Flensburg

Reisetag für Fleur. Sie ist gut in Weinstadt angekommen. Ich war schon etwas beunruhigt, sind ja schlappe 850 km auf einer Pobacke runterzureifeln – der kleine Polo scheint wacker gelaufen zu sein.

Sonderborg-Flensburg

Fleur pennt, pennt und pennt. Ist das Mädel krank? Um 11:30 ist sie endlich unter den Lebenden. Gegen 12 Uhr kommen wir los und strecken unsere Nase Richtung Flensburger Förde raus. Es bläst immer noch – also zurück in den geschützten Stadthafen und die kleine Fock angeschlagen. Walter braucht dazu gefühlte 30 Minuten – er meint, er war schneller. Zu Belohnung: Entspanntes Segeln am Wind. Der Wind bläst aus ESE, also haben wir in die Förde rein achterlichen Wind. Dafür haben wir zu wenig Tuch stehen, aber im Knie Richtung Tonne „Schwiegermutter“ sind wir froh drum, da bläst es wieder mit 22 kn. Die restliche Strecke geht´s wieder gemütlich, denn der Wind schläft nach und nach wieder ein. Um 16:45 sind wir wieder in Flensburg im Industriehafen fest. Ende Fleur-Törn.

Aerosköping-Sonderborg

Gemütlich um 11 Uhr legen wir in Aerosköping in Richtung Horuphav ab. Wir haben eine schnelle Reise, denn es bläst mit 5 bft. zuerst von Achtern und dann, als wir Aorö runden haben wir fast halben Wind. Wir laufen nur unter Genua. Zwischendurch haben wir 6er Boen. Für diese Boen haben wir zuviel Tuch stehen. Aber schnell sind wir – leider auch ziemlich schräg. Fleur geht kurz runter in den Salon, ist aber flott wieder oben. Unten ist heut nichts für sie. Wir runden die Halbinsel Kaegnes und wollen nach Horuphav rein – da aber bläst es mit 25 kn (6 bft.) auf die Hafeneinfahrt – nein das Spiel ist nicht unseres! Umdrehen und mal wieder in den Stadthafen nach Sonderborg – kennen wir ja schon. Im Stadthafen ist der Wind abgestellt. Die Duschen im Container sind aufgrund der Nachsaison auch ohne Gummistiefel zu betreten. Heißes Wasser satt – ohne Poletter oder Centstücke in den Automaten zu stecken.

Es gibt eine ruhige Nacht.

Aerosköping

Aerosköping. Ausschlafen – ausschlafen extra long für die armen Auszubildenden. Ausgiebiges Frühstück bis nach 12 Uhr, weil der Wettergott immer noch nicht weiss was er will – Blödbommel. Immerhin hat er sich entschieden nicht literweise das Wasser vom Himmel zu kippen. Mit bewölktem Himmel können wir leben. Los zum Fotoshooting Richtung Badestrand und putzigen Standhäuschen. Auf dem Rückweg allgemeines Müdigkeitssyndrom: Walter sitzt auf einer Bank, Elke liegt auf der Bank und pennt, Fleur hat kein Platz auf der Bank und pennt unterm Bank im Gras. So gestärkt gehen wir noch durch das putzige Städtchen und Fleur schießt gefühlte 1000 Fotos. Dann Hunger!!! Aber leider bzw. gut so, ist die Saison in DK bereits zu Ende und die Hotels und Restaurants haben fast alle geschlossen. Die, die offen haben wollen wir uns nicht leisten. Also kaufen wir eine Lachshälfte, eine Gurke und einen Salatkopf und bereiten ein lecker Abendessen an Bord. Zum Trinken gibt es einen Merlot rosé (danke an Renate und Dieter). Der ist jetzt leider leer.

Flensburg-Dyvig-Schlei-Eckernförde-Flensburg-Dvyig

Mann, mann, mann – seit 01.08.2013 nix mehr geschrieben. Shame on me!!! Die ersten Beschwerden sind schon eingegangen!!! Vom 04.08. bis 18.08.2013 hatten wir liebe Gäste (Renate und Dieter) an Bord. Es war alles so witzig und kurzweilig, dass ich kein Tagebuch geführt habe. Wir waren kurz in Sonderborg und Dyvig/DK und dann in der Schlei (Landarzt!!!) und in Eckernförde (kann Frau echt gut shoppen) und zum Törnende wieder in Flensburg. Dort habe ich Walter vorübergehend alleine gelassen um auf unser 3. Kind (sunrise) aufzupassen und bin mit Renate und Dieter gen Beutelsbach gefahren. (Vielen Dank auch für den kostenlosen Transfer). In der zweiten Woche wurde Walter von unserem lieben Gérhard (dem Ingeniör is nix zu schwör – Schiffingenieur) beim Aufpassen bzw. beim Umbauen der Mastelektirik massiv unterstützt – um nicht zu sagen, Walter hat unterstützt (keinen Plan von Elektrik). D A N K E !!!

Ich, Elke, war vom 19.08. bis 28.08.2013 beim meinem Ex-Arbeitgeber als Urlaubsvertretung. Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen.

