St. Thomas

Crown Bay Marina

Ich kann nur Gutes über die Behörden auf den US-Virgins berichten. Die Ausklarierung verlief völlig problemlos, wir mussten nur das „Vessel Clearance Statement“ ausfüllen und unterschreiben. Die Dame hinter dem Schalter war äußerst tiefenendspannt, lag vielleicht auch an dem Katalog der vor ihr auf dem Schreibtisch lag: „Gifts for spirit“. Sie zeigte einfach mit dem Finger dorthin wo noch Eintragungen fehlten, im Zweifelsfall sagte sie uns auch noch, was wir eintragen müssen. Eine Kopie unserer Schiffsdokumente wurde hinzugefügt – fertig. Zum Ausreisen ist kein Reisepass vorzulegen. Wenn ich daran denke, was diverse Bananenrepubliken für einen Affen mit der Immigration, Customs und Port Authority veranstalten, kann ich nur sagen Hut ab! Und gekostet hat es auch nichts.
Auf dem Rückweg zur Marina laufen wir durch Frenchtown (Stadtteil von Charlotte Amalie) und entdecken ein Schild, dass es Brot gibt. Bread available. Ich kann mir nur vorstellen, dass es sich hier um seltenes französisches Baguette handelt, weil das Katsch-Toast-Brot kriegt man im Supermarkt kiloweise nach geschmissen.

Bread available wunderbar

Die Marinaverwaltung hat für uns ein Abschiedkonzert organisiert und hat einige Altrocker aus New York eingeflogen. Die geben die besten Hits von Jerry Lee Lewis, Arlo Guthrie und Anderen aus der Woodstock-Ära zum Besten. Punkt 22 Uhr ist Schluss – wir wollen ja morgen nach Puerto Rico weiter. Vielen Dank auch, das wäre nicht nötig gewesen.

Live at Crown Bay

St. Thomas, Charlotte Amalie

Zweite Chance, dieses Mal zu Fuß, 25 Minuten immer der Hauptstraße entlang. Es hat sich wirklich gelohnt. Wir holen uns eine Karte von Downtown Charlotte Amalie und machen den beschriebenen Stadtrundgang durch den alten historischen Stadtkern. Die Straßen heißen Dronnings Gate, Nye Gate, Norre Gate, Kongens Gade usw. Die alten Gemäuer beherbergen zu 90% Schmuck- und Uhrenläden sowie sonstige Läden mit den bekannten Luxuslabels der Welt – alles zollfrei!

A.H. Riise Alley, Altstadt Charlotte Amelie

A.H. Riise Alley, Altstadt Charlotte Amelie

Die Preise sind trotzdem zum Abwinken! Sehr gut erhalten und gepflegt und als Touristenattraktion ausgewiesen sind die historischen Gebäude aus der Zeit der dänischen Herrschaft über die Insel. Zum Beispiel Fort Christian, Frederik Kirche und die vielen alten Staffeln, die die Dänen in der hügeligen Stadt angelegt hatten.

Government House, Charlotte Amelie

Government House, Charlotte Amelie

Wir steigen die 99 Steps zu Blackbeard’s Castle hoch – leider nur dienstags zu besichtigen. Aber die Verwalterin würdigt unseren schweißtreibenden Aufstieg und lässt uns kurz in den Innenhof schauen. Auf den Turm dürfen wir erst am Dienstag. In diesem Stadtbezirk wirkt alles aufgeräumt und sehr europäisch.

