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Unser Problemkind Notebook kam in Finger eines kompetenten IT-Spezialisten. Eher ungeplant, aber manchmal fügen sich die Dinge zum Guten. Nachdem ich in der Hotelrezeption gefragt hatte, ob Sie mir einen Notebook-Doktor in Cancun und Umgebung raussuchen könnten, meinte die nette Dame, dass das nicht nötig sei. Sie hätte die Kompetenz im Haus. Ich könne ihr vertrauen und mein Problemkind bringen. Der Kollege von der IT kümmerte sich; schraubte das Teil auseinander und stellte fest, dass ein „Memory“ o.ä. gebrochen sei. Er bestellte für 1500 Peso (70 Euro) ein neues Teil und baute es ein. Perfekt. Nun fährt das Notebook wieder hoch und arbeitet mit mir. Hoffentlich noch sehr sehr lange. Ich werde es pflegen und hegen.

Entspannung zwischendurch; ansonsten waren wir damit beschäftigt unsere Inlandsausflüge zu organisieren. Es war geplant, wie in Kolumbien im letzten Jahr, wieder mit einem deutschen Reisebüro, das auf Lateinamerika spezialisiert ist, eine individuelle Reise zu buchen. Eine Woche lang haben wir E-Mails über den Teich geschickt und sind doch nicht zu Potte gekommen. Im März ist wohl halb Deutschland unterwegs in Mexiko. Alle Reisen ausgebucht. Da wir nicht bis in den April hinein warten wollen und können (da sind wir hoffentlich schon in Florida) haben wir selbst einen Mietwagen und Hotels für die ersten Tage gebucht. Das ging ohne Probleme. Am Dienstag geht es los. Bis dahin genießen wir den Komfort im Marina Resort (warme !!! Duschen, schöner Pool etc.).

Senor Pelicano


Und die bucklige Verwandtschaft

Mexiko

Playa Norte Isla Mujeres

Mexiko

Beliebstes Kubanisches Restaurant

Mexiko

Abendunterhaltung Kubastyle

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Cancun delight

Nachdem gestern, am Sonntag der Tag zum Vergessen war, sind wir heute erfolgreich von Cancun heimgekehrt. Wir mussten mit der Fähre rüber aufs Festland. Cancun, Puerto Juarez, um für unser Schiff eine temporäre Importlizenz zu beantragen. Unser Klarierungsagent German hat uns die nötigen Kopien gemacht und uns die Route zum Büro der Behörde ausgedruckt. Bis auf eine fehlende Kopie unserer Touristenkarte war alles komplett. Leider ist die Behörde nicht in der Lage Kopien zu machen; auch nicht gegen Einwurf kleiner Scheine. Direkt neben dem Rechner, in dem die Schiffsdaten und die personenbezogenen Daten erfasst werden, steht ein großer HP-Drucker mit aufklappbarem Deckel und Glasplatte drunter. Der kann nicht kopieren, nein niemals nicht. Wer glaubt wird selig. Ich hatte ein ähnliches Model im Büro, meines konnte. Sei es drum. Wir laufen für eine Kopie von der Touristenkarte in das nächste Hotel. Der Mann in der Rezeption kennt die Nummer schon und wir bekommen die Kopie für 5 Peso ausgehändigt. Zurück in der Behörde sind unsere Unterlagen fast fertig und wir erhalten innerhalb von wenigen Minuten eine Importlizenz für 10 Jahre ausgehändigt. Jahre nicht Monate. Wenn ich daran denke, was für einen Affen wir in Kolumbien mit der Diskussion 6 oder 12 Monate hatten. Abhaken.
Da wir schon in Cancun sind, schauen wir uns den mexikanischen Ballermann an.

Cancun Beach

Schön geht anders. 28 Kilometer Sandstrand mit Bettenburgen dahinter. Wobei, muss ich gestehen, dass alles durchaus vorzeigbare und sehr gepflegte Hotels und Anlagen sind. Viel Grün, Golfplätze dazwischen, aber eben viel zu viel auf einem Fleck.

Cancun Playa Tortuga

Die Amis scheinen es zu lieben. Egal was ihr aktueller Oberhäuptling gerade mit Mexiko am Kochen hat. Man hört nur amerikanischen Slang.


In Cancun sehen wir auch einen Office Store, der Notebooks etc. verkauft. Sie haben auch einen Reparaturservice. Vielleicht fahren wir nochmals rüber und bringen unser Problemkind hin.

