St. Kitts_3

Auch heute wieder Ballihoo in Port Zante. Nur dass die Kreuzfahrtschiffe heute „Costa Fortuna“ und „Celebrity“ hießen. Wir flüchteten. Zu Fuß gingen wir unsere bekannte Strecke an der Wasserfront entlang, am ersten Kreisverkehr rechts den Hügel hoch und nach 200 Meter scharf links in die Palms Court Gardens.

Palm Court Gardens

Palm Court Gardens

Eine Oase mit Pool, großer Terrasse und Meerblick zum Relaxen mitten im Wohngebiet. Die Inhaberin ist Schweizerin, war aber momentan nicht da. Es gibt Tageskarten, geöffnet ist von 9 Uhr bis 17 Uhr. Wir frühstückten dort gemütlich, mit Cappuccino, und verlegten uns danach in die Chillerecke am Pool. Wir waren nicht die einzigen Gäste. Wie wir später von der Verwalterin erfahren haben, waren die anderen Gäste von einem der Kreuzfahrtschiffe. Sie suchten Ruhe und Erholung. Der Trubel auf den fahrenden Hochhäusern kann wohl auch ganz schön nervig sein. Ab 14 Uhr waren wir alleine, die Kreuzfahrer mussten zum nächsten Event hetzen. Gegen 16 Uhr zogen die typischen Regenwolken auf und wir mussten unsere Doppelliege notgedrungen verlassen. Nein, wir werden jetzt nicht spießig und träge! Aber so ein schöner karibischer Urlaubstag darf zwischendurch schon sein.

Chillen auf St. Kitts I

St. Kitts_2

Ballihoo und hulligully in Port Zante.

Ballihoo in Port Zante, St. Kitts

Ballihoo in Port Zante, St. Kitts

Heute früh um 6:30 hat der Kreuzfahrer „Norwegian Pearl“ und um 10 Uhr der Kreuzfahrer „Royal Caribian“ am Kreuzfahrtterminal angelegt.

Kreuzfahrtschiff Norwegian Pearl

Kreuzfahrtschiff Norwegian Pearl

Hunderte, ach was Tausende von Menschen überschwemmten die Duty Free Meile und zu meinem Verdruss auch die Vorhalle vor dem Immigrationoffice, das sich im Kreuzfahrtterminal befindet. Wie bereits geschrieben, hatte ich am Freitagabend noch den Zoll, aber nicht mehr die Immigration erledigen können. Anweisung war, heute um 8 Uhr bei der Immigration auf der Matte zu stehen und ordentlich einzuklarieren. Da wir Deutschen doch irgendwie den Kadavergehorsam noch in den Genen haben, stand ich frisch geduscht, aber ohne Frühstück, um Viertel vor Acht vor dem Hochsicherheitsgefängnis, nein vor dem Hochsicherheitstrakt des Kreuzfahrtterminals und habe um Einlass gebeten. Nachdem ich den ersten Einlauf der Security mit Schulterzucken und nix verstehen weggedrückt hatte, durfte ich immerhin schon zur Port-Authority, wo ich ein Formular zum Ausfüllen bekam. Nachdem ich alle Angaben wahrheitsgemäß gemacht hatte, durfte ich wieder 12 US $ abdrücken. Ich glaube, die haben mich schon wieder über den Block gezogen, weil beim Costumsoffice hatte ich am Freitag ebenfalls schon 12 US $ liegen lassen. Egal. Nun sollte ich durch die gefühlten Tausend desorientiert herumirrenden Menschen, die sich im Kreuzfahrtterminal von Musikern, Tourguides und Taxifahrern bespaßen bzw. bequatschen ließen, quer hindurch ins gegenüber liegende Immigrationoffice.

Bespaßung der Kreuzfahrtpassagiere

Bespaßung der Kreuzfahrtpassagiere

Das ließ sich soweit auch arrangieren und vor der Türe des besagten Offices angekommen, habe ich meinen zweiten Einlauf des Tages auf nüchternen Magen erhalten. Für mich nicht zu erkennen, befand sich nämlich vor dem Office bereits eine elendlange Queue (engl. Warteschlange) die ich im Gewimmel absolut nicht ausmachen konnte. Ich wurde umgehend von einer englischen Lady angeraunzt, dass ich mich an das Ende der Schlange zu stellen hätte.

