USA Rundreise 2019_27

New York 3. Tag

Es regnet, blitzt und donnert. Im Staaten Island Ferry Terminal finden wir Schutz vor dem Regen und verwerfen unseren heutigen Tagesplan. Freiheitsstatue, Liberty Island, Ellis Island und Staaten Island macht bei dieser Wetterlage keinen Sinn.
Wir üben uns im Metrofahren. Unsere Aufgabe heute besteht darin, möglichst ohne nass zu werden zu den Sehenswürdigkeiten zu kommen. Alles im Freien scheidet heute aus. Das MoMA, Museum of Modern Art ist leider bis Oktober 2020 wegen Renovierung geschlossen. Schade, gerade das MoMA stand auf unserer „Must-have-seen-bevor…“ Liste. Also doch ins Solomon Guggenheim Museum. Wobei uns hier die Ausstellungen weniger interessierten als die Architektur des Gebäudes.

Solomon Guggenheim Museum

Die Sonderausstellung zeigt Werke von Jean-Michel Basquiat.

Jean-Michel Basquiat

Zur Dauerausstellung gehören Werke von Kandinsky, Delaunays, Chagall, Klee, Feininger, Miro, Kokoschka, in der Thannhäuser Collection Werke von Van Gogh , Gauguin, Manet und Pissarro. Wir bleiben bis das Museum geschlossen wird und wir um 17:30 Uhr vom Museumspersonal zum Gehen gedrängt werden. Draußen regnet es wieder in Strömen. Mit Hunderten stehen wir unter dem Vordach und schauen uns das Szenario an. Aus dem Nichts erscheint ein Verkaufsstand mit Regenschirmen und Plastikumhängen. Yellow Cabs, Ubers und Lyfts fahren vor. Passagiere der offenen Hop on – Hop off Busse in weißen Plastikumhängen suchen und finden Regenschutz unter dem Museumsvordach. Ausgesperrte Museumsbesucher irren mit ihren Smartphone an den geschlossen Eingangstüren entlang auf der Suche nach dem freien Museums WLAN. Museum zu, WLAN weg. Allmählich löst sich die Menge auf. Einige nehmen Taxis oder bestellen Uber oder Lyft, andere kaufen Regenschirm und Regencape, manche warten einfach ab. Vor uns entledigen sich Zwei Ihrer Hop on- hopp off Regencapes, das heißt sie lassen Sie einfach fallen und sprinten zum Taxi. So geht das natürlich nicht. Diese Plasitikmüll-Entsorgung ist nicht korrekt. Wir nehmen die weggeworfenen Capes in Obhut und ziehen sie über als der Regen etwas nachgelassen hat. Mit nassen Füßen, aber trockenen Klamotten und Rucksäcken kommen wir in der nächsten Metrostation an. Sightseeing für heute beendet.

USA Rundreise 2019_26

New York Tag 2

Wer Hass sät, wird Hass ernten.
Dieser Spruch ist aktueller denn je. Schusswaffen-Massaker in El Paso und Dayton von geistig unterbelichteten Rassisten.

Dazu passt, dass wir heute das 9/11 Memorial und Museum besuchen. Vier Stunden halten wir uns am Ground Zero und im Memorial Museum auf. Die Stimmung ist sehr bedrückend. Nicht nur Touristen sind da, auch viele Amerikaner. Weiße Rosen werden bei den Namen der Getöteten platziert. Jeder hält inne, Zeit der Besinnung ob den grauenvollen terroristischen Massenmorden. Im Museum wird sehr offen dargestellt wie und warum es zu dem extremen Hass auf Amerika kam und weshalb das weltweit operierende Terrornetzwerk Al-Qaida Zulauf hatte. Der erste Al-Qaida Anschlag mittels Autobombe in der Tiefgarage des World Trade Centers erfolgte bereits am 26.02.1993. Es starben sechs Menschen. Bei den Selbstmordattentaten vom 11.09.2001 wurden fast 3000 Menschen getötet, darunter 411 Ersthelfer, Feuerwehrleute und Polizisten. An alle Ermordeten wird im Museum und auf dem Ground Zero würdevoll gedacht. Auch dies ist in Amerika möglich. Das World Trade Center wurde zwar wieder mit zwei neuen Gebäuden vervollständigt, aber die Fundamente der Zwillingstürme sind Gedenkstätten wurden nicht wieder bebaut. Zwischen dem Nord- und dem Südturm befindet sich das 9/11 Memorial Museum.