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Der hat auch einen gebrauchten Tag erwischt

Es gibt Tage, da bleibt man am besten im Bett. Gestern, 03.03.2019, war so ein Scheißtag par excellence. Sonntagmorgen um sieben Uhr war die Welt noch in Ordnung. Ich war sehr früh wach und dachte es wäre ein idealer Zeitpunkt um übers Internet, solange die anderen WLAN-User noch an der Matratze horchen, meine NAVIONICS Plotterkarten zu aktualisieren. Ich klappe das Notebook auf und gieße nebenher noch meinen Kaffee auf. Im Augenwinkel sehe ich total komische Sachen und Farben auf dem Bildschirm. Stechend blauer Bildschirm und weiße Schrift. Ich komme gar nicht mehr dazu irgendwelche Befehlstasten zu drücken, der letzte Satz den ich noch lesen konnte lautete in etwa so: zur Vermeidung größerer Schäden wird der Rechner herunter gefahren. Punkt. Schwarzer Bildschirm. Ein erneutes Hochfahren unmöglich. Bis zum Nachmittag recherchiere ich mit dem IPad im Internet, rufe meine Kinder zu Hause an….wir versuchen alles mögliche. Legen das Notebook sogar für zwei Stunden in den Kühlschrank, nur für den Fall dass es überhitzt war. Morgens um sieben. Besser ich hätte meinen Kopf in die Truhe gesteckt. Ein kühler Kopf hilft, meistens. In diesem Fall leider nicht. Ich bin total frustriert. Auf dem Windows Rechner ist die komplette Raymarine-Software für die Navigation (PC ist Tochtergerät vom Kartenplotter), die Airmail-Software und die Verknüpfung zum SCS Pactor Modem für die Wetterdaten über Sailmail, die Software für den WiFi-Catcher, Open CPN mit weltweiten C-Map Karten und die heruntergeladenen Karten zu den NV-Verlag Seekarten u.v.m. Alle Fotos und Dokumente seit 2018 ungesichert, weil ich im letzten halben Jahr zu Hause aus familiären Gründen zu nichts gekommenen bin. Wir haben als Backup zwei IPads mit den Navionics Karten und auch Papier-Seekarten für die Regionen die wir befahren an Bord. Also aufgeschmissen sind wir nicht. Nur eben verwöhnt. Wobei das neue IPad mit dem Megaspeicherplatz ein Fehlkauf, bzw. eine Fehlberatung vom Apple Store Gravis in Stuttgart war. Dieses Gerät hat keinen SIM-Kartenslot, weil wir immer übers WiFi ins www gehen. Unterwegs geht das nicht. Keine SIM-Karte – keine GPS Position. Das ist doof. Wir haben zwar sehr genaue Seekarten auf dem Display, aber es wird keine Schiffsposition angezeigt. Gut, solange der Raymarine Plotter und das schiffeigene GPS nicht aussteigt, kein Thema. Aber ein echtes Backup sieht anders aus. Das alte IPad hat eine SIM Karte, aber keinen freien Speicherplatz… alles nicht so richtig prall. Denkste du bist aus dem Strull mit den zeitfressenden Server-, Rechner-, Datenbanken-, Betriebssystem- und Software-Problemen raus, da holt es dich im Rentnermodus auch schon wieder ein. Nicht vergnügungssteuerpflichtig.
Was mache ich am 03.03.2020? Vermutlich bleibe ich im Bett.

Schön gestaltete Mauer auf der Isla Mujeres

Relaxter Handwerker am Sonntag

Reihenhaus auf Isla Mujeres

Hurrikan-Opfer

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Isla Mujeres/Mexiko
Insel der Frauen. Bis jetzt habe ich nichts davon gemerkt. Beim Anlegen am Donnerstag in der Marina Puerto Isla Mujeres fehlen am Steg die Heck- und die Mittelklampen für unser bewährtes Anlegemanöver über die Spring auf der Mittelklampe. (Sorry, ist jetzt leider nur was für die Insider) Also muss die Heckleine zuerst über den Dalben, der jedoch viel zu hoch ist um den Festmacher mit dem Bootshaken drüber zu legen. Am Steg steht der Marinero, er bekommt die Heckleine zugeworfen. Aber anstatt meinen Anweisungen folgend, diese irgendwie zu fixieren, idealerweise mit einem Webleinstek um den Dalben, steht er mit der Leine da und sieht zu, wie das Schiff durch den Winddruck vertreibt. Die Vorleine kann ich nicht ausbringen, weil wir zwischenzeitlich zu weit vertrieben sind und ich nicht mehr vom Schiff runter kann. So einen total versauten Anleger hatten wir seit Jahren nicht mehr. Irgendwie mit viel Bugstrahlruder und Maschineneinsatz kann Walter die Sunrise in der Box irgendwie ausrichten und schlussendlich sind die Leinen ohne Schäden am Schiff fest.
Heute haben wir einer Schweizer Yacht beim Anlegen geholfen. Walter hat die Heckleine zugeworfen bekommen und ich die Vorleine. Walter macht die Nummer mit dem Dalben und ich lege die Vorleine über die Klampe am Steg, fixiere und … zum Belegen komme ich nicht, weil der Marinero mit sanfter Gewalt mir die Leine aus der Hand nimmt. Na dann mach halt deinen Sch… alleine. Es gibt ja noch eine zweite Vorleine, die mir die Crew umgehend zuwirft. So viel zu Thema Frauen. Die sind am Swimmingpool wohl besser aufgehoben.

