Herbstanfang

Checklisten abarbeiten ist das Motto während unseres Aufenthalts zu Hause. Hin und wieder kommen auch ungeplante Dinge. So zum Beispiel der Strafzettel der Stadt Stuttgart, weil unser Fahrzeug -von wem auch immer, jedenfalls nicht von Walter oder mir- am 01.09.2014 in der Stuttgarter Innenstadt in der Umweltzone ohne die gültige Umweltplakette unterwegs war. Stimmt aber nicht! Das Fahrzeug hat die grüne Umweltplakette, nur leider ist der behördliche Filzstift nicht UV-beständig und verblasst, sodass die Autonummer auf der Plakette nicht mehr richtig leserlich war. Also Einspruch beim Amt einlegen und zur örtlichen Zulassungsstelle fahren um eine neue, leserliche Umweltplakette zu holen. Kostet 6 Euro und ich konnte mir gerade noch verkneifen zu sagen, dass die 6 Euro bitteschön in gescheite Filzschreiber investiert werden sollen. Außer Checklisten abarbeiten nehmen wir aktiv am Weinstädter Kulturprogramm teil. In unserem Jazzclub „Armer Konrad“ hat letzten Donnerstag die neue Spielzeit begonnen, am Wochenende war in Weinstadt „Nacht der Keller“ und diesen Donnerstag und am Freitag sind jeweils Konzerte im Jazzclub.

Unsere Tochter hat pünktlich zum Herbstanfang ihre künstlerische Ader wieder entdeckt und schnitzt Kürbisse in Serie. Die beste Serie mit den zwei Bullis habe ich fotografiert.

Heimaturlaub

Wir sind auf Heimaturlaub im schönen Schwabenländle. Termine, Termine, Termine…. Es gibt viel zu tun. Außerdem hat die Heizungsanlage, pünktlich mit unserer Ankunft, endgültig den Geist aufgegeben. Wir müssen ab morgen kalt duschen, weil es zu regnen anfängt und somit die Solaranlage das Brauchwasser nicht mehr erwärmen kann. Es gibt Schlimmeres! Am Montag früh kommt der Heizungsbauer um eine neue Anlage zu installieren. Hoffentlich hält die länger als 15 Jahre.

Timanfaya Nationalpark

Eine weitere Attraktion ist der Timanfaya Nationalpark. Von 1730 bis 1736 erschütterten gewaltige Vulkanausbrüche die Insel und hinterließen auf einem Viertel der Insel eine ausgebrannte Mondlandschaft. Der heutige Nationalpark umfasst über 50 km² und darf nicht auf eigene Faust erkundet werden. Wir fahren bis zum Parkplatz an der Islote de Hilaro und dem Restaurant El Diabolo (auch von Manrique gestaltet) und steigen in den Bus um. Die geführte Bustour auf der Rua de los Volcanes führt durch die spektakulärste Region des Nationalparks. Im Anschluss an die Bustour demonstriert ein Nationalpark-Guide an den Schloten, dass nach wie vor brennend heiße Luft aus dem Vulkan entweicht. Er steckt mit einer langen Mistgabel etwas Reisig an den Rand des Schlotes, das sich sofort entzündet. An anderen Stellen sind Tonröhren in den Boden eingelassen, er gießt mit einer Kanne Wasser hinein, das als Dampffontäne wieder nach draußen schießt. Das auf dem Vulkan gebaute Restaurant El Diabolo soll angeblich mit der heißen Luft Steaks grillen. Auf der Rückseite des Restaurants ist eine öffentlich Grillstelle, so heiß wie die aufsteigende Luft dort ist, sollte das mit dem Grillen klappen. Wir sehen jedoch niemand, der Grillgut dabei hat. Im Anschluss daran fahren wir zu den Salinen von Janubio. Leider gibt es dort keinen Shop der das gewonnene Meersalz verkauft. Wir gehen am pechschwarzen Strand von Janubio entlang und beobachten die herandonnernde Brandung. Baden ist dort im Moment nicht zu empfehlen, es wird auch mehrsprachig davor gewarnt. Zu Recht. Wir fahren weiter zu den Papagayo-Stränden. Eine ausgefahrene Erdpiste bringt uns zu den Bilderbuchstränden Playa Mujeres, Playa del Pozo und Playa de Papagayo (und wieder keine Badesachen dabei). Wir gönnen uns eine Erfrischung auf der Terrasse des Casas de Papagayo mit Blick auf die Badenden und die vor Anker liegenden Yachten. Auf dem Nachhauseweg fahren wir über Femes und essen im Restaurant Casa Emiliano zu Abend (von Playa Blanca kommend direkt nach der letzten Kehre das erste Haus rechts, gegenüber des Restaurants Balcon de Femes). Wir sind dort auf Empfehlung der Marinamanagerin hin und ich kann es nur weiterempfehlen. Es ist Samstagabend und in der Marina gibt es wieder Livemusik. Wir gehen aber nicht hin, sondern setzen uns ins Cockpit und lassen den Tag ausklingen.

Auflösung des Bilderrätsels

Wir wissen selbst nicht, wie hoch die Halle in dieser Höhle ist, aber sie ist auf jeden Fall nur halb so hoch wie ihr denkt. Denn es handelt sich hier um eine optische Täuschung, der wir auch erlegen sind. Ein kleiner See mitten in der Höhle ergibt einen perfekten Spiegel des Höhlenhimmels und verdoppelt somit optisch die Raumhöhe. Sobald die Wasseroberfläche jedoch bewegt wird, erkennt man die eigentliche Dimension, wie auf dem heutigen Foto zu erkennen ist. Die einzige Information, die wir erhalten haben ist, dass diese Höhle über 3 Galerien eine Gesamthöhe von 50 Metern erreicht. Man kann also davon ausgehen, dass die Höhe über dem See ca. 15 Meter beträgt. Trotzdem ein sehr beeindruckendes Erlebnis, das wir in der Cueva de los Verde hatten.