Ground Zero

Ground Zero

One World Center/World Trade Center
Oculus Gebäude links und neues WTC Hochhaus rechts

One World Center/World Trade Center
Oculus Gebäude

Danach brauchen wir wirklich frische Luft. Die Brooklyn Bridge ist unser Ziel. Zu Fuß gehen wir von Manhattan rüber nach Brooklyn und schauen uns im neunen, sehr belebten In-Viertel Dumbo um. Hier zeigt sich, dass mit guten Stadtplanern und Geld natürlich, aus alten Fabrikgebäuden durchaus vorzeigbare Wohn- und Geschäftsgebäude geschaffen werden können.

Brooklyn Bridge und Manhattan Skyline

Manhattan Bridge und „In-Viertel“ Dumbo in Brooklyn

Manhattan Bridge

Der Abschluss des Tages findet auf der Besucherplattform im 86. Stockwerk des Empire State Buildings statt. Eigentlich sollte es 102 Stockwerke hoch gehen, aber die Aussichtsplattform befindet sich im 86. Stockwerk. Das reicht auch. Es geht zu wie im Sommerschlussverkauf. Den Platz für das Foto des Tages muss man sich mit den Ellenbogen erarbeiten.

Blick vom Empire State Building

Blick vom Empire State Building in Richtung Hudson River

Auf dem Heimweg machen wir unsere erste Erfahrung mit dem überalterten U-Bahn-Netz. Ausgerechnet mitten in der Nacht. Unsere 5er Linie nach Brooklyn hat technische Probleme und fährt nicht. Wir müssen uns Alternativrouten suchen. Das verursacht etwas Stress, denn wir wollen uns den Nervenkitzel ersparen, gegen Mitternacht länger als fünf Minuten zu Fuß durch Brooklyns Straßen zu laufen. Schlussendlich kriegen wir, mit Hilfe eines sehr bekifften und/oder besoffenen, jedoch sehr freundlichen New Yorkers unseren B103er Bus an der Metro-Endhaltestelle der Nummer 2 und müssen anschließend nur noch 2 Minuten zum Apartment laufen. Alles ist gut

USA Rundreise 2019_25

New York 1. Tag

Ich war noch niemals in New York …. ist jetzt Geschichte. Mitten in Brooklyn haben wir ein bezahlbares Appartement gefunden. Das ist zwar nicht der Hit, aber einigermaßen sauber. Nachdem ich eine halbe Flasche Chlor Bleichmittel in die Duschwanne gekippt hatte, war alles tot was dort eventuell noch lebte. Ebenso in der Küche. Zum Schlafen, Duschen, Frühstück und Abendessen zubereiten ist es allemal gut. Der Preisunterschied zwischen einem Hotelzimmer und einer Loft bzw. Appartement ist marginal.
Heute, am ersten New York Tag, ließen wir es langsam angehen. Die Nummer mit dem Tagesticket bzw. Wochenticket für die Öffentlichen funktionierte genau so wie in Boston. Der Busfahrer ließ uns kostenlos bis zur Metro-Station mitfahren. Hier konnten wir am Ticketautomaten zwei unbegrenzte 7-Tage-Tickets ziehen und sogar mit Bargeld bezahlen.
An der Central Station stiegen wir aus und kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Über uns der Himmel mit den Sternzeichen der nördlichen Hemisphäre, um uns herum Torbögen, Hallen und Gänge im viktorianischen Stil. In Stuttgart reißen wir historische Teile unseres Bonatz-Hauptbahnhofs ab, anstatt sie in Stuttgart 21 zu integrieren. Anderes Thema.

