Endspurt – oder der Kampf mit den Kilos

Wer kennt das nicht, die Zeit wird knapper und die To-do-Liste reduziert sich nicht, im Gegenteil sie entwickelt sich konträr. Schlimmer noch, selbst auf der To-do-Liste von 2015 stehen noch unerledigte Dinge wie z.B. UV-Schutzhülle für die Lifeline-Rolle nähen. Und die 2016er Liste – wird immer mehr gekappt, weil wir ein Gewichtsproblem haben – mit dem Fluggewicht. Die Fluggesellschaften wiegen zwar noch nicht die Passagiere, aber beim Gepäck sind die total uneinsichtig! 23 Kilo + 8 kg Handgepäck + Notebook- oder Handtasche mit vorgegebenem Höchstmaß. Jedes Kilo mehr kostet. Anruf bei AirBerlin: Ein zusätzliches Gepäckstück für die Langstrecke nach Curacao 150,00 Euro. Natürlich steht ihnen ein Update auf die Business Class offen, da sind es 32 Kilo Gepäck pro Person. Regulärer Aufpreis 1050,00 Euro pro Person, bei einem Angebot von 600,00 Euro pro Person haben wir gute Chancen, dass Air Berlin einschlägt.
Da braucht der Schwabe nicht zu rechnen.
Aktuell haben wir knapp 40 Kilo nur fürs Schiff. 5 Kg Roggenmehl und ein paar Sommerklamotten sollten schon noch mitfliegen. Ebenso unser Home-Office bestehend aus einem Reisedrucker, Notebook, Tablets, Kameras….
Unser Reiseplan für die Saison 2017 ist noch unvollständig, wir wissen immer noch nicht, wo wir die Sunrise während der nächsten Hurrikansaison abstellen. Auf jeden Fall geht unsere Reise von Curaçao nach Jamaika, zu den Kaiman Inseln und nach Kuba.

Plan-2017

Helig´s Blechle

Oder Deutschland deine Schwaben…. können alles, außer Hochdeutsch
Im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart ist derzeit die viel beachtete Sonderausstellung „Die Schwaben – zwischen Mythos und Marke“ zu sehen. Selbst im ZDF heute journal wurde über die Ausstellungseröffnung berichtet.
Empfangen wird der Besucher mit Klassikern wie „Ich bin der Straßenkehrer Gottlob Friederich, ich kehr für Arm und Reich, für Hoch und Niederich“ mit Walter Schultheiß und Werner Veidt, Szenen aus den Stuttgart-Tatort Filmen mit Kommissar Bienzle (Dietz-Werner Steck), Sketche mit Äffle und Pferdle sowie mit Szenen aus neueren Filmen wie SoKo Stuttgart und „Die Kirche bleibt im Dorf“.
Viel Historisches wird aufgezeigt, der interessierte Besucher hat die Auswahl sich in Hochdeutsch oder Schwäbisch sowie in allen gängigen Fremdsprachen mittels Audioguide über die Geschichte und Entwicklung des Schwabenlandes informieren zu lassen. (Als wir für den Audioguide anstanden strahlte uns der Mitarbeiter an und sagte: „Für sie in schwäbisch, gell“.)

Selbst Andy Warhol hatte sich von unseren schwäbischen Qualitätsprodukten inspirieren lassen.
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Nicht von Andy Warhol, aber trotzdem erstklassig: Die Metamorphose der Brezel

Schwabenstreich

Am Ende der Ausstellung werden im Grenzbereich zwischen Galgenhumor und Witz die schwäbischen Eigenschaften wie Fleiß, Sparsamkeit, Ordnungsliebe und Putzwut* auf die Schippe genommen.

En Schting Tanga  taugt net

*Putzwut:
Herbert Zwerg

Erst wenn der letzte Gartenzwerg schamponiert und seine Schuhe poliert sind, dann, ja erst dann kommt der gelbe Hochdruckreiniger des schwäbischen Weltmarktführers zum Einsatz – die Gießkannen müssen vor dem Einwintern in neuwertigem Glanz erstrahlen! Ist doch lustig! Habe ich heute mit eigenen Augen im Großraum Stuttgart gesehen und dokumentiert.
Sodele jetzetle!

