Canouan

Tamarind Beach Hotel Hintereingang

Tamarind Beach Hotel Hintereingang

Nach drei Nächten haben wir die Perle der Karibik, Mustique, verlassen. Wir waren nahe dran, nochmals um 3 Nächte zu verlängern. Haben wir nicht gemacht, aber wir kommen wieder. Unsere nächste Insel, Canouan, ist gerade mal 16 Seemeilen südlich und pünktlich zur Mittagszeit waren wir in der Charlestown Bay. Wir wussten, dass es dort Mooringbojen gibt und schon von weitem sahen wir viele freie Bojen in der Sonne blitzen. Hier in der Charlestown Bay hatte bis vor kurzem Moorings eine Charterbasis und aus diesem Grund gibt es hier viele Bojen. John hat die Bojen übernommen. Er kam uns entgegen, freundlich winkend und hat uns zu einer Boje direkt vor dem Tamarind Hotel gelotst. Als wir fest waren, hat er uns herzlich willkommen geheißen, sich vorgestellt und gefragt, ob wir besondere Wünsche hätten. Ja, haben wir: Gibt es GAZIMO Yachtservice noch. Ja, gibt es. Er wollte ihn sofort anrufen, damit er zu uns auf das Schiff kommt. Wir konnten ihn gerade noch davon abhalten. Wir gingen nach der Mittagspause mit dem defekten Elektromotor unterm Arm selbst zu GAZIMO. Auf dem Weg dorthin begegnete uns wieder die reale Karibik. Ärmliche Häuser, arbeitslos herumhängende Menschen, Müll, streunende Hunde, aber auch Obst- und Gemüsestände und kleine Supermärkte mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Kaum auf der Hauptstraße angekommen wurden wir bereits von einem leicht alkoholisiertem jungen Erwachsenen eskortiert. Er wollte uns unbedingt seine Stadt zeigen. Wir sagten, er könne uns zu GAZIMO bringen, was er dann für ein Honorar von 10 ECs auch tat. GAZIMO hatte einen Elektromotor für eine Ankerwinsch, jedoch dieser war zu groß für uns. Kein Problem, wir hängen ja sicher an einer Boje und auf dem Weg nach Süden werden wir weiterhin bei den kleinen lokalen Marineservices nachfragen. Wir wissen ja, dass wir spätesten in Grenada und in Trinidad auf jeden Fall Ersatz bekommen. Auf dem Rückweg schüttelten wir unsere Eskorte im Supermarkt ab indem wir eingehend das Warenangebot studierten. Mit einer Flasche Cola (12 ECs) und 8 Eiern verließen wir den Laden. Bei der Gemüsefrau stockten wir unseren Grünfutterbestand auf und butscherten mit den Dinghi zurück zur Sunrise. Kurz vor Sonnenuntergang ging es in die Pirate Cove Bar am Stand des Tamarind Hotels. Wir wollen wie üblich deren WLAN Netz benutzen um die Wetterdaten zu holen und die Website zu aktualisieren. Es gibt aber kein WLAN in der Strandbar und auch nicht im Palapa Restaurant. So kamen wir zu einem völlig „unnützen“ Sundowner und zum Abendessen ging es zurück auf die Sunrise. Kein Wlan – kein Abendessen im Restaurant, so einfach ist die Rechnung. Wir wurden noch darauf hingewiesen, dass wir in der Hotelrezeption für 3 US $/Stunde einen Internetzugang kaufen könnten. Das werden wir wohl morgen tun.

Mustique_2

Mustique Beach

Mustique Beach

Heute führte uns unsere Inselbesichtigungstour um die Südspitze der Insel. Hier ist ein ausgeschilderter Lehrpfad um den Salzsee. Von wegen verboten! Wieder völlig unbehindert gelangten wir am Strand entlang zu den schönsten Badebuchten im Süden, vorbei an gepflegten Picknickplätzen (Vorbestellung ist erforderlich, dann wird der Picknickplatz vorher geschmückt), zum Lehrpfad. Im Anschluss daran ging es der Nase nach quer durch die Insel. Am Firefly konnten wird dann doch nicht vorbeigehen. Es ist einfach zu schön.
Firefly

