Wir vertreiben uns die Wartezeit bis Fleur kommt, mit Bilderrätsel! Alle dürfen mitmachen. Was ist auf dem heutigen Bild zu sehen?
3. Regentag! Diesmal am Stück und der ganz fiese englische Niesel-Land-Dauerregen. Um nicht weitere Regenopfer zu beklagen bleiben wir an Bord und lecken unsere Wunden von gestern. Das heutige Bild ist eines der letzten die ich mit unserer Kompaktkamera gemacht habe bevor sie im Rucksack verschwand. Ein verhängnisvoller Fehler, denn der Rucksack entpuppte sich als eine Symbiose aus Rucksack und Wassersack. Er lässt Regenwasser durch Reißverschlüsse und Obermaterial ins Innere gelangen, das Bodenteil ist dagegen wasserdicht, es bildet sich somit am Boden regelrecht eine Pfütze. Schlussfolgernd haben wir einen Wassersack und einen Rucksack also einen Wasserrucksack.
Der Leidensweg unserer Kamera vollzieht sich nun in vier Stufen. Stufe eins haben wir schon ergebnislos durch. Etwa eine halbe Stunde mit dem Föhn auf die Kamera eingebraten bis wir sie kaum mehr halten konnten, brachte kein Ergebnis. Stufe zwei findet heute und morgen statt. Wir haben eine Tupperdose mit Reis gefüllt und die Kamera da eingesperrt. Wenn wir Glück haben zieht der Reis das Restwasser aus der Kamera. Stufe drei hier als Drohung für morgen ausgesprochen. Wir stecken die Kamera in unseren Backofen und lassen sie „schmoren“. Stufe vier bedeutet dann wohl die endgültige Trennung von diesem guten Stück. Wir werden sehen und berichten!
Ein weiterer Regentag in Amsterdam. Wir besuchen das Van Gogh Museum; nirgendwo sonst auf der Welt sind so viele Werke von Vincent van Gogh unter einem Dach zu sehen. Massen drängen ins Museum, auch einige Schulklassen und entsprechend hoch ist der Geräuschpegel. Wir nehmen jeder einen Audioguide, so hören wir die Umgebungsgeräusche nur gedämpft. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des künstlerischen Schaffens von Van Gogh. Die ersten Arbeiten sind fast ausschließlich mit Farben in Erdtönen gemalt, sehr düster. Zudem sind sie zum Schutz hinter Glas, was den Nachteil hat, dass das ganze Bild durch die Raumbeleuchtung spiegelt, was störend ist. Die Fotografien der Werke im Audioguide sind sehr viel detaillierter. Die Werke kurz vor der Ohrattacke und seinem Selbstmord sind viel farbenfroher, hier hat er sehr viel mit den Komplementärfarben gearbeitet. Auf dem Rückweg zur Sunrise wurden wir vom Starkregen durchnässt. Trotz Schirm. Auch Walters neuer Rucksack wurde innen nass und leider auch seine kleine Lieblingskamera, die Canon Powershot XS210. Wir trocknen sie gerade mit dem Elektrolüfter – hoffentlich packt sie es.
Montag ist ein Regentag! Wir besuchen das Stedelijk Museum. Im Erdgeschoss moderne und zeitgenössische Kunst, Pablo Picasso, Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne, Wassily Kandinsky, Marc Chagall, Karl Schmidt-Rottluff, Piet Mondrian, Karel Appel, Robert Delaunay, Emil Nolde und auch russische (uns unbekannte) Künstler aus dieser Epoche, alles von Rang und Namen hängt da. Im Untergeschoss klassisches Design, Designstudien, Video- und Audioinstallationen, asiatisches Design und Plastiken. Im Obergeschoss großformatige Fotokunst, Pop Art und Installationen. Das Museum hat uns sehr beeindruckt und steht im Gegensatz zum zuvor besuchten Appel Museum welches uns ja gar nicht gefallen hatte. Wir bleiben, nicht nur wegen des Regens, bis wir über Lautsprecher zum Gehen aufgefordert werden. Im Anschluss an den Museumsbesuch waren wir zu müde um zu Fuß zurück zu gehen und haben uns getraut mit der Tram zu fahren! EUR 2,80 pro Person für eine Stunde mit Umsteigen, auch eine Möglichkeit die Stadt anzuschauen. Dabei muss man in der Tram, um die Gültigkeit des Fahrscheines zu erhalten, beim Einsteigen „Einchecken“ und beim Aussteigen „ Auschecken“. Magnetkarte ist der Fahrschein und ist beim Fahrer zu lösen.
