US East Coast 2019_25

Charleston Harbor Marina

Nach einer durchsegelten Nacht mit viel Regen, Gewittern und umlaufenden Winden zwischen Flaute und 5 Beaufort sind wir ziemlich gemolken gestern Vormittag hier angekommen. Am Vortag, am späten Nachmittag legten wir in Beaufort ab und begaben uns gemächlich in Richtung Atlantik. Noch im Inlet mussten wir kurzzeitig stoppen bzw. eine zeitlang zurück fahren um einer Gewitterwand die direkt über dem Inlet hing, zu entkommen. Das gelang ganz gut. Für die rund 90 Meilen nach Charleston hatten wir auch jede Menge Zeit. Wir wollten nicht vor 7 Uhr morgens an der Ansteuerung zum Charleston Inlet sein. Das Zeitmanagement hatte wieder sehr gut funktioniert, aber die Bedingungen draußen auf dem Atlantik waren nicht wie vorhergesagt. Wir hatten ziemlich schnell die Nase voll, nahmen die Segel komplett weg und fuhren unter Motor durch die nasse Nacht. Jetzt liegen wir sicher für eine Woche in der Charleston Harbor Marina und können das Boot für die anstehende sechsmonatige Einlagerung vorbereiten und diverse Dinge regeln und Ärgernisse beseitigen.
Die erste Tat war die E-Mails zu checken und bei der ersten E-Mail ging mir doch gleich der Hut hoch! Ich hatte bei unserem Dingy-Hersteller angefragt, was sie von den aufplatzenden Nähten des zwei Jahre alten Teils halten und mit welchem Kleber ich die Nähte kleben könnte. Hier die Original-Antwort.

Noch Fragen?

Berichte über Charleston coming soon

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Schönes Beaufort SC

Immer noch Beaufort in South Carolina
Nicht der schlechteste Platz. Mindestens drei Eisdielen fußläufig erreichbar, einige Kneipen und Restaurants. Mit der Livemusik tun sie sich schwer. Das geht besser. Wir sind verwöhnt von St. Augustine und Key West. Sonntags und montags ist das Städtchen wie ausgestorben. Keine Livemusik, nirgends. Schade, selbst die schrägste Musik wäre besser als das Gequake von den zig verschiedenen Fernsehprogrammen die durchgehend in den Kneipen laufen. Heute, am Dienstag scheitert der Versuch a) an ein Eis zum Nachtisch und b) an einen Absacker in einer Kneipe zu kommen am Wettergott. Der schüttet kübelweise Wasser über uns aus und schickt Zornesblitze vom Himmel (lieber Gott, der Typ ist grad in England, also falsche Location für Blitz und Donner). Unsere lokale Wetter-App überschlägt sich mit halbstündigen Warnmeldungen. Ich habe den Alarm jetzt deaktiviert. Das nervt – zumindest wenn man im sicheren Hafen festgemacht hat.
Ansonsten üben wir ins jeden dritten Tag im Turbo-Einkaufen. Der Courtesy-Car der Marina steht uns jeweils nur eine Stunde zur Verfügung. Zum Publix ist es eine Viertelstunde Fahrzeit. Genau zur vollen Stunde macht die Drehbrücke über den ICW auf und legt den Verkehr kurzzeitig lahm. Das heißt kurz nach der vollen Stunde los und kurz davor wieder zurück. Die Qualität der Produkte ist wirklich gut. Frische Fische, Shrimps, fertige Shusi-Rolls, frisches lokales Obst und Gemüse, Eier von glücklichen Hühnern. Ja, da ist ein Teil der Bevölkerung schon weiter als ihr Oberhäuptling. Nun gut, Mülltrennung, keine Plastiktüten, Pfandsysteme etc. gibt es zumindest in Florida, Georgia und South Carolina nicht. Aber auf den Selters-Wasserflaschen ist aufgedruckt, dass es in einigen Bundesstaaten der USA bei der Rückgabe 5 ct. gibt. Ist doch ein Anfang. Ein kleiner Schritt…. oder was sagte der Astronaut Armstrong als er vor 50 Jahren auf dem Mond landete?