Wanderung Traufgang Zollernburg-Panorama

Blick vom Zeller Horn zur Burg Hohenzollern

Blick vom Zeller Horn zur Burg Hohenzollern

Wer 880 Kilometer nach Bremerhaven radelt, der kann auch locker 16 Kilometer am Albtrauf (Schwäbische Alb) entlang wandern. Es war eher ein wunderschöner Spaziergang bei traumhaftem Sommerwetter. Zusammen mit Renate und Dieter ging es mit dem Auto nach Onstmettingen und von dort zu Fuß auf den herrlichen Rundweg, dem zweitschönsten Wanderweg in Deutschland. Nach einer Vesper- und Fotopause am Zeller Horn mussten wir feststellen, dass wir schon ziemlich viel Zeit vertändelt hatten und legten einen Zahn zu. Nicht dass wir befürchteten in die Nacht zu kommen, nein, unsere größte Sorge war, dass die vielen Wanderer uns am Nägelehaus die letzten Kuchenstücke wegessen könnten. Die Wirtsleute waren auf den Ansturm vorbereitet und Alle wurden satt.

Abschied von Bremerhaven

Bei strahlendem Sommerwetter mussten wir den Norden verlassen. Termine, Termine, Termine… auch wir (manchmal). Wir nahmen in Bremerhaven einen Mietwagen, einen Kombi, und legten die Fahrräder in den Kofferraum. Leider ist es so, dass die Rückfahrt mit der Deutschen Bahn um ein vielfaches teurer und länger gewesen wäre. Die Fahrradmitnahme ist kein Problem, aber das viele Umsteigen und dass keine ICEs benutzt werden können.
Bevor wir jedoch in Bremerhaven losfuhren, besuchten wir noch Antje und Ingo und deren Amazone (Segelyacht Hanseat 70 www.unsereauszeit.de) in der Halle ihres Wassersportvereins. Die Amazone wird von den Beiden im Bereich Außenhaut und Unterwasserschiff in diesem Sommer komplett überholt. Mit einem schlechten Gewissen hielten wir sie von der Arbeit ab.

Amazone

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Alles im Fluss_13

Tag 13 der Tour am Fluss

Angekommen in Bremerhaven

Angekommen in Bremerhaven

Die Weser ergießt sich in die Nordsee und unsere Tour am Fluss endet hier. 13 Tage waren wir unterwegs, davon 12 Tage geradelt, insgesamt 880 Kilometer, im Schnitt 73,3 Kilometer pro Tag. Einen Pausentag hatten wir in Kassel. 11 Tage mit freundlichem Sommerwetter und 2 Tage mit Regen. An folgenden Flüssen sind wir entlang geradelt: Rems, Neckar, Elz, Main, Kinzig, Fulda, Werra, Leine, Aller, Weser sowie an vielen kleinen Nebenflüsschen wie Lune, Hamme, Wümme, Rhume, Fliede, Mud u.v.m. Am Steinhuder Meer sind wir leider nördlich vorbei geradelt, das war am Tag 11 mit vielen Gewittern. Da mussten wir in den regenfreien Zeiten „Kette geben“.

Gefahrene Strecke = schwarz markiert

Gefahrene Strecke = schwarz markiert

Ansonsten hatten wir jeder einen Sturz, Walter hatte vier Beinahe-Abschüsse ohne Sturz (verursacht von mir durch zu dichtes Auffahren [Windschatten fahren]). Immerhin die Fahrräder haben durchgehalten, nicht mal einen Platten mussten wir flicken. Insgesamt haben wir viel von der Landschaft gesehen, viel gerochen und gehört. In den Städtchen auf der Durchreise haben wir uns zu wenig Zeit genommen. So sind wir durch Melsungen und Rotenburg/Fulda im Schritttempo durchgefahren. Da hätten wir uns mehr Zeit nehmen sollen. In 13 verschiedenen Gaststätten haben wir zu Abend gegessen, mal sehr ausgezeichnet, mal grenzwertig genießbar. Die Autofahrer im Norden sind sehr rücksichtsvoll gegenüber den Radlern, nicht ganz so die Spaziergänger. Da besteht auf gemeinsamen Wegen doch immer noch ein Konkurrenzkampf, wir wurden mehrfach angepreit -zu Unrecht und zugegebenermaßen auch mal zu Recht- doch abzusteigen.

