Saar-Triathlon, sehr verkürzt.
36 Grad sind angesagt. Der Fahrtwind auf dem Fahrrad lässt es grad so aushalten. Wir radeln auf dem Saar-Radweg von Saarburg saaraufwärts nach Mettlach. Im Dreiländereck eingebettet befindet sich das Traditionsunternehmen Villeroy & Boch, wo wir in der alten Benediktinerabtei die Erlebniswelt Keravision besichtigen wollten – Geschlossen wegen Corona. Wenige Kilometer weiter kommen wir zur berühmten Saarschleife in Mettlach-Orscholz. Die Fahrräder werden beim Fähranleger angeschlossen und Triathlon Part 2 beginnt. Der Aufstieg durch das Steinbachtal zum Aussichtspunkt Cloef wird mit einem grandiosen Ausblick auf die Saarschleife belohnt. Für den Abstieg nehmen wir die direkte Variante, den Cloef Pfad, der im Zickzack-Kurs direkt runter zur Saarschleife führt. Nicht gut für die Kniegelenke, zudem ist volle Konzentration und Trittsicherheit gefordert. Im Anschluss daran geht es wieder auf die Fahrräder und zurück zum Wohnmobilstellplatz bei Saarburg. Part 3 des Triathlons, der mit dem Wasser, findet seniorengerecht unter der Dusche statt. Radfahren 4 Stunden, Laufen 2 Stunden, Wasser 4 Minuten. Wir sind so platt, dass wir nicht mehr zum Abendessen gehen. Im Kühlschrank hat es noch ein paar Reste, die müssen auch weg.
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Unsere Deutschland-Entdeckungsreise geht nach vierwöchiger Pause im Westen weiter. Der Bulli hat zwischendurch ein neues Radlager und neue Bremsen bekommen.
In Trier besichtigen wir die historische Altstadt mit der Porta Nigra. Entlang der Mosel fahren wir zunächst nach Konz, wo die Saar in die Mosel mündet. Saaraufwärts geht es weiter zu dem mittelalterlich geprägten Saarburg. Es ist brüllend heiß, wir lassen den Bulli und die Fahrräder stehen und laufen gemütlich nach Saarburg rein. Wasser und Eis sind angesagt. Danach Aufstieg zur Saarburg und Fahrt mit dem Doppelsessel auf den Warsberg. Der Panoramaweg führt uns durch die Weinberge direkt zurück in die Altstadt – in ein Panorama- Restaurant über der Saar zum Tagesausklang. „ Saar-voire vivre“ – Hauptsach gudd gess, ein geflügelter Ausdruck, der aus dem Wortschatz und dem Lebensgefühl der Saarländer nur schwer wegzudenken ist.
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Fischland-Darß-Zingst

Mittlerweile steht der Bulli in Zingst auf einem Campingplatz. Leider können wir bzw. will ich nicht auf WoMo Stellplätze ohne Strom und Wasseranschluss. Da gibt es einige, auch die Landvergnügen-Stellplätze, für die wir ein Voucher erworben hatten, bringen uns ohne Frischwasser nichts. Wir nehmen den Bulli zwar nur als „Hotel Garni“, aber aus irgend einem Grund, kann er das Wasser nicht mehr halten … das Alter eben. Unser Frischwassertank ist inkontinent. Den Tag ohne Katzenwäsche und Kaffee zu beginnen geht gar nicht. So eben jeden Tag Campingplatz mit Dusche, WC, Strom und Brötchenservice und nicht nur jeden zweiten Tag. Auf den Campingplätzen fallen wir total aus dem Rahmen. Wir kommen an, stellen den Bus einigermaßen eben auf den Stellplatz, klappen das Dach auf, nehmen die Fahrräder vom Träger und weg sind wir. Nichts mit Vorzelt, Markise, Tisch, Stühlen und Gedöns, das kommt erst zum Frühstück kurz raus und gleich wieder weg. Wir sind angenehme Nachbarn. Nie da und abends zu verfroren um noch draußen zu sitzen.