Zufahrt zur Marina Puerto Isla Mujeres in der Laguna Macax,
Enger Kanal mit 2,20 bis 2,50 Meter Wassertiefe

Wie geschrieben, sind wir nun in Mexiko angekommen und das ist gut so. 1000 Seemeilen seit Cartagena. Die Temperatur ist gefühlte 10 Grad niedriger und nachts kühlt es wunderbar ab. Nach dem Abendessen sitzen wir mit langärmeligen Shirts im Cockpit und nachts können wir schlafen ohne im eigenen Saft zu schmoren. Den Zirkus mit der Einklarierung sparen wir uns und nehmen den Agenten der Marina in Anspruch. Senior German spricht hervorragend Englisch und lässt die Behördenvertreter nacheinander antanzen. Den Anfang macht der Beamte des Gesundheitsministeriums. Er stellt Fragen nach dem allgemeinen Befinden, ob es unterwegs einen Todesfall an Bord gegeben hat, ob wir Masern hatten oder geimpft sind, ob wir Durchfälle, sonstige An- und Ausfälle haben und misst zum Abschluss der Fragestunde noch Fieber. Haken dran.
Dann kommt der Beamte von der Naturschutzbehörde. Prüft unseren spärlichen Gemüsevorrat (1 kg Kartoffeln, 1 Gurke, 1 Zwiebel und 5 Karotten) und nimmt uns das Versprechen ab, dass wir uns umgehend um die Vertilgung des Vorrates kümmern und belässt es dabei. Kriegen wir hin. Haken dran.
Nun steht auch schon der Zoll da. Der junge Beamte kommt auch an Bord und sieht die Sunrise in einem nicht optimalen Zustand. Ich muss die Türen zum Vor- und Achterschiff öffnen. Im Vorschiff liegt das Dingi, zwei dicke Segelsäcke mit den Ersatzsegeln, drei Wasserkanister und sonstige Dinge, die unterwegs im Weg sind und in unserer Wurfkoje (Vorschiff) landen. Alles noch durch den Seegang durcheinander gewürfelt. Im Achterschiff haben Leichtwind- und Starkwindsegel und die Reisetaschen Tetris gespielt und unser Schlafgemach verunstaltet. Nur die Küche (frisch gewienert und auf Hochglanz gebracht) und der Salon sehen vorzeigbar aus. Er bittet um die Erlaubnis, die Schapps zu öffnen. Nur zu, gleich hier anfangen. Am Schapp für Gesellschaftsspiele; obendrauf, passend, Mexican Train Domino, Kniffel und Erdnüsse. Als nächstes sieht er im „Saufsarg“ im Salontisch gähnende Leere. In den Schränken über der Küchenzeile überwiegen leere Emsa-Dosen. Vollends zufrieden ist er nachdem ich ihm erkläre, dass wir von den Caymans kommen und dort die Lebensmittel so abartig teuer sind, dass wir uns nicht verproviantiert haben. Haken dran.
Jetzt kommt der Beamte der Immigration. Er ist der netteste von allen. Ein kleines witziges Männlein. Kommt mit seiner Vespa angeknattert, lässt den Sturzhelm gleich auf dem Kopf und ist sichtlich erfreut seine Deutschkenntnisse an den Mann zu bringen. Stempel in die Pässe. Fertig. Haken dran.
Der Port-Kapitän lässt sich entschuldigen, er wird uns nicht besuchen. Schade aber auch.

