Antigua_8

Lazy days at Jolly Harbour.
Schwimmen im Pool und Abends Live Musik im Crow’s Nest. Es gibt wirklich üblere Orte um auf anderes Wetter zu warten.

Jolly Harbour Live at Crow´s Nest

Jolly Harbour Live at Crow´s Nest

Antigua_7

Wir sind noch auf Antigua, in der Jolly Harbour Marina.
Das Wetter spielt gerade ein bisschen verrückt. Seit Tagen immer wieder Regenschauer, teilweise richtiger Platzregen und Windböen aus allen Richtungen. Wir wollten eigentlich bereits in Barbuda sein, aber die Ankerbuchten dort sind von Riffen umgeben und deshalb nicht so einfach anzusteuern. Ein wolkenloser Himmel und die Sonne im Rücken ist unerlässlich, damit die Farbe des Wassers und somit auch die Wassertiefe einigermaßen einzuschätzen ist. Außerdem sind die Ankerbuchten sehr offen und Windböen mit 6 Beaufort sind angesagt. Da bleiben wir doch lieber noch ein paar Tage hier. Es gibt schlechtere Orte um auf anderes Wetter zu warten. Die Bars und Restaurants hier im Hafen haben von Mittwoch bis Samstag Programm. Die beiden Livebands waren ok, aber am Mittwochabend war Karaoke angesagt. Das hat sich teilweise nach der Balz-Musik von rolligen Katern angehört – grauenvoll und so was von daneben! Vorgestern waren wir zwischen den Regenschauern am Badestrand vom Jolly Beach Ressort. Aufgrund des suboptimalen Wetters waren einige Strandliegen frei – auch zwei für uns. Die Ressortgäste waren an den weinroten, ressorteigenen Strandtüchern zu erkennen. Gut, dass wir rotbraune Duschtücher haben. Wir haben uns gut untergemischt und keiner hat gewagt, uns wegzuschicken.
Gestern haben wir uns im „liming“ und „wasting time“ (nutzloses Herumhängen und Zeittotschlagen) geübt. Gar nicht so einfach! Aber immer wenn wir loswollten, kam die nächste Dusche von oben.
It s raining men
Heute waren wir am Pool der Jolly Harbour Marina. Kostet zwar 15 EC $ pro Nase, aber dafür gibt es Strandliegen ganz legal und herrliches Süßwasser.
Ganz selten

Antigua_6

Jolly Harbour / Antigua

Reihenhaussiedlung mit Bootsanleger im Vorgarten

Reihenhaussiedlung mit Bootsanleger im Vorgarten

14 Meilen wunderbare Backstagsbrise von English Harbour bis hierher. Endlich mal wieder achterlicher Wind. Mittlerweile genieße ich es mit Wind von hinten und Welle von hinten zu segeln. Noch im letzten Jahr war für mich dieser Kurs ein muss-nicht-sein-Kurs. Ich liebte am Wind- und Halbwindkurse auf der Ostsee und auch in der Nordsee. Hier ist es genau umgekehrt. Der Wind ist hier weniger ein Thema; sofern er aus östlichen Richtungen bläst, ist alles im Lot. Wenn er auf Nord dreht, dann ist Gefahr in Verzug. Das hatten wir seither noch nicht. Gott-sei-Dank. Ich wiederhole mich, die Welle und die Dünung ist hier ein Thema. 3000 Meilen, 5500 Km freies Wasser um eine satte Welle aufzubauen. Das reicht für 3 – 4 Meter Welle ohne viel Windeinwirkung. Hier gegenan zu bolzen ist wirklich nicht witzig, der Spaßfaktor tendiert gegen Null. Vor der Ansteuerung von Jolly Harbour trainiert eine Crew, mindestens 20 Mann sind auf dem Racer.

Am Windkurs bei 15 Knoten Wind und 20 Mann auf der Kante

Am Windkurs bei 15 Knoten Wind und 20 Mann auf der Kante

Aber jetzt liegen wir hier im Jolly Harbour und es ist wirklich jolly. Zum ersten Mal seit La Palma heißes Wasser in der Dusche! Ein Genuss, vor allem zum Haarewaschen. Ein zweites Frühstück, also Mittagessen, gab es hier im „Mayday“ Restaurant, dessen Inhaber aus Ungarn stammt und auch Wiener Schnitzel, Gulasch und Kaiserschmarrn auf der Karte hat. Klar wollte Walter den Kaiserschmarrn, aber Alex, derjenige der ihn zubereiten kann, war leider gerade missed. Er war seit 11 Uhr auf Einkaufsfahrt und leider noch nicht zurückgekehrt. Another day – another chance..

