Mit dem T 3 Bulli unterwegs_11

Seebrücke Sellin

Kurort Sellin

Kurort Sellin

Wir verlegen mit dem Campingbus nach Sellin. Die Entfernungen zu den „Must-have-seen“ auf Rügen sind uns mit dem Fahrrad zu weit. Wir haben Glück und bekommen im Wohnmobilhafen in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Sellin und zur Ortsmitte noch einen der letzten zwei Stellplätze. Die Fahrräder bleiben am ersten Tag auf dem Fahrradträger. Relaxt Rügen entdecken steht auf dem Programm. Das heißt wir lassen fahren. Der Rasende Roland, eine ultimative Drecksschleuder mit seiner Dampflok, bringt uns zu den angesagten Seebädern. Mit einer Tageskarte in der Tasche, können wir beliebig oft aus- und zusteigen. Ostseebad Baabe, Ostseebad Göhren, Ostseebad Binz, Jagdschloß Granitz, Putbus und Lauterbach.

Rasender Roland auf Rügen

Jagdschloß Granitz

Strandbad Baabe

Seebrücke Sellin

Am zweiten Tag geht es wieder auf die Drahtesel. Quer durch das Biosphärenreservat Südost Rügen und die Halbinsel Mönchgut mit ausgedehnten Wäldern, Weide- und Landwirtschaftsflächen. Das gefällt uns sehr.

Halbinsel Klein Zicker

Ruderboot-Fähre zwischen Moritzdorf und Baabe

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Stralsund

Stralsund

1. Gorch Fock in Stralsund

Nun also Rügen. Auf dem Weg dorthin nehmen wir Stralsund mit. Für das Meeresmuseum ist es zu spät, das muss noch warten. Wir befürchten für den Bulli sonst keinen Stellplatz mehr zu kriegen. Wir landen in Altefähr auf einem 4-Sterneplatz umgeben von drei T3 Oldtimer Bullis. Eine nette Atmosphäre herrscht auf dem Platz. Am Tag zwei erkunden wir den Süden von Rügen mit dem Fahrrad. Wir radeln bis Bergen und über Putbus wieder zurück bis Altefähr. Rund 50 Kilometer, das letzte Drittel mit böigen Gegenwind. Das sind wir noch nicht gewohnt, es geht uns echt in die Knochen.


Rügen


Jagdschloss auf Rügen

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Außerplanmäßig nochmals Berlin
Walter hatte aus den Medien erfahren, dass die Ausstellung „It wasn‘t us“ der aus Freiburg im Breisgau stammenden Künstlerin Katharina Grosse planmäßig eröffnet werden konnte. Im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Berlin hat die Künstlerin die historische Halle sowie den Außenbereich hinter dem Gebäude in ein expansives Bild verwandelt.

Wie immer in Berlin bleibt der Bulli auf dem Campingplatz in Berlin-Gatow, wie immer fahren wir die 20 km mit den Rädern ins Zentrum und wie immer werden wir auf dem Rückweg klatschnass. Waschmaschine und Trockner regeln das im Anschluss, sie sind 24 Stunden verfügbar.

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Re-Start mit Hindernissen
Die Spüle ist da! Endlich. Nachdem DHL die erste Lieferung aus unerklärlichen Gründen nicht ans Ziel bringen konnte, hat die nachbestellte Spüle nunmehr Jena erreicht. Wir unterbrechen unsere Deutschlandtournee und bauen die alte Studentenküche unserer Tochter komplett aus und eine neue ein.
Von Jena aus geht es weiter, besser gesagt es soll weitergehen mit Eisenach, Wartburg, Erfurt, Wittenberg, Berlin, Stralsund und Rügen. Nicht nur der Wettergott hat was dagegen, dem Bulli wird’s wohl langsam zu viel. Er will wieder in seine Garage und seine Ruhe haben. Er wirft zuerst einen der drei Bolzen, mit dem die Lichtmaschine befestigt ist und schließlich noch den Keilriemen raus. Braucht er nicht zum Ruhen – das kann weg.
Den quietschenden Keilriemen hatten wir schon zuvor bemerkt und auch bereits Ersatz besorgt. Hätte es nicht sintflutartig geregnet, hätte Walter diesen auch sofort getauscht…. Hätte, hätte, Fahrradkette. So nun eben Bolzen und zwei Keilriemen (Wasserpumpe und Lichtmaschine) tauschen. Jetzt geht er, es kann weiter gehen.
Einige deutsche Welterbestätten wollen wir noch besuchen. Wir fangen mit der Wartburg bei Eisenach an. Sehr eindrucksvoll und wuchtig steht die Burg auf einem der unzähligen thüringischen Hügeln. Entgegen der Angaben auf der Website hat das Museum geschlossen.

