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Quarantäne?

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Antifouling-Schutzverkleidung

Antifouling-Schutzverkleidung

Diese Frage stellt sich mit Recht, wenn man uns so verkleidet sieht. Heute am Heiligen Sonntag streichen wir das Unterwasserschiff mit giftigem Antifouling. Zum Einen ist es etwas bewölkt und deshalb nicht ganz so brüllend heiß, zum Anderen ist die Werft verwaist und wir können ungehindert die benötigten Leitern abgreifen. So geschäftstüchtig wie die neue Leitung ist, läuft man wochentags Gefahr auch für die Leitern eine Mietgebühr entrichten zu müssen. Aber wir sind Schwaben…..
Für Walter waren die Vorbereitungen für den Antifoulinganstrich echt hart. Das alte Antifouling musste leicht angeschliffen werden, damit der neue Anstrich hält. Der feine Schleifstaub ging durch den Schutzanzug durch und hat allergische Reaktionen bei ihm ausgelöst. Auf der Haut (aber auch sonst). Er sieht an Armen und Beinen aus wie von Masern, Röteln und Zika befallen. FeniHydrocort Salbe hilft. Immerhin.
Der Kiel wurde zuvor noch mit einem Primer von SeaHawk behandelt und über das ganze Unterwasserschiff kam dann Antifouling von Seajet (#39). Damit hatten wir in der Vorsaison gute Erfahrungen gemacht. Das Zeugs dünstet das pure Gift aus und kann nur mit Atemschutzmasken gestrichen werden. Die Jungs von der Werft sehen das nicht so eng. Sie arbeiten ohne Atemschutz und ohne Handschuhe.

Antifouling 1. Anstrich

Antifouling 1. Anstrich

Nach einer ausgedehnten Mittagspause wollten wir gerade wieder loslegen und einen zweiten Anstrich machen, als uns eine fette Wolke das Vorhaben kräftig verregnete. So müssen wir morgen nochmals ran.

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Harte Arbeit steht an. Das Unterwasserschiff muss angeschliffen werden, damit das Antifouling hält. Unser brasilianischer Nachbar ist uns einen Schritt voraus. Sein Schiff ist bereits fertig angeschliffen und soll heute einen weißen !!! Antifouling-Anstrich bekommen. Deshalb findet er unser Vorhaben unser blaues Antifouling anzuschleifen gar nicht gut. Blauer Schleifstaub und weißes Antifouling gibt ein helles babyblaues Unterwasserschiff – dass er das nicht haben will verstehen wir vollkommen. Also gehen Walter und er ins Office um über eine Verlegung der Sunrise „down wind“ zu verhandeln. Ganz so einfach ist die Umparkaktion nicht, aber nach der Mittagspause rückt Rocky mit seiner Crew an. Die Sunrise wird auf den Hänger gehoben, alle Stützen entfernt, die Sunrise wird an einen anderen Platz gefahren, abgesetzt und wieder mit ihren Stützen versehen.
Der Nachbar hat zugesagt für die Kosten aufzukommen – warten wir die Monatsrechnung ab. Ich bin skeptisch ob das auf Anhieb klappt.

Aktion des Tages: Die Sunrise muss umgeparkt werden

Aktion des Tages: Die Sunrise muss umgeparkt werden

Walter rüstet sich für den Knochenjob, den er in diesem Jahr wieder selbst machen will. Die Antifouling-Combo vom letzten Jahr hat nicht zu seiner vollen Zufriedenheit gearbeitet. Da muss er jetzt durch.

Marsmensch Walter vor der Arbeit (noch in bester Laune)

Marsmensch Walter vor der Arbeit (noch in bester Laune)

Marsmensch Walter

Marsmensch Walter

Ich halte mich vornehm zurück und räume derweil im Schiff Sachen von einem ins andere Eck. Zwischendurch schleife ich die rotten Teakteile im Cockpit an. Auch das soll wieder schön werden.