Central Station

Auf der Park Avenue ging es, teils durch Büro- und Hotel-Lobbies durch, in Richtung Central Park. Nur kein Stress mit der Metropole gleich am ersten Tag. Langsam anfreunden. Der Central Park ist ein echtes Naherholungsgebiet mitten in Manhattan. Fein gekleidete Büromenschen machen hier Mittagspause und essen Gesundes aus Muttis Tupperle, Mamis mit Säuglingen und Kleinkindern mischen sich unter die vielen Touristen. Die Touristen fallen dadurch auf, dass sie jeden Mist mitmachen. So zum Beispiel sich am „Lake“ ein Paddelboot ausleihen und Chaos veranstalten. Uns reicht eine Sitzbank im Schatten um die vielen Info-Broschüren aus dem I-Punkt zu sichten.

Rushhour im Central Park

Die Fifth Avenue zieht sich entlang des Central Parks und ist hier in diesem Bereich eine Museumsmeile. Museum of the City of New York, Smithsonian Museum of Design, Jewish Museum, Guggenheim Museum, Metropolitan Museum of Art, Frick Collection und die Neue Galerie sind hier. Heute ist nur Umschauen und Erkunden dran, noch kein Besuch der Museen.

The Metropolitan Museum of Art

The Solomon Guggenheim Museum

The Solomon Guggenheim Museum

Auf der Fifth Avenue laufen wir endlos lang zurück in Richtung Rockefeller Center. Wir wollen auf die Aussichtsplattform im 70. Stockwerk. Es gibt Tickets mit einem vorgeschrieben Zeitfenster. Wir wären erst um 21:40 Uhr dran gekommen. Das ist uns für heute zu spät.
Wir müssen uns mit der Metro zu Recht finden und deshalb fahren wir mit der Nummer 6 bis zur 59. Straße um anschließend mit der Seilbahn über den East River nach Roosevelt Island zu gelangen. Die im East River gelegene Insel, mit Leuchtturm, umrunden wir zu Fuß. Das war es für den heutigen Tag. Wir nehmen den Expressbus BM2 von Manhattan zurück nach Brooklyn.

Seilbahn zur Roosevelt Island
Links daneben die Queensboro Bridge

USA Rundreise 2019_24

Plymouth und Cape Cod
Hier steht alles im Zeichen der Mayflower, die 1620 mit den ersten Siedlern aus England in Plymouth anlandete. Pilgrim hier, Pilgrim dort. Geschlagene 66 Tage waren die Siedler unter widrigsten Bedingungen an Bord der Mayflower unterwegs bis sie hier auf einen Haufen Nichts trafen und von ganz unten neu anfangen mussten. In der heutigen Zeit kann sich das niemand mehr vorstellen.
Cape Cod ist eine bewaldete sichelförmige vorgelagerte Sandbank. Das Nacherholungsgebiet für die Menschen aus den umliegenden Großstätten mit viel Charme. Schöne langgezogene Sandstrände beidseits der Insel, alte Leuchtfeuer, gute ausgebaute Fahrradwege, keine Betonklotz-Bausünden. Alles was für ein erholsames Wochenende nötig ist. Nur an der Wassertemperatur müssen sie noch arbeiten, 15 Grad kaltes Atlantikwasser ist jetzt nicht so spektakulär.

