In der Trellis Bay haben sich viele Kunsthandwerker niedergelassen. Für uns galt „nur gucken – nichts anfassen und schon gar nicht kaufen“. Astronomische Preise.
Tortola, Marina Cay
Virgin Gorda_4
Wir verlegten in den North Gorda Sound und nahmen vor Saba Rock eine Mooringboje. Wir sind in der Exklusivzone angekommen, die Mooringboje kostet US $ 30/Nacht. In der Saba Rock Bar treffen wir Gerda und Anton, die ebenfalls in Trinidad waren. Sie geben uns den Tipp um die Ecke zu Biras Creek zu verlegen. Die Anlage ist verlassen und die Mooringbojen noch in akzeptablem Zustand, zum Kassieren kommt keiner. Die Gegensätze hier sind krass. Innerhalb von 500 Metern ist die verlassene Anlage Biras Creek (nur das Café Fat Virgin ist noch in Betrieb) und die Nobelmarina Yacht Club Costa Smeralda (nur eine Motoryacht am Steg).
Aktuell sitzen wir in der Lobby des Bitter End Yacht Clubs und nutzten deren freies WLAN Netz um Wetterdaten und Mails zu checken.
Die Wetterdaten werden von nun an immer wichtiger, da hier die Segelsaison bald zu Ende geht. Wir haben den Plan in der ersten Maiwoche in die US Virgins zu gehen, von dort aus in die Spanish Virgins und dann vollends nach Puerto Rico. Dort hoffen wir im Juni auf ein faires Wetterfenster um quer über die karibische See runter nach Curacao zu segeln.
Schaut, schaut Frau Merkel war wohl auch schon hier und hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Virgin Gorda_3
Eine dicke Wolkendecke hängt über den Virgins und wir erleben das erste Gewitter in der Karibik. Am Freitag Nachmittag klart es etwas auf, wir nehmen ein Taxi und lassen uns zum Gorda Peak Nationalpark fahren. Kaum angekommen zieht eine dicke Regenwolke über den Hügel und beschert uns eine unerwünschte Dusche. Wir laufen zur Aussichtsplattform von wo aus wir eine tolle Rundumsicht haben sollten – aber außer Nebel sehen wir nichts.
Den zweiten Regentag am Samstag nutzen wir zur Schiffspflege. Die Seereling muss mal wieder vom Flugrost befreit werden und das geht in der prallen Sonne nicht. So vergeht auch der Samstag, zwischendurch befragen wir das Internet nach den neuesten Bundesligaspielergebnissen. Unser Heimatverein macht es im dritten Jahr in Folge wieder spannend. Abstieg oder Nichtabstieg ist die Frage.
Virgin Gorda_2
The Baths
Wenn die Natur mit Murmeln spielt, entstehen so wundervolle Orte wie The Baths, hier auf Virgin Gorda. Man könnte meinen Obelix sei mit einer Collection von Hinkelsteinen nicht einverstanden gewesen und hätte diese einfach so ins Land geworfen. Überall stapeln sich kolossale rundgeschliffene Felsblöcke. Sie liegen schon weit vor dem Strand mitten im Land und je näher man ans Wasser kommt umso mehr werden es. Am Strand selbst sind es dann so viele, dass die Felsblöcke übereinander liegen und kleine Höhlen und Hallen bilden, bis sie dann im Wasser verschwinden. Ein Naturspektakel der ganz besonderen Art. Die Besucher werden über einen Trail, den die Nationalparkverwaltung angelegt hat durch das Gestein geleitet. Dieser führt bis in die nächste Bucht der Devil´s Bay, einst Seeräuberversteck und heute Ausgangspunkt für Tauchexkursionen, die von hier über ein unterirdisches Höhlensystem mit einem im Landesinneren liegenden See verbunden ist.
Virgin Gorda_1
Fettes Brot
Wir Deutschen werden auf dem ganzen Globus um unser vielfältiges Brotangebot beneidet. Das können wir nur doppelt unterstreichen. Leben wir doch seit geraumer Zeit schon von Weißbrot unterschiedlichster Qualität. Erträglich ist es nur auf den französischen Überseeinseln. Das letzte Schwarzbrot haben wir auf Grenada von der Maeva Piti zum Abschied geschenkt bekommen. Angelas und Franzens Tochter hatte Kärtnerbrot aus Wien mitgebracht und eine ganze Hälfte wanderte zu uns an Bord, nochmals vielen Dank! Ansonsten ist es im Supermarkt oder auch beim Bäcker immer das gleiche. Nimmt man das Brot aus dem Verkaufsregal macht es eine große Verbeugung und steht dann bis zu seinem Verzehr nie wieder auf.
Der Zufall wollte es, dass wir in St.Maarten Rhy-Bread also Roggenbrot entdeckten. Bevor wir uns auf den Weg nach Virgin Gorda machten erstand ich eines, für 3 Euro 20, wohlgemerkt für ein viertel Pfund. Die Verkäuferin fragte mich noch, ob sie das Brot schneiden sollte was ich verneinte, aber besser zugelassen hätte, denn als wir das Brot am anderen Morgen aufschnitten, war außer der Kruste nur noch Luft drin. Wie das Brot sein Verkaufsgewicht erreicht hat ist uns schleierhaft.
