Tortola_4

Seit zwei Tagen regnet es fast ununterbrochen. Wir haben unsere Regenjacken ausgegraben. Der Regen an sich ist angenehm warm, aber die Windböen aus den Gewitterwolken knallen uns mit 6 Beaufort um die Ohren und kühlen uns aus. Von Norman Island bis Soper’s Hole sind es gerade mal sieben Meilen, das fahren wir unter Motor, so wird nur Einer (männlich) nass. In der Marina Soper’s Hole wollten wir eigentlich bleiben, aber drinnen blies es mit 26 Knoten, kein Wind, den wir uns für ein Hafenmanöver wünschen. Wir gingen nur längsseits an den Kopfsteg und kauften 44 Gallonen Wasser für unsere Tanks. Der Dockmaster wollte uns 114 Gallonen abkassieren, aber über 400 Liter passen gar nicht rein. Wir mussten etwas diskutieren und dann kam er mit den 44 Gallonen an. Das wären 200 Liter, das würde passen. Wir verlassen Soper’s Hole und gehen weiter in die Cane Garden Bay im Nordwesten von Tortola. Aktuell, wie immer abends sind wir bei der Happy Hour um das kostenlose Wifi Netz der Bars zu nutzen.

BVIs, Norman Island

Willy T., eigentlich ein unbrauchbarer Stahlkoloss. Hier in den BVI’s wird Kult daraus. William Thornton war der Architekt des Weißen Hauses und Namensgeber für dieses Stahlschiff, das nun seine letzten Tage hier in der The Bight auf Norman Island fristet.

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Umgebaut zur Bar mit etwas „Meer“ liegt es wohl so lange hier, bis der Stahl seine Widerstandsfähigkeit aufgegeben hat und irgend wann einmal auf Tiefe geht. Bis dahin erfreuen sich Alt wie Jung an dem wundervollen Koloss.

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Die Einen, weil es keinen schöneren Platz gibt um seinen Sundowner zu sich zu nehmen, die Anderen haben einfach nur Fun mit diesem alten Schiff, lassen sich sogar Tattoo’s auf den Allerwertesten kleben und fühlen sich einfach nur wohl.

Willy T - Tattoo (Die Lizenz zum Springen)

Willy T – Tattoo (Die Lizenz zum Springen)

Obwohl Hinweisschilder aufgehängt sind, nicht vom Schiff ins Wasser zu springen, wird dies exzessiv vom Oberdeck aus betrieben.

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Klatschnasse Menschen durchqueren den Barbereich um wieder auf das Oberdeck zu gelangen, die etwas Älteren und nicht Sprungwilligen amüsieren sich über the grazy Gays und sind doch etwas neidisch auf deren Unbekümmertheit. Willy T. gibt Allen etwas, vor allem Gelassenheit!

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Norman Island
Die Karawane zieht weiter! Fast alle Nachbarn aus der Trellis Bay sehen wir hier wieder. Wieder liegen wir an einer US$ 30iger Mooring in der Pirate Bay/Norman Island. Heute stand auf dem Plan, den alten Schoner William Thornton, genannt Willy T zu besuchen und dort den Sundowner einzunehmen. Schon von weitem schreit uns die Musik der „Abrissbirne“ * entgegen, als wir anlegen und dieses Fast-Wrack entern sinkt der Altersdurchschnitt gewaltig. Lauter junge Leute um die Zwanzig machen Party und springen, das Schild „don’t jump“ missachtend, vom Oberdeck ins Wasser. Ein Apfelgerät neuester Ausgabe fällt dabei ins Wasser und wird unter großem Hallo wieder aufgetaucht – ob es wieder zum Leben erweckt werden kann? Ich kann Süßwasserspülung und viel Sonnenlicht zur Trocknung empfehlen. Das hilft. Ein Carib Beer im Kopf hilft vorübergehend auch. Wir ziehen weiter zur Beachbar und Restaurant Pirate Bay und trinken dort unseren obligatorischen Painkiller. Das Abendessen wird es zu Hause geben! Walter will Schinkennudeln machen. Ich freu‘ mich drauf.

