San Miquel

Der Aufenthalt in der Marina Santa Cruz de Tenerife hat mich in den letzten Tagen zunehmend genervt. Die ständigen Abgase der Fähren und der Kreuzfahrtschiffe im Nachbarbecken zogen direkt in den Yachthafen, mit dem Ergebnis, dass das ganze Schiff außen und auch innen mit schwarzen Rußpartikeln gespickt war. Die Fähren sowie auch die Kreuzfahrer lassen zur Energieversorgung Tag und Nacht die Dieselmaschinen laufen und erzeugen mit dem verbrannten Schweröl eine dermaßen verpestete Luft, dass die Abgaswerte, wenn sie denn gemessen würden, sicher über jeglicher Grenze lägen. An das Motorengeräusch hatte ich mich gewöhnt, nicht aber an die verpestete Luft. So war es nur logisch, dass wir heute in Santa Cruz die Leinen gelöst haben und nach San Miguel im Süden von Teneriffa verlegt haben. Bei absoluter Windstille legten wir ab. Als wir dann nach zwei Stunden 8 Knoten Wind von achtern hatten und das Vorsegel ausrollen wollten, fing der Zeiger auf der Windrose an zu rotieren. Nun: Wind direkt auf die Nase mit 5 – 7 Knoten. Das war uns dann doch zu wenig, um die Segel zu setzen und nach Süden aufzukreuzen. Kurz darauf verschwand die Sonne hinter einer dicken Wolke. Es entwickelte sich ein dickes fettes Wolkenband, das zirka 5 Seemeilen aufs Meer hinaus und weit ins Landesinnere hinein ging. Nördlich und südlich davon volle Sonne und wir direkt unter einer sich entwickelnden Gewitterzelle. Der Wind unter der Gewitterzelle nahm stetig zu, bis zu 25 Knoten direkt auf die Nase. Blöderweise zog die Zelle mit uns nach Süden, schnell bauten sich auch die Wellen auf. Das einzig Gute an der Situation war, dass das überkommende Salzwasser gleich durch den einsetzenden Regen wieder abgespült wurde. Das Seegebiet, in dem sich die Marina San Miguel befindet, liegt in der Accelerations-Zone, in der der Wind um bis zu 15 Knoten zunehmen kann – bei den üblicherweise vorherrschenden Winden aus dem Nordquadranten. Hierauf waren wir vorbereitet. Aber nun kam der Wind genau aus der anderen Richtung nämlich aus dem Süden, und da wollten wir ja hin. Die Marina von San Miguel ist nicht ganz einfach anzulaufen, da direkt neben der Hafeneinfahrt die Felsen ins Meer gehen und die Wassertiefe dort nur 2 Meter beträgt. Bei 25 Knoten Wind hätten wir abgedreht und wären nicht in den Hafen rein, aber als wir kurz vor der Einfahrt waren, hatten wir nur noch 17 Knoten und der Marinero hat uns über Funk wissen lassen, dass die Einfahrt in die Marina möglich sei. Wir hatten auch gleich drei freundliche Anlegehelfer, sodass wir nun sicher an zwei Mooringleinen hängen. Die Marina San Miquel ist eine private Marina und gegenüber liegt das dazugehörende Golfressort. Hier die Aussicht von unserem Cockpit:
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Hier müssen wir bis Donnerstag verweilen. Wir haben in San Sebastian, La Gomera eine Reservierung ab Donnerstag und sie wollen uns nicht zwei Tage früher in den Hafen lassen.