Reisetag für Renate und Dieter. Beide müssen leider am Montag wieder zur Arbeit, wie gemein ist das denn?
Wir hatten schöne gemeinsame Tage in Amsterdam und Umgebung. Gestern Mittag haben wir den Nordermarkt, der jeden Samstag an der Ecke Prinzengracht / Brouwersgracht stattfindet, angeschaut. Biomarkt, Blumen-markt und Flohmarkt in Einem. Ein irres Gewimmel und Gewusel mit vielen exotischen und eindeutigen Gerüchen! Renate und Dieter sind weiter ins Designerviertel, Walter und ich sind ins Appel-Art-Museum. Moderne Kunst und zwar mordsmäßig modern! So war z.B. in einem großen weißen Raum mittig eine weiße Säule aufgestellt, darauf ein kopfgroßer Knetklumpen. Der Künstler hat die Besucher mittels Stimme aus dem Off aufgefordert, irgendwelche Dinge zu modellieren und die anschließend an die weiße Wand zu schleudern. Die Fettflecken und der Knet an der Wand zeugen davon, dass Einige der Aufforderung tatsächlich gefolgt waren. Walter hat ein Mäuschen modelliert und ich ein Schweinchen, das ein Nilpferd werden wollte. Diese Tierchen haben wir auf der Künstlersäule neben dem Knetklumpen platziert und als wir nach einer Stunde den Kunsttempel verlassen haben, waren die Tierchen immer noch da. Sind wir jetzt auch Künstler? Anschließend sind wir aufs Dach des Nemo-Science-Center gestiegen und haben die schöne Aussicht und ein Eis genossen. Abends Abschiedsessen mit Renate und Dieter beim Italiener in der Haarlemmerstraße – mittendrin in der Amsterdamer Einkaufsmeile. Den Tag haben wir in bewährter Art und Weise im Cockpit der Sunrise mit Aperol ausklingen lassen.
Nachdem Renate und Dieter heute gefahren sind, waren wir zunächst etwas planlos. Kein Input kam – was machen wir jetzt mit dem angefangen Sonntag? Ich habe beschlossen, heute schon die tollen Mielemaschinen zu testen und den Berg mit schmutziger Wäsche abzuarbeiten. EUR 14,00 für 2 Waschmaschinenladungen und 2 Trocknerladungen. Die Trockner waren wohl etwas überladen und so kam es, dass ich schlussendlich mit Bügelbrett (von der Marina) und Bügeleisen (eigen) in der Dusche!!! stand und die fechte Wäsche trocken gebügelt habe. In der Dusche deshalb, weil im Raum wo die Waschmaschinen und Trockner stehen, keine einzige normale Steckdose zu finden ist. In die Drehstromsteckdosen für die Waschmaschinen und Trockner ging der Stecker des Bügeleisens nicht rein. Die einzig verfügbare Steckdose fand ich in der Dusche, die für Föhn und Rasierer gedacht ist – also weshalb nicht hier bügeln? Die Bettwäsche konnte ich ja auf der Sunrise über den Großbaum hängen, aber auch Unterwäsche und Socken aufzuhängen, da hatte ich am Sonntag schon Skrupel. Die Sunrise sah ja jetzt schon aus wie Kleinitalien.
Sodele, heute gibt es den Bericht von den „Gästen“! Leider viel zu spät aus den Federn gekommen. Wir haben heute eine Fahrradtour geplant. Wir wollen die touristischen Anlaufpunkte am Markermeer anschauen. Über den Damm geht es ca. 20 km nach Marken, ein schönes altes Fischerdorf. Unterwegs müssen wir uns gegen einen massiven Angriff von Mücken wehren. Mund zu war die Devise!!