Kreuzfahrtterminal, links die Warterschlage vor der Immigration

Kreuzfahrtterminal, links die Warterschlage vor der Immigration

Es war nämlich so, dass die ankommenden Kreuzfahrtschiffe hier neue Gäste an Bord genommen haben und dieselben auch die Immigration durchlaufen mussten. Mit mir zusammen war ein kanadisches Paar, deren Schiff im Ankerfeld lag, bei der Portauthortity, beide verdrehten nun ebenfalls die Augen. Mir und meinem Magen war das zuviel und ich habe die Flucht bzw. den Rückzug angetreten. Zur Security habe ich nur kurz gesagt, come back later, und verschwand eilends aus dem Irrenhaus. Zurück auf der Sunrise wartete bereits eine schöne Tasse Kaffee und der Kommentar, das hat ja gedauert…… Schonend habe ich beim Frühstück Walter beigebracht, dass ich noch garnichts erledigt hatte. Kurz vor 10 Uhr, bevor der zweite Kreuzfahrer angelegte, machten wir uns nun zu zweit auf den Weg. Der Zerberus am Terminal ließ uns passieren und vor dem Immigrationoffice standen nur noch 6 Leute. Es ging jetzt relativ flott und wir staunten nicht schlecht, als wir im Office noch das kanadische Seglerpaar sitzen sahen. Die mussten nämlich warten, bis alle Kreuzfahrtpassagiere abgefertigt waren. Der machtbesessene Officedrachen machte es absichtlich und auch vorsätzlich kompliziert. Weshalb sie gestern gekommen waren? Weshalb sie nicht am Flughafen einklariert hätten und überhaupt… Nachdem die Kanadier ihren Stempel im Pass hatten, kamen wir dran. Walter sagte lächelnd: the same procedure… Nur mit dem Unterschied, dass wir bereits seit Freitagabend da waren. Zwischendurch kamen noch zwei Kreuzfahrtpassagiere, die schnell abgefertigt wurden und dann kamen wir wieder ins Kreuzverhör. Wir haben die Stempel jetzt im Pass und haben auch gleich für Freitag wieder ausklariert. Und wenn es uns nicht passt, gehen wir früher oder später hier weg.
Der weitere Tag verlief fast unspektakulär. Wir gingen Getränke einkaufen, an der Wasserfront entlang spazieren und gegen 16 Uhr wieder Richtung Port Zante zurück. Der Wind hatte aufgefrischt und die zwei Schiffe im Ankerfeld schaukelten heftig hin und her. Irgendwann sagte Walter, ich glaube, das Schlauchboot da draußen hat ein Problem. Der Außenbordmotor hatte offensichtlich seinen Geist aufgegeben und der Skipper ruderte schon ziemlich entkräftet – keine Chance gegen die Dünung anzukommen. Der Wind wehte zum Glück auflandig und es war abzusehen, dass Boot und Mann in der kleinen Bucht unterhalb von Fort St. Thomas stranden würden. Es kam so. Walter zog die Schuhe aus und kletterte über die Steine um das Schauchboot abzuhalten. Irgendwie gelang es dem Skipper mir die lange Festmacherleine zuzuwerfen und so konnten wir, in der Brandung stehend, das Schlauchboot an Land ziehen. Der arme Mann war total durch den Wind. Er war jetzt sicher an Land, aber hier wollte er gar nicht hin. Sein Schiff lag draußen vor Anker, seine Ehefrau an Bord. Außer uns hatte eine Frau und ein Taxifahrer die Situation beobachtet. Beide boten sofort ihre Hilfe an. Die Frau verständigte per Handy die Coastguard. Das war auch gut so, weil ohne Motor hätte es der Skipper weder in den Hafen noch zurück zum Schiff geschafft. Wir schleiften zu dritt das Schlauchboot in einen Bereich der Bucht, in der es nicht so felsig war. Zwischenzeitlich war die Coastguard mit einem Schlauchboot, professionell ausgestattet mit drei Außenbordern, in der Nähe um ihre Hilfe anzubieten. Mit Hilfe eines einheimischen Jungen, und auch nur mit dessen Hilfe, gelang es schließlich das Schlauchboot durch die Brandungswellen zu bringen und der gute Skipper schaffte es, bis zur Coastguard zu pullen, die ihm die Schleppleine übergaben und ihn bis zu seinem Schiff in Schlepptau nahm. Wir waren bis zur Unterwäsche nass, ich stand mit Schuhen und Hose im Wasser. Der junge Einheimische bekam von Walter noch einen nassen 5 US $ Schein als Dankeschön für seine Hilfe. Hatte er sich auch wirklich verdient. Den Skipper in Not haben wir nicht mehr gesehen, er liegt im Ankerfeld und ist wohl immer noch durch den Wind. Ein Anlegemanöver in der Marina hat er abgebrochen und ist wieder ins Ankerfeld zurückgekehrt. Meinen Geldbeutel samt Personalausweis, Führerschein, Geld und Kreditkarten habe ich zum Trocknen ausgelegt. Mal sehen, ob das Plastikgeld das Salzwasser ebensogut verkraftet wie das Papiergeld.