*Abrissbirne = M. Cyrus

Pirate Bay, Norman Island British Virgin Islands

Pirate Bay, Norman Island British Virgin Islands

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Mietwagentour durch Tortola
Wir haben von der Marina Cay in die Trellis Bay verlegt. Knappe 2 Seemeilen, immerhin. Die Trellis Bay hat den Charme, dass man mit dem Dinghy direkt an den Flughafen fahren kann. Am Flughafen gibt es Mietwagen und da ist einer für uns reserviert. Wir bekommen ein kostenloses Upgrade auf einen SUV mit Allradantrieb. Erst grinsen wir, aber im Laufe des Tages sind wir froh über dieses Feature. Zunächst fuhren wir nach Road Town, fanden aber, dass es sich nicht lohnt hier Zeit zu verbringen und beschlossen deshalb ans Westend von Tortola zu fahren. Dort ist die Soper’s Hole Marina, die wir in Augenschein nahmen. Im Office wurde uns mitgeteilt, dass es nicht nötig ist, für so ein kleines Boot zu reservieren. Wir sollen kommen – wahrscheinlich quetschen die uns als Fender zwischen die dicken Katamarane.
Den Saga Mountain Nationalpark konnten wir nicht besuchen, zu tief hing die Wolkendecke. Wir fuhren an der Nordküste die Buchten aus. Es gibt schöne Sandstrände mit großen Wellen für die Surfer.

Tortola

Tortola

Surfer Strandbar auf Tortola

Surfer Strandbar auf Tortola

Um dorthin zu kommen und vor Allem wieder zurück brauchten wir wirklich den Allradantrieb und den Low-Gang. Mit einem herkömmlichen PKW keine Chance. Noch bei Tageslicht sind wir zurück am Flughafen, bei Nacht wollten wir nicht über die Insel fahren.

Tortola, Long Bay

Tortola, Long Bay

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In der Trellis Bay haben sich viele Kunsthandwerker niedergelassen. Für uns galt „nur gucken – nichts anfassen und schon gar nicht kaufen“. Astronomische Preise.

Kunsthandwerk Trellis Bay, Tortola

Kunsthandwerk Trellis Bay, Tortola

Kunsthandwerk Trellis Bay, Tortola

Kunsthandwerk Trellis Bay, Tortola

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Wir verlegten in den North Gorda Sound und nahmen vor Saba Rock eine Mooringboje. Wir sind in der Exklusivzone angekommen, die Mooringboje kostet US $ 30/Nacht. In der Saba Rock Bar treffen wir Gerda und Anton, die ebenfalls in Trinidad waren. Sie geben uns den Tipp um die Ecke zu Biras Creek zu verlegen. Die Anlage ist verlassen und die Mooringbojen noch in akzeptablem Zustand, zum Kassieren kommt keiner. Die Gegensätze hier sind krass. Innerhalb von 500 Metern ist die verlassene Anlage Biras Creek (nur das Café Fat Virgin ist noch in Betrieb) und die Nobelmarina Yacht Club Costa Smeralda (nur eine Motoryacht am Steg).

VG North Sound (6k)

VG North Sound (12k)

Aktuell sitzen wir in der Lobby des Bitter End Yacht Clubs und nutzten deren freies WLAN Netz um Wetterdaten und Mails zu checken.

Bitter End Yacht Club

Bitter End Yacht Club

Die Wetterdaten werden von nun an immer wichtiger, da hier die Segelsaison bald zu Ende geht. Wir haben den Plan in der ersten Maiwoche in die US Virgins zu gehen, von dort aus in die Spanish Virgins und dann vollends nach Puerto Rico. Dort hoffen wir im Juni auf ein faires Wetterfenster um quer über die karibische See runter nach Curacao zu segeln.

Schaut, schaut Frau Merkel war wohl auch schon hier und hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Angie war auch schon hier

Angie war auch schon hier

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Eine dicke Wolkendecke hängt über den Virgins und wir erleben das erste Gewitter in der Karibik. Am Freitag Nachmittag klart es etwas auf, wir nehmen ein Taxi und lassen uns zum Gorda Peak Nationalpark fahren. Kaum angekommen zieht eine dicke Regenwolke über den Hügel und beschert uns eine unerwünschte Dusche. Wir laufen zur Aussichtsplattform von wo aus wir eine tolle Rundumsicht haben sollten – aber außer Nebel sehen wir nichts.