Cape Cod


Cape Cod

USA Rundreise 2019_23

Boston

Skyline Boston vom Bunker Hill Monument

Bei der Anreise sticht sofort die Skyline in die Augen. Skyscraper ohne Ende, der älteste ist von 1915. Das schreckt uns nicht ab. Wir haben Zeit und fahren deshalb gleich mit dem Auto mitten hinein ins Zentrum. Ziel ist die Faneuil Hall, die alte Markthalle. Hier gibt es alles was das Herz, primär der Magen, begehrt. Lobster! Es werden die teuersten Lobsterrolls unserer Reise. Im Parkhaus des Hard Rock Cafés bezahlen wir für 56 Minuten 28 US Dollar. Dies war das einzige Parkhaus in der Innenstadt an dem kein Hinweisschild „Payment with CreditCards only“ hing. Cash ist hier völlig aus der Mode.
Nach dem Lesen einiger Reiseberichte beschließen wir die Stadt per Fuß und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden und das Auto für günstige 10 Dollar am Tag in der Hotelgarage stehen zu lassen. Da wir etwas außerhalb wohnen, lohnt sich für uns ein Tagesticket für die Öffentlichen. Dies gibt es nur in der Innenstadt an den Ticketautomaten der U-Bahnstationen. Das ist doof, wir wohnen im Außenbereich, wo die Bahn als Straßenbahn durch die Vororte zuckelt. Nochmals mit dem Auto rein um den Pass kaufen? Das wäre ja richtig blöd. Wir gehen zur nächsten Straßenbahnhaltestelle der Greenline und fragen den Fahrer, wie wir zu unseren Tickets kommen. Der meint, einsteigen und an der ersten unterirdischen Station aussteigen und die Tickets ziehen. So dürfen wir mit offizieller Genehmigung einige Stationen schwarz fahren. Einer der vielen Ticketautomaten kann tatsächlich mit Geldscheinen gefüttert werden und wir bekommen zwei Tageskarten.

Unsere erste Anlaufstelle ist die Mary Baker Eddy Library und das Mapparium. Das Mapparium ist eine begehbarere Weltkugel mit einem Durchmesser von 12 Metern.

Mapparium

Exakt im Inneren der Weltkugel stehend ist man von jedem Ort der Welt gleich weit entfernt. Es ist eine andere Perspektive, man schaut vom Inneren nach außen und nicht eindimensional von oben drauf. Die perspektivischen Kartenverzerrungen finden somit nicht statt. Sehr interessant ist auch die Akustik in der Kugel, selbst ein Flüstern auf der gegenüberliegenden Seite hört man so, als ob der Flüsternde einem direkt ins Ohr flüstert.
Danach begeben wir uns auf den Freedom Trail.

Er führt uns durch das geschichtsträchtige historische Boston. Hier hatte die Unabhängigkeitsbewegung der Neu-Engländer 1773 mit der Boston Tea Party ihren Anfang. Näheres weiß das www. Sehr bemerkenswert ist, dass noch so viele alte Häuser, gar ganze Stadtviertel dem Hochhaus-Bauwahn getrotzt haben. Unterwegs auf dem Freedom Trail merkt man kaum, dass man sich mitten in einer Großstadt befindet.

Stadtviertel Charlestown in Boston


Newbury Street Boston

Den Abschluss des Trails bildet die Besichtigung der USS Constitution die im Bostoner Hafen liegt.

Sorry, falsches Bild

Die USS Constitution aus dem Jahr 1797 ist eines der ältesten noch in Betrieb (für Touristenausfahrten) befindlichen Kriegsschiffe.

Fallengewimmel auf der USS Constitution

Schlafsaal USS Constitution

Am späten Nachmittag sind wir im SoWa Design und Art Viertel. Die dort ansässigen lokalen Künstler in der Harrison und Thayer Street haben jeden ersten Freitag im Monat den Tag des offenen Ateliers. Auch sehr beeindruckend. Wild, chaotisch, abgedreht und modern. Aber auch ansprechende Arbeiten sind dabei. Bei den aufgerufenen Preisen jedoch, zieht es einem den Boden unter den Füßen weg.

Tag des offenen Ateliers

Der Tag vergeht wie im Flug. Zum Tagesausklang besuchen wir Wally‘s Jazz Lokal in der Washington Ave. Sehr junge Musiker machen eine Jam Session – nicht chaotisch sondern durchaus harmonisch

USA Rundreise 2019_22

Cambridge ist eine Stadt im Bundesstaat Massachusetts und ein Vorort von Boston und Sitz der Elite-Universität Havard
Wir waren in Havard. Das sind alternative Fakten; die Wahrheit ist, dass wir auf dem Weg nach Boston noch jede Menge Zeit bis zum Einchecken im Hotel hatten, sodass wir einen Abstecher nach Cambridge machen konnten. Einen Zwischenstopp um uns den Campus der ältesten Universität der USA anzuschauen.