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Beaufort in South Carolina
Das Städtchen hat seinen Namen verdient. Es ist wirklich beau (franz. schön).
Wobei ich im ersten Moment gar nicht wusste, ob wir wirklich richtig sind. Die Marina meldete sich am Funk mit „Bufffor donton“. Wie bitte? Ok, Beaufort Downtown Marina. Die Aussprache hier ist gewöhnungsbedürftig, nur wenn der Gesprächspartner sich bemüht ist eine Verständigung in gepflegtem Schulenglisch möglich.

Beaufort Downton Marina bei High Tide

Kollege Klumpfuß und sein Papagei liegen wohl schon zu lange in der Beaufort Downtown Marina

Hausboot

Wir liegen schon wieder in einer Marina. Nicht nur wegen des Komforts zu Fuß zu den Duschen und WCs zu gehen, auch kommen wir so in den Genuss noch weit nach Sonnenuntergang durch die netten Straßen, Bars und Kneipen zu Tingeln. Wenn wir am Anker oder an einer Mooringboje hängen, machen wir das so gut wie nie. Da sind wir, wie es sich für ordentliche Leute gehört, am Abend daheim. Aber Ankern oder Mooring geht seit St. Augustine leider nicht mehr. Nicht dass es keine Plätze mehr gäbe, nein wir haben ein Mobilitätsproblemen. Wir kommen nicht mehr vom Schiff runter, weil unserem Dinghy die Luft ausgeht. Das ist echt total bescheuert. In Martinique hatten wir uns ein besonders leichtes und handliches Dinghy gekauft. Eines mit einem aufblasbaren Boden. Es wiegt nur 14 Kg, ist leicht über die Reling zu heben, Luft raus lassen, zusammen rollen, in seinen Rucksack rein und wegstauen. Fertig. Kein Hinterherschleppen und schon gar nicht als Hindernis an Deck stauen. So hatten wir uns das gewünscht. Und es ist ein Wunsch geblieben. Das Dinghy macht uns beim Fahren klatschnass und ist auch bei Strömung, Welle und Gegenwind schwer zu steuern. So hat eben jede Medaille auch eine Kehrseite. Und zwar eine ganz üble. Nachdem wir das Dinghy nach unserer Rückkehr nach Kolumbien das erste Mal wieder hervorgeholt und aufgepumpt hatten, fiel uns auf, dass der Boden nach kurzer Zeit seine Festigkeit verlor. Wir pumpten eben immer wieder nach, bis Walter die Nase voll hatte. Er füllte bei nächster Gelegenheit das Dinghy mit Frischwasser und wir sahen, dass um das Ventil herum schöne Blasen aufstiegen. Also Patch drauf und neu verkleben. Ging kurz gut. Irgendwann beim Aufpumpen ploppte eine 10 cm lange Naht im Heck auf und die Luft entwich mit einem kräftigen Zisch.

Plopp, der Kleber gibt nach. Klebestelle platzt auf und die ganze Luft vom Boden zischt raus

So geht das nicht, liebe Leut. Ich hasse solche Überraschungen und den Dominoeffekt. Wenn ihr in der Karibik Dingies verkauft, dann sollte der Klebstoff schon die hiesigen Temperaturen aushalten! Es ist ein französischer Hersteller. Den deutschen Vertrieb habe ich um Stellungnahme angeschrieben. Schauen wir mal, was rauskommt. Ach ja, die zweijährige Garantie ist seit Mai 2019 abgelaufen.
Ich kenne die Antwort schon…. ein Neues muss her. Das wäre das vierte in acht Jahren. Das erste war das Allerbeste, es war ein Zodiak, mit dreiteiligem Aluboden nur leider viel zu groß zum Wegstauen. Dieses haben wir unbenutzt in ein kleineres Allpa, ebenfalls mit dreiteiligem Aluboden, umgetauscht. Das war auch ok, aber wir haben es durch eigene Blödheit im Jahr 2017 verloren. Dann kam das aktuelle, dessen Hersteller ich erst nenne, wenn er mir blöd oder gar nicht antwortet.

