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Schietwetter

Willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten!
Cape Canaveral
Hier gibt es nicht nur eitel Sonnenschein; Nein, heute ist Schietwetter angesagt. Um 10 Uhr macht der Dockmaster seine Runde, heute mit Schwimmweste, Sicherheitsschuhen und Sonnenhut. Als er bei uns vorbei kommt macht er uns auf unsere Vorleinen aufmerksam, die will er komplett um den Dalben gelegt haben. Nicht wie wir es gemacht haben, einfach oben eingehängt. Mit dem Hinweis „there is bad weather coming“ zieht er weiter. Genau dieses „bad weather“ war der Grund warum wir schon am Dienstag Palm Beach verlassen hatten. Heute ist die Situation so, dass wir ab ca 14:00 Uhr schwere Gewitter erwarten die Böen bis zu 40 Knoten mit sich bringen. In der Marina sind wir sicher, jedoch die Situation an den Stegen ist etwas speziell. Es gibt hier eine feste lange Betonpier, an der kleine Fingerstege mit einer Leiter angebracht sind. Gerade mal für das an und von Bord gehen gemacht.

Blöde Konstruktion zum Festmachen
Metallkanten, Betonpfosten und Metallleiter zum Rausklettern

Es liegen immer zwei Schiffe in einer Box. Am Bug an je zwei Dalben, am Heck auf dem Steg an zwei Klampen festgemacht. Das Problem ist der Tidenhub von derzeit 1,30 Meter. Wird das Schiff bei Hochwasser festgemacht, müssen die Leinen so eingestellt werden, dass lose drauf ist um bei Niedrigwasser nicht an den Leinen zu hängen. Genau so, wie wir das aus der Nordsee kennen. Ergo 1,30 m Leinenlänge zugeben. Für das vorausgesagte Wetter haben wir nun 6 Leinen auf der Luvseite und vier auf der Leeseite ausgebracht.

Sunrise bei ablaufendem Wasser, in sechs Leinen hängend

Alle Schiffe in der Marina schwojen bedingt durch die lockeren Festmacher relativ viel. Dazu kommt dieser kleine Finger mit der Metalleiter, an der man sich eine gehörige Schramme einholen kann. Bisher ist alles gut gegangen. Zwar kommen wir unserem Nachbarn immer wieder sehr nahe, aber das ist mir lieber als der Leiter immer wieder einen Besuch abzustatten. Alle Fender sind im Einsatz und die Leinen gehen uns gerade aus. Morgen ist ein neuer Tag und die Wetterprognose ist viel besser. Kaum zu glauben, in der Marina abhängen und auf besser Wetter hoffen! Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten eben!

Weather Bug Warnung vor Blitz und Donner
Gut zu wissen – aber eigentlich will ich das gar nicht so genau wissen – kann eh nichts dran ändern

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Cape Canaveral
Wir erkunden zu Fuß die Gegend. Das mit den marinaeigenen Fahrrädern war ein Fake. Der nächste Fahrradverleih ist 5 km weit weg. Zu Fuß ist unser Radius begrenzt. Aber eines der hochgepriesenen Highlights liegt bei uns fast um die Ecke. Der Exploration Tower. Sieht aus wie klein Dubai.

Klein Dubai Abklatsch
Exploration Tower

Mobile aus Plastikmüll

Innen wird die komplette Geschichte der Raumfahrt aufgezeigt. Das ist hoch interessant, aber wir wollen ja noch zum JFK Besucher-Zentrum, und uns dort die komplette Raumfahrt-Geschichte reinziehen. Was uns überhaupt nicht die Bohne interessiert ist die Geschichte der Kreuzfahrtschiffe, die wird hier ebenfalls ausführlich dargestellt. Der Cape Canaveral Hafen wurde mehrfach für die Kreuzfahrt-Industrie modifiziert. Die Fischerboote machen längs im Kanal fest, wie eh und je, und gegenüber von der Marina werden große Frachtschiffe be- und endladen. Immer was los. Wider Erwarten hören wir kaum was davon. Hin und wieder ein paar lange und kurze Signaltöne der Schiffe, aber kein Lärm vom Be- und Endladen.
Abendessen gibt es in einem der vielen Fischrestaurants an der Fischereipier. Stilvoll mit Livemusik.