Mustique_1

Mustique Mainstreet

Mustique Mainstreet

Mustique ist eine ANDERE Insel. Alles sehr sehr sicher. Die Schönen, Reichen, Popstars, Royals und Manager, die es hier her geschafft haben wollen ihre Privatphäre! Die Mustique Company stellt ihnen diese zur Verfügung, es gibt 89 Privatvillen. So haben wir vom Hafenmeister einen Zettel in die Hand bekommen auf dem genau ersichtlich war, in welchem Bereich wir uns bewegen dürfen. Wie gesagt Mustique ist eine Privatinsel, hier herrschen die Gesetze, die die Mustique Company macht! Und so dürfen wir nach Plan nur auf dem Weg der Bucht entlang ca. 10 min. in die eine und dann zurück 10 min. in die andere Richtung gehen.
Als wir gestern mit dem Dingy festmachten und an der Hafenpier entlang gingen hielt ein Taxi an und fragte, ob wir mitfahren möchten. Auf meine Frage, ob wir eine Inseltour machen könnten war wie üblich die Antwort: No Problem! So kamen wir in den Genuss einer Inselrundfahrt, die als Schwerpunktthema hatte: Wo sind sie nun die Schönen und Reichen versteckt. An schönen Aussichtspunkten zeigte uns unser Fahrer wo Prinzessin Margaret, Lacoste, Puma, Prinz William, Bryan Adams, Mick Jagger, Tommy Hilfiger, David Bowie, Celine Dion, Jonny Walker und nicht zu letzt die Brooker Merryll Lynch ihre „kleinen aber feinen“ Ferienhäuschen haben. Alle samt in exponierter Lage und alle in einem ganz eigenen Stil, gerade so wie es dessen Besitzer wünschte. Mal maurisch, Italienisch, viktorianisch ja sogar im japanischen Stil, ganz wie beliebt. Das Ganze ist eingebettet in einen großen Botanischen Garten. Überall sind große Wiesenstücke gemäht, es sieht teils aus wie auf einem Golfkurs. Wenn die Royals o.ä. mal aus ihrem Verließ raus wollen, gibt es kleine Golfcars, die unaufhörlich über die Insel rasen. Das Wegenetz ist übersichtlich und unsere Inseltour war somit auch sehr begrenzt und nach einer Stunde beendet.
Inspiriert durch die Taxitour machten wir uns am Nachmittag umgehend zu Fuß auf, die gesetzten Grenzen zu Überschreiten. Völlig unbehindert gelangten wir zu Fuß zum Cotton House Hotel und zur Endevour Beach. Auf die Frage, ob wir an der Standbar einen Sundowner zu uns nehmen dürfen, würden wir herzlich hereingebeten und auch darauf hingewiesen, dass auch der Strand „Public Area“ sei. Na also, geht doch.

Mustique v.i.Animal

Mustique v.i.Animal

Mustique, v.i.Animal_2

Mustique, v.i.Animal_2

Mustique

Mustique, der schönste Laden der Welt

Mustique, der schönste Laden der Welt

Von Bequia nach Mustique ist es ein Katzensprung. Schlappe 12 Meilen. Das geht auch bei Gegenwind mit Motor. Bereits um 12 Uhr sind wir in der Britannia Bay, Mustique. Es gibt jede Menge freie Mooringbojen, außer uns sind nur noch 3 Charterkatamarne in der Bucht. Wir sind das einzige Einrumpfschiff und offensichtlich auch das einzige Nichtcharterschiff. Das Wasser ist glasklar, deshalb geht es sofort nach dem Festmachen zum Abkühlen ins nasse Element. Die Sunrise hat an der Wasserlinie schon wieder einen Algenbart – der muss weg. Mit dem bewährten Holzpfannenwender schabe ich den Bewuchs ab. Das geht aufgrund des Schwells und der Schiffsbewegungen nicht so gut wie in der Marina auf St. Martin. Kurz vor Sonnenuntergang steigen wir ins Dinghi (ja, dieses Mal dürfte es aufgepumpt auf dem Vorschiff auf Reise gehen) und fahren rüber zu Basil’s Bar zum Sundowner und Abendessen. Der für Sonntagabend angekündigte Livejazz fällt aus, zu wenig Leute auf der Insel. Schade, deshalb sind wir ja eigentlich heute schon nach Mustique gesegelt. Hier bleiben wir drei Nächte, weil die „Eintrittsgebühr“ für diese Privatinsel drei Übernachtungen an der Mooringboje mit einschließt. Wer mehr über diese exklusive Privatinsel und deren Teilzeitbewohner wissen möchte, fragt nach bei www…. Gesehen haben wir noch niemand. Uns ist auch nicht danach, alternde Rock- und Filmstars zu begaffen. Witzigerweise wurde uns von der Mustique Mooring Organisation ein Flyer ausgehändigt, auf dem der Bereich eingezeichnet ist, in dem wir uns an Land bewegen dürfen. Es umfasst nur die Straße innerhalb der Britannia Bay. Da müssen wir morgen erst nochmal nachhaken. Vielleicht ist doch tatsächlich ein ganz wichtiger VIP hier auf der Insel, wer weiß?