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Sonntag auf St. Kitts
Entgegen der Beschreibung im Hafenhandbuch (Barthelmes) gibt es in der Port Zante Marina Toiletten und Duschen. Die Damenabteilung ist soweit in Ordnung, ich hab schon üblere gehabt und zwar auf dem europäischen Festland. Walter fand seine Abteilung ekelig. Geduscht wird natürlich mit dem Wasser, wie es aus der Kaltwasserleitung kommt – also leicht temperiert, oder in Walters Ausdrucksweise „arschkalt“. So erfrischt haben wir uns auf den Weg gemacht, die Hauptstadt Basseterre zu erkunden.

Port Zante in Basseterre auf St. Kitts

Port Zante in Basseterre auf St. Kitts

Der Weg ins Zentrum führt direkt am Anleger der Kreuzfahrtschiffe vorbei und unweigerlich in die Duty Free Shopping Meile. Kannten wir ja bereits aus St. John’s auf Antigua. Nur mit dem Unterschied, dass wir uns hier auf einem völlig verlassenen Areal bewegten. Ich sagte zu Walter, rüttel doch mal an den Fassaden, ich glaube wir sind zwischen irgendwelchen Filmkulissen gelandet. Die Mauern, Holzfassaden und Rollläden aber waren echt. Doch nicht im/beim Film. Schade, wäre doch mal eine willkommene Abwechslung.

Filmkulisse oder Shopping Mall?

Filmkulisse oder Shopping Mall?

Des Rätsels Lösung: Die Shopping Meile darf nur öffnen, wenn tatsächlich ein Kreuzfahrer angelegt hat. Weiter ging es ins Stadtzentrum, zum „Circus“, einem kleinen Kreisverkehr, dem Picadilly Circus von London im Kleinformat.