Marina Puerto Isla Mujeres
Marina und Resort


Unser neuer Nachbar Herr Pelicano

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Abschied von Grand Cayman

Letzter Abend auf Grand Cayman
Während der letzten Woche waren immer mindestens zwei dicke Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Entsprechend crowded war die Insel. Wir fuhren immer erst am Nachmittag mit dem Dingi an Land. Auf die Highlights wie Stingray City, Rum Point, Meeresschildkröten Aufzuchtstation etc. verzichteten wir in diesem Jahr. Hatten wir schon im März 2017 abgehakt. Nicht verzichten können wir auf unsere Nervennahrung „Hägen Dazs“. Best icecream ever. Außerdem haben sie das beste und schnellste kostenlose WiFi Netz auf der Insel. Wetterdaten, Tageszeitung und Breaking News aus aller Welt. Zum Abendessen ging es entweder zum Lobster Pot (österreichischer Inhaber) oder zum Da Fish Shack mit frischem catch of the day – oder ins heimische Bordrestaurant. Zum Abschluss unseres Aufenthaltes hier besuchten wir noch den legendären Seven Miles Beach. Muss man jetzt nicht wirklich gesehen haben. Sieben Meilen Ölsardinen exakt im 90 Gradwinkel zur Wasserkante gestapelt. Alles privat property, außer dem Weg an der Wasserkante entlang.

Seven Miles Beach
Grand Cayman

Zwischendrin wenige Public Beach Bars. Diese aber umso lauter und schon nachmittags geflutet mit stark alkoholisierten Menschen. Wir sind nun echt keine Kostverächter, aber an die Regel „kein Bier vor Vier“ halten wir uns. Meistens. Und wenn nicht, dann ist irgendwo auf der Welt immer bereits nach Vier.
Aktuell sitzen wir an der Bar im „The wharf“ und genießen den letzten Sundowner hier auf Grand Cayman. Direkt vor uns, im Licht der untergehenden Sonne, schaukelt unsere Sunrise und wartet auf uns. Voll kitschig. Ab morgen darf sie für drei Tage wieder zeigen, was in ihr steckt. Die nächsten Berichte kommen dann aus Mexico.

Grand Cayman kann auch „normal“
Fischer füttert Taipune und Rochen mit Fischabfällen.
Fisch-Kanibalen

Stachelrochen wartet auf Fischabfälle

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Kleine Unpässlichkeiten eines Segleralltags
Seit unserer schmerzlichen Erfahrung auf Petit San Vincent gilt für uns das ungeschriebene Gesetz: das Dingi samt Motor kommt jeden Abend an Deck!
In Trinidad haben wir einen „Galgen“ samt Flaschenzug am Geräteträger installieren lassen um den Außenborder am Heck nach oben ziehen zu können und diesen dann an der Reling an seiner Halterung aufzuhängen. Immer wieder das gleiche Vorgehen. Das Dingi wird steuerbords am Heck vertäut. Elke steigt über die Reling nach oben an Deck und lässt den Flaschenzug nach unten ins Dingi. Dort wird der Außenbordmotor eingehängt, die Verschraubung zum Dingi gelöst und dann nach oben gezogen. Hängt der Motor nun auf Höhe der Reling, steigt auch Walter über die Reling nach oben an Deck und gemeinsam wird der Motor dann an seiner Halterung befestigt. Haben wir so zig mal gemacht mal mit mehr oder weniger Malaise.
Gestern gab es eine geringe ungeplante Programmänderung. Wie immer fahren wir mit dem Dingi das Heck an steuerbord an. Das Dingi wird an der Sunrise vertäut. Außenbordmotor aus. Elke steigt über die Reling und lässt den Flaschenzug nach unten. Als der Außenborder eingehängt und die Halteschrauben gelöst sind zieht Elke den Motor nach oben und versucht diesen auf die Halterung zu setzten. Doch irgend wie verhakt sich der Motor. Ein Aufsetzen auf die Halterung misslingt. Walter versucht nun, im Dingi stehend, von unten am Motorschaft nach zu helfen. Elke zieht, Walter drückt doch der Motor will nicht in die Halterung einrasten. Vor und zurück. Es hakt. Plötzlich kommt auch noch die Physik ins Spiel. Hebelgesetz, Beschleunigung und Erdanziehungskraft. Der Außenbordmotor enthakt, schwingt nach achtern ins Freie aus. Zeitgleich nickt die Sunrise nach steuerbord in eine Welle ein, das Dingi beschleunigt nach vorne, Walter am Motorschaft hängend nach hinten. Die physikalischen Gesetze schlagen zu, sind nicht mehr auszugleichen. Walter begibt sich zum Bade. Altehrwürdiges Textilbaden wie zu Großvaters Zeiten. Mit Sonnenhut nun Badekappe, mit Sonnenbrille nun Taucherbrille, mit Shirt und Short nun Badedress. Mit einem spektakulären Seitfallhecht verschwindet er im tiefen Blau. Das letzte was ich von ihm sehe sind diese ekelhaften, ranzigen, hellblauen Grocslatschen und ich muss gestehen ich dachte, na Gott sei Dank sind die endlich Geschichte.
Mit einem Sprunzer und einem heraus krakelten F–Wort tauchte er wieder auf. Den Hut noch auf dem Kopf, nur die Krempe war nun nass und klappte nach unten auf die Brille, die er glücklicherweise noch auf der Nase hatte. Sichtlich um Durchblick bemüht patschte er nach seinen dämlichen Crocslatschen, die doch tatsächlich wie Kohlensäureblasen im Sektglas neben ihm aufpoppten. Ich stand derweil regungslos an Deck. In den Händen den Strick, an dem sich der Motor soeben am Galgen erhängt hatte und konnte nichts tun, außer entsetzt zu schauen. Und was ich sah lies mich erstarren. Denn hinter Walter poppte noch etwas an der Wasseroberfläche auf. Ich war wie paralysiert, denn ich wusste sofort was da schwamm. Unser Haustürschlüssel, den Walter in seiner Hosentasche hatte bevor er baden ging. (Schlüssel für das Schiebeluk um in die Sunrise zu kommen) Der ging auf Drift in Richtung Mexiko. Ich schrie Walter aus voller Brust an: lass deine blöden Latschen, der Schlüssel säuft hinter dir ab! Zum Glück konnte Walter den Schlüssel samt schwimmfähigen Schlüsselanhänger noch auffischen bevor er sich mit Wasser vollgesaugt hatte.
Für den Rest des Abends musste Elke dann an die Leine und durfte auch keine blöden wieso und warum Fragen mehr stellen, denn Schlüsseldienste für Segelboote gibt es glaube ich noch nicht, jedenfalls nicht auf Cayman Island.
Ach ja, die unkaputbare hellblaue Gummilatsche läuft immer noch durch die Gegend.

