{"id":2059,"date":"2015-01-25T22:29:28","date_gmt":"2015-01-25T20:29:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sy-sunrise.de\/?p=2059"},"modified":"2015-01-26T22:45:30","modified_gmt":"2015-01-26T20:45:30","slug":"tag-19-der-odyssey","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sy-sunrise.de\/?p=2059","title":{"rendered":"Tag 19 der Odyssey"},"content":{"rendered":"<p>Sonntag, 25.01.2015<br \/>\nSeit gestern, Samstag, 24.01.2015 haben wir wieder Passatwinde die wirklich zum Segeln reichen. Wir sind seit Samstag wieder mit ausgebaumter Genua und gerefftem Gro\u00dfsegel, gesichert mit dem Bullenstander, im Schmetterlingsstil unterwegs. Das war nie unsere bevorzugte Segelstellung. Auf dieser Strecke fahren wir die Schmetterlingsvariante zum ersten Mal. Sie funktioniert, weil wir so platt vor dem Wind segeln k\u00f6nnen. Das Gro\u00dfsegel ist mit der Schot und dem Bullenstander festgeknallt, sodass hier nichts passieren sollte. Die Genua steht ausgebaumt auf der anderen Schiffsseite. Einzig die Halsen sind aufw\u00e4ndig. Zuerst holen wir das Gro\u00dfsegel langsam mittschiffs, in dem Walter die Schot dichtkurbelt und ich die Bullenstanderleine mitfiere. Das Gro\u00dfsegel reffen wir dann kurzzeitig ein St\u00fcck ein, damit wir in Ruhe auf dem Vorschiff arbeiten k\u00f6nnen. Dann geht Walter aufs Vorschiff, ich muss die Genuaschot fieren und gleichzeitig das Segel St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck einrollen. Dann wird der Topnant (die Leine, die den Spibaum im rechten Wickel zum Mast h\u00e4lt) gefiert, damit Walter den Spibaum greifen kann und z.B. die backbordseitige Genuaschot auspicken, den Spibaum auf die andere Vorstagseite hieven und die steuerbordseitige Genuaschot einpicken kann. Wenn die neue Schot eingepickt ist, wird der Topnant wieder durchgesetzt. Der Spibaum steht jetzt auf der anderen Schiffsseite, der Kurs kann ge\u00e4ndert und die Genua wieder ausgerollt werden. Der n\u00e4chste Schritt ist das Gro\u00dfsegel wieder auf den neuen Bug zu stellen. Walter darf wieder aufs Vorschiff um die Leine f\u00fcr den Bullenstander neu zu legen. Wir lenken die Leine vorne an der Bugklampe nur um und belegen den Rest auf einer Winsch im Cockpit. Das Gro\u00dfsegel wird wieder auf die gew\u00fcnschte Gr\u00f6\u00dfe ausgerollt und aufgefiert, gleichzeitig wird die Bullenstanderleine dichtgekurbelt, damit die ganze Prozedur kontrolliert und ohne Einrucken \u00fcber die B\u00fchne geht. Meistens klappt das auch so wie beschrieben. Richtig stressig wird es, wie gestern fr\u00fch (noch vor dem Fr\u00fchst\u00fcck), wenn sich das Gro\u00dfsegel weder aus- noch einrollen l\u00e4sst! Da stand es nun zu einem Drittel und wir konnten deutlich erkennen, was die Ursache f\u00fcr dieses Malheur war. Wir haben einen Rollmast und das Segel wird zum Bergen und Verkleinern in den Mast gerollt. Unser Segel hat auch l\u00e4ngsseitige Segellatten zur Versteifung und eine dieser Latten hatte sich etwas aus der Lattentasche herausgearbeitet, sich beim Einrollen verhakt und eine riesige Falte \u00fcber die komplette Segell\u00e4nge bis zum Masttop verursacht. Diese Falte hatte sich nun in der Mastnut verkeilt, sodass nichts mehr ging. Zuerst hat Walter versucht, auf dem Gro\u00dfbaum und Spibaum stehend, die Falte von Hand rauszuziehen. Erfolglos. Der Versuch mit dem Kochl\u00f6ffel die Falte in die Mastnut zu stopfen gelang m\u00fc\u00dfig, auf einer L\u00e4nge von einem knappen Meter &#8211; da waren es nur noch 12 Meter. Entweder ohne Gro\u00dfsegel weiter bis Martinique oder Walter in den Bootsmannstuhl und ab in den Mast. So haben wir es auch gemacht. Der Bootsmannstuhl ist allemal sicherer als an den Wanten eingepickt auf dem Gro\u00dfbaum rumzuturnen. Hochgezogen mit dem Spifall und gesichert mit dem Kutterfall