Auf den Spuren von César Manrique

Auch heute bewegen wir uns wieder auf den Spuren César Manriques. Mit dem Fiat 500 geht es nach Tahiche, um die von ihm gestalteten Windspiele auf dem Kreisverkehr vor seiner Stiftung (hier kam er am 25.09.1992 durch einen Verkehrsunfall ums Leben, als er die Stoppstelle an der ehemaligen Kreuzung nicht beachtete) und das vor seinem ehemaligen Wohnhaus, jetzt Stiftungsgebäude, zu fotografieren. Wir fahren weiter zum ebenfalls von Manrique gestalteten Jardin de Cactus. Über 1000 Kakteenarten sind dort zusammengetragen. Für Kakteenfreunde ein Muss. Außerdem ist im Jardin de Cactus eine restaurierte Getreidemühle zu sehen sowie eine von Manrique gestaltete Bar. Wir sind nicht wirklich von der Botanikerfraktion, es ist brüllend heiß und wir sind froh uns in den klimatisierten Fiat flüchten zu können. Das Fahren mit dieser Kugel auf vier Rädern macht wirklich Spaß. Weiter geht es nach Haria, dem letzten Wohnort von Manriques. Das Haus gehört jetzt ebenfalls zur Stiftung und kann in kleinen Gruppen zwischen 10:00 Uhr und 13:50 Uhr besichtigt werden. Wir sind zu spät und fahren deshalb gleich weiter zu den Cueva de los verde. Die Führung durch die erstarrte Lavahölle mit jadegrünem See dauert über eine Stunde. Sehr interessant. Der unterirdische Lavatunnel zieht sich 7 Kilometer bis zu den Jameos del Aqua, kann aber nur auf ca. 1 Kilometer begangen werden. Die Jameos del Aqua wurden von Manrique zu einer Touristenattraktion auf Lanzarote ausgebaut. Entsprechend voll ist es hier. Mit mindestens fünf Busladungen laufen wir über das Gelände. Trotzdem beeindruckend! Die Massen schieben sich entlang der unterirdischen Lagune, alle dürfen die Schuhe ausziehen und barfuß durch das 10 cm tiefe Wasser waten. Die Lagune innerhalb der Lavagrotte beherbergt eine blinde Albino-Krebs-Art, die hoffentlich die diversen Käsesorten und Fußpilzarten gut wegstecken kann. Wir ziehen uns auf ein Bänkchen am Rande der Lavahöhlen zurück und warten, bis sich der Touristenstrom verzogen hat. Kurz vor Schließung des Geländes, gegen 18 Uhr, können wir den gigantischen Konzertsaal für 600 Personen in einer Lavahöhle ganz alleine besichtigen. Selbst die Toilettenanlagen innerhalb des Geländes sind ein Kunstwerk, großzügig mit begrüntem Innenhof, Marmor und sauberen Waschbecken und WCs. Das Personal will Feierabend und komplementiert uns höflich hinaus. Unterwegs machen wir noch Halt beim SuperDino und Spar um die Zutaten für das Abendessen zu kaufen. Heute wird an Bord gekocht, nachdem wir gestern vorzüglich hier in der Marina im argentinisch-uruquaischen Steakhaus gespeist haben. Das Restaurant legt Wert auf beste Qualität und vertritt den Slogan „weniger ist mehr“. Unbedingt empfehlenswert, allerdings obere Preisklasse.

Fundacion César Manrique

Maler, Bildhauer, Architekt und Städtebauer. Der bekannteste Bürger Lanzarotes. Sein Einfluss ist auf der Insel Lanzarote nachhaltig spürbar. Seine öffentliche Baukunst ist unbeschreiblich beeindruckend. Sein ehemaliges Wohnhaus in Tahiche hat er noch zu Lebzeiten der Stiftung übertragen und öffentlich zugänglich gemacht. Am besten César Manrique googeln.

Kopfstand

Witzige Tiere sind hier unterwegs!

Am Abend Fernsehgucken schwäbische Art (kostet nichts)
Nachdem wir gestern vorzüglich im Restaurant in der Marina zu Abend gegessen und das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Schottland nebenbei gesehen haben, gab es heute Abend bei uns an Bord Abendessen. Curryreis, gebratene Madeira-Banane (musste weg) und Kokos-Currysauce mit Weißwein. Eigenlob stinkt, sagt man/frau – also lassen wir es. Nach dem Abendessen sitzen wir relaxed im Cockpit und keine 100 Meter von uns weg an der Promenade liegt „The Bulldog – British Pup“. Es läuft schon wieder ein EM-Quali-Spiel im TV. Heute Schweiz vs. England. Nachdem in der 2. Halbzeit ein ohrenbetäubender Jubel vom Pub zu uns aufs Schiff herüberschallt, holt Walter unser supergutes Bushnell-Fernglas, nennt es in Fußballfernglas um und schaut dem Spiel zu. Er muss ab jetzt den Fußballkommentator ersetzen, weil ich will ja schließlich auch wissen, wie sich unsere Nachbarn/die Schweizer schlagen. Leider versemmeln die Jungs zwei Großchancen in Folge und müssen das 0:2 hinnehmen – schade. Walter steckt das Bushnell weg und die Jungs vom Pub schalten die Glotze ab.