Guter Tag

Klappe die Erste: Die Navionics Vectorenkarten von Cuxhaven bis Kap Hoorn (wohin die Sunrise definitiv nie hinsegeln wird) sind vom Raymarine-Plotter lesbar. Die stundenlange Downloadaktion in der vorletzten Woche war doch erfolgreich! Trotzdem ist es seitens Navionics eine Zumutung: Die Kunden bekommen leere Speicherkarten, müssen sehen, dass sie eine stabile Internetverbindung haben und laden sich die gekauften Seegebiete von der Navionics-Website. Wenn es nicht klappt, dann ist es eben ein Anwenderfehler. Die machen es sich wirklich einfach.
Klappe die Zweite: Das interne Raymarine-Sea-Talk-Netzwerk akzeptiert nach kurzem, völlig überflüssigem Rumgezicke wieder das Notebook als Tochterinstrument vom Kartenplotter. Am Kartentisch mit dem Notebook die Routen zu planen ist eben viel komfortabler, als an Deck bei Wind und Wetter mit den Softtasten am Kartenplotter rumzutippen.
Walter hat die Gaskasten-Erhöhung in die Backskiste eingebaut, die Travellerleinen zweimal ausgetauscht und diverses an Deck rumgeschraubt.
Heute Abend wollen wir ins Hooksieler Zentrum um zu schauen, ob hier aufgrund der Osterferien ein bisschen Leben eingezogen ist.

Zurück in Hooksiel

War ja mit Ansage! 5,5 Grad, 7 Beaufort Wind aus Nordwest, Regen und Graupelschauer. Schon unterwegs bei Kierspe (Heimat unseres Bordingenieurs) im Sauerland Hagelschauer satt. In Hooksiel angekommen haben wir das Auto scheibchenweise in den Regenpausen ausgeladen. Plastikboxen, Kartons, Tüten, Rucksack, alles in den Salon gestapelt und somit gleich mordsmäßiges Chaos verursacht. Der Großteil ist verstaut, nur auf unserem Bett liegen noch 3 große Säcke (Gepäckstücke), die werden jetzt ins Vorschiff umquartiert. Morgen ist auch noch ein Tag. Spruch des Tages: Walter, eine riesig große Stofftasche in der Hand, fragt: „ Was ist mit der?“ Antwort: „ Ist unser Dreck(wäsche)sack, kommt zu dir neben dein Bett, wie immer, die Drecksäcke zu dir.“
Gute Nacht!
P.S. Die Kiste Flens im Kofferraum ist natürlich leer, Flens in den Norden zu karren, wäre ja wie Eulen nach Athen zu tragen. Wir hatten nur versäumt, unser Leergut zurück zu geben.

Endspurt

Ganz langsam, aber sicher wird es chaotisch! Die ToDo-Liste müsste doch endlich mal kürzer werden – nein tut sie eben nicht. Immerhin das Auto ist jetzt wieder da und darf zum TÜV um den begehrten Stempel abzuholen. Die Tochter wirft die Frage in den Raum: „Du, Mama, wie geht eigentlich dieses Lohnsteuer-Gedöns?“ Antwort: „Das geht so, dass wir die Software „ELSTER-FORMULAR“ auf deinen Rechner laden und die Einkommensteuer-Formulare Schritt für Schritt ausfüllen, so wie ich es in den letzten zwei Jahren auch gemacht habe. Die Ausdrucke sind hier, kannst eigentlich alles übernehmen!“ Und schon bricht Hektik aus, Rennerei durchs Treppenhaus, Türen knallen und diverse „Verwaltungskacke-Flüche“ folgen! Wo ist die Jahressteuerbescheinigung, Fahrtkostenaufstellung und…. Die Software ist installiert, aber mangels detaillierter Vorbereitung muss die Abgabe der Steuererklärung für die Tochter um zwei Tage verschoben werden. Kriegen wir hin!
Jetzt noch die privaten Versicherungsunterlagen sortieren und der Tochter erklären, was alles versichert ist und wo die Unterlagen abgelegt sind – und schwupp ein neues Thema: Das (uralte) Angebot der Hausratsversicherung ist fein säuberlich abgelegt, wurde aber weder unterschrieben noch rausgeschickt! Saumäßig blöd. Leitungswasserschaden sollte schon abgesichert sein, wenn Wasch- und Spülmaschine in der Wohnung sind.

Richtung Startlinie

Schritte in die richtige Richtung. Wobei die Phrase eigentlich ziemlich doof ist, weil kein halbwegs intelligenter Mensch geht in die falsche Richtung. Die zuletzt gemachten Schritte bei uns waren: Hausaufgaben vom 01.04. zu Ende bringen, das heißt auf dem Gerüst rumturnen, die vorgefertigten Kupferverschalungen anbringen und Reiseapotheke abholen. Hausarzt und Apotheker haben gut kooperiert und uns auch einige verschreibungspflichtige Medikamente zusammengestellt – die wir hoffentlich nie benötigen werden. Die Allianz Medicare Worldwide Versicherungsunterlagen sind da, die Schiffsversicherungsdeckungszusage auch, die Dokumente fehlen noch.
Hier zu Hause verabschieden sich die Sachen und Anlagen auf ihre eigene Art undWeise: Auto ist immer noch in der Werkstatt, der Kühler ist es, nicht die Schläuche zum Kühler. DieTelefonanlage will hin und wieder ihren Reset, d.h. mitten im Telefonat ist die Leitung tot; also in den Keller springen, Stecker aus dem DSL-Splitter ziehen, ISDN-Anlage vom Stromnetz trennen, auf 10 zählen und in umgekehrter Reihenfolge wieder einstecken und alles ist gut. Die Heizungsanlage meldet sich mit Druckabfall und in den Solarzellen fehlen 20 Liter von 25 Liter Kühlflüssigkeit. Jetzt wissen wir auch, weshalb wir immer kneippmäßig (kalt/warme Wechsel) duschen mussten. Hat ja auch was Positives. Außer dass halt noch eine gesalzene Rechnung vom Installateur kommt, vom Auto ganz zu schweigen.