Antiqua_5

Wir sind wieder mit dem Mietwagen unterwegs. Heute ist der Nordwesten dran. Wir fahren über Straßen, die mit Schlaglöchern nur so gespickt sind. Selbst die Hauptstraße nach St. John´s und zum Flughafen ist nicht besser. Die Einheimischen fahren mit ihren Allrad-Kisten ziemlich flott durch die Gegend. Ständig werden wir überholt. Gegenverkehr? Ja, der bremst schon. Auf den Straßen ist überhaupt kein „live slow“ angesagt, die Straße wird zur Jagdpiste und die Hupe der wichtigste Bestandteil des Wagens, noch vor der Bremse.

Work hard – Live slow
Work hard

Live slow

Wir kommen wieder zu Ressorts, die von hohen Mauern und Stacheldraht umgeben sind. Zwischen zwei Ressorts hindurch ist ein Zugang zum Strand möglich. Hier kann man/frau sich am Strand (zumindest, wenn man als Tourist zu erkennen ist) unter die Ressortgäste mischen. Die Zugänge zu den Hotelanlagen sind jedoch streng bewacht. Zugang nur mit Armbändchen in der entsprechenden Farbe. Hier Urlaub zu machen, bedeutet im Paradies eingesperrt zu sein. Aber das ist auf den Seychellen, Mauritius und den Malediven auch nicht anders. Wem es gefällt. Ein drei bis vier Tage könnte ich das auch aushalten.

Halcyon Cove Beach Ressort

Halcyon Cove Beach Ressort

Dickingson Bay Ressort

Antigua_4

Sonntag, 22.02.2015
Der Wecker klingelt um 8 Uhr. Wir drehen uns nochmals um, weil es regnet. Gut so. Es gibt hier nämlich kein Süßwasser um das Schiff zu entsalzen und auch kein Wasser um den Wassertank aufzufüllen. Es ist Sonntag und es gibt keine Frühstückseier. Es gibt katschiges Weißbrot aus der historischen Bäckerei von Nelson’s Dockyard. Es ist mir völlig unverständlich, wie die Engländer es schaffen, mit Mehl, Hefe und Wasser so ein miserables Ergebnis zu erzielen. Die Franzosen schaffen es, mit den selben Zutaten einvorzügliches Baguette zu backen. Gegen Mittag sind wir soweit, dass wir losfahren können. Unser Ziel heute ist Jolly Harbour. Wir wollen uns den Hafen landseitig anschauen und einen Liegeplatz für nächste Woche reservieren. Die Strecke nach Jolly Harbour führt über die Old Road, die Fig Tree Road, durch ehemalige, nun verwahrloste Bananenplantagen. Wir kommen an karibischen Traumstränden vorbei.

Antigua SW

Die schönsten Strände sind von Touristenressorts vereinnahmt.

Antigua Südwestküste

Jolly Harbour gefällt uns gut. Nicht abgehoben, aber auch nicht runtergekommen. Wir reservieren einen Platz ab Mittwoch.
Zurück in English Harbour. Sonntagabends ist hier in English Harbour, genauer gesagt auf Shirley Heights, immer Live Musik und Bbq. Die Massen bewegen sind mittels Taxi oder Mietwagen den Hügel rauf, wir auch. Die Steelband ist der Hammer! Ein Rhythmus, der in Mark und Bein fährt. Peinlich die aufgedunsen Amis und Weißbrot-Engländer, die sich unrhytmisch zur Musik bewegen. Im Anschluss an die Steelband kommt eine Reaggieband, deren Sänger aber so schwach auf der Brust ist, dass sich Bob Marley im Grab umdrehen würde. Wir verlassen das Openairfestival und ziehen uns auf unsere Sunrise zurück.

Antigua_3

Samstag, 21.02.2015

Antigua (86k)

Ich bin beeindruckt. Die Mietwagenreservierung hat tatsächlich geklappt. Wir haben eine koreanische Obstkiste mit Automatikgetriebe bekommen. Das ist für uns insofern gar nicht schlecht, weil wir uns somit auf die riesigen Schlaglöcher und den Linksverkehr (hier auf Antigua hatten die Engländer mal den Hut auf) konzentrieren können. Die Straßen sind in Wirklichkeit nur Pisten. Straßenschilder gibt es nicht. Wir fahren nach Kompass und Stand der Sonne. So groß ist die Insel ja auch nicht. Irgendwann kommt man wieder zum Ausgangspunkt zurück. Wir haben eine Straßenkarte im Reiseführer und finden die Harmony Hall an der Ostküste auch so. Hier war einstmals eine alte Zuckermühle, jetzt ist hier eine Artgalerie, ein Hotel und ein Restaurant. Wirklich tolle Gemäldegalerie – aber par tout nicht unsere Preisklasse.