Walters Lieblingsbeschäftigung: Sachen in Tüten stopfen und später dann suchen

Walters Lieblingsbeschäftigung: Sachen in Tüten stopfen und später dann suchen

Fix und fertig - Walter zu 100 %, die Sunrise nur auf der Backbordseite

Fix und fertig – Walter zu 100 %, die Sunrise nur auf der Backbordseite

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Vorab schon mal die Feststellung: Der Award für den blödesten Mitarbeiter unter der Sonne geht an einen unbekannten Werftarbeiter von Curaçao Marine Service.
Natürlich war am Freitag spätnachmittags keiner mehr auf dem Werftgelände bzw. im Office tätig, selbstverständlich auch nicht am Samstag und Sonntag. Ist ja nicht so, dass Schiffe notfalls auch mal am Wochenende ankommen oder Schiffseigner auf ihr eingelagertes Schiff wollen. Nein, die Curaçao-Werftmitarbeiter-Gewerkschaft (falls es die gibt) schreibt strikte Regelarbeitszeiten vor. Immerhin hatte der Sicherheitsdienst kein Problem damit, uns auf das Werftgelände zu lassen. Die Sunrise war auftragsgemäß vom Einlagerungsbereich auf das Arbeitgelände verlegt worden. Nachdem wir dem Nachbarschiff die Leiter geklaut hatten, konnten wir auch auf die Sunrise. Dass die Sunrise ohne Plane war, wussten wir bereits seit Oktober von der Rebell, die uns Bilder geschickt hatte. Aber dass der für den Blödheits-Award nominierte Mitarbeiter der Werft sämtliche Planen und auch den UV-Schutz über den Deckslichtern einfach weggeschnitten hatte und den ganzen Berg an Planen und Persennings einfach zusammengeknüllt und ins Cockpit gestopft hatte, das sahen wir erst jetzt. Ein riesiges Knäuel Planen, Persenning und Stroppen. Alles tiefend nass, dreckig, stinkend und der Sonnenschutz für die Deckslichter total verschimmelt. Die Abflüsse im Cockpit zugedeckt und der Teakbelag im Cockpit ebenfalls nass und rott. Wir nahmen das ganze Knäuel und warfen es über Bord.

Vorher: UV-beständiges Tuch als Sonnenschutz für die Decksluken Jetzt: Verschimmelter Klumpen, also Müll

Vorher: UV-beständiges Tuch als Sonnenschutz für die Decksluken
Jetzt: Verschimmelter Klumpen, also Müll

Nach unseren permanenten Wetter-Informationen war Curaçao von Starkwinden und Hurrikanausläufern verschont. Vielleicht waren die lokalen Gegebenheiten ja anders, sodass die Planen über dem Vor- und Achterschiff zu Recht entfernt wurden. Die Gefahr, dass der Winddruck zu groß wird und das Schiff unsicher an Land steht besteht. Aber weshalb auch der flache UV-Schutz über den Decksluken und über dem Cockpit weggeschnitten wurde, dafür haben wir keine Erklärung. Damit müssen wir umgehen und der Werftchef wird sicherlich morgen mit einen Schulterzucken reagieren. Wir hoffen, dass die ungeschützten Fenster, Fallen und Schoten nicht zu sehr unter der starken UV-Strahlung gelitten haben und die Dichtungsgummis der Fenster und die Bruchlast der Fallen und Schoten noch den kommenden Belastung stand halten.
Im Innenraum war die Sunrise trocken und nur wenig staubig. Nach zwei Arbeitstagen war sie bereits wieder bewohnbar. Am Dienstag ziehen wir vom Hotel aus und auf der Sunrise ein.