Circus im Zentrum von Basseterre auf St. Kitts

Circus im Zentrum von Basseterre auf St. Kitts

Weiter zum Independence Place, zur Kathedrale und zur alten anglikanischen Kirche. Außer einem asiatischen Paar waren wir wohl die einzigen Gäste, die sich in Basseterre verlaufen hatten. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Sammelsurium-Laden vorbei, der angefangen vom Henkel trocken Piccolo bis zum Klopapier alles zu bieten hatte. Unseren Bestand an Trinkgläsern konnten wir hier auffüllen. Beim Segeln hatten wir kein einziges zerschossen, alle fünf sind beim Spülen und beim Stapeln im Abtropfgitter drauf gegangen, womit bewiesen wäre, dass Spülen gefährlicher ist als Segeln (Aussage nur für die Glaswaren gültig). Auch der Asia-Supermarkt hatte geöffnet, hier konnten wir noch einige Kleinigkeiten nachkaufen. Wir gingen zurück zum Schiff um unsere Schätze zu verstauen. Im Hafen haben wir mitbekommen, wie ein junges Paar mit einem Taxifahrer im Gespräch war, diesen aber wieder wegschickte. Kurze Zeit später kamen wir ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass die Beiden eine Inselrundfahrt machen wollten. Das nächste Taxi kam und wir wurden uns schnell einig. Der Preis war 90 US $ für 4 Personen. Und so kamen wir in den Genuss einer individuellen Inselrundfahrt. Zuerst eine Stadtrundfahrt durch Basseterre, zu den Sehenswürdigkeiten, die wir bereits zu Fuß erkundet hatten, dann weiter auf der Straße entlang der Ostküste, Nordküste und an der Atlantikküste zurück. Der Taxifahrer war ein hervorragender Reiseführer, sehr gebildet. Dreisprachig: Englisch, Französisch und Spanisch. An wichtigen und interessanten Wegpunkten machte er Halt, ließ uns aussteigen und erklärte uns die historischen Hintergründe. Wir hielten am Romney Manor, in Old Town, bei den Wingfield Petroglyphen, Brimstone Hill Fortress, Sandy Point Town, Dieppe Bay und bei den Black Rocks. Es waren drei sehr informative Stunden.

Romney Manor, botanischer Garten  und Caribelle Batik

Romney Manor, botanischer Garten und Caribelle Batik

Good bye Antigua

Antigua – St. Kitts 55 Seemeilen
Um 8 Uhr öffnete das Marinaoffice in Jolly Harbour. Bis 8:20 Uhr hat es gedauert bis der Computer im Office willens und bereit war, die Rechnung zu erstellen. Gut, dass wir bereits am Freitagnachmittag beim Zoll und der Immigration ausklariert hatten, sonst wären wir noch viel später weg gekommen. Die Rechnung der Jolly Harbour Marina bestand aus drei Einzelrechnungen, Liegegebühren, Stromrechnung und die Wasserrechnung. Strom und Wasser werden beim Anlegen und vor dem Ablegen vom Dockmaster an den Zähleruhren abgelesen. Walter hatte von beiden Zählern ein Foto gemacht. Wasser 24745 Einheiten beim Anlegen und 24856 beim Ablegen. Berechnet haben sie uns 1111 Einheiten, was ich sofort angezweifelt hatte. Weil die Tausenderstelle gerade am Umklappen war und weder die Vier noch die Fünf gut zu sehen war – so leider auch auf den Beweisfotos, bestanden die Damen auf den 25856 und auf der Berechnung der 1111 Einheiten. Was ich auch letztendlich zahlen musste. Nur dass die Einheiten nicht Liter, sondern Gallonen sind und wir dann in den 10 Tagen fast 5000 Liter verbraucht hätten. Absolut unmöglich – wir haben unsere Wassertanks gefüllt und sonst nichts. Kein Schiff abgespritzt und auch keine sonstigen Wasserspiele gemacht. Ich bin der Meinung, dass wir nur 111 Einheiten hätten bezahlen müssen. Nachdem wir beschlossen hatten, dass Terz machen zu keinem Ergebnis führen würde, haben wir uns von unseren Nachbarn, Antje und Ingo, verabschiedet und sind los. Irgendwann, wir waren schon unter Segel unterwegs, hatte Walter auf dem UKW-Kanal 16 einen Funkspruch gehört. Da hatte jemand Sunrise gerufen. Ich hatte nichts verstanden und gemeint, wenn die uns meinen, rufen die uns wieder. Es war kein weiterer Funkspruch zu hören und Walter hat mich dann solange genötigt, bis ich zur Funke gegangen bin und nachgefragt habe, ob die Sunrise gerufen wurde. In der Tat, die Dame vom Marinaoffice war dran und teilte mir mit, dass die Wasserrechnung nicht stimmen würde (meine Rede) und ich sollte zum Office kommen und die Gutschrift holen. Ganz schlechter Zeitpunkt. Wenn wir umgedreht wären, hätten wir es nicht mehr bei Tageslicht nach St. Kitts geschafft. Wir einigten uns, dass ich die Gutschrift über meine Kreditkarte erhalten sollte – warten wir es ab. Vielleicht wird ja alles gut.
Die 55 Meilen bis St. Kitts konnten wir komplett unter Segel zurücklegen. Noch nicht mal in Lee von Nevis ließ der Wind nach, es war zwar sehr böig, aber erfreulicherweise drehte der Wind mit und schob uns in Richtung St. Kitts. Wirklich beim letzten Tageslicht um 18 Uhr fuhren wir in die Port Zante Marina und um 18:15 Uhr lag die Sunrise sicher an zwei Dalben festgemacht im ruhigen Hafenwasser. Im Ankerfeld links von der Marina lagen nur zwei Schiffe, die sehr hin und her rollten. In der Marina zu liegen, bedeutet auch ordentlich Ein- und Ausklarieren. Der Dockmaster schickte mich umgehend ins Office, weil die Leute Feierabend machen wollten. Den Zoll habe ich noch verwischt, aber nicht die Immigration. Dort kann ich erst am Montag einklarieren. Somit hat sich unser ursprünglicher Plan, vor Anker zu gehen, die Nationale und die „Q“ Flagge zu setzen und am nächsten Morgen unklariert wieder in Richtung St. Barth zu gehen, überholt. Wir bleiben b.a.w. auf St. Kitts.

