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Brunswick Landing Marina

Die Sunrise wurde ins Wasser gehievt. Jetzt schwimmt sie wieder in ihrem Element.
Nachdem Walter mit Hilfe von Daniel und Greg den neuen Anlasser für den Yanmar Motor installiert hatte, sprang dieser zuverlässig wie immer an und wir konnten zum Schwimmsteg verlegen.
Mit unseren Wartungs- und Pflegearbeiten kommen wir nicht so richtig voran, es ist uns einfach zu nass und zu kalt. Gestern hatte es ohne Unterbrechung „cats and dogs“ geregnet bei einer Außentemperatur von 10 Grad. Darauf sind wir mental einfach nicht vorbereitet. Einige Arbeiten im Schiff, z.B. Einbau der von Rainer reparierten Platine für die Wassertank-Füllstandsanzeige, Aus- und Wiedereinbau des Spülbeckens und Installation eines neuen Einhebelmischers, Reparatur der Jabscopumpe des WCs (war zum Glück noch unbenutzt), Test des Kartenplotters, des Pactormodems nebst Kurzwellenfunke konnten wir durchführen, aber das war’s auch schon. Alles andere ist dem Schietwetter zum Opfer gefallen. Wir ziehen uns in die warme Ferienwohnung zurück und trinken Tee. Nicht mehr lange, am Montag müssen wir raus. Dann heißt es frieren und Lumumba trinken auf der Sunrise. Vielleicht hilft uns ja auch die gute alte Webasto Heizung beim Überleben.

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It’s raining men

Wenn der Regen hier als Schnee runterkommen würde, könnten wir ebenerdig auf die Sunrise gehen. Bei 15 Grad hier unwahrscheinlich, deshalb Fitnessübungen an der Leiter. Rauf und runter, mehrmals täglich. Heute haben wir eine neue Batterie für den Yanmar Motor gekauft und einen neuen Radarreflektor bestellt. Viel Schwund war heute nicht zu verzeichnen, außer dass es weitere 4 Gallonen Trinkwasser unter der Steuerbordsitzbank gesprengt hatte. Wohin die rund 15 Liter Wasser versuppt sind, war nicht auszumachen. Die Bilge ist trocken und die Knallfolie, in der die Gallonen eingewickelt waren, ist nur leicht feucht.
Was lernen wir daraus? Knallfolie isoliert nicht und die Plastikkanister können auch nichts mehr ab.
Von der US Customs and Border Protection gibt es keine guten Nachrichten. Wir kriegen keine neue Cruising License. Wir kriegen nur eine License to proceed zu einem Hafen X. Von dort aus müssen wir das Land verlassen und dürfen frühestens nach 14 Tagen wieder einreisen. Hatten wir ja eh nicht vor. Jetzt ist es so, und wir werden damit umgehen können. Aber so einen Tritt in den Hintern haben wir nicht verdient.
Mit dem Auto dürften wir sechs Monate lang kreuz und quer, rauf und runter durchs Land fahren und kein Hahn würde danach krähen – verstehe das wer will.

