Tag 8 der Tour am Fluss
Lange haben wir darüber nachgedacht wie wir ab Kassel weiterfahren wollen. Wir hatten die Wahl am Zusammenfluss von Fulda und Werra der Weser zu folgen oder über Göttingen zur Leine zu wechseln. Das günstigere Höhenprofil war dann ausschlaggebend für die Entscheidung an der Leine entlang zu radeln. Diese Entscheidung forderte uns heraus, denn das Fahrradnetz ließ mehr als zu wünschen übrig. Zwischen Hannoversch Münden und Göttingen mussten wir viel improvisieren, der ausgewiesene Radweg erwies sich als ausgefahrene Schotterpiste. Mehrfach hatten wir den Eindruck im Kreis zu fahren und nur durch Mithilfe einiger einheimischer Fahrradfahrer, die wir nach der Strecke fragten, kamen wir letztendlich auch etwas genervt in Göttingen an. Morgen nun können wir der Leine folgen und wieder auf einem Radfernweg strampeln.
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Heute sind wir zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Kassel unterwegs. Gemeinsam mit mehreren Tausend Gästen besuchen wir das Weltkulturerbe Herkules und die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe. Mittwochs um Punkt 14:30 wird oben am Herkules der Schieber des natürlichen Wasserreservoirs geöffnet und viele hundert Kubikmeter Wasser rauschen über die Kaskaden, über ein Aquädukt und durch den Bergwald Wilhelmshöhe. Die Menschenmassen strömen an den Kaskaden und künstlichen Wasserläufen, an Wasserfällen und Teichen entlang nach unten zum Finale. Die Wassertechniker steuern die Wasserspiele mittels Zwischenspeicher so, dass die Besucher es schaffen können rechtzeitig am Fontänenteich vor dem Schloss Wilhelmshöhe zu sein. Das Finale der Wasserspiele bildet eine 52 Meter hohe Wasserfontäne. Beeindruckend.
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Tag 6 der Tour am Fluss
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
(Erasmus von Rotterdam, 1466 – 1536)
Getreu dem obigen Motto sind wir heute von Niederaula nach Kassel gestrampelt. Etmalrekord mit 99.2 km, wie uns unsere Bikeapp weiß machen will.
Langsam gewöhnen wir uns an unseren neuen Tagesablauf und die damit verbundenen Anstrengungen. Bei den Tagesrouten geht das Wegenetz langsam in Fleisch und Blut über. Wir erkennen immer schneller wo uns die Fahrradwege hinführen wollen und wir haben festgestellt, dass sich Fahrradfahren und Segeln sehr ähnlich sind. Sieht man sich das Wegenetz genauer an, so stellt man immer wieder fest, dass nach einer längeren Geradeausfahrt sehr oft eine 90 Grad Richtungsänderung folgt. Dann wieder eine Geradeausfahrt und die nächste 90 Grad Richtungsänderung in die andere Richtung. Man kreuzt so zu sagen gegen das Ziel auf, geradeso wie beim Amwindsegeln. Erst der Holebug und dann ab zum Anlieger. Die Wellengröße gibt beim Radeln das Auf und Ab wieder. Je größer die Welle desto unangenehmer wird das Ganze, genau wie beim Radeln, je mehr Auf und Ab desto angestrengter wird die Tour. Kommt der Wind von vorne ist es unangenehmer als von hinten/achterlich.
Weit hergeholt? Mag sein, aber eines ist sicher: Tourenradfahrer sind mindestens genauso verrückt wie Segler.
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Tag 5 der Tour am Fluss
Übernachtet hatten wir im Hotel Stadt Schlüchtern und fürs Abendessen wurde uns ein italienisches Lokal empfohlen. Dieses schien sehr beliebt bei den Einheimischen zu sein. Wir saßen mittendrin und verstanden nur „Bahnhof“ und ab und zu einige Satzteile: des is an ordentlicher Kerl, der kummt von fremd. Offenbar ein Auswärtiger, der sich gut eingelebt hat.