Cape Canaveral Harbour
Aussicht vom Exploration Tower

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Cape Canaveral
Vor fast 50 Jahren saßen wir vor dem schwarz-weiß Fernseher und fieberten mit, dass die Apollomission gelingen würde. Die Apollo 11 startete am 16. Juli 1969 um 13:32:00 UTC an der Spitze der 2940 Tonnen schweren Saturn V Rakete von Cape Canaveral, Florida. Alles lief rund und die Astonauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin betraten als erste Menschen den Mond – und kehrten zur Erde zurück. Für uns Kinder war das damals ein unfassbares Ereignis.
Unglaublich, jetzt liegen wir mit unserer Sunrise im Barge Canal in der Cape Marina genau gegenüber des damaligen Schauplatzes. In den nächsten Tagen werden wir ins Besucherzentrum gehen und uns die historischen Anlagen ansehen.

Die 110 Seemeilen von West Palm Beach bis hier her waren flott runtergesegelt. Kurz vor 17:00 Uhr verließen wir die Riviera Beach Marina (1,5 Std vor Hochwasser), segelten und motorten (der Wind kam uns mal wieder abhanden) die Nacht durch und waren exakt bei Stillwasser am Cape Canaveral Inlet. So war auch die Durchfahrt des Inlets ohne großen Stromversatz einfach zu händeln. Wir liegen für die nächsten vier Wochen in der Cape Marina, eingequetscht zwischen dicken Motoryachten. Der Tidenhub beträgt 1,30 Meter. Mal sitzen wir im Keller, mal können wir gerade so über die Betonpier drüber schauen. Als wir durch das Inlet hier rein gefahren sind hatte ich Zweifel, ob dies der richtige Platz für die nächsten Wochen sein kann. Rechts vom Kanal Sperrgebiet der NASA und links davon hässliche Anleger für Frachter, Fischerboote etc. Kurz vor der Schleuse links ist die Marina, etwas weg von den hässlichen Anlegern. Alles, was ich bislang in der Marina gesehen habe ist in Ordnung. Die Duschen sind besser und sauberer als in West Palm Beach und sogar mit einem Mini-Swimmingpool können Sie aufwarten. Schauen wir mal was da geht.

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Am frühen Morgen regnet es und Walter ist froh, dass er sich nochmals umdrehen kann. So gehen wir erst um die Mittagszeit los und kaufen uns für 5 US-$ ein Tagesticket für den Bus. Der RT 1 Southbound bringt uns zum Bus/Bahnterminal. Wir steigen in die Nr. 41 nach Palm Beach und sind die einzigen Fahrgäste. In der Sunrise Avenue steigen wir aus

Palm Beach

und gehen zu Fuß einige Querstraßen weiter, an den Strand an der Atlantik Küste (nichts besonderes, es liegt jede Menge Seegras am Strand) sowie auf den Trail entlang des Intracoastal Waterways.

„Normalo“-Wohnviertel in Palm Beach

Senioren-Wohnanlage in Palm Beach
Quadratisch-praktisch-gut

Haut uns jetzt nicht vom Hocker, das muss besser gehen. Wir setzen uns in den nächsten Bus und fahren zur Endhaltestelle am Palm Beach Inlet. Vom Bus aus haben wir einen guten Überblick und können die Villen der amerikanischen High Society sehen. Fast alle sind im mediterranen Landhausstil mit äußerst gepflegten Gartenanlagen. Vermutlich sind einige der Villen nur Ferienhäuser. Ganz schön heftig. Alles einige Nummern größer als bei uns im Ländle. (Hiervon gibt es keine Bilder, gucken ja, aber keine Fotos wg. Privatsphäre etc pp.)

Auf der Rückfahrt steigen doch tatsächlich zwei Fahrgäste in den Bus – Spanisch sprechende Hausangestellte. Der gemeine Palm Beach Bewohner fährt nicht Bus. Abgefahrene Autos aller europäischen Marken sind am Start. Ferraris, Maseratis, Jaguars, Rolls Royce, Bentley‘s, Porsches, AMG Mercedes, Mercedes, Audis u.v.m. Es scheint ein Statussymbol zu sein, mit einem europäischen Auto vor zu fahren.