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Kleine Schiffe, kleine Sorgen – große Schiffe, große Sorgen
So, oder ähnlich könnte man dies beschreiben. Auf Lanzarote hatten wir die Sunrise aus dem Wasser genommen und die ganzen „Winterarbeiten“ erledigt. Auch hatten wir unseren Goripropeller akribisch gepflegt, nachdem wir ein Netz gefangen hatten. Auf der Überfahrt nach Teneriffa konnten wir aber weniger Fahrt als gewöhnlich aus dem Propeller kitzeln. Bei Marschfahrt waren wir etwa einen Knoten langsamer als gewohnt. Dies im Hinterkopf wollten wir der Sache auf den Grund gehen und montierten unsere GoPro-Kamera im wasserdichten Gehäuse auf einen Stativfuß, den wir dann einfach unter das Schiff hielten und ein Video machten. Der Clip zeigte, dass der Faltpropeller nicht ganz geöffnet war, was zunächst nicht schlimm ist. Durch Starten des Motors und Einlegen des Vorwärtsganges sollte sich der Propeller eigentlich ganz entfalten. Ein zweites Video brachte uns aber das gleiche Ergebnis wie zuvor. Also erörterten wir unsere Möglichkeiten. Einen Taucher, einen Krantermin oder gar selbst tauchen. Wir entschieden uns für die Lightversion – selber Tauchen! Zuerst musste aber das nötige Equipment beschafft werden. Selbst auf Tenerrifa zu dieser Jahreszeit nicht einfach. Werden doch zur Zeit hier eher Plastikweihnachtsbäume als Flossen und Taucherbrille verkauft.
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Ich erstand bei El Corte Inglese eine Schwimmbrille; die Flossen müssen noch auf mich warten, da nicht mehr im Sortiment. Das größere Problem war aber das schmutzige und kalte Hafenwasser. Es kostete einige Überwindung bis auch der Kopf unter Wasser war. Schon nach dem ersten Tauchgang konnte Entwarnung gegeben werden, der Propeller lässt sich leicht bewegen. Also außer Spesen und ein paar Schürfwunden vom Muschelbewuchs am Steg, nichts gewesen. Alles nur blinder Alarm.
Was aber eine aufgegangene Naht an einem Vorsegel bei einem Großsegler bedeutet zeigt unser heutiges Beitragsfoto. Viel Aufwand wegen einer Kleinigkeit.
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Was wiederum belegt: Kleine Schiffe, kleine Sorgen – große Schiffe, große Sorgen.

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Eine weitere Wanderung führte uns am Montag zum Organos Höhenweg oberhalb von Aquamansa. Dieses Mal trifft die Bezeichnung Wanderung zu, wir waren 4 Stunden unterwegs. Diese Region ist sehr regenreich, das Dörfchen Aquamansa hat seine Bezeichnung zu Recht, es heißt mildes (Regen)-Wasser. Nachdem wir zwei Stunden durch den Lorbeer- und Kieferwald unterwegs waren, hatten wir den höchsten Punkt (1600 Meter) erreicht und sollten eigentlich einen ausgezeichneten Ausblick auf das untere Orotavatal und den Teide haben – nur leider war die Wolkendecke so dicht, dass wir überhaupt nichts erkennen konnten. Außerdem fing es an zu nieseln. Nach kurzer Rast gingen wir 10 Meter weiter um einen Fels herum und ein weiß-rotes Absperrband leuchtete uns entgegen. Hier ging es nicht mehr weiter, Weg gesperrt. Wahrscheinlich zu glitschig oder wegen Steinschlaggefahr. Nicht, dass am Ausgangspunkt der Wanderung irgendwelche Hinweise waren – nein. Der Wanderweg war ausnahmslos gut gekennzeichnet, nichts deutete auf die Sperrung hin, aber irgendwie hatten die Franzosen, die uns kurz vor dem Absperrband begegneten so ein komisches Grinsen im Gesicht. Die paar Minuten Aufstieg hatten uns auch nicht geschadet, ätzend und glitschig war der Abstieg. Die Route war so angelegt, dass am Anfang ein schneller steiler Aufstieg auf 1600 Meter erfolgt und der Abstieg sich dann lang und gemächlich zieht. Notgedrungen mussten wir ja den Aufstiegsweg wieder zurück, wir haben es „überlebt“ und im letzten Drittel sind wir auf dem bequemen Forstweg unterhalb der Orgelpfeifen-Felsen gegangen, der als Aufstiegsalternative ausgewiesen war. Mit dem Auto nach Santa Cruz zurück ging es über die spektakuläre TF 21 Höhenstraße. Zuerst ging es bergauf und als wir über der Wolkendecke waren, lag der Teide und der Felsengarten Roques de Garcia in der Abendsonne vor uns. Die Landschaft ist so bizarr, dass man sich nicht sattsehen kann.
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Nach den obligatorischen Fotostopps ging es weiter. Die TF 21-Straße führt auf der östlichen Inselseite über Vilaflor und Granadilla wieder hinunter zum Meer und auf die Autobahn Richtung Santa Cruz. Die Sonne ging so eindrucksvoll in der Wolkensuppe unter, dass Walter beschlossen hatte, am nächsten Tag eine Zeitrafferaufnahme von diesem Szenario zu machen.
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So fuhren wir also am Dienstag zunächst in den Süden, um unseren nächsten Hafen San Miquel schon mal von Land aus zu inspizieren und vor allem um nachzuhaken, ob hier unsere Liegeplatzreservierung vermerkt wurde (war sie nicht – aber wir durften uns für den 17. November anmelden). Die Marina zu finden, war eine echte Herausforderung. Es gibt nämlich an der Küste kein Dorf mit dem Namen San Miguel. Das Dorf San Miguel liegt hoch droben in den Bergen. Wir wussten ja aus der Seekarte (lag praktischerweise im Schiff) wo ungefähr die Marina liegt, so sind wir dann an drei verschiedenen Autobahnausfahrten abgefahren, jeweils ans Meer vor, auf die Klippen gestiegen um einen Rundumblick zu haben. Beim dritten Anlauf haben wir in der Ferne Masten blitzen sehen. Also der Nase nach Richtung den Masten. Ganz so einfach war dieses Unterfangen aber auch nicht, weil wir in einer Endlosschleife im Golfressort Amarilla gelandet sind. Letztendlich, kurz bevor Walter die finale Krise bekommen hat, haben wir ein kleines Marina-Schild gesehen und wurden umgehend in ein weiteres Golf-Ressort geleitet. Nein, dieses Mal keine Endlosschleife, sondern ein weiteres Schild, auf dem sogar Marina San Miguel stand. Nachdem alles mit dem Marinaoffice geklärt war, hatten wir uns den Apple-Pie und den Kaffee wirklich verdient. Dann ging die Fahrt weiter auf der TF 64 und der TF 21 wieder in Richtung Nationalpark. Nachdem wir die Wolkendecke durchstoßen hatten, hat Walter eine Stelle gesucht, um die GoPro Kamera aufzubauen und sein Zeitraffer-Szenario „Wolkenmeer von Teneriffa“ zu machen. Knapp zwei Stunden saßen wir unterhalb der Straße in den Felsen und haben die Sonne und den Sonnenuntergang genossen.