Seit Samstag, 31.08.2013 bin ich wieder daheim (also aufm Schiff). Und Tóchter Fleur ist mit dabei. Die Anreise war sehr zäh, da die A 7 Brücke über den NOK nur einspurig zu befahren ist und wir mittels Navi einige Staus umfahren mussten. Dafür, dass wir erst um 12 Uhr in Beutelsbach losgekommen sind, waren wir doch noch relativ flott in Flensburg (21 Uhr). Walter wurde telefonisch von Eckernförde aus benachrichtigt, dass wir fast am Verhungern sind und er viiiiieeel zum Abendessen herzurichten habe. Hat funktioniert!
Der Wettergott hatte entweder zuwenig Zuwendung erhalten oder einfach ein paar schlechte Tage. So hatten wir den kompletten Sonntag und Montag in Flensburg zum sight seeing und/oder shoppen. Grundwind mit 6 bft. und 7-8er Boen braucht kein Mensch und schon mal gar nicht im Urlaub/Ruhestand. Am Montag haben wir uns zu einer Brauereiführung bei der Flensburger Brauerei – Die mit dem plopp –  angemeldet. 3 Stunden und anschließend Schinkenbrote und Freibier satt. Volltreffer.
Na, Fleur wollte eigentlich segeln….Beim Freibier konnte Sie auch nicht mithalten, weil Sie wollte ja nicht kilometerweit zur Brauereiführung latschen, sondern mit dem Polo fahren…selbst schuld. Der Spaß-Jocker ging also eindeutig an Walter und Elke. Ok, am Dienstag, 01.09. sind wir dann doch rechtzeitig (12 Uhr) aus Flensburg raus und in Richtung meiner zweitliebsten dänischen Insel Aerö, nach Aerosköping gesegelt.Da sind wir seit Dienstagabend 20:00 Uhr.

Aerösköping-Flensburg

6:30 Uhr – es regnet. Bindfäden. Mist, das haben wir so nicht bestellt. Nochmals rumdrehen und abwarten. 7 Uhr, der Wecker schlägt Alarm und es regnet – Bindfäden, was sonst. Da die Zeit bis zum Ablegen eh knapp ist, bietet es sich an, auf dem Weg zum Toilettenhäuschen gleich schon mal hautschonend mit Regenwasser zu duschen. Wir sind heute wieder richtig freundlich, Ausnahme-Deutsche, und legen 10 vor 8 ab, damit unser netter Schwede seinen Tagesplan einhalten kann. Das erste Mal seit 3 Wochen stehen wir in voller Regenmontur am Steuer. Das geht so bis 14 Uhr, dann lassen Regen und leider auch der Wind nach. Selbst in der Flensburger Förde, wo vor der roten Tonne „Schwiegermutter“ immer die Düse steht, ist nichts. Also alle Segel einrollen und unter Motor weiter. Um kurz darauf nach der nächsten Kursänderung wieder 17 Knoten voll auf die Nase zu kriegen. Das mit dem Reinkreuzen in die Förde lassen wir dieses Mal bleiben – Schande über uns – und fahren einfach so als Motorboot weiter. Um 18 Uhr liegen wir dann ruhig und sicher am Steg bei Niro Petersen

Aero Jazzfestival

Die Päckchenlieger links und rechts geben Ruhe, das heißt, die wollen nicht ablegen. Der nette Schwede direkt an der Mauer will auch erst morgen früh !!! 8 Uhr weg. Also völlig relaxed in den Tag. Der erste Anlauf, in die Bucht Richtung Ommel zu laufen endet sehr abrupt wegen einer tiefschwarzen Gewitterwand. Die kurze Wanderung gerät zur ebenso kurzen Joggingrunde. Gerade noch rechtzeitig vor dem Platzregen sind wir am Schiff. Was tun? Schlafen!!! Ein zweiter Versuch der körperlichen Ertüchtigung endet auf halber Strecke, weil in den Erdbeeren mit Sahne (Egelykke Piskeflötte steht auf dem Tetrapack – und ich schwör, das ist süße Sahne), die es nach dem Mittagschlaf gab, wohl in der Tat was Flottes drin war. Also beschleunigt zurück zum Hafen, insbesondere zum Toilettenhäuschen. Nichts passiert, außer dass es einen weiteren Regenschauer gibt und unser Nichtschweden-Nachbar eine Ablege-Liveschau hinlegt. Sogar unser netter Schwede mit Gattin kommt auf unsere Sunrise rübergehechtet zum Abhalten des Chaoten und um Schaden zu vermeiden. Der Chaot hat einen rabenschwarzen Tag gebucht! Kurz nach der Hafenausfahrt setzt er Segel und läuft auf Grund. Jetzt hat er voll die Kacke am Dampfen, kommt aber nach gefühlten zwei Stunden wieder frei. Vermutlich weil ihm ein netter Däne eine Schleppleine zugeworfen hat und ihn ins tiefe Wasser gezogen hat. So genau konnten wir das von unserer Mole aus nicht sehen. Ist aber auch saublöd betonnt. Auslaufend an Bb grün – ist klar. Aber dass die grünen Tonnen, so weit im flachen Wasser (ca. 1,60 m) stehen, das kann kein Schwein wissen. Steht so nicht in der Seekarte und auch nicht im Hafenhandbuch. Da steht drin, im Tonnenstrich 3,60 m Tiefe. Wir hatten beim Einlaufen (grün an Stb.) auch große Augen, als unser Tiefenmesser unter 2 m im Tonnenstrich angezeigt hat. Das ist nicht witzig. Bei einem Tiefgang von 2 m schon mal gar nicht. Da war kurz Alarm an Bord, mit Rückwärtsgang und langsam rumeiern und so…
Die grünen Tonnen stehen definitiv zu weit im flachen Wasser – trotzdem ist es doof vom Segelkollegen, aus dem Tonnenstrich raus zu fahren und Segel zu setzen.
Am Abend: Thomas Siffling Trio (aus Mannheim!!!) im Andelen. Allererste Sahne. Thomas Siffling, Trompeten, Jens Loh am Bass und Marcel Gutzke, Schlagzeug.
Die waren ja auch schon bei uns im Jazzclub Armer Konrad in Beutelsbach – das spricht für deren Qualität.