Bremerhaven Skyline

Bremerhaven Skyline

Alles im Fluss_12

Tag 12 der Tour am Fluß
Der Tag begann mit einem außergewöhnlich gutem Frühstück. Was alles angeboten wurde! Himbeer-Smoothie, Quiche-Törtchen, Lachs mit Meerrettich, Eiersalat-Brotaufstrich, Schokolade-Vanille Mohrenküsse, Karottencurry-Brotaufstrich, Himbeer-Bananen-Brot selbstgebacken und natürlich das Frühstücksprogramm mit Säften, Müsli, Brotauswahl, Marmeladenauswahl, Joghurt, Käseteller, Wurstaufschnitt, Rührei und Dreiminuten-Ei und natürlich Kaffee und Tee. Ein ganz besonderes Frühstück!
Die heutige Etappe begann dagegen etwas feucht. Nieselregen, wir mussten gleich das komplette Regenzeug überziehen.

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Der eigentliche Nutzen dieser Klamotten bleibt mir jedoch verschlossen. Man ist beim Radeln innen wie außen gleichermaßen nass. So garten wir bis Achim im eigenen Saft, bis dann um die Mittagszeit die Sonne langsam durchkam.

Yachthafen an der Weser

Yachthafen an der Weser

Endlich zurück auf dem R9, dem Weseradfernweg, ging es dann immer mehr oder weniger an der Weser entlang, mal hinterm Deich mal auf dem Deich.

Hinterm Weserdeich

Hinterm Weserdeich


Radweg R 9 hinterm Weserdeich

Radweg R 9 hinterm Weserdeich

Gegen 17:00 erreichten wir dann unser heutiges Etappenziel Bremen.

Alles im Fluss_11

Tag 11 der Tour am Fluss
Hannover – Warpe 80 Kilometer plus x
Die Kaltfront war ja schon seit Tagen angekündigt, wir ließen uns jedoch nicht von den Wetterkapriolen aufhalten. Gegen 10 Uhr war es in Hannover trocken, also radelten wir los. Auf dem Radweg entlang der Leine dann rüber zur Weser – so war zumindest der Plan. Bis Garbsen ging es recht gut. In Garbsen aber waren die Radweg-Schilder-Verdreher am Werk. So kam es, dass wir Garbsen spiralförmig einkreisten, durch Wald und Wiesen, Matsch und Schotter. Nach gefühlten drei Stunden und völlig eingesaut (ich habe leider keinen Spritzschutz an den Rädern) erreichten wir endlich das Schild „Garbsen Ortsende“. Und just in diesem Moment ging der erste Regenguss auf uns nieder. Wir suchten Schutz und fanden ihn in der Autobahnraststätte Garbsen Nord an der A 2! Nein, die Schilder-Verdreher-Spaßmacher hatten uns nicht auf die A 2 geschickt, die Landstraße in Richtung Neustadt am Rübenberge führt direkt hinter der Raststätte entlang.

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Die Kassiererin hatte ganz schön blöd aus der Wäsche geschaut, als ich mit dem Fahrradhelm auf dem Kopf einen Milchkaffee, ein Käsebrötchen und ein Schokolade-Croissant geordert habe. Nachdem die Naturdusche nachgelassen hatte ging es weiter, auf schlechten Regionalradwegen Richtung Neustadt am Rübenberge. Die nächste Gewitterwalze erwischte uns auf halber Strecke und wir fanden Unterschlupf in einer Friedhofskapelle.