Antigua (115k)
Antigua (94k)

Wir begnügen uns mit einem Softdrink und fahren weiter Richtung Devils Bridge. In der Ortschaft Willikies ist die Straße so schlecht, dass Walter nur im Schritttempo fahren kann. An der übelsten Stelle steht Derrick (nee, nicht der Kommisar) und tritt vor unser Auto. Walter hält und lässt das Seitenfenster runter und frägt was los ist. Derrick will wissen, ob wir zur Devils Bridge wollen und nachdem Walter bejaht, entert Derrick unseren Viertürer (hat leider keine Zentralverriegelung) sitzt auf der Rückbank und erklärt sich zu unserem Reiseführer. Shit. Das war nicht der Plan. Unser Rucksack mit den Geldbörsen, den Kreditkarten, den Ausweisen und den Führerscheinen steht hinter dem Fahrersitz. Die Dokumente haben wir für die Mietwagenausleihe benötigt, normalerweise haben wir die im Schiff versteckt. Nicht so heute. Mann, Mann, Mann. Derrick geleitet uns zur Devils Bridge, die wir auch ohne ihn gefunden hätten. Die anrauschenden Atlantikwellen haben den Festlandsockel unterhöhlt und es hat sich eine Kalksandsteinbrücke gebildet unter der sich die Welle spektakulär bricht.

Devils bridge k

Wir werden unseren selbsternannten Reiseführer noch nicht los, er zeigt uns noch den Badestrand Longbeach. Auf dem Weg zurück nach Willikies kommen wir an zwei Touristenressorts vorbei, die mit hohen Mauern und Stacheldrahtrollen gesichert sind. Derrick erklärt, dass es sich um ein italienisches Ressort und um ein privates Ressort von einem reichen weißen Mann handelt. Es ist erschreckend zu sehen, dass die Touristen und die Weissen heute noch auf diese Art und Weise abgeschottet und gesichert werden müssen. In Willikies wollen wir Derrick wieder loswerden. Es war klar, dass er für seine Tätigkeit als Reiseführer ein Trinkgeld bekommt. Walter will ihm 20 EC Dollar geben, aber damit ist er nicht einverstanden. Er will Rum kaufen und den gibt’s wohl nur für US Dollar. Ganz schlecht. Er will 20 US Dollar. Das haben wir grad nicht dabei. Er wird ziemlich ungehalten und steigt erst aus, nachdem er 50 EC Dollar in der Tasche hat. Wir sind froh, ihn los zu haben. Unser nächstes Ziel ist die Plantage Betty’s Hope. Aktuell ziemlich hoffnungslos, weil dem Verfall überlassen. Wir fahren weiter nach St. John’s Harbour. Mangels Straßenkarte und Straßenschilder fahren wir im Kreis durch die übelsten Vorstadtsiedlungen. Ärmste Wellblechhütten, verwahrloste Grundstücke. Wir sehen im Hafen von St. John Kreuzfahrtschiffe liegen und fahren in diese Richtung. Mit gemischten Gefühlen lassen wir den Mietwagen in der Mainstreet stehen und gehen zu Fuß weiter. Richtung Kreuzfahrtterminal ändert sich das Bild schlagartig. Wir gehen, ohne dass wir kontrolliert werden, durch ein Gate und befinden und im Duty Free Bereich unmittelbar vor den festgemachten Kreuzfahrtschiffen. Krasser könnte der Gegensatz nicht sein! Uhren, Schmuck und alle höchstpreisigen Modelabels der Welt sind hier vertreten. Die Stuttgarter Königsstraße ist ein Waisenhaus dagegen. Nein, das hier ist eine Scheinwelt, die uns nicht gefällt. Uns gefällt auch nicht unter welchen Umständen die „Lokals“ hier hausen. Ein Dazwischen gibt es nicht.