Wartburg

In strömendem Regen laufen wir in den Burghof und auf der Wehrmauer um die Burg herum. Trotzdem eindrücklich. Die Historie der Wartburg haben wir bei Wikipedia nachgelesen. Geht auch, trocken und ohne Öffnungszeiten. In Erfurt besichtigen wir den Dom (von außen) und die hübsche Altstadt mit Krämerbrücke, Rathaus, Fischmarkt u.v.m.

Dom zu Erfurt

Krämerbrücke Erfurt

Fischmarkt und Rathaus Erfurt

Die nächste Welterbe-Stadt die wir besuchen ist Wittenberg. Gleich mit drei Welterbestätten kann Wittenberg aufwarten. Die Schlosskirche, Luther-Haus und das Melanchthon-Haus. Dafür ist die Stadt sehr leer, fast ausgestorben. Kein Leben auf der Schlossstraße, auf dem Marktplatz oder in den Gassen. Weimar, Dessau, Erfurt und Dresden hat trotz Corona gelebt. Einheimische und Touristen sind sich auf den Straßen, den Cafés und Museen mit Abstand und Maske begegnet. Das Leben hat pulsiert – in Wittenberg ist hiervon nichts zu spüren. Viele Leerstände von Läden im historischen Stadtkern. Fast unheimlich.

Lutherhaus Wittenberg

Schlosskirche Wittenberg

Luthers 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg

Schlosskirche Wittenberg

Marktplatz Wittenberg

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Insel Usedom
Die Schwaben und die Bayern fluten in den Pfingstferien die Insel. Telefonisch einen Stellplatz für den Bulli zu reservieren ist schwierig. Entweder ist am anderen Ende der Leitung belegt, der Anrufbeantworter dran oder wir haben unterwegs kein Mobilfunknetz. Also fangen wir an, die Wohnmobil-Stellplätze von West nach Ost anzufahren. Gleich hinter Zinnowitz, im Dünencamping Zempin können wir den Bulli in eine Sandmulde hinter den Dünen parken. Natur pur. Mitten im Dünenwäldchen liegt der offizielle Campingplatz.
Mit den Fahrrädern erkunden wir die Insel. Der Radweg von Zinnowitz nach Bansin zieht sich entlang der Ostseeküste im Dünenwald. Es artet in eine anstrengende Mountain Bike Tour aus. Drei kurze Steigungen von 16% bietet der Radweg. Selbst E-Bike-Fahrer steigen ab und schieben ihr Zweirad auf den Gefällstrecken. Mit Sand, Schotter, Kiefernadeln und vielen Unebenheiten ist der Radweg bei Bremsmanövern nicht ungefährlich.

Insel Usedom

Seebrücke Ahlbeck

Seebad Ahlbeck

Zinnowitz, Bansin, Heringsdorf und das Seebad Ahlbeck sind die Hotspots an der Ostseeküste. Es steppt der Bär. Ferienhungrige und Frischluftfreunde tummeln sich zu Massen auf den Promenaden. Nur die Strandkörbe sind kaum belegt. Die Massen brauchen Bewegung. Wir radeln auf dem Europaradweg bis an die polnische Grenze. Dort ist Schluss, die Grenze ist noch geschlossen.

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Auf unserer Busslestour durchqueren wir Thüringen (Weimar, Jena), Sachsen (Dresden, Elbsandsteingebirge), Sachsen-Anhalt (Dessau, Dom zu Naumburg), Berlin und Brandenburg sowie aktuell MeckPomm; genauer die Mecklenburgische Seeplatte. In Waren an der Müritz finden wir uns im afrikanischen Kamerun wieder. So heißt der Campingplatz, warum auch immer. Die Weiblein und Männlein-Duschen und WC sind mit nackten afrikanischen Ureinwohnern gekennzeichnet, auf der Speisekarte des Restaurants gibt es afrikanisch angehauchtes Essen; TIefkühl Mahi-Mahi und Victoriabarsch. Wer es mag… ich brauche das nicht. Insgesamt ist die Anlage jedoch außergewöhnlich sauber. Der einzige Nachteil ist, dass es das WLAN nicht bis zu unserem Stellplatz schafft und die allgemeine Mobilfunkabdeckung hier in der Region bei gefühlten 20 Prozent ist. Tageszeitung zum Frühstück funktioniert so, dass Frau mit I Pad meilenweit (verdammt große Anlage) zur Dusche läuft, versucht im Duschgebäude das WLAN einzufangen und den Download der Tageszeitung startet. Wenn’s gut läuft, dann ist die Zeitung nach dem Duschen da, wenn nicht dann gibt es eine zweite Chance in der Warteschlange vor dem Laden, wo die bestellten Frühstücksbrötchen unter hygienischen coronabedingten Abstandsegeln abgeholt werden.