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Angekommen in Georgetown/Grand Cayman
Nach fünf Tagen segeln, mit sehr fairen Bedingungen, sind wir heute früh hier angekommen. Wir konnten fast die komplette Strecke von 650 Seemeilen unter Segel zurücklegen. Nur am dritten Tag machte der Wind eine kleine Verschnaufpause und wir mussten insgesamt 17 Stunden Motorboot spielen. Insgesamt war dies ein perfektes Wetterrouting (Eigenlob stinkt), Meno Schraders Team von Wetterwelt.de unterstützte uns zuverlässig mit täglichen Wetterdaten über SSB-Funk. Die Wettersituation vor Cartagena war am Mittwoch, 13.02. perfekt zum Auslaufen, moderater Wind und Wellen unter drei Meter. Bereits zwei Tage später hatte sich vor Kolumbiens Karibikküste wieder der ultimative Hack (böige Winde mit 7-8 Beaufort und eine Wellenhöhe die man am liebsten gar nicht wissen will) eingestellt. Für uns witzig in diesen Zusammenhang, für Profi-Kapitän Mike eher weniger witzig, dass er für seinen Boss das riesen Yacht-Monstrum von Cartagena nach Santa Marta/Kolumbien überführen soll und er seit Wochen darauf wartet, dass sich die Wettersituation bessert. Mit so einem Monstrum gegen Wind und Wellen an zu bolzen ist nicht vergnügungssteuerpflichtig, auch mit zig hundert PS nicht. Mit dem Segelboot ist nahezu es ausgeschlossen, da bleibt nur die Möglichkeit einige hundert Meilen in die Karibische See rein zu segeln, zu wenden und zu hoffen dass man am Ende nicht wieder in der Nähe des Startpunktes landet, weil Wind, Welle und Strömung gegen einen arbeiten. Ideal wäre ein rechtwinkliges Dreieck zu segeln. Theorie.
Nun sind wir nun also nach genau zwei Jahren wieder hier auf den Cayman Islands und hängen an einer kostenlosen roten Mooringboje im Bojenfeld. Kaum zu glauben, es kostet nichts hier festzumachen und die Hafenbehörde meinte die Sunrise darf 30 Tage hier bleiben und wir sollen uns wohlfühlen. Enjoy!
Ja, jetzt kann der Urlaub beginnen.