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Zurück in Brunswick
Der Abflug in San José/Costa Rica verlief reibungslos. Wir hatten ja auch alle Bedingungen erfüllt. Nach der Landung in Atlanta/USA waren wir so schnell wie noch nie zuvor durch die Immigration durch. Noch nicht mal unsere Reisetaschen mit den 40 Kilo Ersatzteilen wurden von der TSA durchwühlt. Mit dem Mietwagen ging es direkt nach Brunswick in unsere angemietete Ferienwohnung. Die zu finden war etwas schwierig, da es mittlerweile stockdunkel geworden war. Ein vernünftiges Navigationsgerät hatten wir leider nicht, weil mein Telefon/Google Maps seinen Dienst verweigerte. AT & T hatte mir meine amerikanische SIM Karte deaktiviert, weil 11 Monate nicht benutzt. 20 Dollar Guthaben einfach so einkassiert. Also wieder mit den runtergeladenen Maps.me Karten navigieren – die können das auch hier nicht so recht. Letzten Endes haben wir unser Bett gefunden.
Heute Vormittag wurden wir zuerst beim nächsten AT & T Laden vorstellig. Alles Gejammer nützte nichts, eine neue SIM Karte (natürlich mit Aktivierungsgebühr) und neuer Telefonnummer war fällig. Danach ging es zum Boat Yard zur Sunrise. Von außen sah sie soweit ganz gut aus. Innen trocken und staubig. Folgender Schwund ist zu verzeichnen: Alle nicht erneuerten Fugen des Teakdecks haben sich vollends aufgelöst, die Starterbatterie für die Maschine ist tot, die Batterie für die Bugstrahlruder halbtot, der Radarreflektor ist wohl im Sturm aus dem Rigg geflogen und hat sich in Einzelteilen auf dem Deck verteilt, vier Gallonen mit Trinkwasser waren irgendwann gefroren sind geplatzt, zum Glück in der Kühlbox. Eine volle Flasche mit Flüssigwaschpulver hat sich im Bad verteilt, wie und warum auch Immer. Ein toller Tipp zum Nachmachen: 5 Liter Flüssigwaschmittel auf den Badboden kippen, 11 Monate stehen lassen, den eingetrockneten Schleim wegschaben, wegwaschen und der Boden sieht aus wie neu, blütenweiß zwar etwas matt aber komplett fleckenfrei. Der Nachteil ist eine akute Schaumbadgefahr.
Überlebt haben die vier Servicebatterien, da sie durch die Solarpanele geladen wurden. Hoffentlich auch das ganze Elektronik-Gedöns.
Die 24 Dosen Bier, die wir vor unserem fluchtartigen Abgang im März 2020 nicht mehr vernichten konnten haben auch überlebt; und hoffentlich noch viel mehr. Immerhin hatten wir die Sunrise bereits für die Bahamas vollgebunkert. Die verderblichen Lebensmittel hatten wir den Werftmitarbeitern verschenkt, die nicht verderblich Lebensmittel an Bord gelassen. Wir sind noch nicht durch mit dem Sichten.

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Heute endet unsere Costa Rica Rundreise. Wir sind zurück im Park Inn Hotel, wo wir ein Großteil unseres Gepäcks deponieren konnten. Unseren Mietwagen haben wir abgegeben und somit sind wir nicht mehr ganz so flexibel. Zu Fuß geht es ins Zentrum von San José. Dort in der Fußgängerzone pulsiert das Leben. Gut dass sich die Menschen auch im Freien größtenteils an die Maskenpflicht halten. Wir sind mit einer FFP 2 Maske mittendrin. Angst uns noch auf den letzten Metern hier mit dem Coronavirus anzustecken haben wir nicht.
Wir wollen noch das National Theater aus dem Jahre 1897 besichtigen. Die Führung ist sehr witzig aufgebaut. Zwei englisch sprechende Schauspieler führen uns launig durch das Theater. Alles im Theater, bis auf eine Skulptur, ist europäischer Herkunft. Die Architektur ist der Pariser Oper nachempfunden, die Skulpturen sind aus italienischem Carrara Marmor, die Glastüren aus Frankreich, die Gemälde von spanischen und italienischen Malern, elektrische Bronzeleuchter aus Belgien u.v.m.

Entree

In der Lobby

Auditorium 1. – 3. Rang

Der Parkettboden aus europäischem Holz musste 1941 entfernt werden, weil ihn Termiten zerlegt hatten. Jetzt liegt in der Lobby ein Parkettboden aus 20 verschiedenen costa-ricanischen Holzarten. Der schmeckt wohl nicht so lecker.

In der Theaterlobby. Ein kleiner Teil des neuen Holzparketts ist sichtbar, der Rest zum Schutz abgedeckt.

Wie bereits in den vorherigen Berichten erwähnt sind die Hygienevorschriften sehr eng – und sie wirken. Alle Läden, auch der große Mercado Central, haben geöffnet. Überall stehen Handwaschbecken im Freien, stehen Flaschen und Spender mit Handdesinfektionsmittel usw. Trotzdem halten wir uns nur im Freien auf. Frühstück und Abendessen im Außenbereich der Hotels und Restaurants. Bei diesen Temperaturen kein Problem.

Postamt und Postmuseum in San José

Das Ergebnis unseres PCR Tests ist termingerecht per E-Mail bei uns eingegangen; wir Beide sind negativ getestet. Somit steht der Weiterreise nichts mehr im Wege. Wir haben alle Bedingungen erfüllt: waren 15 Tage außerhalb der EU und sind negativ getestet. Vamos! Das Projekt „Sunrise Rolling Home“ kann beginnen.