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Brunswick Landing Marina
Die Marina bietet wirklich das, was auf ihrer Website versprochen wird. Es gibt Waschmaschinen und Trockner, Fahrräder, saubere WCs und Duschen, klimatisierte Aufenthaltsräume, freies WiFi und jeden Abend zum Sonnenuntergang Freibier. Wir haben bislang, bis auf das Freibier am Abend, alles in Anspruch genommen. Natürlich war der erste Weg nach einer durchsegelten Nacht der zur Dusche. Nachdem wir wieder gut dufteten, musste ich sofort zu den Waschmaschinen. Diese Chance konnte ich unmöglich verstreichen lassen. Der nächste Weg führte uns mit den kostenlosen Leihrädern zum Supermarkt. Erdbeeren, Salat und Shrimps satt. Auch hier ist aktuell Erdbeersaison. Lecker. Für Heute und Montag ist eine Hitzewelle angekündigt. Um 14 Uhr ist es mit 39 Grad brüllend heiß. Da bietet es sich an, sich auf die Fahrräder zu schwingen und sich den kühlenden Fahrtwind um die Nase blasen zu lassen. Walter hat mir den Vogel gezeigt, hat sich aber dann doch aus der Hängematte raus und auf das Fahrrad geschwungen. Ziel,

St. Simons Lighthouse

wie sollte es auch anders sein, der St. Simons Leuchtturm am St. Simons/Brunswick Inlet. Mit dem Fahrrad eine Stunde Fahrzeit. Gefühlte Temperatur 32 Grad. Die Strecke geht über vier Brücken, blöderweise teilweise entlang des Highways. Kein Problem, es ist eine Bike Lane ausgewiesen. So kommt es, dass wir mit dem Fahrrad, ohne Gangschaltung, auf dem Highway die 66 Fuß hohe Brücke über den Mackey River/Atlantic Intracoastal Waterway hochstrampeln. Die Rundumsicht genießen und auf der anderen Seite wieder hinunter sausen. Am Leuchtturm angekommen sind wir ziemlich platt, aber da geht noch was. Nämlich die lächerlichen 129 Stufen zur Leuchtturmplattform hoch zu steigen. Das Leuchtfeuer in St. Augustine hatte 219 Stufen, also bitte, kein Grund zum Meutern. Als Belohnung gab es Frischluft satt, getrocknete Klamotten und danach Eis und frisch gepressten Grapefruit Saft bzw. ein kühles Zischbier für Walter.

St. Simons Lighthouse

Der Rückweg auf der Bike Lane war gewöhnungsbedürftig. Es gibt parallel zum Highway nur auf einer Seite den Radweg. Nun denn, wenn das so ist, fahren wir entgegen der Fahrtrichtung mit unseren Fahrrädern über die Brücken zurück nach Brunswick.

Highway und Radweg


Highway


Brücke über den Intracoastal Waterway

Es stört sich niemand dran. Brunswick selbst ist heute wie ausgestorben, auf den mehrspurigen Straßen ist kaum ein Auto unterwegs und wenn doch, dann halten sie extrem viel Abstand und warten bis wir die Kreuzungen überquert haben. Richtig rücksichtsvoll. Wahrscheinlich denken die Autofahrer, wir sollten zur eigenen Sicherheit viel Abstand halten zu den zwei Verrückten mit den rollenden Ungetümen. Fahrradfahrer sind hier sehr rar.
Brunswick selbst ist nicht sehr schön. Straßen im Quadrat und vereinzelt herunter gekommene oder verlassene Häuser. Im Gegensatz hierzu sahen die Wohnviertel durch die wir heute auf der St. Simons Halbinsel geradelt sind, sehr ansprechend aus.

Straßenkreuzung St. Simons Island

St. Simons

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St. Augustine

Unser letzter Abend in St. Augustine
Wir verbringen einen netten Abend im historischen Viertel zusammen mit der Crew der Tin Lizzie. Im Irisch Pub konnten wir uns noch gut unterhalten, aber als wir ins Oak weitergezogen sind haben uns die Hardrocker die Ohren zugedröhnt. Ein guter Grund, den Kontakt und die Unterhaltung irgendwann und irgendwo weiter zu führen. Man trifft sich bekanntlich immer zweimal im Leben. Mindestens und hoffentlich.