Eingangspforte zur ehrwürdigen Havard Universität

Havard ist die Elite-Universität schlechthin. Michelle und Barack Obama und auch einige amerikanische Präsidenten vor Obama haben einen Havard Abschluss. Der Havard Campus ist wirklich beeindruckend. Schon die alten und gut erhaltenen Gebäude der einzelnen Fakultäten sind sehenswert.

Havard Universität

In Amerika ist ja bekanntlich alles besser, größer, spektakulärer. Und natürlich darf das in den USA übliche Veteranen-Gedöns nicht fehlen. Eigens zum Gedenken an die nach dem ersten Weltkrieg gefallenen Havard-Absolventen wurde eine Kirche errichtet. Nicht, dass der Eindruck entsteht ich würde den Gefallenen kein würdiges Andenken gönnen, nein ganz und gar nicht. Die USA haben so viele unschuldige Jungs in die Kriege geschickt, dass dies hier, Elite hin oder her, jedoch etwas zu viel des Guten ist.
Noch nicht genug gelästert. Die sind eben so drauf. Vor den Supermärkten gibt es reservierte Veteranen-Parkplätze (zusätzlich zu den Disabled Plätzen), in vielen Geschäften erhalten Veteranen 10% Rabatt.

USA Rundreise 2019_21

New Hampshire White Mountains Nationalpark

White Mountains New Hampshire

Lauter Superlative. Nachdem der Acadia Nationalpark der schönste, meistbesuchte Im Nordosten der USA war, wartet der White Mountains Nationalpark mit dem höchsten Berg des Nordostens auf. Der Mount Washington ist immerhin 6288 Fuß hoch, das ist schon eine Hausnummer. Es wird ein riesen Ballyhoo drumherum gemacht. Geführte Wandertouren, ZIP Lines u.v.m. Wer sich nicht traut, die erste in Handarbeit angelegte und erstmals 1861 mit einer Pferdekutsche befahrene Bergstraße auf den Gipfel des Mount Washington selbst mit seinem Auto hochzufahren, kann sich einen Jeep mit Fahrer mieten. Wir fahren mit dem Mietauto rauf, völlig ohne Probleme. Kostet 40 Dollar fürs Auto, Pilot und Co-Pilot.

Mt. Washington Auto Route

Mt. Washington Auto Route
LG in die Heimat nach Stuttgart Zuffenhausen

Am Gipfel angekommen finden wir uns in der Wolkendecke wieder. Nichts mit Fotosession und Gipfeltrail. Dafür kann man das Museum und die Wetterstation kostenfrei besuchen. Der Witz an der Sache ist, dass das Auto einen Aufkleber bekommt „ this car climbed the Mount Washington”. Lächerlich weil 6288 Fuß sind gerade mal schlappe 1.917 Meter.

Ehemalige Wetterstation auf dem Mt. Washington,abflugsicher in Ketten gelegt für den Fall, dass ein Hurrikan übers Land fegt.

Da es uns zu feucht und zu kalt ist, fahren wir einige Höhenmeter runter um ein kleines Stück des Apalachen-Trails zu gehen. Der Apalachen-Trail geht von Georgia bis nach Canada, optional über den Mount Washington.

Apalachen Trail..
Die Treppenstufen haben nicht ganz meine Schrittlänge.

Da reißt doch tatsächlich die Wolkendecke auf und wir sprinten zum Auto zurück um wieder auf den Gipfel zu fahren. Braves Auto, gleich zweimal am Tag auf den Gipfel geklettert, das muss schon erwähnt werden. Wie gesagt, alles nur Superlative hier. Das Größte, Schnellste, Beste, Schönste, Höchste, Dickste u.s.w. normal geht hier gar nichts. Am Gipfel können wir noch einige Fotos schießen und anschließend in den unteren Regionen einige Meilen auf dem Apalachen Trail laufen. Zurück im Tal kommen wir durch das Städtchen Conway. Hier startet die Conway Scenic Railway. Eine exklusive Bahnfahrt mit Lunch oder Dinner (natürlich in einer sternverdächtigen Liga) kann gegen Abgabe diverser Geldscheine gebucht werden. Im Anschluss daran fährt man mit der ältesten Zahnradbahn der Welt hinauf auf den Gipfel des Mount Washington. Das mit der ältesten Zahnradbahn konnte ich nicht prüfen, ich misstraue mittlerweile der amerikanischen Hochstapelei. Immerhin fährt die Gornergradbahn in Zermatt seit 1898 elektrisch auf 3089 Meter Höhe, und das ist eine echte Hausnummer. Nämlich!