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Zweiter Tag am Pazifik
Um sechs Uhr am Morgen klingelt der Wecker. Urlaub geht anders. Sieben Uhr Frühstück. Zum ersten Mal in den 15 Tagen bekommen wir Müsliflocken und leckere Früchte, statt der üblichen Maisfladen mit Rührei, Käse und Reis mit Bohnen. Das entschädigt für den modrigen Mief in der Nacht. Die Anlage ist echt schön, die Besitzer sehr zuvorkommend, zur Begrüßung gab es eine Flasche chilenischen Rotwein, also fordern wir kein anderes Zimmer. Den Wein haben wir gestern Abend weg geputzt, deshalb fällt heute das Aufstehen so schwer. Nützt nix. Wir müssen nach Quepos ins Medical Center zum PCR Test. Um 9 Uhr haben wir den Termin, aber wir sollen um 8:40 dort sein. Gesagt, getan. Die Rezeption rechnet nach. Abflug am Sonntag um 7:45 Uhr, Ankunft gegen 12 Uhr in Atlanta/USA. Dann ist der Test älter als 72 Stunden, das könnte zum Problem werden. Wir sollen um 5:30 nochmals kommen. So ist der Tag ziemlich verplant. Hotelpool und Strandspaziergang sind die Alternativen. Wir bekommen am Abend den PCR Test und hoffen, dass alles in Ordnung ist.

Playa Espadilla, Costa Rica

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Ein Stück Ostfriesland in Costa Rica
Der Tipp kam per WhatsApp von der Nordseeinsel Juist. Thekla (Haus Likedeeler, Juist) ist uns stets eine liebe Gastgeberin und verfolgt unsere Reisen treu über diesen Reiseblog und über unseren WhatsApp Status. Die kleine pazifische Hafenstadt Puntarenas lag fast auf unserer Reiseroute, also keine Frage, dass wir dorthin fahren um die ehemalige Frisia VIII, mit Heimathafen Norderney zu begutachten. Wie auch immer es die Fähre geschafft hat, die 28tägige Reise über den Atlantik in den Pazifik zu machen, es war sicherlich ein großes Abenteuer. Das Schiff musste für diese Überführung umgebaut werden. Das Unterdeck, vormals Salon, wurde mit Tanks bestückt die gleichzeitig für den nötigen Ballast sorgten. War ein Tank leer musste dieser mit Seewasser geflutet werden um die Stabilität des Schiffes zu gewährleisten. Die Frisia VIII hat nämlich einen Tiefgang von nur etwas mehr als 1,5 Metern. Etwas wenig für den Atlantik mit 3 Meter Wellen und mehr. Wie auch immer, seit 2003 ist sie im Pazifik und tut brav ihren Dienst. Das Schiff heißt nun San Lucas II und pendelt über den Golf von Nicoya von Puntarenas nach Playa Naranjo.

Ihr Alter kann sie nicht verleugnen, mit weißer Farbe ist der Heimathafen am Heck und der Name am Bug überpinselt, aber er ist dennoch gut lesbar.

Ex-Frisia VIII, Heimathafen Norderney

Ansonsten war heute wieder ein Reisetag.

Aus dem nasskalten Nebelwald ging es hinunter in das tropische Pazifikklima, nach Quepos, Playa Espadilla. Die Anlage ums Hotel herum ist sehr schön und gepflegt – aber im Zimmer läuft die Klimaanlage und es ist kein Fenster zu öffnen. Das wäre ja an sich so schlimm nicht, die Klimaanlage lässt sich ausschalten, aber das Zimmer riecht ziemlich modrig. Wahrscheinlich riechen hier alle Zimmer so, weshalb ich es gar nicht erst mit einem Zimmerwechsel versuchen werde. Schade drum.

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Monteverde und Santa Elena

Zurück in den Bergen. Monteverde und Santa Elena sind Dörfer, die sich dem Ökotourismus verschrieben haben. Auf 1400 Meter Höhe, im Nebelwald gelegen, überbieten sich die Hotels, Lodges und Adventure Tour Veranstalter. In normalen Zeiten kommen hier bis zu 10.000 Besucher in über 50 Hotels und Lodges unter. Zur Zeit ist nichts normal, viele Hotels und Läden haben geschlossen. Die, die geöffnet haben halten sich an strikte Hygieneprotokolle. Selbst vor dem Zustieg zum Shuttlebus ist Hände- und Schuhdesinfektion sowie Fiebermessen angesagt. Uns wird bis zu vier Mal täglich Fieber gemessen, je nach Aktivität. Am Morgen holt uns der Shuttle zum Nebelwaldreservat Santa Elena ab. Wir machen die Hängebrückentour durch den Nebelwald – heute Regelwald. 100 % Regen und 100 % Wald.

