Segelsommer mit der SY Pille 1_2026

Unser Segelsommer 2026 startet mit Verspätung.
Die Pille war im Winterlager in der Werft Hooksiel; schön eng und kuschelig eingeparkt in der hintersten linken Hallenecke. Mitte April ließen wir sie ins Freie stellen und fuhren die 700 km nach Hooksiel um auf der grünen Wiese unser Unterwasserschiff anzuschleifen und neu mit Antifouling zu streichen. Das war’s dann fürs Erste. Die Reparatur der Hooksieler Schleuse verzögerte sich um einen Monat. Keine Chance wegzukommen. Gefangen. Keine Schleuse – kein Schifflefahren. Die Pille kam wieder in die Halle. Wir zurück nach Hause. Warten. Die Gerüchteküche brodelte, Schleusenöffnung in der Woche vor Pfingsten? In der Tat, Freitag vor Pfingsten wurden hunderte von Schiffen aus der Gefangenschaft im Hookser Meer in die Freiheit entlassen/ausgeschleust.
Wir also zurück nach Hooksiel, noch ein bisschen Wellen gemacht damit der Segelmacher die neue Sprayhood fertigstellt und der Schiffselektroniker unseres Vertrauens uns die wegnehmbaren Solarpaneelen final anschließt. Fertigstellung Donnerstag, 28.05.2026. Unsere Entlassung aus der Gefangenschaft mit der heutigen 12 Uhr Schleusung.

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(Bitte auf das blaue IMG3363 klicken, da öffnet sich das 1 Sekundenvideo. Hätte ein Foto werden sollen – naja die mobilen Endgeräte machen doch echt was sie wollen. Nicht wirklich, User error)

Erster Segeltag: Kurs Helgoland

Ankunft in Helgoland um 17:30 Uhr. Wir freuen uns auf ein Brötchen mit frischen Krabben oder mit Knieper (Krebsfleisch), vielleicht darf es auch eines mit Hummerfleisch und Cocktailsoße sein. Die Vorfreude wandelt sich schnell in Enttäuschung. Um 18 Uhr ist gähnende Leere auf Helgolands Touristienmeile. Alle Snackbuden dicht. Vor der bunten Kuh irren noch einzelne Segler rum, die kannst an einer Hand abzählen. Essengehen – Fehlanzeige. Ohne Reservierung geht nichts. Na dann halt nicht. Hunger haben wir trotzdem. Die schiffseigene Kombüse der Pille serviert deshalb einen großen bunten Salat, Bio-Saitenwürstle und Roggenbrot.

Helgolands Touristenmeile ist verwaist. Alle Buden zugeklappt.

Meine Hafengebühr krieg ich auch nicht los. Der Hafenmeister ist nur von 8 bis 12 Uhr da. Da sind wir schon wieder weg. Im Hafenhandbuch steht was von Barzahlung. Vor dem Hafenbüro ist kein Briefkasten mit Anmeldezettel und Kuverts für die Hafengebühr, von einem Bezahlautomat ganz zu schweigen. Immerhin steht auf der Webseite eine E-Mailadresse, da schreib ich jetzt hin und frag nach ob ich’s überweisen kann. Ich wette, ich kriege keine Antwort. Aber ich habe guten Willen gezeigt.

Nachtrag: Samstagmorgen um 7 Uhr, der Hafenmeister ist da. Ich krieg meine 22 Euro los und kann ruhigen Gewissens wieder nach Helgoland kommen.

Goodbye Helgoland