Von Schlüchtern nach Fulda sind einige Höhenmeter zu überwinden. Wir wollen das nächste Flusstal erreichen und müssen notgedrungen gleich am Morgen voll in die Pedale treten. Die Rhön ist schön – aber wir lassen sie östlich liegen, und den Vogelsberg haben wir im Westen. Zwischendrin liegt unser Flusstal, das der Fulda mit ihren Nebenbächlein. Die Landschaft entlang der Fulda ist sehr hügelig, es sind zwar jeweils nur wenige Höhenmeter rauf und runter, aber auf die Gesamtstrecke bis nach Niederaula (10 Km vor Bad Hersfeld) ist es doch sehr anstrengend. Erkenntnis des Tages: Radfahrer und Vegetarier schließen sich aus! Ich habe allein heute drei Mücken unfreiwillig geschluckt.
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Tag 4 der Tour am Fluss
Eine kleine Geographiestunde: Der Spessart liegt im Osten, der Taunus im Westen. Welches Tal liegt dazwischen? Stimmt, das haben Alle gewusst! Das Kinzigtal. Dieses Tal ermöglicht es uns vom Main zur Fulda zu gelangen.
Die Kinzig hat aber für uns den entscheidenden Nachteil, dass sie in die falsche Richtung fließt. Sie mündet nämlich in den Main und somit müssen wir flussaufwärts radeln. So haben wir heute eine Strecke mit einem Höhenunterschied von 371 Meter vor uns. Der Radfernweg R3 leitet uns über Felder und Wiesen, mitten durch ein Naturschutzgebiet bei Erlensee in dem wir zum ersten Male die elektronischen Fahrradkarten benötigen um wieder raus zu finden und weiter zu kommen. Gefühlte zehn Mal haben wir die A45 über oder unterquert.
Parallel zur ICE Strecke Frankfurt Kassel werden wir im 10 Minutentakt von ICE’s überholt.
Wir runden die Kinzigtalsperre und beschließen in Schlüchtern, etwa 30 Km vor Fulda ein Zimmer zu suchen. Wir wollen nicht, wie kurz vor dem Schafhof, unsere Mitmenschen zu Mitleidsbekundungen animieren und kapitulieren vor dem letzten aber gewaltigen Anstieg vor Fulda. Die Weichteile sind weich und die Muskulatur hart. Morgen ist ein neuer Tag.
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Tag 3 der Tour am Fluss
Bei der heutigen Flachetappe sind ganze fünf Höhenmeter zu überwinden. Von Amorbach hinunter ins Tal an den Main und immer gerade aus. Der Mainradfernweg führt über Wörth a. M. , Mainaschaff und etlichen kleinen Orten immer am Main entlang.
Gegen 14 Uhr erreichen wir Aschaffenburg. In Aschaffenburg ist am Abend Stadtfest, überall sind Bühnen und Stände aufgebaut. Die Bands und Techniker sind mächtig mit Soundchecks beschäftigt.
Eine sehr laute Kulisse, wir essen noch schnell ein Eis und fahren weiter bis Seligenstadt Froschhausen wo wir ein Zimmer im Froschprinz vorgebucht hatten. Gott sei Dank! Nach uns überflutete eine Heerschar von Hessenradio 4 Radfahrer den kleinen Ort.
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Tag zwei der Tour am Fluss
Nach einem ausgiebigen Frühstück radeln wir weiter am Neckar entlang. Vor Mosbach verlassen wir diesen und fahren den Odenwald-Madonnen-Radweg.
Dieser führt uns an der Elz via Mosbach über den Odenwald. VIERHUNDERZWEIUNDSECHSIG Höhenmeter sind zu überwinden und die rückwärtigen Körperteile gehen langsam in Lösung.
Am Ende entschädigt uns eine mehr als 10! Kilometer lange Abfahrt nach Amorbach. Dort angekommen glauben wir uns schon am Ziel, doch das wunderschön gelegene Landhotel Schafhof befindet sich außerhalb von Amorbach. Unglücklicherweise auch noch auf dem gegenüberliegendem Talhang. Die letzten Meter ein steiler Anstieg und zudem auch noch alles geschottert. Zwei Autos wollen uns passieren, das erste hält an und der Fahrer entschuldigt sich, dass er uns jetzt auch noch einstaubt. Wie abgerissen müssen wir wohl aussehen? Das zweite Fahrzeug hält an, dessen Fahrer steigt nun auch noch aus seinen Auto aus, sehen wir wirklich so desaströs aus? Es ist ein freundlicher älterer grauhaariger Mann, der uns unsere Gepäcktaschen abnimmt und nur sagt: Ich kenne das, das letzte Stück ist so gemein! An der Landhotelrezeption angekommen stehen da unsere Gepäcktaschen und der freundliche Herr in grau ist der Hotelchef!