Bequia

Bequiak

Unsere Bemühungen den Elektromotor der Ankerwinsch repariert oder getauscht zu bekommen waren ja ins Leere gelaufen. Wir schauen, wo die nächste Charterbasis auf unserem Weg nach Süden ist. Dort haben wir eventuell Glück. Spätestens in Grenada sollte das Problem behoben werden können. Auf Bequia machten wir am Freitagnachmittag noch einen Spaziergang zur Firefly Plantation. Ein wunderschönes Ressort, nur waren wir die einzigen Gäste zur Teatime. Das Gelände öffnet sich zur Springbucht auf der Atlantikseite. Auch hier war der Strand mit stinkendem Seegras übersäht. Zurück in Port Elisabeth haben wir noch Obst und Gemüse gekauft und den Sundowner im Whaleboner zu uns genommen. Abendessen gab es an Bord.

Bequia(2k)

Am Samstag ging unsere kleine Wanderung an den Lower Beach, auf der südwestlichen Seite der Admiralty Bay. Es gibt einen neuen Weg, der direkt an der Wasserlinie entlang zum Prinzess Margaret Beach und weiter zur Lower Beach führt. Es scheint, dass die Saison auch hier zu Ende geht. Die Bars, die Restaurants und der Strand waren sehr spärlich besucht. Der Strand ist wirklich bildschön.