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Good bye Antigua
Seit 19.02.2015 sind wir auf Antiqua, heute ist der 06.03.2015 und es ist an der Zeit weiter zu segeln. Den Entschluss am Samstag zu gehen, haben wir aufgrund der Wetterprognose bereits gestern gefasst. Eigentlich schade, es sind hier in Jolly Harbour einige deutsche Schiffe. Die Florentine, die im November mit der Atlantic Odyssee I von Lanzarote aus gestartet war. Leider haben wir die Schröders noch nicht persönlich kennen gelernt. Sie liegen drüben in der Werft und als wir heute Nachmittag rüber gegangen sind, um uns vorzustellen, waren sie unterwegs. Bestimmt kreuzen sich unsere Wege demnächst noch. Die Amazone mit Antje und Ingo liegt seit 4 Tagen neben uns und die Lubini, die wir zuletzt auf La Gomera getroffen haben, ist heute Mittag eingetroffen. Wolf mit seiner Yacht Carla liegt im Ankerfeld.
In den letzten Tagen haben wir klassischen Sommerurlaub gemacht. Spätes Frühstück, Badesachen, E-Bookreader und IPad eingepackt und rüber an den Pool zum Abhängen und Schwimmen (genau in dieser Reihenfolge und Priorität). Der Hit war, auf der Liege zu liegen und mit dem IPad und dem guten Wlan-Netz des Restaurants Crow´s Nest in der ARD Mediathek „Mord mit Aussicht“ und „Unter Gaunern“ zu schauen. Sowie ab und zu auch die neuesten Nachrichten aus der Stuttgarter Region zu holen. Gegen 17 Uhr rüber in den Supermarkt und frischen Salat und Gemüse fürs Abendessen gekauft. Abendessen an Bord und später zur Livemusik wieder rüber ins Crow´s Nest für einen Drink und einen neuen WLan Code für eine weitere Stunde zu holen. (Typisch schwäbisch eben, ein Drink an der Bar = 1 Stunde freies WLan)

Lebensfreude pur

Lebensfreude pur

Nur mit der Zeit wird es langweilig. Wir haben unseren Plan nach Barbuda zu gehen wohl oder übel canceln müssen, der Wind bläst fürs Ankern vor Barbuda einfach noch zu stark. Wir gehen nach Nevis, St. Kitts, St. Barths und dann St. Maarten.

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Lazy days at Jolly Harbour.
Schwimmen im Pool und Abends Live Musik im Crow’s Nest. Es gibt wirklich üblere Orte um auf anderes Wetter zu warten.