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Tag der kuriosen Rastplätze! Angekommen in Neustadt hatten wir die Schnauze voll von den Radwegen und benutzten den Highspeed-Radweg entlang der vierspurigen B 6 nach Nienburg an der Weser. War zwar höllisch laut, aber wir kamen endlich voran. In Nienburg die nächste Gewitter-Zwangspause unter dem Vordach eines Supermarktes. Zum Tagesabschuss dann nach Warpe zum Landgasthof Okelmann zum Abendessen und Übernachten.

Landgasthof Okelmann, Warpe

Landgasthof Okelmann, Warpe

Wir waren so dermaßen verdreckt, dass wir die Schuhe und Socken vor dem Hotel ausgezogen haben, wir hätten eine breite Schlammspur hinterlassen. Walter durfte den hofeigenen Gartenschlauch benutzen um die Räder und die Gepäcktaschen abzuspritzen. Die Regenjacken und die Schuhe wanderten mit unter die Dusche.

Alles im Fluss_10

Tag 10 der Tour am Fluss
Da wir heute nur 64 Kilometer fahren wollen, haben wir Zeit am Morgen in Alfeld die Fagus Werke, UNESCO Welterbestätte, anzusehen. Vor mehr als einhundert Jahren hat der Architekt Walter Gropius die Pläne für die Fagus Werke erstellt. Eine wunderbare zeitlose Architektur. Das besondere an den Fagus Werken ist, dass hier, als einzigem Welterbe, noch produziert wird. Früher wurden die Schuhleisten noch aus Birkenholz, heute werden sie aus Kunststoff hergestellt.

Fagus Werke Alfeld, UNESCO Welterbe, Architekt Walter Gropius

Fagus Werke Alfeld, UNESCO Welterbe, Architekt Walter Gropius

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Wir suchen anschließend den Leine-Radweg. Ohne GPS Navigation und Papierkarten vom ADFC wären wir heute wieder aufgeschmissen gewesen. Die Beschilderung ist schlecht und ähnlich ist auch der Radweg. Außerhalb der Städtchen führt der Radweg über teils arg ausgefahrene Schotterpisten. Für Tourenräder mit schwerem Gepäck suboptimal. Wir werden heftig durchgeschüttelt und kommen nur langsam voran. Einen Sturz müssen wir verzeichnen. Nichts weiter passiert, nur Hämatom am Hintern und verstauchtes linkes Handgelenk.
Unterwegs kommen wir am Schlösschen in Brüggen und am mächtigen Marienschloss in Nordstemmen vorbei. Die Strecke durch das Seengebiet Ricklinger Teiche vor Hannover ist wirklich schön, aber der Radweg ist eher für Mountainbikes geeignet.

Stadtschloss Brüggen

Stadtschloss Brüggen

Nordsternen, Marienschloss

Nordstemmen, Marienschloss

Als wir am Maschsee ankommen, werden wir rasant empfangen, hunderte Rennräder rasen an uns vorbei. Es ist Triathlon in Hannover.

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Tag 9 der Tour am Fluss
Von Göttingen nach Alfeld an der Leine entlang. Die 70 Kilometer hatten wir flott runtergeradelt, da wir zwischendrin nur kurze Trinkpausen gemacht hatten. Bereits um 15 Uhr saßen wir in der Fußgängerzone von Alfeld bei Milchkaffee und Käsekuchen. Die Städtchen, die wir in den letzten drei Tagen durchradelt haben, sind alle sehr ähnlich.

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Nett restaurierte Innenstädte mit vielen Fachwerkhäusern aber auch sämtliche Markenläden, Drogeriemärkte und Billigläden wie in allen anderen Städten in Deutschland. Am gestrigen Abend hatten wir in Göttingen eine erstklassige Osteria gefunden und konnten im Freien vorzügliches italienisches Essen genießen. Derzeit, nach dem Schafhof in Amorbach, die Nummer 2 auf unserer Reise. Morgen geht es weiter nach Hannover.