Zurück in Curacao

Angekommen in Curaçao
Tuifly hat uns und unsere 120 (in Worten: Einhundertundzwanzig ) Kilo Reisegepäck sicher in Curaçao abgeladen. Zunächst ging es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit dem Auto von Stuttgart nach Amsterdam. Von Stuttgart aus zu fliegen wäre mit dem vielen Übergepäck zu teuer gewesen. Mit dem Auto war es stressfrei, unser Sohn hatte sich frei nehmen können und ist am Freitag früh wieder alleine nach Hause zurückgefahren und ebenfalls gut angekommen. Danke Peer!
Wir hatten in Amsterdam etwas Nervenkitzel beim Einchecken. 80 Kilo aufzugebendes Gepäck und 2 x Handgepäck mit je 10 Kilo hatten wir angemeldet. Dabei war außerdem noch eine Notebooktasche mit 7,6 Kilo und eine große Handtasche mit sonstigem elektronischem Kruscht und Krempel ebenfalls um die 7 Kilo und ein Bund Segellatten (ca. 120 vom lang). Wie gesagt, alles durfte mit. Sehr kulant und entspannt die Leute auf dem Amsterdamer Flughafen. In Curaçao angekommen musste schlussendlich noch der Zollbeamte davon überzeugt werden, dass alles, also mehr oder weniger die kompletten 80 Kilo ihre Berechtigung hatten zollfrei hier eingeführt zu werden. Hat geklappt, da er nur eine der vier Reisetaschen aufgemacht und durchgeschaut hat. Die richtige! Mit lauter Kleinzeugs, Schutzanzügen, Mundschutz, Bohrmaschine etc. und nachdem er die Bescheinigung gelesen hatte, dass die Sunrise bei Curaçao Marine eingelagert ist, war er mit uns zufrieden und ließ uns ziehen.
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Die Mietwagenverleiherin stand mit einem Kleinwagen am Flughafen, also nach meinem Augenmaß war der Gepäckberg größer als das Auto. Tetris live! Beteiligt 120 Kilo in 8 Taschen und drei Erwachsene, da wir die Verleiherin wieder in ihr Office fahren mussten.
Aktuell sitzen wir im angenehmen Abendwind im Garten unserer B & B Herberge in Willemstad. Morgen geht es zur Sunrise und ab Mittwoch wollen wir sie soweit haben, dass wir dort wohnen können.

Zugspitze

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Ein Bericht in der Tageszeitung lockte uns auf Deutschlands höchsten Berg. 2962 Meter hoch ist die Zugspitze. Der Gipfel mit dem vergoldeten Gipfelkreuz auf der Ostspitze gehört gerade so noch zu Deutschland, gleich nebenan über der Westspitze verläuft der Grenzübergang zu Österreich; seit 1995 kann die Grenze ohne Kontrolle überquert werden.

Zugspitze Grenzübergang

Es ist nicht diese skurrile Landesgrenze die uns angelockt hat, sondern die neue 4.467 Meter lange Zugspitzseilbahn die gleich mit drei Superlativen aufwartet:
1. Die mit 127 Meter weltweit höchste Stahlstütze,
2. Der weltweit größte Höhenunterschied einer Sektion mit 1.945 Metern und
3. Das weltweit längste freie Seil-Spannfeld mit 3.213 Meter.
Vor einigen Tagen war die Eröffnung. Klar dass wir dieses Highlight sehen mussten. Ein kleines Problem ergab sich: wir fahren ungern mit der Deutschen Bahn. Ein Auto haben wir für die Zeit, die wir in Deutschland sind nicht mehr. Wir haben unsere Familienkutschen (äußerst zuverlässige Diesel) verkauft, da uns das Gedöns mit dem Feinstaubalarm in Stuttgart gehörig auf den Zeiger ging und haben uns dafür ein Smart Cabrio (Benziner) zugelegt. Wie gesagt, wir haben kein Auto – nur diesen geilen City-Hopser. Aber von Stuttgart nach Garmisch-Partenkirchen im Winter mit dem Smart – keine Option. Da kamen Renate und Dieter ins Spiel. Sie hatten sich zu Weihnachten einen SUV geschenkt und der brauchte dringend Auslauf bzw. eine Jungfernfahrt. Es ist nicht so, dass ich die Beiden überredet hatte zusammen mit uns nach Garmisch zu fahren. Nein, echt nicht. Ich schwöre. Ich habe lediglich zu Renate gesagt, dass ich Walters Idee mit dem Smart Go-Kart nach Garmisch zu hopsen nicht unterstütze und nur noch auf die Gelegenheit warte unseren Kindern für zwei Tage ein Auto abzuluchsen. Renate war von der Idee nach Garmisch zu fahren jedoch sofort angetan und so fuhren wir am 6. Januar 2018 gemeinsam los. Das Bergwetter prognostizierte Föhnlage (warmer Wind) und sechs Sonnenstunden. Nur leider waren wir nicht die einzigen Bergwettergucker, sondern halb Baden-Württemberg und Bayern klumpte sich auf den Autobahnen in Richtung Alpen. Eine zähe Anreise endete im Parkplatz-Chaos von Garmisch-Partenkirchen bis Grainau/Zugspitze sowie mit abartigen Wartezeiten an der Zugspitz-Seilbahn; rauf min. 1 Stunde und 2 Stunden am Nachmittag zum Runterfahren. Kurzerhand wurde aus der Seilbahnfahrt eine Wanderung von Grainau an den Eibsee und zurück. Das Projekt Weltneuheit-Seilbahn auf den Sonntag verschoben.