Charlotte Amelie

Charlotte Amelie

Das einzige was wir hier vermissen ist die leckere Eiscreme, den Kaffee und die Caneel-Schecken dazu. Hier gibt’s nur an der Strandpromenade einige Bars und Restaurants. Statt Kaffee gibt’s ein Tonicwasser und den Rest denken wir uns. Wir gehen weiter in Richtung Yacht Hafen Grande, hier finden wir die nächste Shoppingmall – fast alles hat geschlossen. Um vier Uhr Nachmittags. Im Yachthafen liegen einige Mega-Motoryachten und überall hängen Hinweise, dass fotografieren an den Stegen verboten ist. Sicherheitskräfte sind an jeder Ecke, stets freundlich und hilfsbereit. Wir suchen den Scooter-Verleiher, der hier irgendwo sein soll. Nachdem wir eine Stunde durch die nächste Shoppingmall, die Havensight, gelaufen sind werden wir fündig. Der Laden hat zu und Scooter sehen wir auch nirgends. Ein Auto werden wir hier nicht mieten, weil wir hier schon wieder einen lokalen Führerschein zu 30 US-Dollar erwerben sollen, plus Miete und Versicherung für den Wagen. Das ist nicht einzusehen. Vielleicht darf man ja einen Motorroller ohne den lokalen Führerschein über St. Thomas bewegen. Wir versuchen es weiter. Das Inselinnere und die Nordküste bekommen wir sonst nicht zu sehen, das wäre schade. Für den Heimweg steigen wir in ein Sammeltaxi, das uns für 2 US-Dollar wieder zurück in die Crown Bay bringt. Als wir gerade an Deck beim Abendessen sitzen läuft neben uns ein dickes Containerschiff ein. Hoffentlich wird das heute Nacht nicht noch entladen. Gestern, am Sonntag, wurde bis ein Uhr in der Nacht gearbeitet. Es wundert nicht, dass die Marina leer ist. Die Marina ist eigentlich sehr schön angelegt mit Rasen, Blumenrabatten und Palmen. Die sanitären Anlagen sind in Ordnung, es gibt einen gut sortierten Supermarkt und freies Wifi. Nur liegt sie eben an einer unmöglichen Stelle. Das Umfeld ist furchtbar.

St. Thomas, US Virgin Islands

Nach zwei weiteren Tagen an den Mooringbojen vor St. John (Francis Bay und Caneel Bay) sind wir heute Vormittag nach St. Thomas weiter. Wir sind in die Bucht der Hauptstadt Charlotte Amalie eingelaufen und haben uns zunächst die Crown Bay Marina und dann die Yacht Haven Grande Marina angeschaut. Die Crown Bay Marina liegt eingequetscht zwischen dem Containerhafen und dem Flughafen. Die Jumbos fliegen einem sozusagen durchs Rigg. Der Yacht Hafen Grande will nur Mega-Yachten – soll er haben! Wir beißen in den sauren Apfel und gehen in die Crown Bay Marina, die nahezu leer ist.

Crown Bay Marina, links im Bild die Sunrise

Crown Bay Marina, links im Bild die Sunrise

Es ist laut, hässlich und der krasse Gegensatz zu St. John. Aber wir müssen mal wieder Wäsche waschen, Wasser tanken, selbst mal wieder ausgiebig mit Süßwasser duschen und Einkaufen. Wir haben seit 5 Tagen keine Eier, kein Obst und kein Gemüse mehr an Bord. Wir sollten von den BVIs kommend ja nichts dergleichen einführen. Nachkaufen war auf St. John möglich, aber unkomfortabel, weil wir die Kostbarkeiten im Rucksack über den Trail zur Bucht hätten schleppen müssen.
Mal schauen, was St. Thomas sonst noch zu bieten hat.

St. John, US Virgin Islands

Sightseeing Tour auf St. John
St. John ist wirklich paradiesisch schön, zwei Drittel der Insel steht unter Naturschutz. Dies ist vor allem Lawrence Rockefeller zu verdanken, der in den 1950iger Jahren über die Hälfte der Insel erwarb und die Flächen 1956 der amerikanischen Regierung schenkte, unter der Auflage, hier einen Nationalpark zu errichten. Die Nationalparkverwaltung ist sehr aktiv dabei in allen Buchten Mooringbojen auszulegen um die Seegrasfelder und Korallenriffe zu schonen. Es besteht ein generelles Ankerverbot für Sportboote unter 60 Fuß. Für Superyachten sind spezielle Ankerplätze ausgewiesen, deren Grenzen exakt mit GPS Positionen markiert sind. Die Insel ist vom Massentourismus verschont, keine großen Hotelanlagen, kein Kreuzfahrtterminal. Das Wasser für die Insel kommt aus Regenwasser-Zysternen und über eine Pipeline von St. Thomas. Eigentlich kommt alles von St. Thomas rüber, außer dem Müll, der geht die umgekehrte Richtung.

Wir wanderten von der Caneel Bay nach Cruz Bay, zeitweise mit Begleitung.

Wilder Esel auf St. John

Wilder Esel auf St. John

In Cruz Bay nahmen wir ein Sammeltaxi und machten eine geführte Tour über die Insel. Im Sammeltaxi waren wir alleine und der Taxifahrer nahm sich sehr viel Zeit für uns. Zunächst fuhren wir die Westküste entlang und sahen in der Caneel Bay, direkt vor dem Rockefeller Resort, unsere Sunrise an der Mooringboje tanzen.