Jolly Harbour Live at Crow´s Nest

Jolly Harbour Live at Crow´s Nest

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Wir sind noch auf Antigua, in der Jolly Harbour Marina.
Das Wetter spielt gerade ein bisschen verrückt. Seit Tagen immer wieder Regenschauer, teilweise richtiger Platzregen und Windböen aus allen Richtungen. Wir wollten eigentlich bereits in Barbuda sein, aber die Ankerbuchten dort sind von Riffen umgeben und deshalb nicht so einfach anzusteuern. Ein wolkenloser Himmel und die Sonne im Rücken ist unerlässlich, damit die Farbe des Wassers und somit auch die Wassertiefe einigermaßen einzuschätzen ist. Außerdem sind die Ankerbuchten sehr offen und Windböen mit 6 Beaufort sind angesagt. Da bleiben wir doch lieber noch ein paar Tage hier. Es gibt schlechtere Orte um auf anderes Wetter zu warten. Die Bars und Restaurants hier im Hafen haben von Mittwoch bis Samstag Programm. Die beiden Livebands waren ok, aber am Mittwochabend war Karaoke angesagt. Das hat sich teilweise nach der Balz-Musik von rolligen Katern angehört – grauenvoll und so was von daneben! Vorgestern waren wir zwischen den Regenschauern am Badestrand vom Jolly Beach Ressort. Aufgrund des suboptimalen Wetters waren einige Strandliegen frei – auch zwei für uns. Die Ressortgäste waren an den weinroten, ressorteigenen Strandtüchern zu erkennen. Gut, dass wir rotbraune Duschtücher haben. Wir haben uns gut untergemischt und keiner hat gewagt, uns wegzuschicken.
Gestern haben wir uns im „liming“ und „wasting time“ (nutzloses Herumhängen und Zeittotschlagen) geübt. Gar nicht so einfach! Aber immer wenn wir loswollten, kam die nächste Dusche von oben.
It s raining men
Heute waren wir am Pool der Jolly Harbour Marina. Kostet zwar 15 EC $ pro Nase, aber dafür gibt es Strandliegen ganz legal und herrliches Süßwasser.
Ganz selten

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Jolly Harbour / Antigua

Reihenhaussiedlung mit Bootsanleger im Vorgarten

Reihenhaussiedlung mit Bootsanleger im Vorgarten

14 Meilen wunderbare Backstagsbrise von English Harbour bis hierher. Endlich mal wieder achterlicher Wind. Mittlerweile genieße ich es mit Wind von hinten und Welle von hinten zu segeln. Noch im letzten Jahr war für mich dieser Kurs ein muss-nicht-sein-Kurs. Ich liebte am Wind- und Halbwindkurse auf der Ostsee und auch in der Nordsee. Hier ist es genau umgekehrt. Der Wind ist hier weniger ein Thema; sofern er aus östlichen Richtungen bläst, ist alles im Lot. Wenn er auf Nord dreht, dann ist Gefahr in Verzug. Das hatten wir seither noch nicht. Gott-sei-Dank. Ich wiederhole mich, die Welle und die Dünung ist hier ein Thema. 3000 Meilen, 5500 Km freies Wasser um eine satte Welle aufzubauen. Das reicht für 3 – 4 Meter Welle ohne viel Windeinwirkung. Hier gegenan zu bolzen ist wirklich nicht witzig, der Spaßfaktor tendiert gegen Null. Vor der Ansteuerung von Jolly Harbour trainiert eine Crew, mindestens 20 Mann sind auf dem Racer.

Am Windkurs bei 15 Knoten Wind und 20 Mann auf der Kante

Am Windkurs bei 15 Knoten Wind und 20 Mann auf der Kante

Aber jetzt liegen wir hier im Jolly Harbour und es ist wirklich jolly. Zum ersten Mal seit La Palma heißes Wasser in der Dusche! Ein Genuss, vor allem zum Haarewaschen. Ein zweites Frühstück, also Mittagessen, gab es hier im „Mayday“ Restaurant, dessen Inhaber aus Ungarn stammt und auch Wiener Schnitzel, Gulasch und Kaiserschmarrn auf der Karte hat. Klar wollte Walter den Kaiserschmarrn, aber Alex, derjenige der ihn zubereiten kann, war leider gerade missed. Er war seit 11 Uhr auf Einkaufsfahrt und leider noch nicht zurückgekehrt. Another day – another chance..