Conway Scenic Railway

Zahnradbahn Mt. Washington

Das ganze Städtchen Conway hat Ausverkauf und Zeltverkauf. Schade, dass wir das alpine Skilaufen aufgegeben haben, hier gibt es Marken-Skiklamotten für lau. Das kann ich gar nicht glauben. An einem Paar UGG Boots komme ich echt nicht vorbei. Nicht um alles in der Welt. Die Boots dürfen sich fortan im deutschen Winter bewähren.

USA Rundreise 2019_20

Camden und Kennebunkport sind DIE angesagten Touristen Hotspots in Maine. Wir mischen uns drunter.
In Camden sind wir leider einen Tag zu spät um das jährliche Segelregatta Event mitzunehmen. Es sind jedoch noch einige klassische Yachten im Hafen zu bewundern.

Camden

Camden

Die Atmosphäre in Camden ist sehr maritim. Es gibt noch richtige Bootsbauer, Segelmacher und Ausflugsfahrten auf Segelschonern werden angeboten. Das Bojenfeld vor dem inneren Hafen ist gut mit hochseetüchtigen Segelschiffen belegt und es ist interessant zu beobachten, wie die dicken Viermaster durch das Bojenfeld pflügen. Hier wird noch richtig gesegelt. Alle Achtung! Oft genug konnten wir andernorts beobachten, dass Segelausfahrten verkauft und nur das Großsegel zur Optik gesetzt wurde, der Antrieb jedoch ausschließlich über die Maschine erfolgte.

Portland Head Light

In Kennebunkport ist es ähnlich maritim, nur dass das Städtchen zusätzlich damit aufwarten kann, dass die Präsidentenfamilie Bush hier über Jahrzehnte ihren Sommersitz hatte beziehungsweise noch hat. Es ist wunderschön.

Kennebunkport

Kennebunkport

Vom Klima her wie an der Nordsee, angenehm warme Tage und kühle Nächte. Nicht so wie in Florida, am Lieblingsort des aktuellen Präsidenten, wo einem die Sonne im Sommer das Hirn austrocknet. Ein Schelm, der böses dabei denkt.

Am Abend, wir sind schon auf dem Heimweg, kommen wir in Kennebunk an einer Tankstelle vorbei und hören angenehm Klänge. Ein Garagenkonzert von Einheimischen für Einheimische. Die Nachbarn kommen mit Klappstühlen herbei, wir bleiben ebenfalls für einige Zeit und hören zu. Ein schöner Ausklang des Tages.


USA Rundreise 2019_19

Nach einem Tag in der Hafen- und Industriestadt Saint John in der Bay of Fundy verlassen wir Kanada wieder und setzen unsere Reise gen Süden in den USA fort. Der Stopp in Saint John hat sich nicht wirklich gelohnt. Zwar gibt es eine schachbrettartig angelegte und noch erhaltene, beziehungsweise gut renovierte Altstadt, aber mittlerweile sind wir wohl zu verwöhnt. Witzig waren jedoch die Menschen auf den Straßen. Multi in jeder Hinsicht. Es war ja auch die Pride Woche. Selbst der Hund wurde gestylt