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Wir hatten in Partenkirchen noch Hotelzimmer bekommen und gingen zum Abendessen in die Fußgängerzone. Im Gasthaus Fraunhofer bekamen wir außer bayrischen Spezialitäten (Hirschgulasch) noch vielfältige Darbietungen des bayrischen Brauchtums. Ein Akkordeonspieler hatte ein breites Repertoire (der Schneewalzer war auch dabei) und von den „Trachtlern“ kamen zwei junge Burschen und zeigten ihr Können im Schuhplattlern und Lederhosenklatschen. Wir hatten das vollkommene bayrische Unterhaltungsprogramm. Hat auch was, Volksfest und Wiesn in einem Aufwasch.

Am Sonntag waren die meisten Urlauber weg und der Berg war ohne Wartezeiten zu erklimmen. In Garmisch stiegen wir in die Zugspitz-Bahn, in Grainau in die Zugspitz-Zahnradbahn (Eröffnung 1930) und zuckelten im Schneckentempo zum Zugspitzplatt, von hier ging es mit der Gletscherseilbahn auf den Gipfel. Skier hatten wir keine dabei und nachdem wir auf dem Gipfel kräftig durchgeblasen wurden, ging es nach einem Gipfel-Kaffee mit der neuen Zugspitzseilbahn bergab.

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Angetan von der ruhig schwebenden Talfahrt an der Nordflanke der Zugspitze entlang, wollten wir gleich noch einmal hoch und auch die Bergfahrt in Bildern festhalten. Nichts da – das Tagesticket von 45 Euro/Person, egal ob für Skifahrer oder Fußgänger, gilt nur für eine Bergfahrt. Entweder mit der Zahnradbahn oder mit der Seilbahn. Schade, da half kein Zureden und Gejammer. Das Alternativprogramm für Fußgänger war am Nachmittag dann zwangsläufig gleich wie am Vortag.

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Zum Abendessen legten wir auf Dieters Empfehlung noch einen Stopp am Staffelsee ein. Dann fuhren wir bzw. ließen uns gut gesättigt und zufrieden nach Hause fahren. Danke Renate und Dieter.

Lebenszeichen :-) Bald geht es wieder los

Das 2. Halbjahr 2017 stand unter dem Motto „Alt werden ist nichts für Feiglinge!“ und verging wie im Flug. Von unseren Reiseplänen konnten wir nur Münster und Berlin umsetzen, aber verworfen wird nichts. Im Sommer 2018 sind wir wieder in Deutschland.
Zunächst aber geht es am 12. Januar 2018 wieder auf die Sunrise, die in Curaçao auf uns wartet. Das Material das wir mitnehmen füllt mittlerweile die komplette Badewanne und das halbe Badezimmer aus. Wir haben pro Person 40 kg Gepäck angemeldet – ich bezweifle, dass das reicht. Alleine die neuen Segel wiegen zusammen schon 40 Kilo. Wehe, die beim Segelmacher gespeicherten Daten von der Erstbesegelung der Sunrise stimmen nicht – dann …. Es bleibt spannend!

