. Was jedoch zur Folge hat, dass wir mit einem halben Hausrat reisen. Große Kühlbox für Wasser, Saft, Bier und Wein, eigene Keramiktassen und -teller, echtes Besteck, zwei Töpfe und jeden Tag kommt noch etwas dazu. Heute ein Korkenzieher.

Super leckere Sushi gibt es im Publix Supermarkt oder im Freshmarket. Mittwochs reduziert zu 5 Dollar die Box. Auch die belegten Baguettes sind hier hervorragend.

USA Rundreise 2019_8

Natchez-Vicksburg-Cleveland-Clarksdale-Memphis- Entlang des Mississippi nach Norden.
Nördlich von Vicksburg, im Bereich des Yazoo Rivers sind endlose Farmland-Flächen seit Ende März überflutet. Die Bundesstraße 61 ist eher eine durchgehender Damm als eine Straße. Links und rechts endlose Seen, die zuvor Felder waren. Verlassene Farmen, Industrieanlagen u.v.m. Hunderte von überfahrenen Tieren liegen am Straßenrand, auch Alligatoren. Die Regierung in Washington lehnt seit Jahrzehnten ein Pump-Projekt ab, das diesen Landstrich vor Überflutung durch die Mississippi-Hochwasser sichern könnte. Zu teuer und zu groß die Gefahr, dass dann zum Beispiel New Orleans geflutet werden könnte. Überall hängen Protestplakate #Trump – Finish the Pumps – also er soll die Mittel freigegeben um das Pumpensystem fertig zu stellen. Das Problem an der Sache ist, dass das Hochwasser über die bestehenden Dämme gelaufen ist und jetzt nicht mehr ablaufen kann. Haus gemachtes Problem um Farmland im Delta zu gewinnen. Das ist die Kehrseite der Medaille.




Cleveland ist unser erster Halt. Wir suchen einige „historische“ Stätten und werden nicht fündig. Alles verrammelt, vergammelt und zugenagelt. Außerdem ist Sonntag, da ist erfahrungsgemäß hier überall tote Hose. Clarksdale ist nicht besser, immerhin gab es hier heute einen Jazz-Brunch. Der ist aber vorbei als wir ankommen. Abgevespert. Ansonsten nichts, nada, niente. Wir haben Glück und finden mit Google einen guten Supermarkt mit Frischeabteilung in der Nähe. Wenigstens bekommen wir hier frisches Obst für die Weiterfahrt nach Memphis/Tennessee. Ja, wir haben die Bundesstaaten Louisiana und Mississippi hinter uns gelassen, nachdem wir zuvor schon durch South Carolina, Georgia und Alabama gefahren sind. Geht flott. Die Straßen sind hier wirklich gut in Schuss, im Gegensatz zu den vielen verlassenen Anlagen auf dem Land. Wir kommen in die Region der „fly over states“, das ist nicht zu übersehen.

USA Rundreise 2019_7

Wir verlassen New Orleans und fahren den Mississippi entlang nach Norden. Kilometerlang wird der Highway auf Stelzen durch das riesige Mündungsdelta des Mississippi, des Old Man Rivers, geführt. Echt beeindruckend. Straßen bauen können die…
Wir machen Halt in Baton Rouge, der Hauptstadt des Bundesstaates Louisiana. Baton Rouge liegt am Mississippi, aber nicht im Bundesstaat Mississippi. Das Old Louisiana State Capitol ist heute ein Museum für politische Geschichte. Es sieht aus wie eine mittelalterliche Burg und kann besichtigt werden.

Old Louisiana State Capitol

Da sonst nicht viel auf dem Tagesplan steht, tun wir das. Im Inneren sieht es aus wie in einer gotischen Kathedrale.

Kuppel im Old State Capitol

Weiter geht es nach Natchez, wo wir übernachten. Das XY-Inn ist eher eine Absteige. Wir schmeißen nur kurz im Zimmer die Klimaanlage an und fahren mit dem Auto nach downtown. Natchez liegt direkt am Mississippi, fast direkt. Downtown liegt gefühlte 500 Höhenmeter über dem Fluss. Auf der Suche nach dem Original Mississippi Blues, aber in erster Linie nach Essen, fahren wir mit Google und dem Auto quer durch Natchez in landen in einer Sackgasse unten am Fluss. Der Mississippi führt Hochwasser und die Parkplätze der Kneipen am Fluss sind überflutet. Also wieder den Berg rauf und oben in Downtown parken. Zu Fuß geht’s weiter. Wohin? Ganz klar nach unten zum Fluss und in eine der drei Kneipen zum Abendessen. Zwischendrin der Biker-Club, er bietet Livemusik ab 21 Uhr. Schon mal nicht schlecht.

Ruhebank vor der Bikerkneipe


Nach dem Essen geht es wieder den Berg rauf um kurz darauf, einen halben Kilometer weiter nördlich, den Berg wieder runter zum Fluss, bzw. zum Casino zu laufen. Da gibt’s keine Livemusik. Berg wieder rauf.
In der Smooth Lounge soll was gehen. Nein, die bauen erst auf. Weiter zur Natchez Brewerie, da spielt ein Gitarren Duo. Das hört sich gut an. Wir sind kaum drin, haben ein Glas frisch Gebrautes in der Hand, da kommt auch schon der letzte Song für den Abend.

Natchez Breweries


Natchez Breweries


Natchez Breweries

Ok, dann halt doch Smooth Launch oder vielleicht 100 Main? Smooth Launch hat zwischenzeitlich angefangen, aber so laut, dass es uns rückwärts aus der Eingangtüre wieder rausbläst. 100 Main, die nächste Wahl. Wir wurden schon platziert, haben noch nichts bestellt, stellen jedoch fest, dass die Akustik so dermaßen schlecht ist, dass alles total verzerrt rüberkommt. Das geht gar nicht, das führt zu Kopfschmerzen. Raus hier. Berg runter zur Bikerkneipe. Die Harley’s stehlen blitzblank und sauber aufgereiht davor. Drinnen bringt die Viermann-Band zusammen locker 300 Jahre auf die Bühne, aber der musikalische Output passt. Das Publikum ist bunt gemischt, von Alligator Joe bis zum Krokodile Dundee ist alles vertreten. Der Altersdurchschnitt ist Ü 60 und die ganze Party mutiert zum Tanztee der einsamen Herzen. Punkt 23 Uhr ist Schluss. Bettruhe. Nicht für uns. Wir haben noch eine Nachwanderung den Berg rauf vor uns.

Sunset über dem Mississippi in Natchez