Kühlungsborn-Klintholm DK Stop over
Zehn Stunden. 54 Seemeilen. Lagom (schwedisch für genau richtig oder schwäbisch für geht so.)
Vorsaison in Klintholm, so viele freie Plätze – wir können uns gar nicht entscheiden. Die Entscheidung wird forciert durch die dicke fiese Gewitterwolke, die uns seit Stunden vor sich hertreibt. Wir sind gerade fest, haben die Kuchenbude aufgebaut, dann geht hier die Post ab. Aber so was von, das kann man gar nicht glauben. Dass in einer Gewitterwolke so dermaßen viel Energie drin ist. Unsere Windanzeige springt schlagartig auf 49 Knoten, entsprechen 90 km/h, Windstärke 10 (schwerer Sturm), wobei unsere Windanzeige etwas zum Übertreiben neigt. Heftig war es auf jeden Fall. Dem Nachbarlieger zerfetzt es die schlampig aufgerollte Genua. Walter geht im Schlagregen raus und hilft beim Bergen. Er wird nass bis auf die Unterhose, die Socken schwimmen in den Schuhen (er hat seine geliebten türkisblauen Groks an). Nach 20 Minuten ist der Spuck vorbei und alles ist friedlich, kein Windhauch mehr und die Sonne scheint unschuldig vom Himmel.
Am Tag 2 wieder der Klassiker: mit dem Fahrrad zu den Kreidefelsen. Dieses Mal mit den neuen bordeigenen Klapprädern. Sie sind einsatzbereit, haben sogar 6 Gänge. Wer meint, dass Dänemark topfeben ist, dem empfehle ich eine Tour mit dem Klapprad über die Insel Møn. Derjenigen wird seine Meinung revidieren, es ist hügelig ohne Ende. Ich bin schon nach 8 Kilometern platt, aber jetzt kommt noch das Highlight des Tages. An den Kreidefelsen knapp 1000 Treppenstufen runter zum Strand für die Fotosession. What goes up, must come down, hier halt umgekehrt. Keine Gnade.




Kaffee gibt’s erst nach drei weiteren Kilometern, mit dem Klapprad, im Schoß Lyselund. Danach werden wir wieder von einer fiesen Gewitterwolke bedroht und müssen echt Kette geben. Wir verfahren uns zudem noch und radeln einen Umweg von gefühlten 10 Kilometern. Aber dadurch werden wir nicht nass, das Gewitter zieht grad so an uns vorbei. Zum Triathlon fehlt uns heute nur noch das Schwimmen. Das schenken wir uns. Wir gehen jetzt duschen.