musste er, bewaffnet mit der Gem\u00fcseraspel, den Mast entlang hochgezogen werden. Nur gut, dass wir elektrische Winschen haben, das hat zumindest dieses Man\u00f6ver etwas erleichtert. Mit der stabilen Gem\u00fcseraspel hat er St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck, im Bootmannstuhl baumelnd und mit den Beinen in den Wanten verkeilt, das Segel in die Mastnut gerammt. Ich habe abwechselnd die Gro\u00dfsegeleinhole und die -ausholeleine gezogen und lose gelassen. Nach drei Stunden hatten wir es so weit geschafft, dass sich das Gro\u00dfsegel zu 75 % ausrollen lie\u00df. Die letzten Meter zu Masttop bleiben nun bis Martinique gefaltet im Mast. Dort sehen wir weiter. Den Tipp mit dem Kochl\u00f6ffel verdanken wir \u00fcbrigens Heinz aus Emden, den wir in Las Palmas kennen gelernt haben und der auf seiner Calypso genau das gleiche Rigg hat. Er hatte dieses Malheur mit den Falten auch schon und wei\u00df auch von anderen Seglern mit dieser Konfiguration, dass das wohl jeden einmal trifft &#8211; also ich brauche das definitiv nie nie mehr. Und Walter schon gleich gar nicht. Ach ja, vielleicht wundern sich einige, dass wir nicht mit dem Parasailor segeln. Walter hat die Schnauze gestrichen voll, von diesem 125 m\u00b2 Leichtwindsegel. Einen ganzen Tag hat er sich bei Leichtwind um die 5 Knoten damit rumge\u00e4rgert, sodass bei ihm das Segel jetzt durchgefallen ist. Ab 10 &#8211; 12 Knoten Wind von Achtern laufen wir mit der Schmetterlingsvariante auch 5 &#8211; 6 Knoten. Deshalb will er den Parasailor nicht mehr Setzen, auch weil das Bergen so ein mordsm\u00e4\u00dfiges Geraffel ist, nicht bei Leichtwind unter 7 Knoten, sondern ab 10 Knoten wird das Bergen zum ultimativen Stress. Vielleicht sind wir auch einfach nicht f\u00fcr dieses Segel geeignet. Bei der konventionellen Schmetterlingsvariante kann vom Cockpit aus sowohl die Genua als auch das Gro\u00dfsegel verkleinert oder vergr\u00f6\u00dfert werden, ohne dass man auf dem Vorschiff rumturnen muss. Das Halsen s.o. ist halt etwas zeitintensiv. Er will den Parasailor verkaufen, bei mir hat er noch eine Chance verdient. Warten wir es ab.<\/p>\n<p><img data-attachment-id=\"2060\" data-permalink=\"http:\/\/www.sy-sunrise.de\/?attachment_id=2060\" data-orig-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/www.sy-sunrise.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bildschirmfoto-2015-01-26-um-21.31.17.png?fit=776%2C584\" data-orig-size=\"776,584\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Bildschirmfoto 2015-01-26 um 21.31.17\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/www.sy-sunrise.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bildschirmfoto-2015-01-26-um-21.31.17.png?fit=300%2C225\" data-large-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/www.sy-sunrise.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bildschirmfoto-2015-01-26-um-21.31.17.png?fit=776%2C584\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2060\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/www.sy-sunrise.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bildschirmfoto-2015-01-26-um-21.31.17.png?resize=776%2C584\" alt=\"Bildschirmfoto 2015-01-26 um 21.31.17\" width=\"776\" height=\"584\" srcset=\"https:\/\/i2.wp.com\/www.sy-sunrise.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bildschirmfoto-2015-01-26-um-21.31.17.png?w=776 776w, https:\/\/i2.wp.com\/www.sy-sunrise.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bildschirmfoto-2015-01-26-um-21.31.17.png?resize=300%2C225 300w\" sizes=\"(max-width: 776px) 100vw, 776px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag, 25.01.2015 Seit gestern, Samstag, 24.01.2015 haben wir wieder Passatwinde die wirklich zum Segeln reichen. 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