Unsere Reise durch Meck-Pomm ist hier zu Ende. Wir radeln den Darß ab und werden, oh Wunder, in den zwei Tagen noch nicht mal nass. Am ersten Tag radeln wir über Prerow zum Leuchtfeuer Darßer Ort und zum Nothafen Darßer Ort. Wider Erwarten steht dort doch tatsächlich der Seenotrettungskreuzer „Theo Fischer“. Das heißt, die Fahrwasserrinne ist nicht versandet, sie wurde wohl nochmals ausgebaggert. Einige Segelschiffe liegen ebenfalls im kleinen Hafen. Seit Jahren gibt es ein riesiges Gedöns um den Nothafen, Baggern, nicht Baggern, schließen, einen neuen Hafen seeseitig in Prerow bauen etc. Ich bin nicht auf dem Laufenen, weil unser Segelrevier in den letzten sechs Jahren ja woanders lag.
Am zweiten Tag heißt unser Ziel Ostseebad Ahrenshoop. Auf der Radroute liegen die für uns schönsten Orte des Darß. Wieck mit seinen hübsch restaurierten Reeddachhäusern, dem putzigen Boddenhafen mit den traditionellen Zeesbooten und den frischen Fischbrötchen im Hafen.
Nicht minder hübsch ist Born am Darß. Unser Tagesziel Ahrenshoop ist ein traditionelles altes Ostseebad.
Mittlerweile so restauriert, dass die Verwahrlosung während der Jahre 1945 bis 1990 nicht mehr erkennbar ist. Es war einfach kein Baumaterial, kein Geld und keine Motivation da, den Bestand der Seebäder-Architektur zu erhalten. Wer einen richtig dicken Hals kriegen will, soll im www den Begriff „Aktion Rose“ googeln. Hier werden die systematisch geplanten und durchgeführten Enteignungen, Verhaftungen und Vertreibungen des damaligen Systems erläutert.
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Der Bulli steht in Dranske auf einem richtig schönen Stellplatz. Eingefriedet und getrennt von den anderen Plätzen mit mannshohen Hecken, Wasser- und Stromanschluss direkt vor dem Bus. Saubere Sanitäranlagen. Ideal zum Urlauben. Links der Botten, rechts der Ostseestrand.
Unser Tagesausflug von Wiek aus mit Rad und Fähre nach Hiddensee endete mit Eisbein (meine Füße), klatschnassen Klamotten und Lumumba zum Aufwärmen. Hiddensee ist autofrei und besteht aus vier Orten, Vitte, Kloster, Grieben und Neuendorf und vereinzelten versprengten Häuseransammlungen.

Als Höhepunkte sind da die ehemaligen Wohn- und Sommerhäuser von Gerhart Hauptmann und der Stummfilmschauspielerin Asta Nielson, zugegeben mit dieser Dame konnte ich auch nichts anfangen, aber immer hin wurde das Haus von dem Bauhausarchitekten Max Taut entworfen.
Der Höhepunkt ist die Steilküste mit dem Leuchtfeuer Dornbusch.
Wir radeln die Insel rauf und runter. Steigen die Steilküste rauf und runter. Insgesamt 9 Stunden Aufenthalt haben wir. Für einen Tagesausflug ist das in Ordnung. Die Insel wirkt sehr ländlich, verschlafen man kann fast sagen, ganz Hiddensee ist ein Dorf. Es gibt keine großen Hotelkomplexe wie in den anderen mondänen Ostseebädern. Nein, Hiddensee bleibt den Künstlern und Ökos vorbehalten, hier hebt keiner so schnell ab.
Vieles erinnert uns an Juist, aber Juist ist immer noch die unschlagbare Nummer 1.
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Biosphärenreservat Jasmund und Kreidefelsen
In Lohme stellen wir den Bulli auf den Wohnmobilstellplatz. Im Krüger Naturcamp um die Ecke in Nipmerow haben wir keinen Platz bekommen. Der wollte uns nicht haben, blöd angemotzt wurden wir. Weil wir keine Reservierung hatten und auch keine Meldeadresse im Bundesland Meck-Pomm. Das sei strafbar, wir sollen uns vom Acker machen. Seit 25.05. gilt das jedoch nicht mehr. Die rüde Zurückweisung ist also Willkür. Wir fühlen uns 30 Jahre zurückgesetzt.
Nichtsdestotrotz gefällt uns das Biosphärenreservat Jasmund sehr gut. Wir machen am Nachmittag gleich eine Wanderung über den Küstenhochweg von Lohme zum Königstuhl. Am nächsten Tag kommen die Fahrräder wieder zum Einsatz. Unser Ziel ist Sassnitz. Nur 12 Kilometer entfernt. Trotzdem anstrengend. Der Radweg zieht sich rauf und runter durch den Küstenwald. Sassnitz entpuppt sich jedoch als nicht ganz so prickelnd wie die letzten Ostseebäder. Es gibt einen Fischerei-, Yacht- und Fährhafen. Die Stadt hat kein Flair. Kein Wunder, denn erst in den 60igern wurde aus dem Alt Sassnitz und dem Neubaudorf Crampas das heutige Sassnitz. Außer den wenigen Straßenzügen in Alt-Sassnitz hat die Stadt nichts schönes.