Kurzer Hand wurde das Brot in Roggenloch umgetauft und am Abend kreierten wir: Roggenloch á la Sunrise mit Tunfischsalat Créole. Passte wunderbar ins Loch und schmeckt vorzüglich.
Zutaten: Aufgeschnittenes Roggenloch, eine Dose Tunfisch, ein hartgekochtes Ei, etwas Gurke. Für die Würze verwenden wir Wasabi, Sojasauce, Fleur de Sel und etwas Essig. Serviert mit Bouganvilla und Hibiskus Blüte auf bruchsicherem Marinegeschirr.
Virgin Gorda
Nachtfahrt nach Virgin Gorda
83 Seemeilen in Mofageschwindigkeit, das sind knappe 154 Kilometer. Das kann schon einige Zeit dauern und deshalb fahren wir die längeren Passagen über Nacht um bei Tageslicht anzukommen. Die Prognose war nicht ganz optimal, Schachwind und Regen. Regen hatten wir nur die ersten Stunden, dann klarte es auf und der Vollmond leuchtete für uns. Wind mit 15 – 17 Knoten, ideal für einen Halbwindkurs unter Vollzeug. Unsere Sunrise liebt diese Bedingungen und läuft wie auf Schienen mit 7,5 Knoten. Um 3 Uhr in der Nacht hatten wir nur noch 15 Meilen bis zur Ansteuerung von Virgin Gorda. Wir waren einfach zu schnell. Die Segelfläche wurde immer mehr verkleinert, sodass wir die letzten Stunden mit einem handtuchgroßen Großsegel und halb eingerollter Genua Richtung Virgin Gorda dümpelten. Punkt Acht funkten wir den Virgin Gordo Yacht Harbour an und durften auch gleich reinfahren.
Unterwegs machte unser Windmesser Zicken. Salzhaltige Luft, Seewasser und Elektronik verträgt sich eben nicht wirklich. Wahrscheinlich sollten wir jetzt genügend Erfahrung haben, um die Windrichtung und die Stärke auch so einschätzen zu können. Ja, das würde schon gehen, aber die Fehlinformationen des Windmessers führen zu lustigen Darstellungen auf unserem Plotter (Navi fürs Schifflefahren). Dadurch, dass keine korrekten Winddaten ankommen, das Schiff sich aber GPS-nachweislich durchs Wasser bewegt, rechnet das System aus, dass ohne den Wind die Strömung mitverantwortlich für den Vortrieb ist und zeigt auf dem Plotter einen dicken fetten blauen Strömungspfeil an, der die anderen Seekarteninformationen überdeckt. Da muss Kontaktspray ran und wahrscheinlich muss ich auch ins Masttop hochgezogen werden. Hatten wir schon lang nicht mehr.
Wir liegen geschützt im Hafen an einem Fingersteg, erledigten auch gleich die Einklarierung, die Sunrise darf sich 30 Tage hier aufhalten, wir 90 Tage. Nachdem wir etwas Nachtschlaf nachgeholt hatten, gibt es ein verspätetes Frühstück, eine warme Dusche und einen kleinen Spaziergang. Pünktlich zum Sonnenuntergang finden wir eine Strandbar für den obligatorischen Sundowner.
St.Martin_2016_4
Am Dienstag, 19.04.2016 verlassen wir St. Martin.
Walter hat noch nachmittags einen dicken Hals. Ursächlich dafür war der Mietwagenverleiher am Ferryterminal in Marigot. Vereinbart war die Rückgabe um 10 Uhr, aber der Mietwagenverleiher war nicht da. Nach einigem Palaver und it’s not my problem lässt sich ein Kollege herab, den Verleiher anzurufen. Er sei jetzt gerade im Restaurant und würde dann kommen. Wann? Ja, ungefähr in einer halben Stunde. Er kam gegen 12 Uhr und hatte nicht die kompletten Belege der Kreditkartenabrechnungen dabei. Es fehlte der Durchschlag für die Kaution. Walter ließ sich die Belege für die Mietgebühr aushändigen und bezahlte in bar. Jetzt müssen wir die nächsten Kreditkartenabrechnungen genauestens kontrollieren.
Am späten Nachmittag liefen wir aus. Zuvor besuchten wir noch den französischen Bäcker, denn ab jetzt gibt es nur noch englisches und amerikanisches Brot. Außer Baguette lacht uns noch ein Roggenbrot an, das ebenfalls mit auf die Reise geht.
St. Martin_2016_3
Während Fleur und Dirk am Samstag Abend auf dem Flughafen in San Juan auf Puerto Rico das ultimative Desaster mit der Condor durchstehen mussten, saßen Walter und ich mit unseren Freunden von der Themi 50 wieder in der Grand Case beim Sundowner und anschließend beim Abendessen. Wir erlebten das Flugdrama mittels Whatsapp Nachrichten.