West Palm Beach Flagler Ave.
Rechts Intracoastal Waterway, ganz rechts Palm Beach

Zurück in West Palm Beach Downtown kommt schon wieder der kleine Hunger vorbei. In der City Plaza gibt es eine Filiale der Cheesecake Factory, da gehen wir hin. Ein Milchkaffee und ein Stück Mango Lime Cream Cake (1.300 cal) stillt den Hunger nachhaltig.

Kalorienbombe ohne Preisauszeichnung Faustregel 1 Kalorie 50 Cent

Walter und ich sind uns einig, dass dies in die Schublade „Braucht-man-nur-einmal-im-Leben“ kommt. Das ist für unseren Stoffwechsel echt zu mächtig.

Noch bei Tageslicht fahren wir mit dem Bus zurück zur Marina. Wir fühlen uns noch nicht so weit, dass wir hier am Abend-Entertainment teilnehmen wollen.

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West Palm Beach
Unser Hauptaugenmerk hier liegt auf Kunst und Kultur. Die Dichte der Kunstfreunde und -förderer ist in Florida besonders hoch. Davon wollen wir natürlich profitieren. Gestern war der Eintritt ins Norton Museum frei. Heute stand der Ann Norton Skulpturen Garten auf unserem Tagesplan. Der Eintrittspreis war moderat, wir durften ohne uns auszuweisen den Rentnerpreis bezahlen. Der Skulpturengarten ist auch gleichzeitig ein botanischer Garten mit 200 verschiedenen Palmenarten aus der ganzen Welt. Orchideen blühen in allen Farben an den Palmenstämmen. Einfach nur schön. Die dauerhaft im Garten ausgestellten Skulpturen sind ausschließlich von Ann Norton. Sie hat nach dem Tod ihres Ehemannes das Anwesen samt Wohnhaus und Garten in eine Stiftung überführt, mit der Auflage es zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Anwesen soll als grüne Oase und Refugium für Kunstliebhaber erhalten bleiben. Sie war von Haus aus Architektin, was ganz klar in den Skulpturen zum Ausdruck kommt. Die übergroßen Skulpturen heißen Gateways oder Monumente und sind aus gebranntem Lehm (Ziegel) aus den verschiedensten Regionen gefertigt.

Ann Nortons Wohnhaus

Wohnhaus mit horizontaler Skulptur

Gateway 5, 1977 aus North Carolina Brick

Gateway 1, 1972-1974 aus North Carolina Brick

Seven Beings
aus norwegischem Granit

Die kleineren sind aus Holz.

Ann Nortons Atelier

Zudem gibt es Wechselausstellungen von Skulpturen sowie im Wohnhaus Wechselausstellungen von Malern. Aktuell sind Metallskulpturen im Garten des Italo-Amerikaners Gino Miles und Bilder des 91jährigen amerikanischen Malers Morton Kaish im Wohnhaus. Kaish hat sich in der Spätphase seines Schaffens auf florale Motive und Schmetterlinge konzentriert. Er sei, nach der Aussage der Galeristin, noch ganz fit und arbeite nach wie vor in seinem Atelier.

Morton Kaish

So ein Tag im Freien macht durstig und hungrig. Es zieht uns zunehmend zum europäischen Essen hin. Nachdem wir gestern am Park wo der Green Market statt fand ein französisches Bistro entdeckt hatten, zog es uns förmlich dorthin. Wir mussten dort einkehren. Wir wurden nicht enttäuscht.

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West Palm Beach
Wie gut, dass wir einen Reiseführer für Florida an Bord haben. Aus dem Jahr 2013. So viel wird sich schon nicht geändert haben. Samstags von November bis April ist Green Market in Downtown. Wir ziehen ohne Frühstück früh am Tag, also gegen 9 Uhr, los und nehmen den Southbound Bus Nr. 1 nach Downtown West Palm Beach. Die Information zum Green Market stimmt. Es ist ein kulinarisches Eldorado das uns erwartet. Französische Croissants, Baguette, Crêpes, italienische Spezialitäten, Früchte und Gemüse aus heimischen Anbau u.v.m. Wir holen erst unser Frühstück nach und lassen uns durch die Marktstände treiben.