Von St.Lucia nach St. Vincent

St.Lucia Reduit Beach

Oder angepisst im Paradies
Am Mittwochvormittag, ganz gemütlich haben wir in St. Lucia ausklariert und sind aus der Marina in Rodney Bay raus. Unser Plan war, einige Stunden in der Jalousie Bucht (die Bucht mit dem exklusivsten Ressort von St. Lucia) genau zwischen den Pitons zu verbringen. Gegen Nachmittag wurden wir bereits weit draußen von einem Helferlein mit seinem Holzboot empfangen. Er fuhr uns voraus in die Jalousie Bucht und half beim Durchfädeln der Leine durch die Mooringboje. Es war die vorletzte Boje und es war gut, dass wir an der Boje lagen. In die Jalousiebucht knallen erhebliche Fallwinde von den Pitons runter, es steht viel Strömung drin und außerdem wäre Ankern aufgrund der Wassertiefe gar nicht möglich. Unser Helferlein wollte und bekam 40 EC für die Hilfe und fragte ob wir alte Festmacherleinen für ihn hätten. Hatten wir leider noch nicht. Vielleicht im nächsten Jahr.
Um 2 Uhr in der Nacht ging die Reise weiter, um bei Tidenhöchststand um 11 Uhr in der Blue Lagoon in St. Vincent zu sein. Der Wind drehte immer mehr auf Süd und wir waren zu langsam. Die letzten 10 Meilen hatten wir 25 Knoten Wind direkt auf die Nase, die kleine Kreuzfock nicht angeschlagen und auch noch Strömung gegen uns. Ohne Segel, mit 2000 Umdrehungen musste uns der Motor voranbringen. Wir hatten es gerade so zum Tidenhöchststand (+25 cm) in die Bucht geschafft und waren ernüchtert, dass die Blue Lagoon Marina uns per Funk mitteilte, dass wir mit unseren 2 Metern Tiefgang trotz Hochwasser den Pass in die Lagoon nicht nehmen können. Sie schickten uns ein Boot, das uns direkt durch den Südpass, exakt mittig durch das Riff, in die Lagoon lotsen sollte. Wir diskutierten, da im Doyle Guide gerade an diesem Pass ein Totenkopf aufgemalt ist und ausdrücklich vor der Passage gewarnt wird. Wir beschlossen, den Lotse wieder wegzuschicken, St. Vincent zunächst auszulassen und direkt nach Bequia in die Admiralty Bay zu segeln. Dort angekommen fing das Angepisstsein richtig an. Wir machten alles klar für ein Ankermanöver, die Mooringbojenverleiher kreisten schon um uns. Walter fand eine geeignete Stelle, an der ausnahmsweise keine Mooringboje lag, ich sollte den Anker fallen lassen – Sollte! Aber nichts, absolut nichts tat sich. (Die Kosenamen, die mir Walter währenddessen gab, habe ich aufgrund der starken Windböjen vorne nicht verstanden. War wahrscheinlich auch gut so.) Ich nahm den Stecker von der elektrischen Ankerwinsch nochmals raus, steckte ihn wieder rein – nichts, absolut nichts tat sich. Die Kontakte mit Kontaktspray eingesprüht (Walter) und nichts tat sich. Die Installation der elektrischen Ankerwinsch samt Stecker ist auch besonders idiotisch! Im vordersten Kasten im Bug, wo auf Amwindkursen (die soll´s ja geben) hektoliterweise Salzwasser überkommt und wieder durch die Entwässerung (ja, daran wurde gedacht) wieder rausläuft, ist die elektrische Ankerwinsch eingebaut. Elektromotor, Kabel und Stecker. Sehr durchdacht die ganze Konfiguration. Es ist ja durchaus möglich, den Anker von Hand fallen zu lassen. Nichts ist leichter als das, Spill aufdrehen und schon rauscht der Anker samt Kette raus. Aber, Ankeraufgehen, von Hand! Absolut unmöglich, für uns. 55 Meter schwere Kette samt 25 Kilo Anker von Hand reinholen. Nein, wir sind nicht Poppey, obwohl wir sehr gerne Spinat essen. Wir nahmen dankbar das Angebot an, eine Mooringboje zu nehmen. Obwohl die Bojen hier nicht lizenziert sind und das Zoll- und Immigrationoffice vor den Bojen sogar warnt. Sie sind privat und werden gewartet oder auch nicht. Wir hingen nun an der Mooringboje von African. African selbst ist nicht mehr da, aber Blessin hat sie übernommen. Frau Blessin betreibt auch das Wassertaxi und brachte mich zum Zoll und zur Immigration. Sie war es auch, die unser missglücktes Ankermanöver beobachtete und uns Hilfe anbot. Kerry, KMS Marine Service wurde von ihr benachrichtigt. Kerry kam am Freitagvormittag und nahm sich unsere Ankerwinsch vor. Das Ergebnis: Der Elektromotor ist komplett korrodiert. Nachdem er mit schwerem Werkzeug, Hammer und Co., den Motor aufgemacht hatte, rieselte das korrodierte Metall wie Bimssteinpulver aus dem Gehäuse. Alles verrottet!

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Ein Telefonat mit dem lokalen Marinehändler brachte das Resultat, dass wir hier keinen Ersatz bekommen. Wir müssen es in Canuan oder Union Island versuchen, wo Bareboat-Vercharterer sind. Oder südlicher in Grenada. Dort besteht die Chance ein Tauschmotor zu erhalten. Für uns heißt das, hier in dieser Region, wo normalerweise ausschließlich geankert wird, Buchten mit Moorings oder Anlegemöglichkeiten zu finden. Mal sehen.

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Rainforest Zipline und Aerial Tram
Ein bisschen Adrenalinausstoß – wenn das Schiff sicher im Hafen liegt – kann nicht schaden. Und so kam es, dass uns pünktlich um 9:20 Uhr der Shuttlebus in der Marina abholte. Rainforest Zipline quer durch und über den Regenwald. Auf Tarzans Spuren, von Plattform zu Plattform sausend, am Tarzan Swing über die „Schlucht“ schwingend und am „Boa Rappel“ (festes Hanfseil) abgeseilt werden. Das ganze Programm wird sicher mit Klettergurt, doppelten Rollen und starken Karabinerhaken durchgeführt. Pro Gruppe sind zwei Guides beschäftigt, die Gäste sicher ein- und auszuhaken und die Fahrt an den Drahtseilen rechtzeitig zu bremsen, sodass der Gast nicht ungebremst gegen den nächsten Gummibaum klatscht. Der Spaß war es wert.