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Wandern auf Teneriffa
Die Temperaturen sind merklich gesunken. Zeitweise haben wir in den Bergen nur noch 15 Grad, also die ideale Temperatur um kleinere Wanderungen zu unternehmen. Von Santa Cruz de Tenerife sind es nur ein paar Kilometer in den Norden ins Anaga-Gebirge. Hier, auf 900 Meter Höhe, haben wir die Höhenroute zwischen El Bailadero und Chamorga durch den märchenhaften Nebelurwald gemacht. Auf halber Strecke liegt der Roque de Anambro, ein Guanchenheiligtum (Heiligtum der Ureinwohner). Das nächste Highlight ist der Aussichtspunkt Cabezo del Tejo, tief unten sieht man die zerklüftete Westküste. Vom Aussichtspunkt führt ein breiter Weg zurück zur Straße und dann zum Parkplatz.

Anaga Wanderung

Eine weitere Wanderung führt uns von Garachico an der Westküste 500 Höhenmeter in Serpentinen hoch nach San Juan del Reparo. Beschrieben war eine gemütliche Wanderung durch den von Kiefern besiedelten Hang. Gemütlich ist anders, ich fand es ziemlich schweißtreibend, die Sonne stand doch sehr in den Hang rein und die Kiefern waren eher Latschen, also kein Schatten. Unbestritten ist jedoch, dass wir einen herrlichen Ausblick über das Städtchen Garachico, die Küste bis Puerto de la Cruz (rechts) und Buenavista del Norde (links) hatten. Oben angekommen mussten wir uns erst auf die Bänkchen vor der Kirche legen und unsere verschwitzen Klamotten von der Sonne trocknen lassen. Zurück nach Garachico wollten wir knie- und gelenkschonend per Bus, aber der fährt nach Icod und dort hätten wir in den Bus nach Garachico umsteigen müssen. Da nirgends Fahrpläne aushängen und außerdem Sonntag war, sind wir dann doch die 500 Meter wieder abgestiegen. Zur Belohnung gab es in dem, von König Juan Carlos I mit der Goldmedaille für schöne Künste prämierten Städtchen ein frühes Abendessen (Gemischter Salat, gegrillter Fisch und kanarische Kartoffeln).
Garachico

