Tåtorp-Töreboda-Hajstorp-Lyrestad-Sjötorp-Vänernsee
Wir sind durch. 58 Schleusen im Göta Kanal, 38 bergauf- und 20 bergab. Teilweise mit bis zu vier Stunden Wartezeit vor den Schleusentreppen. Vor der Schleusentreppe Riksberg hingen wir mit 11 Booten am Wartesteg, der eigentlich nur Platz für zwei Boote längsseits bietet. Wir lagen direkt am Steg, weil rechtzeitig vor Ort. An uns dran hingen noch fünf weitere Segler. Am anderen Boot hingen noch vier Schiffe, also ein 6er und ein 5er Päckchen in Wartestellung. Die Segler selber sortieren die Schiffe nach Länge und Breite in die Schleusenkammern. Zwei 4er Schleusungen (mit den etwas kürzeren Booten) und eine 3er Schleusung. Derjenige der das längste Boot hat wartet am längsten, so hatten wir uns geeinigt. Wir durften mit dem zweiten 4er Päcken mit. Nichts mit first come, first serve. Wir hatten Glück, dass die Motorbootfraktion schon durch war und wir das unter uns Seglern regeln konnten. Die Motorbootfraktion ist auch in Schweden nicht sehr beliebt. Die heißt Ellenbogen-Fraktion.
In den letzten drei Schleusen in Sjötorp waren wir heute alleine drin. Wie entspannend! Die meisten Segler gingen gestern gleich auf den Vänern See raus, wir blieben für die Nacht in Sjötorp und waren deshalb die Ersten an der Schleuse.
Nun schwimmen wir im Vänern, dem größten See Schwedens, der gleichzeitig auch der größte See in der EU ist. Er ist zehnmal so groß wie der Bodensee. Der Vänern liegt 44 Meter über Normalnull; deshalb nur 20 bergab Schleusen im Göta Kanal. Die restlichen Höhenmeter runter machen wir über den Trollhätte Kanal von Vänersborg (Vänern See) bzw. über die Göta Älv bis nach Göteborg (Kattegat).
Walter und ich sind uns einig, dass der Göta Kanal ein echtes Erlebnis ist. Aber es ist mit einer Zweier-Crew auch sehr anstrengend. Der Nord-Ostsee-Kanal ist ein Sonntagsspaziergang dagegen. Wir beide würden den Göta Kanal kein weiteres Mal machen. Lieber warten wir, wenn wir wieder in dieser Region unter Segel unterwegs sind, an Schwedens Ost- bzw. Südküste auf den passenden Wind um wieder Richtung Westen zu kommen.
Es zeichnet sich ab, dass wir aufgrund der Windrichtung und Stärke ein paar Tage in Mariestad bleiben. Nett hier. Es gibt hier alles. Schiffsausrüster (um die Schäden vom Kanal zu beheben), Systembolaget (für den nötigen Hochprozentigen zum Runterkommen), ICA Supermarkt, Restaurants, Bars, Boutiquen, Apotheken, Vårdcentral (Medizinisches Versorgungszentrum), Krankenhaus u.v.m.