Antiqua_5

Wir sind wieder mit dem Mietwagen unterwegs. Heute ist der Nordwesten dran. Wir fahren über Straßen, die mit Schlaglöchern nur so gespickt sind. Selbst die Hauptstraße nach St. John´s und zum Flughafen ist nicht besser. Die Einheimischen fahren mit ihren Allrad-Kisten ziemlich flott durch die Gegend. Ständig werden wir überholt. Gegenverkehr? Ja, der bremst schon. Auf den Straßen ist überhaupt kein „live slow“ angesagt, die Straße wird zur Jagdpiste und die Hupe der wichtigste Bestandteil des Wagens, noch vor der Bremse.

Work hard – Live slow
Work hard

Live slow

Wir kommen wieder zu Ressorts, die von hohen Mauern und Stacheldraht umgeben sind. Zwischen zwei Ressorts hindurch ist ein Zugang zum Strand möglich. Hier kann man/frau sich am Strand (zumindest, wenn man als Tourist zu erkennen ist) unter die Ressortgäste mischen. Die Zugänge zu den Hotelanlagen sind jedoch streng bewacht. Zugang nur mit Armbändchen in der entsprechenden Farbe. Hier Urlaub zu machen, bedeutet im Paradies eingesperrt zu sein. Aber das ist auf den Seychellen, Mauritius und den Malediven auch nicht anders. Wem es gefällt. Ein drei bis vier Tage könnte ich das auch aushalten.

Halcyon Cove Beach Ressort

Halcyon Cove Beach Ressort

Dickingson Bay Ressort

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Sonntag, 22.02.2015
Der Wecker klingelt um 8 Uhr. Wir drehen uns nochmals um, weil es regnet. Gut so. Es gibt hier nämlich kein Süßwasser um das Schiff zu entsalzen und auch kein Wasser um den Wassertank aufzufüllen. Es ist Sonntag und es gibt keine Frühstückseier. Es gibt katschiges Weißbrot aus der historischen Bäckerei von Nelson’s Dockyard. Es ist mir völlig unverständlich, wie die Engländer es schaffen, mit Mehl, Hefe und Wasser so ein miserables Ergebnis zu erzielen. Die Franzosen schaffen es, mit den selben Zutaten einvorzügliches Baguette zu backen. Gegen Mittag sind wir soweit, dass wir losfahren können. Unser Ziel heute ist Jolly Harbour. Wir wollen uns den Hafen landseitig anschauen und einen Liegeplatz für nächste Woche reservieren. Die Strecke nach Jolly Harbour führt über die Old Road, die Fig Tree Road, durch ehemalige, nun verwahrloste Bananenplantagen. Wir kommen an karibischen Traumstränden vorbei.

Antigua SW

Die schönsten Strände sind von Touristenressorts vereinnahmt.

Antigua Südwestküste

Jolly Harbour gefällt uns gut. Nicht abgehoben, aber auch nicht runtergekommen. Wir reservieren einen Platz ab Mittwoch.
Zurück in English Harbour. Sonntagabends ist hier in English Harbour, genauer gesagt auf Shirley Heights, immer Live Musik und Bbq. Die Massen bewegen sind mittels Taxi oder Mietwagen den Hügel rauf, wir auch. Die Steelband ist der Hammer! Ein Rhythmus, der in Mark und Bein fährt. Peinlich die aufgedunsen Amis und Weißbrot-Engländer, die sich unrhytmisch zur Musik bewegen. Im Anschluss an die Steelband kommt eine Reaggieband, deren Sänger aber so schwach auf der Brust ist, dass sich Bob Marley im Grab umdrehen würde. Wir verlassen das Openairfestival und ziehen uns auf unsere Sunrise zurück.