Kreuzfahrer Disney Fantasy
Welcome in Disney-Island Cayman

Fazit Kolumbien

Weshalb kommen so wenig europäische Segler nach Kolumbien?
Diese Frage stellte uns ein Kolumbianer im Club de Pesca de Cartagena. Er, Clubmitglied, hatte sein wunderschönes und top gepflegtes klassisches Holzsegelboot zwei Plätze neben uns an der Muelle 3 festgemacht. Muelle (Steg) 3, der Arbeitssteg und Steg für Gastlieger. Auf seinem Boot wienerten, schmirgelten, ölten und lasierten die Arbeiter tagelang. Als sie fertig waren, dürfte das Ausstellungsstück wieder an die Muelle 1 zurückkehren. Dort konnte die Yacht von den Gästen des sterneverdächtigen Restaurants bewundert werden. Zu Recht.
Nun zur Fragestellung, weshalb so wenig europäische Segler nach Kolumbien kommen.
1. Kolumbien liegt außerhalb der klassischen Atlantikrunde. Viele Segler kommen um die Weihnachtszeit über den Atlantik und segeln in den folgenden Monaten die Antillen rauf und/oder runter. Ein Teil der Segler verlässt die Karibik und kehrt im Mai über die Bermudas oder direkt von St. Martin aus nach Europa zurück. Der andere Teil sucht sich spätestens im Juli, vor der Hurrikan Saison, einen sicheren Platz für das Boot im Süden von Grenada oder besser noch in Trinidad. Hiervon wiederum bleibt ein Teil der Segler an Bord, der andere Teil stellt das Boot an Land und fliegt für sechs Monate nach Hause. In der kommenden Saison teilt sich der verbliebene Rest in Antillen-rauf-und-runter-Segler und Segler die über Puerto Rico, Jamaika, Kuba, Mexiko entweder nach Guatemala für die nächste Hurrikanzeit in den Rio Dulce gehen oder weit in den Norden der US-Ostküste in die Chesapeake Bay.
2. Die wenigen Segler, die im Süden der Antillen sind oder von Brasilien, Suriname etc. kommen, und es wagen, an der Küste von Venezuela entlang zu segeln und auch die venezuelischen Inseln Margarita, Los Aves, Los Roques zu besuchen sind die Ausnahme. Dies war aufgrund der Situation dort in den letzten fünf Jahren nicht empfehlenswert. Der logische südliche Weg weiter ist über die ABC Inseln nach Kolumbien oder Panama zu gehen. Einige Segler, so wie wir, gehen direkt nach Curaçao. Lagern dort, außerhalb der Hurrikanzurichtungen das Boot ein und fliegen für sechs Monate nach Hause. Von hier aus ist es in der folgenden Saison unproblematisch nach Jamaika und Kuba zu segeln und sich den Seglern auf der Atlantikrunde anzuschließen. Einige wenige nehmen den Weg über Aruba nach Santa Marta/Kolumbien. Hier ist das Capo de la Vela berüchtigt für seine Starkwinde und die extreme See. Wir starteten 2018 zu Dritt von Curaçao aus nach Santa Marta bei sehr guten Wetterbedingungen. Auf zwei von drei Booten gab es Schäden, einem zerriss das Vorsegel in einer Böe, der andere verlor sein Vorstag. Beides konnte in Santa Marta repariert werden.
3. In Kolumbien angekommen bleiben die Möglichkeiten für europäische Segler sehr beschränkt. Es gibt nur drei Marinas. Santa Marta, Puerto Velero und Cartagena. Ankern ist möglich, aber nur in der Nähe der Marinas und/oder nach vorheriger Genehmigung der Behörden. Für die Einklarierung muss zwingend ein maritimer Agent genommen werden. In Santa Marta erledigt dies die Marina. Die Behördenvertreter kommen an Bord, protokollieren was an technischen Geräten da ist, schreiben zum Beispiel die Motornummer auf. Alles korrekt. Die Einklarierungsprozedur für Schiff und Mensch dauert mindestens fünf Tage. In dieser Zeit sind auch die Reisepässe weg und man kann sich nur in Santa Marta aufhalten. Wer eine Reise ins Landesinnere machen möchte, oder wer eilig weiter will, muss sich gedulden. Die IGY Marina Santa Marta liegt zentral mitten in der Stadt. Der Standard ist in Ordnung. Sehr