Nach dem Frühstück und der Zeitungslektüre schwingen wir uns auf die Fahrräder. Wir sind mit unseren Tourenrädern eindeutig in der Minderheit. Geschätzte 90 Prozent der Camper unserer Altersklasse fährt mit E-Bikes. In Massen. Der Radweg entlang dem Müritzseeufer ist nichts für Vegetarier. Es prasselt nur so von Mücken und Fliegen auf der Fahrradjacke, durch Mund und Nase kommen sie in dein Inneres. Ganz dumme dieser Gattung verirren sich hinter der Brille und in ihrer Panik sehen sie dann nur noch dieses schwarze Loch hinter dem Brillenglas durch das sie zu entkommen glauben. Sie erreichen eine der empfindlichsten Schleimhäute unseres Körpers, die Bindehaut, an der sie kleben bleiben und im letzten Überlebenskampf all ihre Exkremente von sich und ins Auge abgeben. Ihr könnt euch alle vorstellen wie das brennt und so bastelte ich mir aus meinem Seidenschaal eine MuNaske. Entsetzte Blicke von Bikern des Gegenverkehrs waren die Folge und ich realisierte was ich getan hatte. Corona, da war doch was? Mit MuNaske auf dem Fahrrad die hat sie doch nicht alle – die hat doch bestimmt…
So fuhren wir auf der Westseite des Sees in Richtung Süden bis nach Röbel um dann in Ostrichtung bis nach Rechlin zu gelangen. Rechlin ist quasi die halbe Strecke und von dort nordwärts bis nach Waren und wieder zurück auf den Campingplatz. Eine komplette Umrundung des Müritzsees also. Ich habe keine Ahnung wieviel Kilometer das sind, haben wir doch etliche Kilometer mehr radeln müssen, weil die Beschilderung recht dürftig ist. Die Freunde von Google konnten zwecks schlechter Mobilfunkabdeckung nicht helfen. Die Tour ist aber alle Anstrengungen wert, führt durch wunderschöne Landschaften, osttalgische Dörfer und am Ende auch noch durch einen Nationalpark immer mehr oder weniger am Wasser entlang. Die eingedellten Körperpartien unterhalb des Äquators haben wir morgen schon wieder vergessen, diese Tagestour jedoch nicht.

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Mit dem Bulli fahren wir von Dresden aus ins Elbsandsteingebirge. Was wir Tags zuvor mit dem Fahrrad vom Elberadweg von unten bestaunen konnten, erkunden wir jetzt von oben. In der Nähe der Bastei gibt es seit einer Woche einen Wohnmobilstellplatz; der ist wie für uns gemacht. Der Bulli darf ruhen und wir radeln die letzten Kilometer auf der Höhe zur Bastei. Die Bastei ist unser Ausgangspunkt. Zwischen imposanten Felsnadeln, über ursprüngliche alte Steinbrücken, durch Schluchten und Täler führt uns, sowie viele andere Wanderlustige auch, ein gut ausgezeichneter Wanderweg rund um die Bastei.

Unterwegs können wir einige Kletterer beobachten, die in den Felsnadeln hängen. Mit Haken, Ösen und Seilen ausgestattet und barfuß! suchen sie sich den Weg auf das Plateau. Bewundert und viel fotografiert durch das normale Fußvolk.


Unser Wanderweg führt stetig nach unten auf das Niveau der Elbe. Das ist der kleine Haken an dem Spaß, der Bulli und auch die Fahrräder stehen oben. Während wir durch ein schönes kühles Tal, vorbei an einem kleinen Stausee laufen, können wir uns seelisch und moralisch auf den bevorstehenden Aufstieg durch die Schwedenlöcher vorbereiten. Der Weg, eher die unzähligen Stufen, sind in gutem Zustand, alles ist machbar.