Sunrise in der Caneel Bay, St. John

Sunrise in der Caneel Bay, St. John

Bucht für Bucht fuhren wir ab, ein Fototapeten-Motiv nach dem Anderen.

Trunk Bay, St. John

Trunk Bay, St. John

In der Leinster Bay machten wir einen Stopp um die Ruinen der historischen Annaberg Sugar Mill zu besichtigen.

Historische Annaberg Zuckerrohr-Plantage

Historische Annaberg Zuckerrohr-Plantage

Weiter ging es in den Südosten zur Coral Bay und danach längs durch die Insel wieder zurück nach Cruz Bay.

Coral Bay, St. John. Im Hintergrund Norman, Peter und Cooper Island (BVI)

Coral Bay, St. John. Im Hintergrund Norman, Peter und Cooper Island (BVI)

Great Cruz Bay, St. John

Great Cruz Bay, St. John

Walter hat gefühlte 100 Fotos gemacht, ein Motiv schöner als das andere. Das Städtchen Cruz Bay ist sehr lebendig und hat um den Fähranleger herum einige nette Bars und Restaurants. Hier im neu erbauten Gallow Point Village habe ich zum ersten Mal, seit wir Europa verlassen haben, Solarzellen auf den Hausdächern gesehen und bei der Ansteuerung von St. John entdeckten wir auf einer vorgelagerten Mini-Insel sogar ein kleines Windrad. Die erneuerbaren Energiequellen sind spärlich, aber doch vereinzelt im Einsatz.
Zurück in der Caneel Bay mussten wir zuerst unser Dinghy retten. Es hatte sich im Laufe des Tages unter dem Anleger verklemmt, wir mussten den Außenborder wegmontieren, den Treibstofftank rausnehmen und das Dinghy unterm Anleger vorzerren. Es hat keine sichtbaren Schäden davon getragen. Es läuft eben immer was quer. An der Beachbar im Nobelressort wollten wir noch einen Sundowner zu uns nehmen, wurden aber nicht bedient. Dafür hatten wir Spaß mit einem zutraulichen Leguan. Völlig entspannt saß er auf dem Rasen vor der Bar und wartete darauf, dass ihm eine Cocktail-Kirsche zugeworfen wurde. Die mochte er sehr gern und deshalb war er auch so entspannt (betrunken). Er schleppte sein kugelrundes Bäuchlein ganz gemächlich von einer Ecke zur anderen. Ab und zu hatte ich den Eindruck er bettelt nach der nächsten Kirsche indem er mit einer Vorderpfote auf den Rasen trommelte.