Restliche Hausaufgaben

Das Gerüst am Haus von Oma und Opa steht seit gestern Abend. Am Wochenende wird die Aktion „Fenster“ abgeschlossen.
Unser treues Auto (echtes schwäbisches Markenprodukt) macht Zicken. Walter hat den TÜV-Stempel nicht bekommen. Schwingungsdämpfer hinten links ist undicht. Termin mit der Werkstatt ausgemacht und gleich vorbeigefahren, weil der Meister genaue Daten vom Fahrzeug braucht, um das richtige Teil zu ordern. Wir stehen vor der Werkstatt und es bildet sich vorne unter dem Fahrzeug eine klitzekleine Pfütze – die darf da nicht sein!!! Es ist eine Leitung zum Kühler die incontinent ist. Das Fahrzeug sollte jetzt nicht mehr bewegt werden. OK, dann eben mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren und die nächsten Tage schon mal für das Leben ohne Auto üben.

Navionics-Karten

Die Hoffnung, dass das Runterladen der Navionics-Seekarten für die Seegebiete, die wir 2014 befahren werden, keine ultimative Herausforderung wird hat sich leider zerschlagen! Und zwar so was von zerschlagen, genau genommen ging es knapp am ernsten Tobsuchtsanfall vorbei!
Von HanseNautic haben wir leere 2 GB Speicherkarten zugeschickt bekommen, mit einer Zugangsberechtigung zur Navionics-Website. Soweit so gut. Bei Navionics einen Account anlegen, den Anweisungen folgen, erst die alte Navioncs-Speicherkarte in den Card-Reader, als Legitimation, dann die neue leere Speicherkarte einlegen und das Seegebiet auswählen. Soweit so gut. Jetzt kommt der nicht zu toppende Schwachsinn! Es kann nicht das gesamte Gebiet (bei uns 46 XG und 3 XG), sondern es können jeweils nur ganz kleine Teilgebiete ausgewählt und runtergeladen werden. Navionics stellt Navigationsdaten und Sonardaten zur Verfügung – und, wenn man/frau nicht aufpasst, werden sowohl die Navigationsdaten als auch die Sonardaten (die unser Potter gar nicht lesen kann) gespeichert. Nach ca.3 Stunden Teilgebiete markieren, runterladen und speichern, sind die 2 GB der Speicherkarte voll. So eine begnadete Sch…. noch nicht mal die Hälfte des Seegebiets ist ausgewählt! Kurz gehirnt – muss wohl an den Sonardaten liegen. Zwischenzeitlich ist es abends und bei HanseNautic geht keiner mehr ans Telefon. Also lösche ich die ganzen Daten auf der Speicherkarte und fange von vorne mit dem Runterladen an, diesmal nur die Navigationsdaten. Kostet weitere Stunden. Der Anruf bei HanseNautic am nächsten Morgen bringt erneuten Frust – oh je, Daten löschen auf der Speicherkarte geht gar nicht, wahrscheinlich ist die Speicherkarte vom Plotter gar nicht mehr lesbar. Kann aber nur geprüft werden, wenn sie in den Kartenplotter rein gesteckt wird. Hierbei ergibt sich das Problem, dass der Plotter rund 750 Kilometer weit weg ist. Das wird spannend, wenn die Daten nicht lesbar sind. Wir fahren übernächste Woche nach Hooksiel, dort  haben wir keinen Internet-Zugang, weil die Werft kein WLan zur Verfügung stellt und einen stabilen Mobilfunkempfang haben wir auch nicht – noch nicht mal einen Hotspot mit dem Smartphone kann man machen. Lassen wir uns überraschen.

Hausaufgaben

29.03. bis 01.04.2014 Hausaufgaben
Kein Aprilscherz! Hausaufgaben neu definiert: Aufgaben am Haus (von Oma und Opa). Ist ja grad schönes Wetter hier im wilden Süden und bevor wir abdüsen, müssen/sollen/dürfen noch 33 Fensterflügel abgeschliffen und lasiert werden. Das kriegen wir hin! Walter schleift mit der Profimaschine die alte Lasur runter, die üblen Stellen bis aufs Holz. Ich trage die Lasur auf. Wird ziemlich scheckig, sodass 3 Anstriche nötig sind. Ein kleines Problem haben wir im Giebel, lichte Höhe 8,40 m, da geht nichts mit der Leiter. Also muss doch ein Gerüst her! Mal schauen, ob wir das so kurzfristig noch herkriegen.
Die Checkliste „Schiff“ wird kürzer. Die Solarzellen sind lieferbar und die neuen Batterien auch. Jetzt muss nur noch der Schiffselektroniker Mitte April den Termin halten.
Die aktuellen Navionics-Karten für den Plotter muss ich noch runterladen, hoffe nur, dass das keine ultimative Herausforderung wird!