Verschwitzt und etwas kurzatmig kommen wir wieder oben an der Bastei an. Uns zieht es ins Panoramarestaurant auf die Besucherterrasse. Wir bekommen einen freien Tisch (Corona-Abstand und Hygiene) zugewiesen. Es ist 17 Uhr, die Speisekarte liegt bereits auf den Tischen und als wir frischen Spargel bzw. Hirschmedaillon bestellen wollen, beschließt der Service dass das Abendessen nur drinnen serviert wird. Im geschlossen Raum, hinter Glasscheiben über dem Elbetal wollen wir nicht sitzen. Dann halt nicht. Der Kühlschrank im Bulli gibt auch noch was her.

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Der Bulli darf einen weiteren Tag pausieren. Wir schwingen uns auf die Räder und radeln den Elbe-Radweg flussaufwärts von Dresden nach Bad Schandau.

Schätzchen am Elberadeweg Sächsische Schweiz

Wir sind flott unterwegs, müssen jedoch bereits in Königstein vor dem ersten Regenschauer flüchten. Das war so nicht angesagt. Wir fahren nach einer kurzen Pause trotzdem weiter nach Bad Schandau und müssen feststellen, dass wir auf der falschen Elbeseite sind. Auf unserer Seite ist tote Hose. Die Fähre über die Elbe verpassen wir um wenige Minuten, über die Autobrücke wollen wir nicht radeln. Im Nordosten braut sich ein Wetter zusammen. Das veranlasst uns ohne den nach 40 Kilometer dringend erforderlichen Einkehrschwung umzukehren. Die Pause machen wir im Luftkurort Rathen.

Elbsandsteingebirge beim Kurort Rathen

Zunehmend wird es gewittriger, es donnert und blitzt. Ein Gewittersturm erwischt uns in Pirna. Ein Baum hält dem Winddruck nicht Stand und liegt anschließend quer über dem Elberadweg. Mit vier Regenpausen unter diversen Brücken und Vordächern erreichen wir wieder unseren Campingplatz in Dresden Mockritz. Wir bauen im Trockenen den Tisch und die Stühle fürs Abendessen auf und sofort wieder ab. Es regnet.

Mit dem T 3 Bulli unterwegs_3

Dresden

Unsere Befürchtung, dass halb Baden-Württemberg und Bayern in den Pfingstferien innerhalb Deutschlands unterwegs ist hat sich nicht bestätigt. Der von uns favorisierte CBM Campingplatz in Dresden Mockritz hat mehr als genügend freie Plätze. Freie Platzwahl!

Fleurs Bulli in Dresden

Kein Andrang in den Sanitäranlagen. Alles sehr sauber und gepflegt. Der Bus in die City hält direkt hinter der Rezeption und mit dem Fahrrad sind es 6 Kilometer bis zur Frauenkirche. Wir wollen unabhängig sein und fahren mit dem Fahrrad in die Altstadt. Das ist das Fortbewegungsmittel unserer Wahl; bei den Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln stellen wir uns bisweilen schon etwas dusselig an (zumindest in Stuttgart sind die Ticketautomaten so programmiert, dass wir noch gar nie auf Anhieb das von uns gewünschte Ticket erhalten haben). Wir bleiben deshalb beim Gewohnten. Also heute mit dem Fahrrad mitten nach Dresden rein. Bei so viel Historien braucht es eine qualifizierte Stadtführung. Eine Kunsthistorikerin führt unsere kleine Gruppe 2,5 Stunden durch die Altstadt. Residenzschloss, Hofkirche, Fürstenzug, Neumarkt, Frauenkirche, Brühlsche Terrasse, Zwinger und Semperoper.

Brühlsche Terrassen

Katholische Hofkirche, Residenzschloss und Zwinger

Theaterplatz, Hofkirche, Residenzschloss

Frauenkirche und Neumarkt

Die Frauenkirche dürfen wir von innen besichtigen und für die Semperoper haben wir eine separate Führung dazu gebucht. Die Frauenkirche lässt ab 13 Uhr immer grüppchenweise 10 Personen rein. Kurzer Aufenthalt und Photoshooting und schon werden wir wieder hinaus komplimentiert. Der einzige Vorteil von Corona ist, dass sich der Besucherandrang in Grenzen hält. Bei der 45 minütigen Führung durch die Semperoper sind wir nur sechs Personen, natürlich mit Mundschutz.