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Der Wecker klingelt um 7:30 – was uns aber überhaupt nicht gestört hat. Hier im Hafen von Santa Cruz de Tenerife gibt es eine große Geräuschkulisse und außerdem wird das Wasser in der Dusche erst warm, wenn die Sonne mindestens eine Stunde die Solarmodule bescheint hat. Im Klartext, wir haben wieder mal verschlafen. Dann musste alles ganz flott gehen, denn unser Tagesprogramm hieß: Nationalpark Teide, hier das Observatorium (nur freitags von 10 bis 14 für Besucher geöffnet) zu besuchen. Wir fahren bis La Laguna auf der Autoroute Nord und dann auf der TF 24 längs mitten durch die Insel. Ab Esperanza geht es stetig den Berg hoch, durch dichte Lorbeer-, Pinien- und Kiefernwälder fahren wir in die Wolkendecke, die dick zwischen 1000 und 1300 Meter liegt. Es sieht sehr mystisch und geheimnisvoll aus. Der Nebel lichtet sich und die Sonne taucht auf. Ab 2000 Meter haben wir die Baumgrenze erreicht und die Vulkanlandschaft tritt hervor. Im Teide-Nationalpark liegt ein gigantischer Kraterkessel, dessen Ausmaß 16 mal 10 Kilometer umfasst. Wir erreichen das Observatorium, optimal während der Besuchszeit – aber wie es uns schon häufiger passiert ist, der Reiseführer ist nicht auf dem Laufenden. An der Einfahrt steht: Um die Teide-Sternwarte zu besuchen, ist es notwendig, dass Sie im Voraus Ihren Besuch anmelden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite: http://www.iac.es/ot/visitas. Wenn wir schon hier sind, dann eben gleich auf den Teide. Er steht im vollen Sonnenlicht, 1500 Meter über dem dicken Wolkenmeer. Im Besucherzentrum El Portillo halten wir kurz an um uns die aktuellsten Informationen zu holen. Es gibt viele gekennzeichnete Wanderwegen zum und am Teide, die jedoch zeitweise gesperrt sind bzw. der Weg Nr. 10, der die letzten 200 Meter bis zum Gipfel führt, darf nur mit besonderer Genehmigung begangen werden. Diese Genehmigung kann nur online unter http://www.reservasparquesnacionales.es eingeholt werden. Dumm nur, wenn man die Genehmigung für den Tag „x“ hat und das Wetter spielt nicht mit. Wir haben die Genehmigung nicht, aber wir beschließen trotzdem weiter zur Talstadion der Teide-Seilbahn zu fahren. Nach einer Stunde Wartezeit stehen wir in der Großraumgondel und fahren auf 3.555 Meter rauf. Von der Bergstadion La Rambletta geht der Weg Nr. 11 nach rechts durch die Lavafelsen und der Weg Nr. 12 nach links. Wir laufen 30 Minuten nach rechts bis zum Aussichtspunkt und wieder zurück, dann nach links zum Aussichtspunkt und wieder zurück. Immer unterhalb des Teidegipfels, der zum Greifen nah ist. Wir haben eine überragende Aussicht über die Vulkankrater und über der Wolkendecke können wir die höchsten Gipfel von La Palma erkennen. La Gomera und Gran Canaria sind nicht zu sehen. Auf unserem Ticket steht, dass wir uns eine Stunde oben aufhalten dürfen, aber als wir uns nach zwei Stunden in die Talfahrtschlage einreihen, stört sich niemand daran. Zurück am Auto war uns beiden etwas gammelig im Magen. Wir hatten nur eine kleine Halbliterflasche Wasser dabei, das war entschieden zu wenig. Mit Mütze, Pullover, Softshell-Jacke, langer Hose und festen Walkingschuhen waren wir top ausgestattet. Wir hatten Glück, es war sehr windstill und warm (17 Grad an der Bergstation). Aber an die Flüssigkeiten hatten wir nicht so unbedingt gedacht. Nun dem konnte Abhilfe geschaffen werden. Durch die Mondlandschaft und den anschließenden Märchenwald (Wolkendecke) fahren wir ins Valle de Orotava. Es ist das fruchtbarste Tal auf Teneriffa und in der Ortschaft La Orotava stehen prächtige Kolonialbauten aus den Jahren 1590 bis 1670. Selbst der große Naturforscher Alexander von Humbold hat vor über 200 Jahren bereits das Valle de Orotava besucht und nach ihm ist ein Aussichtspunkt, der Mirador de Humbold, benannt. In der historischen Altstadt gibt es für uns einen Kaffee, Tee und einen Apfelkuchen, damit wir wieder zu Kräften kommen, um die Straßen durchstreifen zu können. Wir schauen uns die Casas de los Balcones, das Rathaus, die Plazas und den Jardin Marquesado de La Quinta Roja an.
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Es ist bereits wieder dunkel, als wir uns auf den Weg zurück nach Santa Cruz machen.