Zipline durch den Regenwald, Upside down

Zipline durch den Regenwald, Upside down

St. Lucia_3

Mietwagenrundfahrt_3
Sonntagsbruch im Ladera Ressort zwischen den beiden Pitons. Wir hatten uns in der Tat überlegt, ob wir nicht den Umweg über die Atlantikküste, Vieux Fort und die Südwestküste in Kauf nehmen um die Schlaglochpiste zwischen Castries und Soufrière zu vermeiden. Haben wir dann doch nicht gemacht. Pünktlich, nach fast zwei Stunden Fahrt und mit gutem Hunger (ohne Frühstück los), sind wir im Restaurant angekommen. Wir waren zunächst die einzigen Nicht-Ressortgäste und das Buffet war noch nicht eröffnet. Am Pool sitzend und wartend konnten wir den phantastischen Blick zwischen den Pitons hindurch auf die Karibische See genießen.

Blick vom Ladera Estate

Blick vom Ladera Estate

Im Restaurant wurde uns ein Tisch auf der Terrasse in der ersten Reihe zugewiesen und das Buffet wurde eröffnet. Unsere Speisenfolge: Grüne Gemüsesuppe, Salat aus Weiß- und Rotkohl mit Rosinen, Fischsalat, Roastbeef, creolischer Fleischtopf, Fruchtsalat mit Vanillesauce bzw. Lemoncake und Brotpudding. Wir waren über zwei Stunden „beschäftigt“, zwischendurch hatte sich das Restaurant gut gefüllt und auch schnell wieder geleert. Wir waren die Ersten und bei den Letzten die gingen. Animiert vom traumhaften Ausblick auf die Bucht unter uns fuhren wir anschließend mit dem Auto Richtung Sugar Beach und Jalousie Plantation (Hotelressort). An der Straße zum Ressort war eine Schranke und ein Wärterhaus. Der Sicherheitsdienst kam zu uns. Wir erkundigten uns, ob es möglich sei, hinein zu fahren und zum Strand zu gehen. Ja, kein Problem. Er würde per Funk den zweiten Sicherheitscheckpoint verständigen. Dort müssten wir den Wagen parken. Wir taten wie geheißen und schon war ein Shuttle-Tuk-Tuk zur Stelle um uns durch das weitläufige exklusive Ressort zu fahren. Die Gäste wohnen im Gelände verstreut in kleinen Bungalows im karibischen Stil. Vermutlich mit eigenem Personal. Am Strand dürften wir uns frei bewegen und für die Rückfahrt zum Auto mussten wir wieder das Shuttle-Tuk-Tuk nehmen. Ein Service, der fast peinlich war – vor allem weil wir ja überhaupt nicht „see you next year …“ vorhatten, sondern nur die Bucht und die Ankermöglichkeiten dort in Augenschein nehmen wollten.
Für den Rückweg zur Rodney Bay nahmen wir dann doch den Umweg über die Ostküste. Den Abend ließen wir im Pigeon Island Nationalpark, im Restaurant Jambe du Bois (ohne Essen) bei Live-Jazz ausklingen.

Jazz at Jambe du Bois

Jazz at Jambe du Bois

St. Lucia_2

Mietwagenrundfahrt_2
Von Castries aus führte uns unsere Tour auf die Atlantikseite der Insel. Die gut ausgebaute Straße führt quer durch den Regenwald zum Fischerdorf Dennery. Weiter nördlich ist die Grand Anse Bay, hier legen die Lederschildkröten zwischen März und August ihre Eier ab. Wir wollten eine geführte Beobachtungs-Tour, mit Übernachtung am Stand, buchen. Leider sind die Strände aktuell mit Seegras übersäht, deshalb werden Führungen nicht angeboten. Darüber, ob und wie die Schildkröten zur Eiablage überhaupt an Land kommen, konnte uns leider keine Auskunft gegeben werden. Ganz im Süden der Insel befindet sich die ehemalige Hauptstadt Vieux Fort. Die Stadt ist nicht sehenswert, wir sind erst gar nicht aus dem Auto ausgestiegen. An der Westküste entlang ging es wieder zurück Richtung Soufrière. Kurz vor Soufrière liegt die Kakaoplantage und das Ressort Doux Estate mitten in einem tropischen Garten.