Reisegepäck

Reisegepäck

Walter ließ sich nun doch überzeugen, dass wir uns von den vorherrschenden Winden nach Kolumbien und Panama blasen lassen. Wie es danach weitergeht? Auf jeden Fall nicht durch den Panamakanal in den Pazifik. Wir bleiben im Atlantik.

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Berlin at it’s best
Shoppen, genießen, staunen.
Zuerst KaDeWe, insbesondere die 6. Etage (shoppen und genießen), dann Potsdamer Platz und zum Abschluss der Woche ein spontaner Besuch bei der Blue Man Group im Blue Max Theater. 1,5 Stunden geiler Krach und Slapstick ohne Pause. Dass Ohrstöpsel-Spender an den Eingängen standen, sahen wir erst beim Rausgehen. Es wäre aber auch zu schade gewesen, die Perkussionsdarbietungen zu dämpfen. Die ersten 6 Reihen mussten Plastikumhänge überziehen, damit sie nicht mit Farbe eingesaut wurden. Wir saßen in Reihe 14 – wieder mal Glück gehabt.

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Berliner Reichstag

Berliner Reichstag

Unser persönliches Highlight in dieser Woche war der ganz spontane Besuch des Berliner Reichstages. Am Donnerstagabend fuhren wir zusammen mit Renate und Dieter noch mit dem Linienbus in die Stadtmitte. Während der Sommermonate gibt es jeden Abend im Parlamentsviertel eine Film- und Lichtprojektion mit dem Titel „Dem deutschen Volke – Eine parlamentarische Spurensuche vom Reichstag bis zum Bundestag“. Die Fassade des Marie-Elisabeth-Lüders-Haus ist die Lichtspiel-Leinwand.

Filmprojektor am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Filmprojektor am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Sehr beeindruckend und sehr zu empfehlen. Die Zuschauer sitzen hinter dem Reichstagsgebäude auf den Freitreppen zur Spree und die Filme werden auf dem gegenüberliegenden Ufer auf die Fassade projiziert. Eine sehr emotionale und interessante Aufarbeitung der letzten hundert Jahre.
Um zum Ort der Film- und Lichtprojektion zu kommen mussten wir direkt am Reichstagsgebäude und an den Kontroll-Containern vorbei. Uns fiel auf, dass es keinerlei Warteschlange mehr gab. Nur so im Vorbeigehen fragten wir, ob ein spontaner Besuch, ohne Online-Anmeldung möglich sei. Ja, es sei heute möglich, da nur noch wenige Besucher vor Ort seien und wenn wir unseren Personalausweis dabei hätten, könnten wir sofort mit der aktuellen Besuchergruppe mitgehen. Die Chance ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Flott ging es durch die Sicherheitsschleuse, die Treppe hoch und schon standen wir im Aufzug zur Dachterrasse. Mit einem Audioguide im Ohr dürften wir uns auf der Dachterrasse und in der gläsernen Kuppel frei bewegen, konnten viele Fotos machen und bekamen jede Menge Informationen aufs Ohr. Die für die Öffentlichkeit begehbare Glaskuppel ist eine architektonische Glanzleistung und der 360 Grad Ausblick über die ganze Stadt ist gigantisch. So wie auch der Einblick ins Machtzentrum der Bundesrepublik.