Gegen 22:30 butschern wir mit den Dinghys zurück zur Mooringboje. Ich bin gerade dabei über die Reling der Sunrise zu klettern da sehe ich im Augenwinkel einen Stern mit Schweif am Himmel. Ja mei, ist denn schon wieder Weihnachten? Nein. Rocket Launch in Cape Canaveral. Ich glaube es jetzt echt nicht. Mit einer Woche Verzögerung fliegt die Space X mit ihrem Satelliten jetzt wirklich noch ins All. Die Trennung der wiederverwendbaren Booster findet leider hinter einer Wolke statt. Aber die Rückkehr des Boosters kann ich durchaus erkennen. Ob er die schwimmende Plattform im Atlantik getroffen hat? Wahrscheinlich.

Unterwegs auf dem Atlantik zwischen St. Augustine und Brunswick

US East Coast 2019_20

St. Augustine
Die älteste Stadt Floridas lebt und pulsiert. Viele Touristen bevölkern das historische Altstadtviertel. Die Kneipen bieten bereits mittags Livemusik. Die Touristen umkreisen die Kneipen wie die Motten das Licht. Jeder, zumindest jeder Zweite geht in die Falle. Fairerweise muss ich sagen, dass es nicht unangenehm ist, im Freien zu sitzen und Musik zu hören. Nette Fallen sozusagen. Etwas alkohollastig. Walter orderte ein Bier und ein Wasser und er bekam zwei Plastikbecher mit Bier, und das vor Vier. So saßen wir 3 Stunden da, genossen die Musik und warteten bis Vier für die zweite Runde. Kann man so machen.

Touristenmeile in St. Augustine

Am nächsten Tag zog es uns zu höheren kulturellen Weihen. Das Lightner-Museum lockte uns mit einer Edgar Degas Ausstellung. Das war dann schon eher eine Falle. Im dritten OG, auf einem Drittel der Fläche, wurden einige verblichene Bleistiftstudien ausgestellt. Kein einziger vollendeter Degas. Liebe Leut, das geht besser.

Da war uns die heutige „Besteigung“, 219 Stufen, des St. Augustine Lighthouse schon lieber. Leuchttürme sind faszinierend. Der Rundumblick ebenso. Witzig ist, dass wir beim Eintritt für den Leuchtturm als Senioren (ab 60 Jahre) zählen und beim Museum erst ab 65. Jahre. Walter sagt, das sei logisch, wer mit über 60 noch den Leuchtturm hochsteigt, der hat den Rabatt verdient.


Leuchtturm St. Augustine

St. Augustine Leuchtturm Linse

St. Augustine Inlet

Übrigens sind wir wieder mit den Kinder-Tretrollern unterwegs. Ein Fahrrad zu leihen war uns Schwaben echt zu teuer. Zwei Tage, zwei Fahrräder 96 US $. Zwei Tage ein Auto zu leihen ist billiger. Da mach ich mich doch gern mit dem Roller zum Gespött der Amis, setze mich in die Kneipe genieße und warte bis Vier.

Nachtleben downtown und Abendessen außer Haus fällt hier flach. Wir hängen an einer Mooringboje und mit unserem Dinghy bei Dunkelheit zum Schiff zu fahren ist kritisch. Es steht ein abartiger Strom im Mooringfeld, wenn der Dinghymotor versagt landen wir ungesehen im Nirwana.

US East Coast 2019_19

Auf See, Strecke Cape Canaveral nach St. Augustine

Nochmals Thema Rocket Launch. Kurz bevor sich das mobile Netz verabschiedet schau ich auf der Website des Kennedy Space Center nach, ob und wann denn nun das nächste Raketenspektakel ansteht. Ja, sie soll am 16.5. um 22:30 Uhr abheben. Fein, dann kann ich mir das von See aus anschauen. Da sind wir um die 50 Seemeilen weg. Müsste doch noch was zum Sehen sein. Wir legen die Wache so, dass ich zwischen 20 Uhr und 2 Uhr dran bin. Ab 22:15 steh ich falsch rum am Ruder (ist egal weil der Autopilot steuert) und schau nach SSW. Eine Stunde lang. Nichts, nada, absolutly nothing. Mittlerweile haben wir natürlich auch kein Mobilfunknetz mehr und ich kann nicht nachschauen was Sache ist. Walter meint beim Wachwechsel: “War eh klar, die können nix und die Mondlandung vor 50 Jahren war ein Fake”.

Fake oder Echt?