Doux Estate, ehemalige Kakaoplantage

Doux Estate, ehemalige Kakaoplantage

Ideal für eine Kaffeepause, natürlich mit Schokokuchen und Vanilleeis. Es ist auffallend und beschämend zugleich, dass alle Institutionen und Anlagen, die von Touristen besucht und von Privatleuten oder Hotelketten geführt werden, in einem absolut traumhaft schönen und gepflegten Umfeld liegen.

Doux Estate, Kakaobohnen trocknen in der Sonne

Doux Estate, Kakaobohnen trocknen in der Sonne

Wir hatten noch genug vom gestrigen Versuch ein typisch karibisches Abendessen am Strand einzunehmen und sind deshalb wieder in den Hotspot Marigot Bay gefahren. Die kostenlose Fähre brachte uns über die Bucht, dieses Mal zum Live-Jazz und Candlelight Dinner ins Rainforest Hideaway.

Der Klassiker: Marigot Bay Sunset

Der Klassiker: Marigot Bay Sunset

Die Heimfahrt über die Schlaglochpiste war wieder beschwerlich, einerseits wegen der rüden Fahrwiese der Einheimischen und andererseits wegen den Straßenverhältnissen.

St. Lucia_1

Mietwagenrundfahrt_1
Angefangen hatten wir am Freitag mit Castries (Hauptstadt), der Marigot Bay und Soufrière. Castries hat eine Duty-Free-Meile, die jedoch mangels Kreuzfahrtschiff verwaist war, die Hafenanlage und die Ruinen des Fort Charlotte. Alle diese Einrichtungen kann man/frau getrost ausfallen lassen. Die Straße an der Westküste der Insel, von Castries bis Soufrière verdient die Bezeichnung Straße nicht wirklich, Schlaglöcher so groß wie Kinderplanschbecken. Ich hatte die Befürchtung, dass der Kleinwagen die Strecke nicht durchhält, Radaufhängung futsch oder mindestens platte Reifen. Er, der Kleinwagen und Walter, der Fahrer, haben es durchgestanden. Bei Anse de la Raye haben wir einen kurzen Abstecher zu den River-Rock-Wasserfällen gemacht. Die Vegetation ist wirklich immer wieder atemberaubend schön. Bei strömendem Regen sind wir danach mit dem Auto zur Marigot Bay, der bekanntesten und romantischten Bucht von St. Lucia, runter gefahren. Praktisch für Fußkranke, Rentner und Menschen ohne Regenschirm – der Parkplatz ist unmittelbar oberhalb der Marina. Die Marina war wider Erwarten sehr spärlich besucht, auch viele Mooringbojen waren frei.

St. Lucia Marigot Bay Ressort

Ein Muss für Touristen ist der Besuch des Dr. Doolittle´s Restaurant. Ein kostenloser Bootshuttle bringt die Besucher zum romantischen Strand und zu den Restaurants. Am Nachmittag ging es weiter nach Soufrière. Hier wollten wir noch zu den Wasserfällen, aber da die Anlagen um 17 Uhr schließen haben wir darauf verzichtet, es hätte sich für eine Stunde Aufenthalt nicht mehr gelohnt. Die Schwefelquellen haben wir ebenfalls nicht gesehen, aber gerochen! Es stinkt kilometerweit nach faulen Eiern. Unser nächster Stopp war das Ladera Ressort zwischen den beiden Pitons. Fotografieren kostet dort 25 EC – außer man besucht das Restaurant. Ist absolut verständlich, als Ressort- und Restaurantgast wollte ich auch keine herumirrenden Foto-Touristen um mich haben. In Anse la Raye findet Freitagabends immer das Fischbratfest statt. In Openairküchen wird gebrutzelt, was das Meer hergibt. Als wir gegen 18 Uhr dort ankamen, waren die Vorbereitungen noch im Gange. Kaum geparkt, hatten wir schon drei Kinder am Auto stehen, die uns zu den Getränke- und Essensständen führen wollten. Die Kinder im Schlepptau gingen wir die Uferstraße rauf und ohne Getränk und Essen die nächste Straße runter und wieder zum Auto zurück. Die Kinder wollten für die „Führung“ Geld von uns. Unverschämt, aber sie haben Walters Münzgeld doch bekommen. Bei Dunkelheit und Regen haben wir geschlagene zwei Stunden zurück zur Rodney Bay gebraucht.