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Seit gestern Nachmittag sind wir wieder mobil. Dieses Mal haben wir einen Toyota Yaris erhalten. Der erste Ausflug führt uns in den Süden von Teneriffa, nach Los Gigantes, wo Heinz-Jürgen im El Pescador seinen Geburtstag feiert. Wir überraschen ihn – Conny wusste ja Bescheid. Es wird ein lustiger Abend und ich bin froh, dass Walter die Strecke nach Santa Cruz zurückfährt. Die heutige Tour führt uns nach La Laguna, der ersten Hauptstadt von Teneriffa. La Laguna ist Universitätsstadt, hat einen historischen Ortskern mit typisch kanarischer Architektur und ist Weltkulturerbe. Zu Recht. Aber es ist kalt, gerade mal 20 Grad, wir frieren wie ein nasser Hund. Abhilfe schafft ein United Color Laden, wo wir zwei Pullis und einen Schal erwerben. Wir sind nicht die einzigen Touristen, die sich an der Kasse die Preisschilder rausschneiden lassen und die Pullis gleich überziehen. Wir entdecken einen kulinarischen Markt (Mercado San Pablo) mit allen Köstlichkeiten, die in Europa auf den Tisch kommen. Es ist zu früh zum Essen – leider.
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Mit dem Reiseführer in der Hand laufen wir durch die gepflasterten Gassen, schauen uns die alte Kathedrale, die Kirchen, Palazzos und sonstige alte Steine an, außerdem es gibt Bars, Cafés und Restaurants ohne Ende. Für uns geht es weiter nach Punto del Hidalgo, der nordwestlichsten Ecke von Teneriffa. Hier steht ein moderner Leuchtturm, der einen krassen Gegensatz zu der naturgewaltigen Felsküste darstellt. Der Atlantik donnert hier ungebremst gegen den Felssockel der Insel und bildet meterhohe Wellen. Bei ruhiger See ist hier jedoch Baden in den ausgewaschenen Lavabecken möglich, es gibt sogar Badeleitern, die in die Pools führen. Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang. Der nächste Halt ist in der Weinbaustadt Tacoronte, leider ist es stockdunkel, wir haben keinen (Stadt)Plan, sodass wir die Besichtigung abbrechen und das vorgesehene Abendessen in einer Bodega vertagen. Nach Puerto Cruz sind es nur noch wenige Kilometer, wir fahren mitten in die Stadt rein und stellen das Auto in ein Parkhaus. Wir schlendern durch die Fußgängerzone und sehen außer den üblichen Boutiquen und Läden natürlich nichts. Auch hier müssen wir bei Tageslicht nochmals herkommen.

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Besuch aus der Heimat!
Conny und Heinz-Jürgen tanken gerade im Süden von Teneriffa Sonnenenergie für den Jahresendspurt. Beide stehen noch voll in der Berufsmühle und machen hier einen Kurzurlaub. Wir wussten, dass sie im November auf den Kanaren sind, aber genaue Daten hatten wir in diesem Frühjahr nicht mehr ausgetauscht. Wie schön, dass wir uns heute hier in Santa Cruz de Tenerife treffen konnten. Mit der weißen Knutschkugel (auch unser Lieblingsleihwagen) sind sie durch Wind, Regen und Nebel quer durch die Insel zu uns nach Santa Cruz in den Norden gefahren. Im Gepäck 1,2 Kilogramm Erdnüsse (die Guten von Ültje in kleinen 50 Grammbeuteln) als Nervennahrung für Walter. Wenn man bedenkt, dass nur 20 kg Freigepäck im Flieger befördert werden, eine beachtliche Menge. DANKE ! Es gibt viel zu Erzählen, die Zeit verfliegt und um 4 Uhr nachmittags fahren wir noch rüber ins Fischerdorf San Andres und zum Playa de las Teresitas. Dort gibt es einen goldfarbenen Sandstrand. Der Saharasand, der in 4 Millionen Säcken verpackt war, wurde in den 70er Jahren herangeschifft und verteilt. Insgesamt sollen es 100.000 m³ Sand sein. Geschützt wird der Strand durch einen langgezogenen Wellenbrecher, der verhindert, dass das Meer den Sand wieder wegschwemmt.
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Heute weht ein kühler Nordwind, deshalb verzichten Conny und Heinz-Jürgen aufs Schwimmen und wir suchen ein Café um unser Zuckerloch zu füllen. In San Andres gibt es kein Café und die Restaurants haben noch geschlossen, wir fahren die 6 Kilometer zurück nach Santa Cruz und gehen in ein nettes Straßencafé am Plaza Principe de Asturia. Wieder rast die Zeit davon und es ist schon dunkel als sich Conny und Heinz-Jürgen wieder auf den Weg nach Süden machen.