problematisch sind die abendlichen Fallwinde, die aus der Sierra Nevada auf die Stadt runterknallen. Es gibt an einigen wenigen Tagen schon mal Sturmstärke in der Marina und Ausleger der Schwimmstege werden abgerissen. Selbst gesehen im Februar 2018. Es ging ein französischer Katamaran gegenüber von uns mit abgerissenem und an ihm hängenden Stegausleger auf Trift. Darüber hinaus freut sich jeder Segler, der von einem längeren Landausflug zurückkehrt, über sein mit Kohlestaub überzogenes Schiff. Direkt im angrenzenden Industriehafen ist eine Verladestation für Kohle. Über Puerto Velero kann ich nur aus der Erzählung eines uns befreundeten Seglers berichten. Die Behördenvertreter dort verweigerten ihm im Februar 2018 auf seiner Weiterreise von Santa Marta nach Cartagena das Anlegen in der Marina Puerto Velero und zwangen ihn, trotz Starkwind, entweder weiter zu segeln oder zu ankern. Das Problem war, dass das nationale Zarpe (Reisedokument für die Fahrt von einem kolumbianischen Hafen zum nächsten) keinen Zwischenstopp in Puerto Velero vorsah. Völlig unflexibel und stur und für Segler schwer zu akzeptieren. Andererseits berichtete ein norwegisches Paar uns im Januar 2019, dass die Marina Puerto Velero fertig gestellt und picobello sei, vor allem die sanitären Einrichtungen. Leider liegt das Umfeld brach, das Hotel ist nicht fertig und auch sonst fehlt noch jedwede Infrastruktur. Cartagena bietet für Segler den Club Náutico und den privaten Club de Pesca. Im Jahr 2018 wurden im Club Náutico die Steganlagen erneuert, sie konnten keine Gastlieger aufnehmen. Ins rollige Ankerfeld wollten wir nicht und deshalb waren wir dankbar einen Platz im Club de Pesca zu bekommen. Wir waren 2018 und 2019 insgesamt drei Mal für 2 bis 4 Wochen dort und fühlten uns sehr sicher und wohl. Latent ist der ewige Staub und Smog, der aus der Stadt herüber geweht wird und sich auf den Schiffe verteilt. Mit viel Putzaufwand ist auch dies zu regeln. Absolut und extremst nervig ist diese Ein- und Ausklarierungsprozedur mittels Agenten. Jede Klarierung, national oder international, muss zwei Tage vorher avisiert werden. Die Pässe sind wegzugeben und werden erst nach Bezahlung der Provision für den Agenten wieder zurück gegeben. Die Provisionen sind nicht durchschaubar. Am fairsten war die internationale Einklarierung in Santa Marta. Alles wird korrekt aufgelistet und auf der Rechnung ausgewiesen. In Cartagena mussten wir für die nationale Einklarierung dem Agenten zunächst einen Vorschuss von 100 US-DOLLAR, ohne jedwede Quittung, geben. Für das internationale Zarpe für Panama weitere 100 US-DOLLAR, für die erneute internationale Einreise von Panama kommend ebenfalls. Das Schiff darf üblicherweise 365 Tage im Land, der Mensch 90 Tage bleiben. Für das Schiff wird eine temporäre Importlizenz (TIP) ausgestellt und dieses Dokument ist wichtiger als der eigene Reisepass. Über unsere Odyssee mit der TIP für Cartagena gibt es auf meiner Website eine eigene Abhandlung.
4. Würden wir wieder mit dem Schiff nach Kolumbien segeln? Nein, definitiv nicht. Die Möglichkeiten für Segler sind so restriktiv, dass wir darauf verzichten können. Das Land ist wunderschön und wir haben auch in den Monaten Februar und März 2018 einige Inlandsausflüge unternommen, aber dafür würden wir, falls wir noch mehr vom Land entdecken wollten, gezielt hinfliegen. Ursprünglich war geplant noch nach Medellín und ins Amazonasdreieck zu fliegen, aber uns fehlte zuletzt die Lust dazu. Die Inseln San Andres und Providencia, die ebenfalls zu Kolumbien gehören lagen ursprünglich ebenfalls bei uns auf der Segelroute. Die bleiben nun an Backbord liegen, denn wir segeln direkt nach Grand Cayman.