Antigua_2

Tag 2 in English Harbour

Dockyard English Harbour

Dockyard English Harbour

Ich bin schon persönlich bekannt beim Wassertaximann und beim Security-Mann von Nelson´s Dockyard! Der Wassertaximann hat mich gestern zum Zoll und zum Immigrationoffice und zurück gefahren, morgen um 9:30 holt er uns hier ab, und der Security-Man hat mir gestern den Bankomat gezeigt. Heute habe ich ihn nach dem Internetcafe gefragt und er hat mich wiedererkannt und gefragt, ob ich die „small german woman“ von gestern sei. Nett, nicht wahr. Das Internetcafe hatte leider schon geschlossen, wir wollten uns einen Zugang zum Wifi Netz kaufen. Es ist nicht mehr ganz so einfach einen Internetzugang zu bekommen.

Nelson´s Dockyard

Nelson´s Dockyard

Ab morgen werden wir, wenn es klappt, einen Mietwagen haben und können die Insel auf dem Landweg erkunden. Heute sind wir zu Fuß um den kompletten English Harbour gelaufen und haben am Abend die Ankunft der „Maserati“ (ein italienischer Racer) im noblen Antigua Yacht Club miterlebt. Der deutsche Segelprofi Boris Herrmann war als Überführungscrew mit an Bord.

Antigua (51k)

Der Antigua Yacht Club ist nichts für Normalsterbliche, poplige Fahrtenschiffe wie wir kommen hier gar nicht rein. Alles exklusiv und unter 70 Fuß braucht man erst gar nicht kommen – kommst hier net rein….

Ehemalige Lagerhallen, jetzt Admirals Inn

Ehemalige Lagerhallen, jetzt Admirals Inn

Antigua (23k)

Im Admirals Inn in Nelson´s Dockyard gab es für uns noch einen Aperitif und anschließend wollten wir per Wassertaxi wieder die 300 Meter rüber zu unserem Liegeplatz in der Antigua Slipway Marina fahren – aber leider fuhr der gute Mann nicht mehr. War schon dunkel geworden, er fährt nur bis 17:30 Uhr. Zwei Möglichkeiten: Laufen oder Taxi. Taxi war die Wahl der Stunde. Das war auch gut so, denn die Straße zur Antigua Slipway Marina ist nicht beleuchtet. Und alle, aber auch alle Autos, selbst die Polizei, fahren auf der falschen Straßenseite! Wie soll sich da überhaupt ein Fußgänger zu Recht finden?

Antigua_1

Antigua – English Harbour – Nelson´s Dockyard

English Harbour k

Bitte googelt. Wir sind hier.
Mit sechs anderen Seglern aus Deshaies ausgelaufen. Aufgrund der Windprognose und der Tatsache, dass wir 40 Seemeilen frei anrollende Atlantikdünung in Aussicht hatten, haben wir das Kutterstag und unsere Geheimwaffe die kleine Kutterfock bereits in der Ankerbucht in Deshaies angeschlagen. Am Windkurs, die kleine Fock und das Großsegel gerefft, bei 20 bis 25 Knoten Wind eigentlich optimal. Ja, wenn nur diese ekelige Atlantikwelle nicht wäre, die macht den schönsten Sahnehäubchenkurs zu nichte. Es war ein Kotzkurs. Walter musste zum ersten Mal seit Mai 2014 zum Antikotz-Kaugummi greifen und selbst mir war die Krängung zu viel. Wir könnten jedoch die Segel nicht verkleinern, da wir den Speed brauchten, um durch die Wellen zu ziehen. Nach der Halbzeit hatte ich mich daran gewöhnt und der Kaugummi wirkte bei Walter. Zwischendrin tillten noch die Navigationsinstrumente, oder wir hatten einen Unterwasservulkanausbruch, denn die Instrumente zeigten 8 Knoten Strom mit uns und auf dem Speeddisplay 14 Knoten SOG (Fahrt über Grund).
Antigua (145k)
Das geht eigentlich gar nicht, mit einem Fahrtenschiff. Irgendwie ein Rechenfehler des Raymarinesystems. Auch die Vorausschau stimmte nicht mehr, nach Raymarine wären wir weit in Luv an Antigua vorbeigeschossen. Die Überprüfung mit dem iPad ergab dass wir auf dem richtigen Kurs waren. Das ganze Spektakel endete nach 10 Minuten, wahrscheinlich hatte Oberlehrer Raymarine seinen Schüler Plotter an die Tafel gebeten.