Alles Sydney – oder was?

Nein, wir haben uns nicht verfahren und sind nicht in Sydney angekommen. Was hier so aussieht wie das Gartenhäuschen der Oper von Sydney, ist das Auditorium von Santa Cruz de Tenerife. Ein durchaus attraktives Ansteuerungs-Objekt, das unmittelbar südlich der Hafeneinfahrt von Santa Cruz de Tenerife steht. Auf unserem nächsten Stadtrundgang werden wir uns dieses imposante Gebäude von Land aus anschauen. Von Las Palmas sind wir gestern um 7:30 Uhr los um noch vor dem avisierten Starkwind hier zu sein. Die Wetterberichte (Passageweather, UGrip und Windfinder) waren sich einig und sehr exakt. Wir sind bei gemütlichen 10 Knoten am Wind los, hatten alle Segel voll gesetzt und als wir hier gestern Nachmittag ankamen, stand nur noch das Vorsegel. Der Wind nahm stetig zu, 10 Meilen vor Teneriffa hat er zu unseren Gunsten auf NE gedreht, aber wir hatten bis 25 Knoten. Da wir unsere Regattaambitionen schon vor Jahren im Bodensee versenkt hatten, waren wir sehr vorsichtig und haben nach und nach das Großsegel verkleinert und zum Schluss ganz weggenommen. Seit gestern Nachmittag liegen wir in der Marina von Santa Cruz de Teneriffe. Unser erster Eindruck: Baustelle, zwischen dem Marinagebäude und dem Auditorium. Der zweite Eindruck: Im nächsten, abgetrennten Hafenbecken liegt ein AIDA Kreuzfahrer und daneben die Fähre Vulkan de Timanfaya. Der Vulkan lässt die ganze Nacht hindurch seine Maschinen laufen und sorgt für eine sonore Bassgrundlage für das Festival, das direkt auf dem Platz vor dem Hafen stattfindet. Was genau dort veranstaltet wird, konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen. Zwei Moderatoren quatschen unentwegt euphorisch in die überdimensionierte Anlage, zwischendurch wird sekundenweise Musik eingespielt (das ganze Programm von „We will rock you…“ bis Technoschrott). Hört sich an wie heiteres Musikstückraten, halt in voller Dröhnung. Schlafen – ganz schlecht.
Sehr angenehm: Gegenüber von uns liegt der Katamaran mit Carolin, Patrick und dem Hund Coyote (Alias Rammler, siehe Bericht vom 16.08.2014). Neben uns ein niegelnagelneuer Lagoon Katamaran, ebenfalls mit Franzosen, die uns sofort beim Anlegen geholfen hatten und Walter gleich eine Schlauchkupplung für unseren Wasserschlauch geliehen haben. Es gibt anscheinend noch keine EG-Norm für Wasserschlauchanschlüsse. Ich denke, da muss ich mal dem Schwaben Günther Oettinger (unser ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg) eine E-Mail schreiben, damit er im EU-Parlament ein neues Projekt einbringen kann. Die 5000 EU-Beschäftigten müssen ja auch Sinnvolles zu tun haben. Vielleicht vergisst er ja bei so vielen Projekten dann auch die von ihm geplante Internetabgabe, was uns zur Zeit schon treffen würde.

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Ansteuerung Teneriffa mit Teide ohne Schnee