Berliner Reichstag Im Inneren der Glaskuppel

Berliner Reichstag
Im Inneren der Glaskuppel

Berliner Reichstag  Einblick ins Zentrum der Macht

Berliner Reichstag
Einblick ins Zentrum der Macht

Brandenburger Tor

Brandenburger Tor

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Potsdamer Platz

Potsdamer Platz

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East Side Gallery

East Side Gallery

East Side Gallery

East Side Gallery

Check Point Charlie

Check Point Charlie

Berliner Dom

Berliner Dom

Museumsinsel

Museumsinsel

Eine bewegte Berlin-Woche geht langsam zu Ende. Am Montag blieben die Fahrräder auf dem Campingplatz zurück und wir fuhren mit dem Linienbus ins Zentrum. Eine Tageskarte für die komplette City nebst Umland kostet nur 7,70 EUR pro Person. Die Karte gilt den ganzen Tag bis 3 Uhr am nächsten Tag. Da kann sich unser Stuttgarter Verkehrsverbund eine gehörige Scheibe abschneiden. Nicht nur dass der Preis stimmt, auch die Verbindungen klappen wie am Schnürchen; auch nach Mitternacht. Nur so kann der öffentliche Nahverkehr eine Alternative zum Individualverkehr werden. Stuttgart ist Lichtjahre davon entfernt.
Wir waren den kompletten Tag öffentlich unterwegs, alle Highlights um die neue Berliner Mitte herum wurden abgeklappert und bestaunt. Mausetot kamen wir Nachts zurück und flüchteten sogleich in die Koje.
Am Dienstag begaben wir uns auf die große südliche Mauerradweg-Runde. Gatow, Kladow, Wannsee, Kleinmachnow, Steglitz, Neukölln, Treptow, quer durch die neue Berliner Mitte und am Abend über den Radhighway Kantstraße und Heerstraße zurück nach Gatow. Entlang des Mauerwegs sind Gedenktafeln für die Menschen, die beim Fluchtversuch erschossen wurden und/oder im Teltowkanal, Havel oder Spree ertrunken sind.

Glienicker Brücke

Glienicker Brücke

Am beeindruckendsten ist die East-Side-Gallery am Spreeufer, wo die letzten verbliebenen Mauerreste stehen und künstlerisch gestaltet wurden. Unsere Stimmung war teilweise sehr gedrückt, wir hatten die deutsche Teilung, die Mauer, den Todesstreifen und die Transitstrecke von Berlin nach Hof ja noch mit eigenen Augen gesehen. Unglaublich irreal, was vor knapp 30 Jahren noch an der Tagesordnung war.
Am Mittwoch hatten die Fahrräder wieder eine Pause verdient und wir nahmen den Bus und die Regionalbahn um nach Elstal zu fahren. Ein Geheimtipp ist dort das ehemalige olympische Dorf von 1936. Ein riesiges Areal, während der DDR Zeit eingezäunt und vernachlässigt, heute von der DKB Stiftung verwaltet und zu besichtigen. Aber leider nur nach Voranmeldung und nur mit Führung für Gruppen ab 5 Personen. So mussten wir nach 2 Stunden Fahrt und einem halbstündigen Fußmarsch unverrichteter Dinge wieder den Rückweg antreten. Wir nahmen auf dem Rückweg die schnellere Regionalbahn zum Quartier Brenzlauer Berg um dort eine originale Berliner Currywurst zu essen. (Ich finde die Currywurst beim PSV in Cannstatt am Stadion ist viel besser) Der Stadtteil Prenzlauer Berg soll fest in schwäbischer Hand sein – aber wir haben keinen schwäbischen oder süddeutschen Dialekt gehört. Wieder nur hochgepuschtes Gewäsch. Klar werden einige Schwaben oder Bayern dort in Immobilien investiert haben. Was soll daran verwerflich sein?
Nach einer affenkalten Nacht im Bulli (wir schliefen mit Socken, Leggings und Langarmshirt) ging es am Donnerstagvormittag wieder auf die Fahrräder um nach Potsdam zu radeln. Zunächst mit der Fähre von Kladow nach Wannsee, über die Glienicker Brücke, durch die neuen Gärten zum Schloss Cecilienhof, ins holländische Viertel von Potsdam und anschließend durch den Schlosspark zum Schloss Sanssouci. Wieder ein historisches Komplettprogramm.