Alles im Fluss am Fluss
Wir sind dann mal weg, oder alles im Fluss am Fluss
Auf die Frage wohin können wir noch nicht viel sagen!
Nur so viel:
Wir bewegen uns in etwa mit der gleichen Geschwindigkeit wie mit der Sunrise fort, jedoch nicht im Wasser sondern an Land auf ausgezeichneten Fahrradwegen. Wir wollen immer an Flüssen entlang in den Tälern nach Norden radeln. Mit dem Tourenrad ohne Hilfsmotor. Den ersten Fluss, die Rems, haben wir schon heute geknackt und bewegen uns nun am Neckar entlang. Bis nach Bad Wimpfen sind wir heute gekommen, morgen geht’s weiter nordwärts so lange bis das Wetter wieder umschlägt und die nächste Regenperiode einsetzt. Oder vielleicht auch bis das eine oder andere Körperteil einen Abbruch der spontanen Aktion fordert.
Ein Esser mehr in der Familie!
Vielmehr einen Fresser, aber Fresser hört sich in der Überschrift total ordinär an. Er ist ein Vielfraß, Spritfresser und auch schon 29 Jahre alt. Es ist ein VW-Campingbus! Ein T 3. Unsere Tochter Fleur hat ein Faible für alte Bullys und einen Hang zum Reisen und zur Freiheit. Liegt wohl in den Genen. Auf jeden Fall ließ sie sich ihr Vorhaben, einen alten Campingbus zu kaufen absolut nicht ausreden. Sei ja schließlich auch eine Alternative zur Studentenbude – nun ja, es fehlt halt noch am Studienplatz. Sei´s drum, das Bussle steht jetzt vorm Haus. Außen schön restauriert, glänzend. Fahrwerk teilerneuert und immerhin mit neuem TÜV.
Innen – oh weh. Wir hängen das Mäntelchen des Schweigens drüber. Erste Aktion war die Polster rauszunehmen, die Bezüge abzuziehen und in die Waschmaschinen zu stecken. Pro Teil zwei Waschvorgänge. Im ersten Waschgang war der Schaum in der Waschmaschine ein lehmfarbener Schlamm.
Die nächste Aktion wird sein, die Schränke auszuwaschen und zu desinfizieren, neuen Schaumstoff für die Polster zu bestellen, neues „Zelt“ für das Westfalia Aufstelldach zu kaufen um nur Einiges zu nennen. Ach ja, der Anlasser hat auf der Überführungsfahrt von Ribnitz-Damgarten nach Stuttgart auch seinen Geist aufgegeben. Fleur und Walter mussten das Bussle aus der Tankstelle rausschieben bzw. anschieben und haben den Motor erst wieder zu Hause ausgemacht. Ist ja alles kein Problem, wenig Elektronik und man/frau kann viel selbst reparieren. Ich erinnere mich noch gut an die Wie-helfe-ich-mir-selbst Bücher aus unseren VW Bus und Käfer-Zeiten. Es kommt alles wieder, ein schönes Déjà-vu-Erlebnis!
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Auf der Rückreise von Juist nach Stuttgart machten wir einen kleinen Umweg und fuhren über Hannover. Aktuell präsentiert das Sprengel Museum Hannover im gesamten Haus, auf 8000 m², seine eigene Sammlung. Mehr Info unter www.sprengel-museum.de.
Wir waren beeindruckt und begeistert, gaben aber nach dreieinhalb Stunden erschöpft auf.
Zu umfangreich ist die Sammlung, die noch bis 29.01.2017 zu sehen ist. Vielleicht schaffen wir es ja nochmals nach Hannover zu fahren.
Auch das Maschseefest kam uns gelegen. Hier gab es ein Abendessen unter freiem Himmel (ohne Möwenangriff).
Die Nachtfahrt über die A 7 zurück nach Stuttgart war ätzend, das Verkehrsaufkommen hielt sich zwar in Grenzen aber eine Baustelle nach der anderen bremste uns aus.












