Kugelrunder Leguan, gefüllt mit Cocktail-Kirschen

Kugelrunder Leguan, gefüllt mit Cocktail-Kirschen

Sunrise in Amerika

St.John/US Virgin Islands
Was haben wir alles gehört und gelesen über die Einreiseprozedur in die USA. Schon vor zwei Jahren haben wir das US Visa B2 beantragt und auch erhalten, nachdem wir schon damals fast ein Waterloo mit diesem Visaverfahren erleben durften. Aber wie gesagt, wir haben es schließlich nach mehr als zwei Monaten erhalten. Gestern nun standen wir an der mystischen Schwelle. Jost Van Dyke verlassen bedeutete für uns auch aus den britischen in die amerikanischen Hoheitsgewässer zu wechseln. Auf der Agenda der Amerikaner stand so einiges. Kein Frischfleisch, kein Obst, kein Gemüse, keine Eier, keine Pflanzen, keinen Müll, keine Haustiere es sei denn ….. und vor allem nur auf dem direkten Weg zum nächsten Port of Entry.
Das Fleisch, Obst und Gemüse könnten wir am Abend vorher als Restessen beseitigen. Die Eier kochten wir noch während der Überfahrt in unserer Wasserkanne und ließen sie gleich drin. Das größte Problem stellte für uns jedoch der Port of Entry dar. Auf St. John gibt es nämlich nur einen und der ist in der Cruz Bay. Das ist kein richtiger Hafen, den gibt es auf St. John eben nicht. Weder einen kommerzieller Hafen, noch einen Stadthafen, keine Kreuzfahrtschiffe, schon gar keine Marina. Mir ist schleierhaft wie die hier ihr ganzes Zeugs herschaffen. Zurück zum Port of Entry Cruz Bay. Ein kleiner Ort an einer Bucht gelegen, mit einem etwas größerem Fähranleger und einer kleinen Zollpier. Im Hafenhandbuch steht, dass der Hafen sehr belebt sei und durch die ständigen ein und auslaufenden Fähren viel Verkehr im Hafen herrsche. Schiffe, die zum Einklarieren müssen, sollten in zwei ausgewiesenen Bereichen im Hafen Ankern und mit dem Dinghy an die Zollpier kommen. Bei freier Zollpier könne man auch mit dem Schiff für kurze Zeit dort direkt festmachen. Ein Blick in die Seekarte sagte uns sofort, für die Sunrise unmöglich. Eine weitere Möglichkeit das Schiff zu parken war eine kleine Bucht nördlich von Cruz Bay. Hier hätten wir mit dem Dinghy an den Strand fahren sollen und über einen Trail von 1,1 Meilen zum Zoll/Immigration wandern sollen. Wie war das noch gleich? „Auf direktem Weg zu nächsten Port……. Willkommen in Amerika“!
So verließen wir Jost Van Dyke mit etwas gemischten Gefühlen, eben nicht wissend wohin die Reise führt. In der Cruz Bay angekommen erlebten wir das befürchtete Bild. Die Ankerbereiche waren übervoll. Dicht an Dicht waren Schiffe, oder das was von ihnen übrig war, verankert. Keine Chance. In der Fahrrinne zum Zoll das gleiche, noch weit vor der Pier waren nur noch 30cm Wasser unter dem Kiel und wir drehten wieder ab. Also doch wandern? Nein, denn südlich vor der Ansteuerungstonne sahen wir drei Schiffe verankert. Kein offizieller Ankergrund, aber wir dachten wenn die, dann wir auch. So legten wir die Sunrise auf 6 Meter Wassertiefe vor Anker, fuhren mit dem Dinghy zum Zoll und klarierten ein.
Der Erste, der uns im Customsoffice anlächelte war Mr. Obama als Wandbild und genau so freundlich war die Prozedur. Formular ausfüllen, Pass mit Visa vorzeigen, Fingerabdrücke und Iris-Scan, fertig. Nix mit „haben sie gekochte Eier in ihrer Wasserkanne dabei“??

St. John (16k)
Zufahrt von Norden durch die Riffe nach St. John.

St. John, Cruz Bay
Inoffizieller Ankerplatz vor Cruz Bay

St. John (13k)
Unser Ankerplatz in der Caneel Bay auf St. John.

Blick aus St. Thomas
Blick vom Ankerplatz nach St. Thomas im letzten Sonnenlicht.

Jost van Dyke

Den 2. und 3. Mai verbrachten wir in Great Harbour auf der Insel mit dem Männernamen.

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Wieder an einer Mooringboje. Die Bojen sind so großzügig ausgelegt, dass Ankern fast nicht möglich ist. Wir hatten die freie Auswahl und fuhren in die erste Reihe vor. Als wir fest gemacht hatten, sahen wir, dass vor uns ein alter Schrottkatamaran nicht an der Boje, sondern am Anker hing und sehr nah zu uns rüber schwang. Wir machten wieder los und nahmen eine Boje in der zweiten Reihe. Wir waren fest, als ich entdeckte, dass der Festmacher an der Boje schon ziemlich ausgefranst war, also wieder weg. Die dritte Boje passte uns dann und hielt auch die durchziehenden Schauerböen aus. Das Wetter spielt derzeit komplett verrückt, es vergeht kein Tag ohne Regen. Meist am späten Nachmittag oder am Abend. Tagsüber ist es heiß und ruhig wie im Ententeich. Am Montagmittag machten wir unser Dinghy am Steg fest und taten etwas für unser körperliches Wohl. Wir stiegen den Hügel, der den Great Harbour von der White Bay trennt, erst auf unserer Seite hoch und auf der anderen Seite wieder runter. Die White Bay ist eine schneeweiße Traumbadebucht, die durch ein Riff geschützt ist.