Tschüss Cartagena

Großes Kino auf der Sunrise am Abreisetag
Darsteller: DIAN Beamter aus Cartagena, Klarierungs-Assistentin Nicolle, Profi Kapitän Mike von der Motor-Yacht SeaC, Walter und Elke.
Wider Erwarten erscheint der DIAN Beamte mit nur halbstündiger Verspätung bereits um 9 Uhr am morgen. Wir sind angenehm überrascht, er ist zuvorkommend und spricht einigermaßen Englisch, so dass der Verständigung nichts im Wege steht. Er lässt sich die Schiffspapiere vorlegen, sieht nach, ob der Yanmar-Motor mit der Motorennummer xy sich zwischenzeitlich nicht unerlaubt vom Schiff entfernt hat. Er hat keine Einwände, alles noch da, von ihm aus können wir unsere Ausreisedokumente erhalten.
Mit dabei ist Nicolle, die es in den letzten acht Monaten nicht geschafft hat, auch nur eine Begrüßung in Englisch zu formulieren. Als selbsternannte Klarierungs-Agentin. Weshalb auch? Ihr mobiles Endgerät ist mit ihrer Hand verwachsen und der Google-Übersetzer arbeitet. Wir hatten uns zur Einklarierung nicht an sie gewandt, sondern an David Ayorro. Der kam im letzten Jahr nur kurz vorbei um einen Vorschuss zu kassieren, unsere Schiffspapiere, die DIAN Dokumente aus Santa Marta (die hier später die Hauptrolle spielen werden) und Pässe zu kopieren. Für alles weitere schickte er seine kleine Schwester Nicolle. Bereits vor unserer Abreise im Juni letzten Jahres hatten wir mit David und Nicolle ein großes Galama, weil sie uns nur für 6 Monate die DIAN Dokumente (temporäre Importlizenz für die Sunrise) besorgen wollten. Wir hatten jedoch bereits das DIAN Dokument aus Santa Marta/Kolumbien mit einer 12monatigen Importlizenz für Kolumbien im Original in den Händen und deshalb bestanden wir darauf, dass dieses Dokument weiterhin gültig ist. Ablaufdatum 28.02.2019. Ja, sie werden sich drum kümmern. Wir flogen nach Hause. Die Sunrise wurde 7 ½ Monate bei Ferroalquimar eingelagert.
In diesen Monaten geschah genau gar nichts. Ich sehe zufällig in den Akten des DIAN Beamten ein Dokument auf dem steht, dass wir nur bis 28.11.2018 eine temporäre Lizenz haben. Walters Unterschrift darauf ist gefälscht. Jetzt wird es spaßig. Ich wedel mit meinem Dokument aus Santa Marta, der DIAN Beamte zuckt mit den Schultern und verweist auf Nicolle. Da eine Verständigung mit ihr nicht möglich ist, holt Walter unseren Nachbarn. Den Engländer Mike, Profi-Kapitän auf Nobelyachten und perfekt spanisch sprechend. Im Salon der Sunrise stehen nun fünf Personen. Vier versuchen sich zunächst in gepflegter Unterhaltung, der Beamte schaut nur staunend von Einem zum Anderen. Mike übersetzt unser Anliegen, nämlich endlich unser Ausreisedokument und unsere Pässe zu erhalten und verweist darauf, dass wir vom Ablauf unserer Lizenz am 28.11.2018 nichts wussten und zudem nichts unterschrieben hätten. Nicolle weigert sich uns das fertige und von den Behörden unterschriebene Ausreisedokument und unsere Pässe auszuhändigen. Es wird laut zwischen Walter und Nicolle. Mike versucht entschärfend zu übersetzen. Als Walter das Wort „kriminell“ benutzt braucht Mike nichts mehr zu übersetzen. Nicolle versteht dies. Die Versammlung wird aufgelöst. Wir bekommen unser Ausreisedokument und unsere Pässe nicht. Nicolle bekommt ihr Geld nicht. Mike weist sie an, mit wem auch immer zu sprechen und uns die Pässe und Dokumente spätestens um 14 Uhr am Nachmittag auszuhändigen.

Pause.

Keine 15 Minuten später steht Nicolle wieder bei uns am Schiff. Wortlos wandern das Ausreisedokument und unsere Pässe über die Reling. Genau so wortlos wandern die vereinbarten 850.000,00 Pesos auf den Steg. Was war nun der Sinn dieses Theaters? Wir unterstellen, dass sie (David und Nicolle) eine weitere Zahlung rauspressen wollten.
Wir legen umgehend ab. Mike hilft uns noch mit den Leinen, damit es flotter geht. Besten Dank Mike. Ohne dich wären wir jetzt vermutlich noch ein paar Scheinchen los.

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Ich hoffe, das ist der letzte Beitrag aus Cartagena. Wir wollen morgen los. Ziel Grand Cayman. Unser Vorhaben haben wir bereits am Montag früh unserem Agenten mitgeteilt, damit er unsere Papiere (Zarpe internacional) beibringt und uns bei der Immigration abmeldet. Die Orignalpässe hat er eingesammelt. Es war vereinbart dass wir das Zarpe nebst den gestempelten Pässen heute um 16 Uhr in Empfang nehmen können. Natürlich gegen Übergabe von 850.000,— Pesos. Was kam war eine WhatsApp, dass die Hafenbehörde die Ausreisegenehmigung erst erteilt, wenn sie unser Schiff für seetauglich befunden hat. Der Termin soll morgen um 9 Uhr sein. Da wollten wir bereits weg sein. Aber ohne Pässe und Zarpe geht das nicht. Ich habe einen Hals, so dick wie ein Industrieschornstein. Stinkt nach Erpressung. Cash gegen Papiere. Reicht wohl nicht, dass wir hier gezwungen sind einen Agenten zu nehmen…alles gegen Einwurf größerer Scheine.
Abwarten ob mir der Hals morgen früh platzt.