Frauenkirche

Kuppel der Frauenkirche


Semperoper

Decken im Umlauf des 1. Rangs

Semperoper 1. Rang

Voll beladen mit Informationen braucht der Kopf eine Pause – auch die Beine sind müde. Abhilfe schafft eines der vielen Straßencafés in der Altstadt. Es gibt sächsischen Eiskaffee (Vanilleeis, Eierlikör, Sahne und Kaffee) sowie die Spezialität Eierschecke.
Das Wetter ist klasse, der Tag noch jung, also schwingen wir uns auf das Fahrrad. Über die historische Augustusbrücke queren wir die Elbe und fahren auf dem Elberadweg einige Kilometer flussaufwärts. Wir kommen an prachtvollen Villen und Schlösschen vorbei. Wer da wohl zwischen 1945 und 1990 gewohnt hat? Die beeindruckendste Villa ist die Villa Stockhausen, jetzt Lingnerschloss, des bereits 1916 verstorbenen Odol-Fabrikanten Karl August Lingner, der das Schloss und den Park der Stadt Dresden vermachte.

Lingnerschloss

Die Auflage war, Schloß und Park für die Bevölkerung zu öffnen und ein Restaurant mit bezahlbaren Preisen einzurichten. Wie es zwischen 1916 und 2020 war wissen wir nicht, aber jetzt ist es ein Touristenmagnet und sehr gut besucht. Weiter geht es zum „Blauen Wunder“, einer Stahlbrücke über die Elbe aus dem Jahr 1893.

Blaues Wunder und Villenhügel

Blaues Wunder

Diese sollte am 7. Mai 1945, einen Tag vor Ende des 2. Weltkrieges, genau wie die Augustusbrücke, von den Nazideppen gesprengt werden. Die Sprengung wurde jedoch von zwei Dresdner Bürgern verhindert, die die Sprengkabel kappten. Verdammt viel Geschichte.

Mit dem T 3 Bulli unterwegs_2

Wir fahren nach Dessau und beschäftigen uns einen weiteren Tag mit dem BAUHAUS.
Leider, bedingt durch die nach wie vor bestehende Infektionsgefahr durch den Coronavirus, sind derzeit keine Führungen möglich.

Nachdem das Bauhaus 1925 von rechten Kräften in der thüringischen Landesregierung aus Weimar vertrieben wurde, konnte die Stadt Dessau in Sachsen-Anhalt den Bauhäuslern ein neues Zuhause bieten. Walter Gropius baute in den Jahren 1925/26 ein neues Schulgebäude mit Werkstätten für Kunst, Design und Architektur. Ein moderner, weiß strahlender Gebäudekomplex aus Stahlbeton und Glas. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und gehört wie weitere herausragende Bauhausbauten zum UNESCO-Welterbe. Wie früher wird hier wieder experimentiert, geforscht und Wissen vermittelt und die Ideen des Bauhauses hochgehalten.

Bauhaus Dessau

Bauhaus Kursraum

Derzeit eingeschränkt geöffnet hat das neue Bauhaus Museum aus dem Jahr 2019. Seine Eröffnung erfolgte im Rahmen von „100 Jahre Bauhaus“. Wir ergatterten zwei der begrenzten Eintrittskarten für das Zeitfenster ab 15 Uhr. Das Bauhaus Museum ist ein Haus im Haus. Außen eine Stahlkonstruktion mit Glashülle, innen auf den beiden Treppenaufgängen liegend die „Black Box“, ein geschlossener Kubus aus Stahlbeton. Die Black Box enthält die Ausstellung „Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung“ mit über 1000 Ausstellungsstücken aus nur 14 Jahren Schulbetrieb. Designklassiker Lampen, Sessel, Textilien, Teppiche, Industriedesign aus Glas und Stahl und Licht, die Architektur des Industriezeitalters, Geometrie: Kreis, Rechteck, Dreieck und Stab, Klarheit und Formstrenge, Kunst und Handwerk.

Neues Bauhaus Museum
Figuren aus Oskar Schlemmers Triadischem Ballett

Die Meisterhäuser sind geschlossen und können nur von außen betrachtet werden.

Bauhaus Meisterhaus Muche/Schlemmer

Kornhaus an der Elbe

Das Ende des Schulbetriebs kam bereits im Jahr 1932. Auch im Dessauer Gemeinderat hatte sich die NSDAP Fraktion die Mehrheit verschafft und einen Beschluss zur Bauhaus Schließung durchgedrückt. Meister Mies van der Rohe versuchte noch die Weiterführung in Berlin, wurde jedoch kurze Zeit später im Jahr 1933 zur Selbstauflösung gezwungen. Und jetzt UNESCO Welterbe!