Jost van Dyke, White Bay

Schiffe mit geringem Tiefgang können durch zwei Riffpassagen bis 20 Meter vor den Strand fahren. Wir, mit unseren zwei Metern Tiefgang, können das nicht. Es waren zahlreiche Katamarane und Motorboote da, der Strand und die vielen Strandbars waren gut besucht. Hier, in der Soggy Dollar Bar soll der Painkiller (Kaltgetränk mit Fruchtsaft, Cocoscreme, Eiswürfel und Rum, die Zusammensetzung variiert je nach Lust und Laune des Mixenden, oft steht Rum als erste Zutat) erfunden worden sein. Soggy Dollar Bar heißt so, weil die Ankerlieger mit ein paar Dollarnoten in der Badehose zum Stand bzw. zur Beachbar schwimmen. Ganz lustig kommen manche Gäste der Tagesausflugsschiffe an Land, sie lassen einfach die Schwimmwesten an und springen in voller Montur über Bord. Mache können wohl nicht schwimmen und werden auf ein Wakeboard gehievt und von einem Schwimmenden an Land geschubst. Frei nach dem Motto „schieb den Wal…..“ Zurück zum Ausflugsschiff wird es noch chaotischer. Da den Meisten der Aufenthalt am Strand zu kurz war und die Getränke noch nicht geleert sind, werden die kurzerhand mitgenommen. Es wird versucht mit der linken Hand den Plastikbecher mit dem teuren Gut über dem Wasser zu halten und irgendwie schwimmend zum Schiff zu kommen. Das alles passiert natürlich unter großem Hallo und zigfachen “ oh my god“ Gekreische.
Wir begnügten uns mit einem Bier und einem alkoholfreiem Mango Mojito und gingen zu Fuß wieder übern Berg zurück in den Great Harbour. Hier wollten wir eigentlich eine Kleinigkeit zu Abend essen, aber wir waren zu früh dran. Bei den Kult-Locations „Corsairs“ und „Foxy’s“ wären wir die einzigen Gäste gewesen.

Jost van Dyke

Foxy´s

Außerdem hing schon wieder eine dicke Regenwolke über der Insel, sodass wir schleunigst ins Dinghy stiegen und nach Hause butscherten.
Am nächsten Tag sparten wir uns die körperliche Ertüchtigung und setzten uns ins Dinghy und fuhren aus unserer Bucht raus, um den Hügel rum und in die andere Bucht wieder rein. Unser Dinghy zogen wir direkt vor der Strandbar und den Beachchairs auf den Strand und erfreuten uns am Strandleben. Die Beachchairs kosten hier nur 5 US $, eine echte Occasion. Beim Schnorcheln habe ich Fische, die wie Zebras gestreift waren und knallgelbe Flossen hatten und einen kleinen Rochen gesehen. Obwohl ich mich gar nicht bis zum Riff getraut habe, ich war höchstens 20 Meter vom Stand weg. Für solche Aktionen fehlt mir ein Mitschwimmer, da fühle ich mich wohler. Aber Walter musste am Strand bleiben und auf unsere Wertsachen und aufs Dinghy aufpassen.

Tortola_4

Seit zwei Tagen regnet es fast ununterbrochen. Wir haben unsere Regenjacken ausgegraben. Der Regen an sich ist angenehm warm, aber die Windböen aus den Gewitterwolken knallen uns mit 6 Beaufort um die Ohren und kühlen uns aus. Von Norman Island bis Soper’s Hole sind es gerade mal sieben Meilen, das fahren wir unter Motor, so wird nur Einer (männlich) nass. In der Marina Soper’s Hole wollten wir eigentlich bleiben, aber drinnen blies es mit 26 Knoten, kein Wind, den wir uns für ein Hafenmanöver wünschen. Wir gingen nur längsseits an den Kopfsteg und kauften 44 Gallonen Wasser für unsere Tanks. Der Dockmaster wollte uns 114 Gallonen abkassieren, aber über 400 Liter passen gar nicht rein. Wir mussten etwas diskutieren und dann kam er mit den 44 Gallonen an. Das wären 200 Liter, das würde passen. Wir verlassen Soper’s Hole und gehen weiter in die Cane Garden Bay im Nordwesten von Tortola. Aktuell, wie immer abends sind wir bei der Happy Hour um das kostenlose Wifi Netz der Bars zu nutzen.

BVIs, Norman Island

Willy T., eigentlich ein unbrauchbarer Stahlkoloss. Hier in den BVI’s wird Kult daraus. William Thornton war der Architekt des Weißen Hauses und Namensgeber für dieses Stahlschiff, das nun seine letzten Tage hier in der The Bight auf Norman Island fristet.

