Cartagena_2019_5

Bocagrade

Batterie-Drama in mehreren Akten

  1. Akt: Feststellung, dass die vier Servicebatterien, die Batterie für die Ankerwinsch und die Batterie für das Bugstrahlruder die sechsmonatige Standzeit in der Hitze nicht überlebt haben. Beim Versuch diese aufzuladen wurden sie gefährlich heiß.
  2. Akt: Der werfteigene ingeniero electrónico wird an Bord gebeten, der feststellt, dass die Batterien heiß sind, aber eigentlich noch genug Spannung anzeigen. Er ist ratlos und fordert Verstärkung an. 
  3. Akt: Ein externer Ingenieur kommt am nächsten Tag an Bord. Offensichtlich hat er einen Plan, denn er nimmt die ihm unter die Nase gehaltene Gebrauchsanweisung unseres Ladegerätes und Ladereglers in die Hand und liest die spanische Beschreibung. Legt sich mit seinen Messgeräten unter den Kartentisch und kommt zum Ergebnis, das Gerät ist in Ordnung. Die sechs Batterien sind futsch.
  4. Akt: Im Büro von Ferroalquimar schildern wir das Problem. Die Sekretärin will Angebote für neue Batterien einholen.
  5. Akt: Am nächsten Vormittag fährt ein Taxi vor und vier Batterien werden mit viel Palaver an Bord gehievt. Wir sind irritiert. Wir hatten weder einen Kostenvoranschlag gesehen, noch einen Kaufauftrag erteilt. Die Sekretärin kommt ebenfalls an Bord und glättet die Wogen. Es sei nur ein Test, ob die Batterien passen. Tun sie eben nicht! Nicht dass wir ihr Fotos von den alten Batterien, vom Batterietyp AGM und von den Maßen der Batterien und auch der Batteriebox gegeben hätten. Die ganze sinnlose Aktion wird abgeblasen und der Batterieverkäufer zieht beleidigt ab.
  6. Akt: Findet nicht statt. Am nächsten Tag passiert nämlich gar nichts. Niente, nada. Alle Beteiligten schmollen.
  7. Akt: Wir werden aktiv. Über Google Maps suchen wir alle Batterienläden in Cartagena raus und setzen uns ins Auto und fangen mit Abklappern an. Das dauert drei Tage. Der Googleübersetzer läuft heiß. Wir finden einige Alternativen. Unter anderem kommen wir auch an den Verkäufer aus Akt 5. Der ist immer noch angefressen (sein Problem), lässt sich aber darauf ein, uns passende Batterien rauszusuchen und uns einen Kostenvoranschlag zu machen. Er könnte in 15 – 30 Tagen liefern. Der Nachbarladen hat auch Batterien im Angebot, will uns aber weismachen, dass wir durchaus Gel- und AGM-Batterien mischen können. Also vier Gel-Batterien als Service- und zwei AGM Batterien für Ankerwinsch und Bugstrahlruder. Er hätte zufälligerweise alle auf Lager. Nein, lieber nicht. 
  8. Akt: Die Werftsekretärin ist immer noch angefressen und sagt, dass es nahezu unmöglich sei, für uns die passenden Batterien zu finden. Wenn sie das meint…
  9. Akt: Wir kommen mit unserem Zimmervermieter (Engländer, seit 14 Jahren hier) ins Gespräch. Er hat einen amerikanischen Freund, der seit vier Jahren im Club Nautico Cartagena auf seinem Segelboot lebt. Dieser empfiehlt uns den Marine Store in Manga. Ja, den kennen wir und da waren wir auch vor zwei Tagen kurz vor Feierabend. Die sagten zwar lose, dass sie uns Batterien besorgen könnten, aber nichts genaues. Also hatten wir den zwischenzeitlich abgehakt.
  10. Akt: Wir fahren am Samstagvormittag nochmals zum Marine Store in Manga. Ja, sie können sich an unseren Besuch erinnern und ja, die Aussage, die Batterien besorgen zu können steht. Wenn wir jetzt im Voraus bezahlen, werden die Batterien bis zum Dienstag angeliefert. 5 AGM Batterien, mit der Einschränkung, dass wir aus Platzgründen nun weniger Ah zur Verfügung haben. Die Batterien mit der benötigten Kapazität wären schlicht zu fett für unser Batteriebox gewesen, nun steht halt eine Servicebatterie weniger drin. Muss gehen. Es gab keine andere Möglichkeit. Zudem hatten sie den besten Preis gemacht. Der Unterschied vom teuersten zum günstigsten betrug 1.470.000,— kolumbianische Pesos, sind rund 410 Euros. 
  11. Akt: Fällt aus, weil nämlich die Batterien tatsächlich angeliefert werden. Wird schon klappen.