Guadeloupe_8

Dienstag und Mittwoch, 17. und 18. Februar. Westseite von Guadeloupe, Ankerbucht Deshaies. Nachdem wir mit dem ersten Tageslicht fluchtartig, ohne Frühstück, aus Les Saintes abgehauen sind, segelten wir die 33 Seemeilen nach Deshaies auf einem Bug. Wir waren zwar darauf vorbereitet, im Lee der Insel in der Windabdeckung zu sein, aber der Wind hielt durch bis Deshaies. Lustig würde es in der Ankerbucht, die mittlerweile ebenfalls mit Muringbojen bestückt ist. Unser Freund, der Wind fand es angemessen uns mit 25 Knoten zu begrüßen. Wir fanden es nicht lustig, zumal auch hier bereits wieder alle Bojen belegt waren.

Ankerbucht Deshaies k

Also wieder draußen auf 11 Meter den Anker werfen. Den ersten Rüffel auf unserer Reise erhielten wir von einem Deutschen mit einer bayrischen Bavaria. Er wollte, dass wir unseren Anker nicht hinter ihm werfen. Nur gut, dass der Wind so viel Krach gemacht hat, dass wir ihn unmöglich verstehen konnten. Wir holten zwar den Anker nochmals auf, da wir den Eindruck hatten, dass er nicht richtig gegriffen hatte und legten ihn dann noch 10 Meter weiter draußen. Mit 40 Meter Kette und mit 1400 Umdrehungen im Rückwärtsgang eingefahren, hielt der Anker gut. An Nachtruhe war wieder nicht zu denken, da es bis weit nach Mitternacht mit 25 bis 28 Knoten von den Hügeln runter geblasen hat. In dieser Nacht gingen alle Segler Ankerwache und tatsächlich sind auch 4 Schiffe auf Drift gegangen. Es ging zu, wie in Stuttgart auf der B14 im Berufsverkehr. Die ganze Nacht über kamen neue Schiffe, ein Katamaran hat gefühlte 20 Ankermanöver gefahren bis der Anker hielt. Andere mussten neu ankern und wieder Andere hatten die Nase voll und sind ausgelaufen. So wäre auch unser Plan B gewesen, wenn unser Anker geslippt wäre. Hat er nicht, also blieben wir den Mittwoch über noch in Deshaies. Aschermittwoch ist Public Holiday in Guadeloupe. Fast alles geschlossen. Eine Seglerkneipe geöffnet, ein kleiner Espresso zu 5,50 Euro und Wifi Hotspot, der überlastet war. Da wir die EU, also die französischen Überseebesitzungen (Departments) kurzfristig verlassen wollten, mussten wir in Deshaies Ausklarieren. Das Zoll und Immigrationoffice ist oben am Berg auf halber Höhe, aber nicht mehr besetzt (Pappkartonschild an der Türe). Danke auch für die kostenlose Fitnessstunde. Das Ausklarieren findet nun im Souvenir- und Cyberladen Le Pelikane statt, der Gott-sei-dank offen hatte.

Ausklarieren in Deshaies k

Für Donnerstag, 19.02. haben wir ausklariert und das war auch gut so. Denn die zweite Nacht in der Ankerbucht war die Kopie der ersten. Soll keiner glauben, dass wir hier Urlaub machen. Das war die dritte Nacht in Folge ohne Schlaf.

Guadeloupe_7

Rosenmontag auf Guadeloupe – findet für uns nicht statt. Wir laufen aus in Richtung der vorgelagerten Les Saintes Inseln. Es sind nur 23 Seemeilen, aber über die Fahrt hängen wir lieber das Mäntelchen des Schweigens. Nur so viel, wir sind gut in der Ankerbucht von Grand Bourg angekommen. Unterwegs haben wir zwar meine schweineteure Lieblings-one-Touch-Winschkurbel versenkt, aber sonst ist alles noch heile geblieben. War halt einfach nicht unser Tag. Im ruhigen Teil der Bucht liegen zwischenzeitlich Muringbojen, die jedoch bereits um 12 Uhr mittags belegt sind. Uns bleibt nur die unruhige und rollige Ecke zum Ankern. Auch hier ist es bereits gestopft voll. Wir müssen weit draußen wieder auf 12 Meter Wassertiefe ankern, nicht so unser Ding. In der Nacht machen wir im Achterschiff eine Rollkur, sodass uns morgens alles wehtut, so verspannt sind wir. Das war wie Waschmaschine mit Schleudergang. Nichts wie weg. Vielleicht kommen wir auf dem Rückweg nochmals vorbei und gehen dann auch an Land. Soll echt schön sein hier.