St. Augustine

Vorsicht bissig

Wir legen eine Punktlandung hin und sind exakt um 8 Uhr in der Früh, bei Hochwasser, am St. Augustine Inlet. Es ist wider Erwarten gut betonnt und wir haben an der kritischen Stelle 5,80 Meter Wasser stehen. Alles gut, die Bedingungen sind sehr moderat und für uns ist eine Mooring vor der Marina reserviert.

Erste Eindrücke von St. Augustine

Brücke der Löwen, St. Augustine Inlet

Cape Canaveral/Kennedy Space Center

Wir rollerten gestern Nacht mit den Kinder-Tretrollern eine halbe Stunde hinaus zur Fishing Pier. Zusammen mit hunderten von Leuten stehen wir erwartungsvoll da und schauen hinüber zum Rocket Launch Bereich. Der Launch wird von 22:30 auf 23:00 Uhr verschoben. Egal. Kurz vor 23 Uhr macht die Nachricht die Runde, dass der Raketenstart verschoben wurde. Auf morgen. Gleiche Uhrzeit, gleiche Stelle.
Na denn, dann schießt halt ohne uns den Satelliten ins All. Vielleicht sehen wir ja von See aus etwas von dem Spektakel.

US East Coast 2019_18

Seit dem Muttertag bin ich wieder von meinem kurzen Aufenthalt in Deutschland zurück. Der erste Weg, nach dem Ausschlafen, führt uns zur Muttertagsparty der Florida Beer Company. Viel laute und tanzbare Musik und noch mehr Bier. Welcome back im Partyland. Der Altersdurchschnitt auf der Tanzfläche beträgt locker 65 Jahre, die Frauenquote 95 %.

I want to ride my bicycle….Kollege war zur Sicherheit mit dem Radl da.


Bitte recht freundlich

Am Montag nutzen wir die Gelegenheit und fahren mit dem Mietwagen nochmals ins Vero Beach Outlet. Die Jugend zu Hause wird mit Wrangler, LEE, GAP und Calvin Klein Produkten versorgt. Die Auswahl erfolgt über Bilder die durchs www düsen und für gut oder weniger gut befunden werden. Einkaufen heute. Die Jungs geben ihre Hosengrößen durch in dem sie die Aufnäher der Hosen fotografieren die sie aktuell am Leib tragen. Die Mädels wissen die Kleidergrößen in europäischen und auch in US Größen.

Der Dienstag wird dem Proviant-Einkauf gewidmet. Es gibt leckere Erdbeeren.

Heute, am Mittwoch wird die restliche Wäsche gewaschen, die Segel werden vom Sonnenschutz befreit, die Route wird am Plotter geplant usw. Und, der Knaller für mich, die NASA hat folgendes angekündigt:
Rocket Launch: May 15, 2019 10:30 PM EDT | SpaceX Falcon 9 Starlink

Cape Canaveral Air Force Station SLC-40

Ich hoffe doch sehr, dass dieser nicht schon wieder drei Mal verschoben wird. Den letzten Launch hatte ich um zwei Tage verpasst, weil ich in Deutschland war. Also abwarten, es bleibt spannend.
Noch eine Anmerkung zum Thema Termine, Terminverschiebungen und Zeitrechnung im Allgemeinen. Schon gewusst, dass hier jeder Monat exakt 28 Tage hat? Nein? Ich musste mich im Marina-Office eben hierzu aufklären lassen. Wir kamen nämlich am 17.4. hier an und ich habe für einen Monat den Liegeplatz bezahlt. Für mich war klar, dass wir am 16.5., also einen Monat später hier raus gehen oder nachzahlen müssen. Ich ging also ins Office um mitzuteilen dass wir planmäßig morgen, am 16.5., ablegen. Der Officer war damit nicht einverstanden. Ich muss nachzahlen, weil nämlich ein Monat vier Wochen hat, eine Woche hat 7 Tage und 7 mal 4 ist 28. Punkt. Aha-Erlebnis. Wenn die NASA auch so rechnet, ist mir klar, weshalb der letzte Rocket Launch drei Mal verschoben werden musste. Das würde schon passen, wobei der Februar nun wirklich nur 28 Tage zählt.

Morgen, am Donnerstag, 16.05.2019 werden wir bei Hochwasser hier ablegen und bei Hochwasser am Freitag vor dem St. Augustine Inlet stehen. So der Plan.

Hier noch einige Bilder von Cape Canaveral.