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Den Selliner Ortsteil Moritzdorf und das Seebad Baabe trennt die Baaber Bek, 50 Meter Brackwasser. Hier steuert Kay-Uwe Strandmann die kleinste Ruderbootfähre sicher von Ufer zu Ufer. Seit 1891 gehört die Ruderbootfähre zum Alltag der Einwohner von Baabe und Moritzdorf und Kay–Uwe Strandmann ist eines dieser so seltenen Originale, schon in dritter Generation Fährmann auf Rügen. *Heute ist der Fährmannn, der Urlauber mit Muskelkraft übersetzt, ein Kuriosum. Es sind nur diese 50 Meter, die er von Moritzdorf nach Baabe bewältigen muss. Doch wenn das Boot mit 15 Fahrgästen und bis zu 10 Rädern voll besetzt ist, dann kosten die rund 25 Ruderschläge Kraft. Ohne Strandmann müssten die Ausflügler acht Kilometer um den Selliner See herumfahren um nach Baabe zu gelangen. Nicht auszudenken, ein Moritzdorf ohne Fährmann.
*ab hier wörtlich zitiert aus der Gästebroschüre „Middenmang“ der Kurverwaltung Sellin
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Wir verlegen mit dem Campingbus nach Sellin. Die Entfernungen zu den „Must-have-seen“ auf Rügen sind uns mit dem Fahrrad zu weit. Wir haben Glück und bekommen im Wohnmobilhafen in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Sellin und zur Ortsmitte noch einen der letzten zwei Stellplätze. Die Fahrräder bleiben am ersten Tag auf dem Fahrradträger. Relaxt Rügen entdecken steht auf dem Programm. Das heißt wir lassen fahren. Der Rasende Roland, eine ultimative Drecksschleuder mit seiner Dampflok, bringt uns zu den angesagten Seebädern. Mit einer Tageskarte in der Tasche, können wir beliebig oft aus- und zusteigen. Ostseebad Baabe, Ostseebad Göhren, Ostseebad Binz, Jagdschloß Granitz, Putbus und Lauterbach.
Am zweiten Tag geht es wieder auf die Drahtesel. Quer durch das Biosphärenreservat Südost Rügen und die Halbinsel Mönchgut mit ausgedehnten Wäldern, Weide- und Landwirtschaftsflächen. Das gefällt uns sehr.
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Nun also Rügen. Auf dem Weg dorthin nehmen wir Stralsund mit. Für das Meeresmuseum ist es zu spät, das muss noch warten. Wir befürchten für den Bulli sonst keinen Stellplatz mehr zu kriegen. Wir landen in Altefähr auf einem 4-Sterneplatz umgeben von drei T3 Oldtimer Bullis. Eine nette Atmosphäre herrscht auf dem Platz. Am Tag zwei erkunden wir den Süden von Rügen mit dem Fahrrad. Wir radeln bis Bergen und über Putbus wieder zurück bis Altefähr. Rund 50 Kilometer, das letzte Drittel mit böigen Gegenwind. Das sind wir noch nicht gewohnt, es geht uns echt in die Knochen.
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Außerplanmäßig nochmals Berlin
Walter hatte aus den Medien erfahren, dass die Ausstellung „It wasn‘t us“ der aus Freiburg im Breisgau stammenden Künstlerin Katharina Grosse planmäßig eröffnet werden konnte. Im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Berlin hat die Künstlerin die historische Halle sowie den Außenbereich hinter dem Gebäude in ein expansives Bild verwandelt.
Wie immer in Berlin bleibt der Bulli auf dem Campingplatz in Berlin-Gatow, wie immer fahren wir die 20 km mit den Rädern ins Zentrum und wie immer werden wir auf dem Rückweg klatschnass. Waschmaschine und Trockner regeln das im Anschluss, sie sind 24 Stunden verfügbar.



























