Acht Hängebrücken mit bis zu 170 m Länge sind auf dem Rundweg zu überqueren. Der Funfaktor leidet extrem unter dem Regen – Nebel wäre ja ok.

Wir sehen trotzdem einige Tiere. Kolibris, Nasenbären, Klammeraffen und sonstige Vögel. Den Quetzal sehen wir nicht, wir sind heute ohne Guide unterwegs. Es soll hier 400 Vogelarten, 1200 Amphibien und Reptilienarten, 5000 Insektenarten geben. Insektenstiche haben wir genug – also ist das Viehzeugs da. Wir sehen auch keine Jaguare, Ozelots, Pumas, Margay und Jaguarundis, die hier auch durch die Gegend streifen sollen. Nach drei Stunden sind wir so durchnässt und durchgefroren, dass wir froh sind, dass uns der Bus wieder abholt. Zurück im Hotel mummeln wir uns in die warmen Steppdecken ein und kriegen für den Rest des Tages die Kurve nicht mehr. Das Wetter ist total crazy. Wir sitzen auf der überdachten Terrasse, die Sonne scheint bei strahlend blauem Himmel und dennoch treibt der Wind den Sprühregen kilometerweit den Hang hinunter. Das Gute an dieser Wettersitiation ist, dass wir so zu sagen einen Dauerregenbogen sehen. Steht die Sonne im Westen braucht man nur freie Sicht im Osten und schon ist er da, der Regenbogen manchmal auch zwei.

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Von La Fortuna fahren wir am Arenalsee entlang. Der Wunsch, die Vulkane ohne Wolkentopping zu sehen erfüllt sich nicht. Nach knapp 200 km in Richtung Pazifikküste wird es zunehmend heiß und sehr trocken. Hatten wir in La Fortuna angenehme 20 – 22 Grad, sind es auf der Autobahn, der Panamericana, schon 34 Grad. Das bleibt jedoch nicht so. Nach Liberia, der trockensten und heißesten Stadt Costa Ricas, geht es rechts ab, 25 km in die Natur. Unser Hotel Hacienda Guachipelin liegt im Nationalpark Rincon de la Vieja, inmitten im Trockenwald, umgeben von Vulkanen. Unzählige Flüsschen stürzen sich die Vulkanhänge hinab. Cataratas (Wasserfälle) überall.

Bereits an der Hotelrezeption werden wir durchgetaktet. Am Nachmittag haben wir den fußläufig erreichbaren Wasserfall auf dem Plan, zum Abendessen müssen wir pünktlich um 18 Uhr dastehen. Hygiene- und Abstandsprotokoll schreiben das so vor. Überall, vor den Läden, den Cafés, den Restaurants, der Hotelrezeption, am Eingang zu Nationalpark stehen Außenwaschbecken. Händewaschen und Desinfektion mit Alkohol, dann noch über getränkte Fußmatten laufen ist Pflicht. Mundschutz so wie so. Das Abendessen im Restaurant wird per WhatsApp bestellt. Selbst die Rückfrage welche Temperatur das Steak haben soll kommt übers mobile Endgerät. So wenig Kontakte wie möglich.
Am nächsten Tag ist um 8 Uhr Frühstück, um 9 Uhr sollen wir am Eingang des Rincon de la Vieja Nationalparks sein. Wir laufen den Loop unterhalb vom Vulkan, Einbahnstraße. Vorbei an brodelnden und stinkenden Vulkanschlammbecken, Mini-Vulkane dampfen uns ein, schwingende Hängebrücken geleiten uns über den ein oder anderen Rio oder Wasserfall.

Heißer Wasserdampf

In den Bäumen schwingen Klammer- und Weißkopfaffen. Fotografieren lassen sie sich schlecht, die sind zu schnell und zu gut getarnt. Am Nachmittag stehen weitere Wasserfälle, der Red Pool, ein natürlicher Pool umgeben von hellroten Felsen und die Hot Springs auf unserem Plan.