US East Coast 2019_17

Cape Canaveral oder alle guten Dinge sind Vier oder die Schwierigkeiten einen Raketenstart zu beobachten!
Elke war abgereist und mit ihr zwei vergebliche Versuche die Falkon 9 Rakete ins All zu schießen. Ein neuer Start sollte am Freitag, 3. Mai um 3:11 Uhr, also mitten in der Nacht sein. Um etwa 1:00 Uhr packte ich meinen Rucksack mit Kameras, Stativ und Objektiven und machte mich mit dem Kinder-Tretroller auf den Weg in den Jetty Park. Direkt am Strand an der Atlantikseite gelegen. Kein Mensch, nicht mal Autos, waren zu dieser Zeit unterwegs. Ich rollerte völlig vereinsamt durch die Industrieanlagen von Port Canaveral, vorbei am Cruising-Terminal, an Raffinerie- und Industrieanlagen. Am Jetty Park angekommen war ich zunächst einmal froh, dass die Tore zum Park offen standen und sogar ein paar Fahrzeuge in den Park fuhren. Ich ignorierte Schranke und Wächterhäuschen und fuhr mit dem Roller direkt zur Pier, die einige hundert Meter in den Atlantik hineinragt. Dort angekommen musste ich feststellen, dass nur die Profis mit ihren Hightech-Ausrüstungen anwesend waren. Monströse Stative mit mannshohen Ausmaßen, Kameras die 360ig Grad Aufnahmen machen können, Fernbedienung und Nav-Verfolgung, alles war hier aufgebaut. Ich zückte mein Campingstativ, schraubte meine in die Jahre gekommene digitale Spiegelreflexkamera drauf und durfte feststellen, dass die Größe meines Teleobjektiv ungefähr ein zehntel von denen war, die die Profiabteilung verwendeten. Immerhin ich war am gleichen Ort wie die Profis und hatte die gleiche Chance. Es war bedeckt und der Wind war kalt und unangenehm stark. Noch etwa eine halbe Stunde bis zum offiziellen Start. Ich bereute es, nicht eine winddichte Jacke eingepackt zu haben. Kurz vor 3:00 füllte sich die Pier und ich musste um den Platz an der „Sonne“ richtig kämpfen. Immer wieder wurden neueste Infos von den Profis durchgesteckt. Die hatten andere Quellen als der Ottoverbraucher. Zunächst hieß es alles OK doch dann 8, in Worten ACHT Minuten vor dem Countdown packten die ihr Zeugs ein und verließen wortlos die Pier. Ich tat das selbe, packte alles in meinen Rucksack und rollerte zurück zum Schiff. Völlig frustriert berichtete ich per WhatApp nach Deutschland.

Neuer Tag neue Chance. Der Start war verschoben. Nun auf 4. Mai, 2:48 Uhr. The same procedure as last night. Wieder packte ich den Rucksack, rollerte zum Jetty Park, enterte die Pier und fand die gleichen Protagonisten wie am Vortag. Nur jetzt war einiges anders. Der Wind hatte nachgelassen, es war keine Wolke am Himmel und es war nicht kalt. Wieder kamen widersprüchliche Infos, nur diesmal packten die Profis nicht vorzeitig ein. Plötzlich wurde der Countdown runtergezählt, dann passierte zunächst nichts, irgend jemand sagte noch 5 Sekunden, wieder nichts, dann erhellte sich der Horizont wie von einer Mega Flutlichtanlage ausgeleuchtet. Ein großer Feuerball steigt in den Himmel. Kein Höllenlärm, nur das Grummeln wie von einen Jet, der Feuerball steigt weiter ins All.

Start der Space X Falcon 9 Rakete

Bald ist nur noch ein kleiner Lichtpunkt zu erkennen. Als sich die Booster trennen noch mal eine kleine Veränderung der Szenerie. Minutenlang passiert gar nichts, es ist dunkel, nur die Sterne funkeln am Himmel. Dann ein Licht das immer näher kommt und größer wird, es sind die wiederverwendbaren Booster, die auf einer Plattform ca. 20 Meilen außerhalb im Atlantik landen sollen. Es sieht aus wie ein Sonnenuntergang, genauso spektakulär, genauso intensiv. Nur ohne Green Flash.

Landung der wiederverwendbaren Booster