Am Sonntag ging es für uns mit dem Mietwagen zunächst zur Loterie-Farm. Wenige Kilometer von Marigot entfernt, Richtung Pic Paradis, liegt eingebettet im Tropenwald die ehemalige Farm. Jetzt eine Wellness-Zone mit Restaurant, Bar, Pools und Ruhezonen. Mit einer Zippline (ein doppeltes Stahlseil, Rollen und Klettergurt) kann man quer über das Gelände schweben. Wandertouren werden ebenfalls angeboten. Wir fuhren aber weiter, weil es brechend voll war.
Unser nächster Stopp war beim verlassenen Luxus-Resort La Belle Créole. Erst 1988 eröffnet und nachdem 1995 der Hurricane Luis über St. Martin hinweg fegte wurde einiges zerstört. Die Besitzer wollten die Anlage nicht wieder instand setzen. Seit über 20 Jahren ist das La Belle Créole verlassen und aufgegeben. Ein Jammer.
Das Geisterresort liegt zwar auf privatem Gelände, aber alle Tore sind offen und wir waren nicht die Einzigen, die es sich angeschaut hatten. In der Nacht zuvor muss in der ehemaligen Bar eine große Party am Start gewesen sein. Die voll bestückte Bar legte davon Zeugnis ab.
Es liegt zwar unglaublich viel Müll herum, keine einzige Glasscheibe ist mehr intakt, aber insgesamt ist es verwunderlich, dass die Bausubstanz nach über 20 Jahren Leerstand noch so gut ist. Wie es einmal war, siehe unter http://www.gobeach.com/bcreole.htm .
Gastbeitrag von Fleur
20 Tage Karibik.
Viel zu schnell ist es vorbei gegangen. Wie die Zeit rennt. In Antigua sind wir an Bord gekommen, völlig entspannt und mit viel Vorfreude auf die nächsten Wochen. Erlebt und gesehen haben wir sehr viel. Ich hätte nicht gedacht, dass man doch so viele Schildkröten sieht und die wilden Äffchen auf den Inseln kamen auch völlig überraschend! Naja, das hat man wohl davon, wenn man ohne vorher mal in den Reiseführer zu schauen in die Karibik fliegt. Ich hatte irgendwie (warum auch immer) nur das Neckermann Reisen Prospekt Titelbild im Kopf. Sommer, Sonne, Strand (und Sonnenbrand) ist auch sehr schön! Gibt es hier auch, zu genüge! Das wirklich interessante spielt sich aber abseits des Strandes (zu Land und zu Wasser) ab. Die Unterschiede sind gravierend! Vom Chaos, nahezu Dritte Welt Bedingungen (in Teilen Antiguas) ging es in Richtung Nevis und St. Kitts. Auch hier ist die Armut der Bevölkerung deutlich zu erkennen. Leider. Umweltschutz wird hier sehr klein geschrieben. Man weiß nicht so ganz, ob sie nicht wollen, oder nicht können. Vielleicht sogar beides. Bleibt nur zu hoffen, dass es eines Tages besser wird und dieses Paradies erhalten wird. Es steckt so viel Potential hier. Weiter ihn Richtung St. Barth‘ wird es viel europäischer (wohl gemerkt französisch europäisch) ein großer Unterschied! Es ist sauberer und geregelter. Man merkt, die Schönen und Reichen tragen ihr Geld gerne hier her. St. Barth‘ ist, finde ich, die schönste der Inseln auf der wir waren. Man könnte es das „geregelte Karibik feeling“ nennen. Hier boomt das Business. Die Insel lebt. St. Martin ist schon wieder gechillter, was das angeht. Hier kommt die easy going, chill and relax Haltung schon wieder deutlicher raus. Alles nicht so wichtig, passt schon. In Teilen eine sehr schön hergerichtete Insel. Nur in die Hinterhöfe sollte man besser nicht schauen. Deutlich ist der Unterschied zwischen der holländischen und der französischen Seite zu erkennen. Eins haben sie jedoch alle gemeinsam: Sobald die Kreuzfahrer auftauchen ist was los. Wo sonst die Bürgersteige hochgeklappt sind, ist plötzlich die „Zollfreie Einkaufsmeile“ naja Zollfrei vielleicht, vorher werden aber die Preise erst mal vervielfacht. Lohnen tut sich das für den Touristen jedenfalls nicht. Voll ist trotzdem immer. Einer wird’s schon kaufen. Viel interessanter sind die Landschaften und die Unterwasserwelt! So oft es ging haben wir die Flossen und den Schnorchel ausgepackt, das türkisblaue Wasser bietet sich aber auch sowas von an! Mama kann jetzt endlich ein bisschen schnorcheln (*stolz*) Papa haben wir nur in den Pool bekommen. Vielleicht sind ein paar bunte Fische einfach nicht sein Ding (oder was warme Wasser noch zu kalt) egal! Wir hatten Spaß, haben viel gesehen und werden die Karibik und die Sunrise vermissen. Wir sagen Danke und bis zum nächsten Mal!



