Norman Island (33)k

Umgebaut zur Bar mit etwas „Meer“ liegt es wohl so lange hier, bis der Stahl seine Widerstandsfähigkeit aufgegeben hat und irgend wann einmal auf Tiefe geht. Bis dahin erfreuen sich Alt wie Jung an dem wundervollen Koloss.

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Die Einen, weil es keinen schöneren Platz gibt um seinen Sundowner zu sich zu nehmen, die Anderen haben einfach nur Fun mit diesem alten Schiff, lassen sich sogar Tattoo’s auf den Allerwertesten kleben und fühlen sich einfach nur wohl.

Willy T - Tattoo (Die Lizenz zum Springen)

Willy T – Tattoo (Die Lizenz zum Springen)

Obwohl Hinweisschilder aufgehängt sind, nicht vom Schiff ins Wasser zu springen, wird dies exzessiv vom Oberdeck aus betrieben.

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Klatschnasse Menschen durchqueren den Barbereich um wieder auf das Oberdeck zu gelangen, die etwas Älteren und nicht Sprungwilligen amüsieren sich über the grazy Gays und sind doch etwas neidisch auf deren Unbekümmertheit. Willy T. gibt Allen etwas, vor allem Gelassenheit!

Tortola_3

Norman Island
Die Karawane zieht weiter! Fast alle Nachbarn aus der Trellis Bay sehen wir hier wieder. Wieder liegen wir an einer US$ 30iger Mooring in der Pirate Bay/Norman Island. Heute stand auf dem Plan, den alten Schoner William Thornton, genannt Willy T zu besuchen und dort den Sundowner einzunehmen. Schon von weitem schreit uns die Musik der „Abrissbirne“ * entgegen, als wir anlegen und dieses Fast-Wrack entern sinkt der Altersdurchschnitt gewaltig. Lauter junge Leute um die Zwanzig machen Party und springen, das Schild „don’t jump“ missachtend, vom Oberdeck ins Wasser. Ein Apfelgerät neuester Ausgabe fällt dabei ins Wasser und wird unter großem Hallo wieder aufgetaucht – ob es wieder zum Leben erweckt werden kann? Ich kann Süßwasserspülung und viel Sonnenlicht zur Trocknung empfehlen. Das hilft. Ein Carib Beer im Kopf hilft vorübergehend auch. Wir ziehen weiter zur Beachbar und Restaurant Pirate Bay und trinken dort unseren obligatorischen Painkiller. Das Abendessen wird es zu Hause geben! Walter will Schinkennudeln machen. Ich freu‘ mich drauf.

*Abrissbirne = M. Cyrus

Pirate Bay, Norman Island British Virgin Islands

Pirate Bay, Norman Island British Virgin Islands

Tortola_2

Mietwagentour durch Tortola
Wir haben von der Marina Cay in die Trellis Bay verlegt. Knappe 2 Seemeilen, immerhin. Die Trellis Bay hat den Charme, dass man mit dem Dinghy direkt an den Flughafen fahren kann. Am Flughafen gibt es Mietwagen und da ist einer für uns reserviert. Wir bekommen ein kostenloses Upgrade auf einen SUV mit Allradantrieb. Erst grinsen wir, aber im Laufe des Tages sind wir froh über dieses Feature. Zunächst fuhren wir nach Road Town, fanden aber, dass es sich nicht lohnt hier Zeit zu verbringen und beschlossen deshalb ans Westend von Tortola zu fahren. Dort ist die Soper’s Hole Marina, die wir in Augenschein nahmen. Im Office wurde uns mitgeteilt, dass es nicht nötig ist, für so ein kleines Boot zu reservieren. Wir sollen kommen – wahrscheinlich quetschen die uns als Fender zwischen die dicken Katamarane.
Den Saga Mountain Nationalpark konnten wir nicht besuchen, zu tief hing die Wolkendecke. Wir fuhren an der Nordküste die Buchten aus. Es gibt schöne Sandstrände mit großen Wellen für die Surfer.

Tortola

Tortola

Surfer Strandbar auf Tortola

Surfer Strandbar auf Tortola

Um dorthin zu kommen und vor Allem wieder zurück brauchten wir wirklich den Allradantrieb und den Low-Gang. Mit einem herkömmlichen PKW keine Chance. Noch bei Tageslicht sind wir zurück am Flughafen, bei Nacht wollten wir nicht über die Insel fahren.

Tortola, Long Bay

Tortola, Long Bay