In Marken konnten wir uns ungefähr vorstellen was dort im Sommer los ist. Kioske und Cafes reihen sich aneinander. Wir schließen ordnungsgemäß unsere Fahrräder ab (Mac Bike wäre begeistert) und machen eine „Markenrunde“. Anschließend geht es zum Leuchtturm, aber wir dürfen nur ran und nicht rein – alles privat. Nächste Station ist Volendam mit dem Schiff, davor gibt es eine Kostprobe kroatischer Volkstänze. Wir haben Spaß, nur Elke verweigert sich.
Dem Kapitän bringen wir ein deutsches Wort bei und hoffen er benutzt es immer nur im richtigen Zusammenhang!
Volendam – beschrieben als schönes ursprüngliches Fischerdorf entpuppt sich als Touristenlaufstrecke. Leider gibt es kein Cafe außerhalb der Rennstrecke, wir brauchen aber dringend die obligatorische Ration an Koffie und Appelgebak. Mit Blick auf Fußgänger und Hafen genießen wir.
Nun geht es nach Edam. Das gefällt uns außerordentlich. Ruhig , schöne Brücken, viel Wasser und viel Käse. Den nehmen wir auch mit, wenn wir schon mal hier sind. Der nächste Halt ist in Monnickendam. Habe ich schon erwähnt, dass die Radwege mindestens so gut ausgeschildert sind, wie die Strassen? Vorausgesetzt man hat eine ungefähre Ahnung, wo man sich gerade befindet. Wobei dass auch nicht wirklich ein Problem ist. Sobald wir ratlos mit einer Karte unter den Wegweisern standen, wurden wir angesprochen und der Weg erklärt.
Monnickendam liegt ebenfalls am Wasser und ist sehr hübsch. Nach eine Runde durch den Ort entscheiden wir uns für eine kurze Pause. Leider haben wir noch keinen Hunger bzw. der Weg nach Amsterdam ist noch zu weit.
Etwas lockerer auf dem Rad geht es nun weiter. Immer am Wasser entlang, dabei konnten wir unzählige Hausboote bestaunen. Und plötzlich sind wir an einem eetcafe. Die Kellnerin macht so einen freundlichen Eindruck, dass wir uns kurzentschlossen auf die Terrasse zum Abendessen setzen. Die Abendsonne scheint , das Essen schmeckt und zum Gucken gibt es auch was. Leider müssen wir noch einige Kilometer fahren und für bestimmte Körperteile wird das langsam zu viel. Hilft nix.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit sind wir wieder am Hafen .
Aufs Rad schwingen sollten sich in Amsterdam nur erprobte, sichere Radfahrer, schreibt Marco Polo. Wir haben es gewagt! Uns Fahrräder bei Mac Bike geliehen. Den Höhepunkt des Tages hatten wir heute schon um 14 Uhr! Der Fahrrad Mac hat uns die Funktion der Schlösser erklärt: Ein Kurzzeitparkerschloss, wenn man nur kurz zum Bäcker geht und das Fahrrad noch in Sichtweite ist und ein Langzeitparker-Kettenschloss für alle anderen Langzeitparkfälle. Mit dem Fahrrad sind wir von Java-Island, über Sporenborg-Island nach Borneo-Island geradelt. Hier konnten wir in der Scheepstimmermanstraat individuelle Reihenvillen (schmal und hoch) gestaltet von verschieden Architekten bestaunen. Witzig das Haus, das um einen Baum herum gebaut wurde und da hier niemand drin wohnen kann, wurde es einfach ein Treppenhaus. Die traditionelle Appeltart gab es bei Kanis en Meiland. Gestärkt ging es mit der Fähre wieder über die Ij rüber, um mit dem Fahrrad in die typisch altholländische niedliche denkmalgeschütze Siedlung Nieuwendam zu kommen. Den Nieuwendammerdijk sind wir bis zum Ende und durch das Hinterland zurück zur Amsterdamer Marina geradelt. Abendessen im trendy Marinarestaurant, der Tag klingt im Cockpit aus.