Gorda Peak Nationalpark

Gorda Peak Nationalpark

Gorda Peak Nationalpark

Gorda Peak Nationalpark

Den zweiten Regentag am Samstag nutzen wir zur Schiffspflege. Die Seereling muss mal wieder vom Flugrost befreit werden und das geht in der prallen Sonne nicht. So vergeht auch der Samstag, zwischendurch befragen wir das Internet nach den neuesten Bundesligaspielergebnissen. Unser Heimatverein macht es im dritten Jahr in Folge wieder spannend. Abstieg oder Nichtabstieg ist die Frage.

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The Bath

The Bath

The Baths
Wenn die Natur mit Murmeln spielt, entstehen so wundervolle Orte wie The Baths, hier auf Virgin Gorda. Man könnte meinen Obelix sei mit einer Collection von Hinkelsteinen nicht einverstanden gewesen und hätte diese einfach so ins Land geworfen. Überall stapeln sich kolossale rundgeschliffene Felsblöcke. Sie liegen schon weit vor dem Strand mitten im Land und je näher man ans Wasser kommt umso mehr werden es. Am Strand selbst sind es dann so viele, dass die Felsblöcke übereinander liegen und kleine Höhlen und Hallen bilden, bis sie dann im Wasser verschwinden. Ein Naturspektakel der ganz besonderen Art. Die Besucher werden über einen Trail, den die Nationalparkverwaltung angelegt hat durch das Gestein geleitet. Dieser führt bis in die nächste Bucht der Devil´s Bay, einst Seeräuberversteck und heute Ausgangspunkt für Tauchexkursionen, die von hier über ein unterirdisches Höhlensystem mit einem im Landesinneren liegenden See verbunden ist.

The Bath, Kolossale Felsklötze kullern wie Murmeln ins Meer

The Bath, Kolossale Felsklötze kullern wie Murmeln ins Meer

The Bath

The Bath

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Fettes Brot
Wir Deutschen werden auf dem ganzen Globus um unser vielfältiges Brotangebot beneidet. Das können wir nur doppelt unterstreichen. Leben wir doch seit geraumer Zeit schon von Weißbrot unterschiedlichster Qualität. Erträglich ist es nur auf den französischen Überseeinseln. Das letzte Schwarzbrot haben wir auf Grenada von der Maeva Piti zum Abschied geschenkt bekommen. Angelas und Franzens Tochter hatte Kärtnerbrot aus Wien mitgebracht und eine ganze Hälfte wanderte zu uns an Bord, nochmals vielen Dank! Ansonsten ist es im Supermarkt oder auch beim Bäcker immer das gleiche. Nimmt man das Brot aus dem Verkaufsregal macht es eine große Verbeugung und steht dann bis zu seinem Verzehr nie wieder auf.
Der Zufall wollte es, dass wir in St.Maarten Rhy-Bread also Roggenbrot entdeckten. Bevor wir uns auf den Weg nach Virgin Gorda machten erstand ich eines, für 3 Euro 20, wohlgemerkt für ein viertel Pfund. Die Verkäuferin fragte mich noch, ob sie das Brot schneiden sollte was ich verneinte, aber besser zugelassen hätte, denn als wir das Brot am anderen Morgen aufschnitten, war außer der Kruste nur noch Luft drin. Wie das Brot sein Verkaufsgewicht erreicht hat ist uns schleierhaft.

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Kurzer Hand wurde das Brot in Roggenloch umgetauft und am Abend kreierten wir: Roggenloch á la Sunrise mit Tunfischsalat Créole. Passte wunderbar ins Loch und schmeckt vorzüglich.
Zutaten: Aufgeschnittenes Roggenloch, eine Dose Tunfisch, ein hartgekochtes Ei, etwas Gurke. Für die Würze verwenden wir Wasabi, Sojasauce, Fleur de Sel und etwas Essig. Serviert mit Bouganvilla und Hibiskus Blüte auf bruchsicherem Marinegeschirr.

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