Unser Rucksack, also eher Walters Rucksack, füllt sich zunehmend. Nur beim Käsestand legt er, also Walter, sein Veto ein. Verständlich. Wer will schon vom Vormittag bis zum Abend mit einer Stinkbombe auf dem Rücken bei fast 30 Grad durch die Gegend latschen. Wobei, es eigentlich so problematisch gar nicht geworden wäre, weil nämlich besagter Rucksack ab 13 Uhr im schön klimatisierten Schließfach des Norton Art Museums eingelagert war. Nur für das französische Baguette war die Einlagerung im Schließfach nicht ganz so gut, es war einfach zu lang und musste halbiert werden.

Das Norton Museum of Art ist ein echtes Muss. Schon architektonisch sehr interessant. Hochwertige Gemälde internationaler und nationaler Künstler sind zu bewundern. Walter fand den Eingangsbereich mit den Danksagungen an die edlen Spender besonders bemerkenswert. Es fängt an mit dem Register der Spender 10 bis 15 Millionen !!! US Dollar und endet mit Spendern die 25.000 bis 100.000 US Dollar spendeten. Entsprechend hochwertig die Ausstellungsstücke.

In den Außenanlagen:

Im Gebäude:

Einen angenehmen Ausklang des Tages hatten wir an Bord der Segelyacht Murada, von Elvira und Alfons aus Cuxhaven, die uns kurzentschlossen zum Bierchen und Klönsnak auf ihr Schiff eingeladen haben. Sie kamen aus den Bahamas und liegen aktuell ebenfalls in der Marina und warten auf den Besuch der Kinder.

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Unterwegs nach Palm Beach

Skyline von Miami Beach

Angekommen in West Palm Beach

Alles Zirkusleute…

Das Bild entstand nicht hier in Palm Beach, wo old Mc Donald eine farm hat, ia, ia, ho (Mar-o-lago-Golfresort), sondern in Key West, wo der andere Bad Boy zu Besuch war. Natürlich waren es Masken. Erschreckend war, dass so viele Leute hoch erfreut waren die Beiden zu sehen und sofort Selfies mit ihnen machten.

Oh my godness. Poor world.

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Key West
Wir sind wieder mobil. Sowohl physisch als auch digital. Nachdem wir Wind und Tide zwei Tage beobachtet haben, beschließen wir, dass die Sunrise tagsüber alleine zurecht kommt. Die Fahrt an Land mit unserem Dingi ist nass. Ich bin klatschnass als wir am Dingidock anlanden. Egal, es ist wieder sonnig und auch Salzwasser trocknet irgendwann. Ein Tag Dingi anbinden kostet 7,15 US $. Wir leihen uns ein Fahrrad und fahren als aller erstes zum AT+T Telecommunications Shop und kaufen eine lokale SIM Karte für das mobile Endgerät. Die Jungs dort sind völlig chaotisch. Im Ohr einen Bluetooth Kopfhörer mit crazy music, nebenbei werden die german Oldies abgevespert. Das geht bei mir natürlich nicht den üblichen Weg. Mist. Kundin will eine korrekte Auftragserfüllung. Das wäre alte SIM Karte entfernen, neue SIM Karte rein und freischalten. Dabei ist zu beachten, dass alle IPHONE Apps weiterhin funktionieren. Auch der abnormale Wunsch, dass die WhatsApps der Kinder nach wie vor über die deutsche Telefonnummer reinkommen können und mir trotzdem mit der amerikanischen Karte angezeigt werden. Hat der Freak doch tatsächlich hingekriegt. Nächster Wunsch: Kundin winkt mit dem IPad und will, dass es möglich ist, mit der prepaid SIM Card einen Hotspot auf andere Geräte zu machen, auch auf alte Windows Rechner. Normalerweise sind prepaid cards nicht hotspotfähig. Leidvolle Erfahrung aus Panama. Aber diese kann es, zumindest Apfelgeräte unter sich.

Polizei-Harleys

Nun zu Key West. Ich habe noch keinen einzigen Laden gefunden, wo, ich etwas Obst, Gemüse und Milchprodukte kaufen kann. Ist alles viel zu gesund.