Hot springs und zum Abkühlen in den Gebirgsbach

Hot springs

Brav halten wir uns an die Taktung. Nur das Baden fällt aus. Der Red Pool hätte mir schon gefallen, aber das Gebirgswasser war zu kalt. Die heißen Pools der Hot Springs werden mit Wasser vom Vulkan gespeist. 40 Grad. Aber irgendwie zieht es uns nicht in die überdimensionalen Badewannen. Der Wasserdurchsatz ist zu gering, wir befürchten eine bakterielle Durchseuchung – das brauchen wir nicht.

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Lomas del Volcan
Am Vormittag steht eine Wanderung zum Wasserfall an. Noch beim Frühstück sind wir unsicher, ob wir es angehen sollen oder ob wir uns alternativ auf unsere Terrasse setzen und einfach nur die Natur um uns herum genießen. Die Sonne lockt uns dann doch. Morgengymnastik ist ja so schlecht nicht. Eine kurze Fahrt mit dem Auto zum Parkplatz beim Wasserfall. 480 Treppenstufen führen hinunter – und natürlich auch wieder rauf. Es lohnt sich wirklich, nur an Badeklamotten haben wir nicht gedacht. Das Wasser kommt vom erloschenen Vulkan Cerro Chato und stürzt mit Getöse an den Vulkanwänden hinab und bildet den Rio Fortuna. Glasklares Wasser, das wirklich zum Baden in den ausgewaschenen Becken einläd.

Der noch aktive Vulkan Arenal ist direkt nebenan und zuletzt 1968 mit großen Schäden und 1992 ohne große Schäden ausgebrochen.

Vulkan Arenal

Den haben wir am Nachmittag auf dem Programm. Ein Guide mit Fahrer holt uns am Hotel ab und bringt uns zu den Lavafeldern des Ausbruchs von 1968. Nur ein ganz kleiner Bereich am Fuße des Vulkans ist begehbar. Der 2 1/2 stündige Rundgang ist interessant, wir bekommen einige Informationen zu den Pflanzen die sich nach dem 1968iger Ausbruch hier wieder ausgebreitet haben. Tiere sehen wir kaum, nur eine hochgiftige Viper, die wir ohne Teleskop des Guides nie entdeckt hätten. Die Vipern rollen sich zusammen und bewegen sich bei Gefahr nicht. Nur wenn sie sich direkt bedroht fühlen, also bei einer Annäherung von ca. 20 cm, schlagen sie zu. Doof halt, dass man das Viehzeug, wegen seiner optimalen Tarnung überhaupt nicht sieht. Die Wege durch das Lavafeld sind gut markiert und auch sicher. Seismographen zeichnen beständig auf und bei Gefahr wird das Gebiet evakuiert. Beim 1992iger Ausbruch gab es keine Toten. Tote gibt es nur, wenn sich beratungsresistente Touristen auf den Weg machen und den Vulkan verbotenerweise versuchen zu besteigen. Sie kommen zum Teil in den giftigen heißen Gasen, die der Arenal beständig ausstößt, um.

Vulkan Arenal

Arenalsee

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Von Sarapiqui nach La Fortuna/Lomas der Volcan

Entspannter Reisetag ohne Programm. Viel zu früh sind wir in La Fortuna. Wir schauen uns kurz die Unterkunft von der Ferne an und beschließen heute amerikanisch zu reisen. Im Auto sitzen bleiben und in die Gegend gucken. Es regnet nämlich Hund und Katz. Den Arenalsee wollen wir umrunden. Im Uhrzeigersinn, also links rum starten und rechts rum zurück. Das klappt nur bedingt. Auf halber Strecke stehen wir vor einem großen Matschloch, dessen Ausmaß wir nicht einschätzen können. Zwar haben wir Allradantrieb, aber der wird nichts bringen, wenn wir bis zu den Fenstern im Matsch stecken. Umdrehen. Zurück nach La Fortuna in die Schokoladenmanufaktur. Schokolade geht immer. Wir probieren uns bis kurz vor der Peinlichkeit durch, kaufen dann höflichkeitshalber eine Tafel 75%ige mit rosa Pfeffer für Elke und 30%ige für Walter.
Die Unterkunft ist ein Volltreffer. Ein traumhafter Holz-Bungalow mit einem riesigen Badezimmer, zwei Doppelbetten, Kühlschrank und Kaffeemaschine, zwei überdachte Terrassen mit Blick auf den Vulkan (wenn die Wolken weg sind) und Blick über den tropischen Garten.

In einer Regenpause gehen wir raus zum Fotoshooting.

Tukan

It’s raining cats and dogs