Pride week in Saint John, Bay of Fundy, Kanada

Zwischenzeitlich sind wir in Maine, USA. Unser erster Halt auf der Rückreise nach Florida ist der Acadia Nationalpark und die putzige Hafenstadt Bar Harbor. Am ersten Nachmittag und am Abend mischen wir uns unter die Touristen in Bar Harbor. Es sind viele, viel zu viele. Es ist eben Urlaubszeit auf der kompletten nördlichen Halbkugel und das merkt man auch. Alle Hautfarben und Sprachen sind vertreten. Nichts desto trotz finden wir einen netten Park mit einem Gitarristen, der die üblichen Klassiker spielt. Die Besitzerin des Hotels am Park öffnet die hauseigene Bar für das Publikum und schenkt Bier, Wein und Whisky in echten Gläsern (normalerweise im Freien nur Plastikbecher) aus und hat damit gar kein Problem. Gegen später kommt sie vorbei und fragt nach, ob es denn genehm sei, wenn sie das „Lagerfeuer“ zündet. Das Lagerfeuer ist eine runde Feuerstelle mit großen Kieseln drin und darunter eine Ringleitung mit Gas. Die Gasleitung kommt aus dem Hotel und wird von dort aus scharf gemacht. Die Flammen zügeln zwischen den Steinen hoch und schaffen sofort eine besondere Atmosphäre. Gitarre und Lagerfeuer 4.0.
Der zweite Tag ist komplett dem Acadia Nationalpark auf der Mount Desert Island gewidmet. Wir lassen uns im Informationszentrum beraten und fahren mit dem Auto auf den Park Loop. Der Ranger meinte, dass wir zu viel Zeit verlieren würden, wenn wir jeweils an den Ein- und Ausstiegen der Trails auf den kostenlosen Shuttle warten würden. Falls man mehrere Tage im Park verbringt, ist der Shuttle Bus die erste Wahl.
Wir suchen uns drei besonders sehenswerte Punkte heraus. Der erste Trail ist ein Rundweg. Es geht ganz flach los, erreicht den Höhepunkt mit einem Aufstieg auf 1270 Fuß. Über den Ladder Trail, steigt man entlang der steilen Felsen, die an zwei Stellen mit Leitern überwunden werden. Der Rückweg zum Parkplatz ist sehr gut ausgebaut und die Höhendifferenz ist beim Absteigen kaum wahrnehmbar. Es zieht sich halt in die Länge.
Der nächste Stopp ist beim Thunder Hole, einer Stelle, wo die Meeresdünung zwischen den Felsen fontänenartig nach oben schießt. Mit dabei auf dem Trail wäre ein Aufstieg auf 525 Fuß, zwecks besserem Überblick, gewesen. Nein, danke. Das mit dem Aufsteigen hatten wir schon. Weiter geht es zum Jordan Pond mitten im Nationalpark. Den umrunden wir zu Fuß. Auf der einen Seeseite ist ein Holzbohlenweg, damit ja niemand in den Matsch treten muss und auf der anderen Seeseite ein breiter, geschotterter Weg. Das hält die Leute davon ab, mitten durch das Naturschutzgebiet zu latschen und die Tiere aufzuscheuchen.
Gesehen haben wir jedoch nur Eichhörnchen, eine brütende Wildgans und ein Reh mit einem Rehkitz. Tiere also, die wir auch aus Europa kennen.

So viele tolle Bilder vom Acadia Nationalpark – ich kann mich gar nicht entscheiden.

Wildlife im Acadia Nationalpark

Trail im Acadia Nationalpark

Acadia Nationalpark, Maine

Bar Harbor

Bar Harbor, Maine

Kanada Reise 2019_8

Halifax, Noca Scotia
Zweiter Regentag in Folge. Während Deutschland unter der Hitzewelle und der Trockenheit stöhnt, kramen wir unser Regenzeug und die warmen Klamotten aus dem Koffer. Downtown Halifax fällt heute aus, wir fahren ins Umland zu den empfohlenen „Must sees“.
Wir besuchen den Friedhof, auf dem viele der Opfer der Titanic-Katastrophe beigesetzt wurden. Bei diesem Wetter ist dies noch bedrückender.

Nächster Halt ist der alte Fischereihafen Fisherman’s Cove. Es ist ein Hafen, der nach wie vor von kleineren Lobster Fischern genutzt wird. Es gibt einige Lobster Buden und dazwischen die unvermeidlichen Souvenir Shops.