Key West Lime-Torten-Bäcker

Aber es gibt Bars, Cafés, Biergärten, Fisch- und Burgerrestaurants, Kleider-, Kruscht- und Souvenirläden ohne Ende. Die Bars und Restaurants haben grundsätzlich Livemusik. Überwiegend Alleinunterhalter mit Gitarre. Die Songs sind meist aus der Ära „Hotel California“ für unser Alter und unsere Ohren sehr angenehm und auch die Lautstärke ist sehr verträglich. Auch die Ausflugsschiffe die zum Sunset, vollgepackt mit Touristen rausfahren, haben einen Musiker an Bord. Keine so verrückte Technomusik wie sonst in der Karibik, auch kein Reggae. Echte traditional handmade music.

Livemusik in jedem Lokal

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Key West USA

Key West Leuchtfeuer

Seit dem 02. April sind wir nun in den USA. Die Überfahrt von Isla Mujeres war unproblematisch dank eines guten Wetterfensters. Der Golfstrom schob uns mit 2,5 Knoten, sodass wir trotz Schwachwindlage schnell waren. Früh am Morgen erreichten wir Key West und bekamen sogar einen Liegeplatz in der Galleon Marina für eine Nacht. Wir finden es ist bequemer und einfacher von einer Marina mit „Landverbindung“, als mit dem Dinghy vom Ankerfeld aus die Behördengänge zu machen. Zumal unser kleines Dinghy zu viel Spritzwasser übernimmt, so dass ich immer aussehe als ob ich unfreiwillig in den Bach gefallen wäre. Für Behördengänge unpassend. Die Einklarierung ging sehr flott, die US Border Controller hatten nur was gegen Mobiltelefone. Die dürfen nicht mit ins Gebäude, die sind böse. So musste zuerst Walter rein und seine Fingerabdrücke abgegeben und diverse Formulare ausfüllen (ein Novum, seither musste ich immer den Schreibkram erledigen). Ich durfte derweil in der Sonne vor dem Haus warten und die bösen Geräte bewachen. Kurz vor dem Sonnenstich, mangels Schlaf und Flüssigkeit dem Kollaps nahe, holte mich ein Officer in den Eingangsbereich. Er nahm mir die bösen Endgeräte ab, war not amused als ich ihm auch noch unser Satelliten Telefon in die Hand drückte. Ich gab meine Fingerabdrücke ab und wurde fotografiert. Ein weiteres oberscheußliches Foto für das US Fotoalbum, es ist bestimmt noch schlimmer als mein Foto im Visum. Gut dass ich es nicht anschauen musste.
Als alles erledigt war gingen wir flott zurück zum Schiff. Schiff mit Süßwasser abspritzen um den Salzmantel zu entfernen. Dreckwäsche holen und schnell in die Waschmaschine stecken. Bei einer so kurzen Aufenthaltsdauer muss alles ineinander verzahnen. Derweil die Wäsche in Waschmaschine und Trockner wirbelte, legten wir uns an den Swimmingpool. Ist alles bezahlt. 5 US Dollar pro Fuß Schiffslänge und Nacht. Wir haben 39 Fuß. Noch Fragen? Auch wenn wir für mehrere Tage einen Platz bekommen hätten, wäre ich sofort nach einer Nacht aus der Marina raus und ins Ankerfeld. Die haben ja echt den Schuss nicht gehört. Die Duschen und die DamenToiletten waren in Ordnung, aber bei den Herren waren 2 von 3 abgeschlossen bzw. verstopft. Und auch das WLAN war miserabel. Für eine so hochpreisige Marina blamabel.
Nun hängen wir am Anker und haben bereits 2 Mal umgeankert. Beim ersten Versuch slippte der Anker, beim zweiten Versuch hielt er nach dem Einfahren (1800 Umdrehungen im Rückwärtsgang) bombenfest für 5 Stunden bis die Tide kenterte und sich alles veränderte. Für Walters Wohlfühlfaktor lagen wir nun doch etwas zu nahe an den Nachbarliegern. Also Anker auf. Was sich etwas komplizierter gestaltete, weil besagter Nachbar mittlerweile direkt über unserem Anker lag. Wir mussten den Zeitpunkt abwarten bis Wind und Tide die Lage wieder verändert hatte und holten in einer Blitzaktion den Anker auf. Wieder, wie zuvor, hielt der Anker beim ersten Versuch nicht. Also nochmal. Jetzt liegen wir auf 7 Meter Wassertiefe minimal außerhalb des Ankerfeldes. Walter ist zufrieden. Abwarten, ob die Coast Guard das genau so sieht.