Mit 4 Personen in Dieters Polo geht es rüber zur Nordseeküste. Ab Castricum aan Zee laufen wir barfuß am Wassersaum Richtung Egmond aan Zee. Die Bewegung an der frischen Luft, ohne umherirrende Touristen, tut richtig gut. Zurück geht es durch die Dünen (auf den ausgewiesenen Wegen). Es folgt eine Autotour entlang der Windmühlenstraße und am Abend sind wir in der schönen alten Hafenstadt Hoorn und genießen die Hafenatmosphäre und ein leckeres Abendessen. Ausklingen lassen wir den Tag an Bord, bis uns der Regen in die Kojen treibt.
Bloß nicht!
Was man in Amsterdam besser nicht tun sollte:
1. Sofort Deutsch sprechen,
2. Blindlings im Verkehr herumlaufen,
3. Mit dem Auto ins Zentrum fahren,
4. Sich Drogen andrehen lassen.
Wir haben Besuch! Marco Polo ist da, mitgebracht von Renate und Dieter. Die Sunrise liegt als schwimmende Ferienwohnung sicher in der Amsterdamer Marina. Wir fahren mit der kostenfreien IJ-Fähre rüber zur Amsterdamer Altstadt. Marco Polo fordert uns einiges ab. Gefühlte 20 Kilometer laufen wir durch Amsterdam. Den Kruscht- und Krempelmarkt im Süden von Amsterdam besuchen wir als Erstes. Walter bekommt einen eigenen kleinen Rucksack für die kleinen Einkäufe (Frühstücksbrötchen etc.). Im Amsterdamer Süden gibt es viele kleine Kunst- und Designerlädchen. Eine schöne Filzumhängetasche hat es mir angetan und wird gekauft. Handtaschen und Frauen, das ergibt eine wunderbare Symbiose! Zwischendurch gibt es Milchkaffee und Käsebrötchen. Frisch gestärkt geht es kreuz und quer (Marco Polo will es so) weiter durch enge Gässchen und Grachten zum Stadtspaziergang durch das Jordaan-Viertel. Eine weitere Pause mit Bierchen für die Herren und Apfeltarte für die Damen ist fällig. Wir beschließen den Stadtspaziergang Nr. 2 auch noch dranzuhängen und laufen Richtung Oude Houthaven und schauen uns noch die alten Lagerhäuser an. Mit der IJ-Fähre Tasmaanstrat – NDSM Marina kehren wir zur Sunrise zurück und sind ziemlich gemolken, selbst Renate verzichtet auf ihre Joggingrunde. Gemütlich im Cockpit lassen wir den Abend mit Kartoffelsuppe, Bier, Mineralwasser und Wein ausklingen.
Zum Thema Karoffelsuppe:
Ich musste auf der Sunrise leider Kartoffelwochen ausrufen. In Hooksiel hatte ich 10 kg Moorsieglinde-Kartoffeln gekauft und im Vorschiff in einer Styroporbox gestaut. Dunkel und kalt. Aber die Kartoffeln lieben anscheinend dieses spezielle Klima in der Box. Als ich zum ersten Mal, nach 3 Wochen in die Box reingeschaut haben, haben die Kartoffeln schon rausgeschaut. Senkrechte Triebe haben mich angeschaut. Die oberste Lage habe ich weggeschmissen, mit der 2. Lage ist Walter in Norderney auf den Steg gegangen und hat die Kartoffeln von den Trieben und vom Moor befreit und durfte sich gleich die Kommentare der Stegnachbarn anhören. Diese Art der Verproviantierung hat sich nicht bewährt. Auf jeden Fall gab es gestern Abend Kartoffelgratin, heute Kartoffelsuppe. Morgen gibt es…
Zudem ist der 20. Mai ein ganz besonderer Tag: FLEUR HAT GEBURTSTAG ! Herzliche Glückwünsche!!!