Fisherman’s Cove

Für uns nicht unbedingt ein must have seen. Es gibt schönere Plätze in der Umgebung, so zum Beispiel der Crystal Crescent Beach im Sambro Creek. Puderzuckerfeiner Sandstrand zwischen Felsblöcken, mit schöner Brandung und einigen hartgesottenen Badenden.

Chrystal Crescent Beach

Der Holzbohlenweg durch die Dünen ist mit blühenden Heckenröschen gesäumt. Es sieht aus wie auf der Nordseeinsel Juist und es riecht auch so. Feiner Blütenduft mit einer Salznote. Im Hinterland ausgedehnte Mischwälder. Tiefes sattes Grün in allen Schattierungen. Eine Wohltat für die Augen.
Peggy’s Cove ist ein absolutes Muss. Der meist fotografierteste Leuchtturm Nordamerikas. Die Schönheit müssen wir uns mit zehn Busladungen asiatischen Touristen teilen. Selbst die Busse sind mit den asiatischen Schriftzeichen beschriftet. Gott bewahre diesen zauberhaften Ort vor Over Tourism. Wahrscheinlich waren wir am falschen Wochentag vor Ort – der Einzigartigkeit tut das jedoch keinen Abbruch.

Peggy’s Cove


Leuchtturm Peggy’s Cove mit Scharen von Touristen

Am Hafen von Peggy’s Cove steht ein alter Bauwagen, davor drei große Wasserkessel mit Gasbrennern darunter. In den Kesseln kochen die Lobster-Fischer ihren Fang direkt nach dem Anlanden. Frischer geht es nicht. Die Crew im Bauwagen zerlegt die frisch gekochten Lobster, bäckt Brötchen auf, füllt diese mit Lobsterfleisch. Der Verkaufsrenner schlechthin. Die Menschenmenge davor spricht Bände. Das Warten auf die Lobster Roll lohnt sich. Leckerer als Krabbenbrötchen und das will was heißen.

Lobster Roll im Hafen von Peggy’s Cove


Lobster Roll

Auf dem Weg nach Lunenburg kommen wir am Denkmal für die Opfer des Swissair Fluges 111 vorbei. Am 02.09.1998 stürzte unter dramatischen Umständen die Swiss Air Maschine auf dem Weg von New York nach Genf vor Peggy’s Cove ins Meer. Alle Insassen kamen dabei ums Leben. Die Gedenkstätte liegt in einem Strandbereich voller Felsen und sieht von Natur aus wie ein Trümmerfeld aus. Die Trauernden haben bei guter Sicht einen guten Blick auf die in 10 Meilen entfernte Absturzstelle.

Swiss Air 111 Gedenkstätte

Lunenburg, gegründet um 1750 von Auswanderern, überwiegend aus Deutschland. Lunenburg gilt als älteste deutsche Siedlung in Kanada. Im alten Stadtkern sind gut erhaltende und renovierte bunte Holzhäuschen und Kapitänsvillen zu bewundern.

Lunenburg

Keine neuzeitlichen Bausünden dazwischen, deshalb darf sich das Städtchen seit 1995 mit dem Prädikat UNSESCO Weltkulturerbe schmücken. Besonders die drei Kirchen sind herausgeputzt. An der Wasserfront gibt es das übliche Angebot für die Touristen. Schiffs-Museum, Hochsee-Angeln, Segeltörns mit alten Schonern, Souvenir Läden und jede Menge Restaurants.

Lunenburg Waterfront

Am späten Abend bessert sich das Wetter und wir verlassen Lunenburg rechtzeitig um die rund 100 Kilometer nach Peggy’s Cove zurück zu fahren. Wir wollen vor Sonnenuntergang dort sein, um bei schönem Licht nochmals Aufnahmen dieses wunderschönen Fleckchens Erde zu machen. Wir werden belohnt. Es sind keine Busse mehr da und da der Regen aufgehört hat werden wir mit einem grandiosen Sonnenuntergang beglückt. Jedes Bild (Foto) wie ein Gemälde.

Peggy’s Cove


Leuchtfeuer Peggy’s Cove